Bei den älteren Ur-Beringstedtern ist dieses Haus mit der Bezeichnung `Petersburg´ noch ein Begriff. 

1910     Peter Sievers wird als Bewohner dieses Hauses genannt. Seine Tochter hieß Magda, später verheiratete Jeske.

Wann es erbaut wurde und von wem, diese Frage muß noch geklärt werden, falls sich hierfür noch Angaben und Unterlagen finden lassen.

Es stand in der Nähe der Teichwirtschaft (Wischkoppel), fast an der Bahnlinie. Vor der Flurbereinigung gab es vom Reiherstieg zur Wischkoppel/Holsten einen Bahnübergang. Kurz dahinter befand sich dieses Gebäude nördlich der Bahn. Dieses Flurstück wurde seinerzeit auch Wulfskroog genannt.

Alwine Klein kann sich daran erinnern, dass sie in ihrer Kindheit (in den 1950er Jahren) bei den Ruinen dieses Hauses gespielt hat, obwohl es von den Eltern und dem Dorflehrer verboten worden war sich hier aufzuhalten. Es wohnte ja auch schon längst niemand mehr dort und es war schon sehr verfallen. Später lag hier nur noch ein Haufen Steine und Schotter. Von den Beringstedter Kindern wurde es damals das Hexenhaus genannt. Heute ist von diesem Gebäude nichts mehr übrig und nichts, außer dieser Geschichte erinnert daran, dass es dieses Haus einmal gegeben hat. -Siehe gelb markierten Bereich-

 Standort vom alten Haus

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt von der Flurkarte, die Erhard Marxen erstellt hat. Die komplette Ansicht dieser Karte hängt im Flur zur Mehrzweckhalle (Eingang vom Sportplatz).

Die alte Räucherkate

Räucherkate Sievers 2

Dieses Bild wurde von Annelene und Wulf Illing zur Verfügung gestellt.

Angaben über das Baujahr (vermutlich weit vor 1800) werden nicht genannt. Dieses Haus gehörte sicherlich mit zu den ältesten Häusern in Beringstedt.

1800     Harder Hadenfeldt         geboren 1774 in Oersdorf, wird als Besitzer genannt.

                                                         Seine Nachfolger sind:

                Hinrich Greve                   Er ist Schmied und verkauft das Haus an

                Johann Sievers                Tagelöhner. Danach folgt

                Reimer Sievers                Er ist Schneider von Beruf und blieb kinderlos.

 

Ab ca. 1949 oder `50 wohnte hier für ca. 10 Jahre die Familie Solterbeck (15 Kinder). Sie bauten 1959 ein Haus in der Hermannstraße.

1961    wird das Haus von Familie Schipmann aufgekauft und später wegen Baufälligkeit abgerissen.

Freiwillige Feuerwehr Beringstedt

 

große Schadenfeuer in Beringstedt:     

1895  der Hof Hadenfeldt (Dingvogtstelle)

1896  der Hof von Hans Lucht     

1900  der Hof von Claus Bruhn     

1910  der Hof von Hans Detlef Ruge

1927  der Hof von Heinrich Wieben

1947  der Hof Kaltenbach

1969  der Hof Breiholz

 

Im Jahr 1922 wurde in Beringstedt die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Gründungsmitglieder waren:

Otto Rosenkranz, Martin Kröger, Ehler Ruge, Hans D. Hadenfeldt, Claus Wensien, Karl Rohwäder, Claus Martens, Ernst Butenschön, Johannes Dallmeyer, Max Bruhn, Hans Kaltenbach, H. Gosch, Claus Hinrichs, Claus Ruge, Johann Schröder, Hans. H. Trede, Hans Harms, Hans Holm, Johannes Fischer, Markus Rubien, Paul Gier, Eggert Mehrens, Claus H. Hadenfeldt, Reimer Rubien, Friedrich Keller, Claus Holm, Claus Voss, Hans Wendell, Johann Sievers, Hermann Kaltenbach, Karl Wieben, Johannes Kracht.

Als Gerätehaus diente ein kleines Gebäude auf dem Dreieck im Eichenweg/Friedenstraße (dort ist heute die Bushaltestelle für den Schulbus ist)

Winter Dez 1982 2         Spritzenhaus Gefrierhaus 1963

Als die Gemeinde ein neues Einsatz-Fahrzeug für die Feuerwehr kaufte, war das Gerätehaus zu klein für dieses neue Fahrzeug. So wurde ein neuer Unterstellplatz gesucht, der sich in dem Blech-Schuppen hinter der alten Meierei fand (heute Autoreparatur Kay Riese). Das alte, kleine Gerätehaus wurde umgebaut, weil sich eine Gefriergenossenschaft gegründet hatte und hier ein Gefrierhaus eingerichtet wurde. 

       Anhänger Trede kleinere Größe     

Aufräumarbeiten hinter der ehemaligen Meierei. Im Vordergrund ist der bereits demontierte alte Schornstein der Meierei zu erkennen. Bis ein neues Feuerwehr-Gerätehaus auf dem Schulberg gebaut wurde, waren hier die Gerätschaften der Feuerwehr untergebracht.

Das      5.       Fahrzeug

 

2017   Die Feuerwehr erhält ein neues Einsatz-Fahrzeug     RD – FB 1922

Das neue Fahrzeug

Das     4.       Fahrzeug

1993 bekam die Freiwillige Feuerwehr Beringstedt dieses Fahrzeug von der Gemeinde zur Verfügung gestellt.

Feuerwehrauto 1999 2

Der alte Ford Transit kam in `Rente´ als die Gemeinde dieses neue Fahrzeug kaufte. 

Das     3.    Fahrzeug     Unimog   T.LF 8/18

Ankunft des neuen Fahrzeuges im Jahr 1982 (Unimog)

-Abschrift aus dem Protokoll-

Beringstedt, den 11.11.1982

Nach mehreren Vorgesprächen hat die Wehr, unter dem Wehrführer Hans Fischer, sich entschlossen einen TLF 8/18 zu kaufen. Hierzu wurde auch der Kreisbrandmeister Jörn Böttcher zur Beratung herangezogen.

Das neue Fahrzeug sollte im Jahr 1982 in der 49. Woche geliefert werden.

Fahrzeug gekauft 1982

Am 09.12.1982 war es nun soweit. Vom Wehrführer wurden bestimmt das Fahrzeug zu holen: Jürgen Ohrt, Rolf Kühl und Peter Zech. Es wurde aus Gingen an der Brenz von der Firma Ziegler geholt. Am 11.12.1982 abends 21:00 Uhr waren sie mit dem Fahrzeug in der Garage in Beringstedt.

Am 18.12.1982  10:00 Uhr antreten der Wehr, anschließend offizielle Übergabe durch den Kreisbrandmeister. Umzug durch das Dorf mit der Feuerwehrkapelle Hohenwestedt. 12:00 Uhr Erbsensuppe essen. 15:00 Uhr Kaffeetrinken mit geladenen Gästen aus den umliegenden Dörfern. Das Fahrzeug konnte am Nachmittag von der Bevölkerung besichtigt werden. Abends um 20:00 Uhr war öffentlicher Feuerwehrball.

Der Wehrführer                                                                             Der Schriftführer

Gez. Hans Fischer                                                                           gez. Peter Zech

Oldtimer Ford Transit mehr Bilder

Er ist nun schon 54 Jahre alt (2018) und diente bis 1993 -fast 30 Jahre- lang der Freiwilligen Feuerwehr Beringstedt als Einsatzfahrzeug. Danach wurde er von der Interessengemeinschaft, die mittlerweile auch schon 25 Jahre besteht, leidenschaftlich gehegt und gepflegt. Auf Oldtimer-Treffen bekommt er regelmäßg Pokale und Auszeichnungen.

Das 2. Einsatzfahrzeug      Ford Transit T.S.F.    -heute Oldtimer-

Am 07.08.1964 hat die Gemeinde der Feuerwehr ein neues Fahrzeug, einen Ford Transit, zur Verfügung gestellt. Es wurde von der Firma Kraft, Rendsburg, geliefert. Dieses Fahrzeug wurde noch mit einer 6-Volt-Anlage ausgestattet.

Der Kauf betrug 1964 ca. 9.000,-- DM für das Fahrzeug und ca. 4.500,-- DM für die Ausrüstung.

Da man viel Ärger hatte mit dem Anspringen, wurde 1989 auf 12-Volt umgebaut. An diesem Umbau waren Max Hermann Greve, Jürgen Ohrt, Hans Detlef Voss und Peter Zech beteiligt. Alle elektrischen Teile, Leitungen und Leuchtmittel etc. mußten für dieses Umbau ersetzt werden. Max Hermann Greve arbeitete zu dieser Zeit bei Bosch in Itzehoe und hatte somit die Möglichkeit sämtliche hierfür benötigten Teile hierfür zu besorgen. Jürgen Ohrt und Hans Detlef Voss hatten beruflich die nötigen Kenntnisse für diesen Umbau, der einen ganzen Tag dauerte. Ab diesem Zeitpunkt hatte man keine Schwierigkeiten mit dem Anspringen.

Im November 1993 wurde es durch ein neues Fahrzeug ersetzt und ab 1994 hat eine Interessengemeinschaft das Fahrzeug übernommen. Im Frühjahr 1998 restaurierten junge Feuerwehrkameraden in mühevoller Arbeit dieses Auto in einen sehr guten originalen Zustand. Der Arbeitsaufwand betrug ca. 280 Stunden und rund 6.000,-- DM. Den weiteren Erhalt dieses schönen Fahrzeugs wird durch die Interessengemeinschaft finanziert.

Die Pumpe in dem Fahrzeug ist eine Magirus Deutz mit VW Industriemotor.

 Anhänger TSA von 1943 

Interessengemeinschaft Ford Transit

-aufgeschrieben im Mai 2017 von Peter Zech-

siehe hierzu auch den Bericht zum Anhänger TSA

Die TS Pumpe, Baujahr 1958, von Ostermühlen Fa. Lück, ist am 10.4.2017 von der Interessengemeinschaft abgeholt worden. Sie gilt als Geschenk und wird von dieser aufgearbeitet. Die Bedingungen sind, dass sie im Besitz der Interessengemeinschaft bleiben muß und nicht verkauft werden darf.

Die Pumpe wurde als Ersatz 1955 vom Kreisfeuerwehrverband für die Wehr zur Verfügung gestellt. Der Grund war, dass die vorhandene Pumpe aus dem T.S.A bei einem Einsatz in Puls kaputt ging. Sie konnte nicht vor Ort repariert werden und mußte für längere Zeit ins Werk geschickt werden. Durch den Kauf eines neuen T.S. Feuerwehrautos mit moderner Pumpe, wurde die alte nicht mehr gebraucht. Sie wurde aus Platzmangel nach Ostermühlen gebracht. Sie wurde nie an den Kreisfeuerwehrverband zurückgegeben und ging in den Besitz von H. O. Voss über (damaliger Besitzer des Hofs Ostermühlen).

Anhänger TSA von 1943 

Die heute (2018) bereits 75 Jahre alte Spritze könnte im Notfall aushelfen, sie ist voll funktionsfähig.

1.       T.S.A  Anhänger von 1943                                                                                                                              

Heute ist der restaurierte Anhänger vorübergehend untergestellt bei Gerda Greve.

Aufgeschrieben von Peter Zech im August 2018:

Bis zum 21.05.1945 kann man den Einsatz der alten T.S.F. aus dem Protokollbuch nachvollziehen. In der Zeit bis 1954 ist in das Protokollbuch nichts eingetragen worden. Der damalige Schriftführer, Willi Schipmann, hat das Geschehen in sein schwarzes Notizbuch geschrieben und wollte es mir (Peter Z.) irgendwann zur Verfügung stellen. Dann verstarb er ganz plötzlich und das schwarze Notizbuch ist leider nicht wieder aufgetaucht.

Kleingartenverein

In den Nachkriegsjahren wurde in Beringstedt ein Kleingartenverein gegründet.

Da 1945 sehr viele Heimatvertriebene hier in Beringstedt auf dem Bahnhof eintrafen und untergebracht werden mußten, herrschte eine allgemein große Not an Wohnraum und Lebensmitteln. Zwar gab es Lebensmittelkarten mit denen man das Allernötigste bekam, diese waren jedoch stark rationiert und reichten bei Weitem nicht für die menschlichen Bedürfnisse, vor allem an frischem Gemüse, Kartoffeln etc.

Von der Gemeinde Beringstedt wurden daher Flächen zur Verfügung gestellt, damit diese Menschen hier die Möglichkeit zur Selbstversorgung bekamen. Diese Flächen waren:

-          Die Schulkoppeln, die auf der rechten Seite an der Straße Richtung Puls lagen, siehe Bild:     Schulkoppeln

-          Das Gelände hinter dem Schulgebäude

-          Im Birkenweg

-          Auf dem Saar

1954 feierte der Kleingartenverein ein Erntefest in der Gasthof Ott (Bahnhofsgaststätte) und lud hierzu alle Beringstedter ein:

Kleingartenverein 1954

 

...

 

Gildefahne Bild für homepage

Die Gilde-Fahne. Sie wurde in mühevoller Handarbeit gestickt von den Beringstedter Frauen: Irmi Jürß (links) und Annemarie Rubien (rechts) 

Ein Bericht zur Beringstedter St.-Vitus-Gilde, geschrieben (2020) von Marlene Sievers:

Die Beringstedter St. Vitus-Gilde wurde 1744 gegründet, zu einem Zeitpunkt, wo Schleswig-Holstein zu Dänemark gehörte. Der König Christian VI war gleichzeitig Herzog der Herzogtümer Schleswig und Holstein, sowie König von Norwegen und Dänemark.

Die St.-Vitus-Gilde wurde in einer Epoche des Wohlstandes gegründet, damit niemand unverschuldet in Not und Armut z. B. durch ein Feuer geriet.

Der Grundsatz der Gilde lautete: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“.

Im Vorstand der Gilde gibt es folgende Vertreter:

  1. Vorsitzenden (Ältermann)
  2. Geschäftsführer/in
  3. Stellvertretende/n Vorsitzende/n

und zusätzlich 3 weitere Vorstandsmitglieder und mindestens 3 weitere Schauleute (Rechnungsprüfer)

Die Gilde hat Kriege, Inflationen und Währungsreformen überstanden, sowie alle Probleme bewältigt. Sie hat sich stets den Bedürfnissen der Gildemitglieder angepaßt.

Heute versichert die St.-Vitus-Gilde selbst: Landwirtschaftliches Inventar, Hausrat und Glas. Sie betreibt außerdem die Vermittlung von Wohngebäude-, Privat-Haftpflicht-, Hunde- und Pferdehaftpflicht-, Unfall-, Kfz-Versicherung und Sterbekassen-Versicherung.

Die Beringstedter Gilde ist, wie andere Gilden auch, dem Verband der Versicherungsvereine angeschlossen. Rückversichert bei Großschäden ist sie bei der Kieler Rückversicherung.

Erste Aufzeichnungen gibt es seit 1892 (Protokollbuch). Jährlich findet eine Kassenprüfung, Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung statt und -evtl. falls nötig- eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Die Mitgliederversammlung ist für alle Mitglieder. Sie erhalten dann Informationen zum Geschäftsbericht, den Bericht des Kassenprüfers, es werden Wahlen vorgenommen und Sonstige Anfragen besprochen. Danach gibt es für alle Mitglieder eine Kaffeetafel und später ein gemeinsames Abendessen, wo im Anschluß das neue Königspaar vorgestellt wird und dies dann mit einem gemütlichen Beisammensein endet.

Jedes Jahr wird auf dem Gildefest bei den Frauen eine Gildekönigin durch Fischstechen und bei den Herren ein Gildekönig durch Luftgewehrschießen ermittelt.

Seit dem 15. Juni 1950 durften das erste Mal Frauen an dem Gildefest teilnehmen.

Heute versichert die Gilde in ganz Schleswig-Holstein.

Früher waren die Bezirke der Gilde: Puls, Reher, Schenefeld, Wapelfeld, Hohenwestedt, Remmels, Nindorf, Tappendorf, Nienborstel, Dörpstedt, Todenbüttel, Stelle, Nordhastedt, Seefeld, Lütjenwestedt, Haale und Beringstedt.

Bis 1969 fanden die Mitgliederversammlung und die Gildefeier Mitte Juni statt, danach ab 1970 Ende Mai (wegen der Heuernte wurde hier eine Änderung vorgenommen).

Sterbekasse

Aufsatz einer Schülerin geschrieben am 16.3.1935, Helene Voß

Unsere Sterbekasse wurde im Januar 1923 gegründet. Damals waren es 357 Mitglieder, jetzt 352. Man veranstaltete Sammlungen. Da die Inflationszeit war, brachte die 1. Sammlung 397.120 Mark ein. Für dieses Geld schaffte die Gemeinde Holz und Beschläge für die Särge an. Die 2. Sammlung wurde von den Mitgliedern mit Eiern und Bargeld bezahlt. Dieses brachte 441.700 Mark ein. Durchschnittlich wurden zwei Sammlungen im Jahr veranstaltet. Allein das herstellen eines Sarges kostete 40.000 Mark. Der Arbeitslohn für einen Tischler, allein fürs Bretter hobeln und anfertigen 27.000 Mark. Als dann die Goldmark eingeführt wurde änderten sich die Zahlen. Jetzt bekommt ein Erwachsener 70 Mark Sterbegeld, von 6-16 Jahren 45 Mark und von 1-6 Jahren 25 Mark. So helfen sich gegenseitig die Leute. Seit dem 3. Februar 1933 heißt es nicht mehr Sterbekasse sondern „Sterbeunterstützungskasse“.

Hier ein weiterer Bericht bis zur Auflösung, erzählt und aufgeschrieben im Januar 2019 von Gertrud Keller (87 Jahre alt). Sie hat den obigen Bericht aus der alten deutschen Schrift übersetzt und folgende Informationen hinzugefügt:

Später war der Name „Wohltätigkeitsverein“.

Bis zur Auflösung hat der Verein noch weitere Währungen überlebt: An die genannte "Goldmark" reihen sich die  RM Reichsmark, die DM Deutsche Mark und der jetzige Euro. Die Satzung von 1923 ist noch erhalten und liegt den Protokollen, diese befinden sich im Archiv unserer Gemeinde, Hier liegen sämtliche historische Schriften. In der nachfolgenden Zeit ist das Sterbegeld von einem Kassierer, der in den Satzungen vorgeschrieben ist, gesammelt worden. Nach einem Sterbefall wurde immer im Voraus für den nächsten Trauerfall gesammelt, so daß immer ein Betrag sofort zur Verfügung stand um den Verstorbenen würdevoll zu bestatten. Dies war vor allem nach dem 2. Weltkrieg eine schwierige Zeit, denn manchem fehlten einfach die Möglichkeiten (Geld), um wenigstens Holz für einen Sarg kaufen zu können. Durch eine Mitgliedschaft im Wohltätigkeitsverein konnte hier Hilfe geleistet werden. Es fehlte in der Nachkriegszeit in vielen Familien an so vielen Dingen. Allein schon die beengten Wohnverhältnisse in dieser Zeit sind für uns heute (2019) kaum vorstellbar.

Die  alte Meierei von Beringstedt in der Friedenstaße

 alte Meierei 2    Kühl Meierei Ansicht Nord

Meiereigenossenschaft Beringstedt

81 Jahre lang gab es in Beringstedt eine Meierei. Im Februar 1887 wurde -im Haus von E. Holm- von den Gründungsvätern der Bau einer Meierei beschlossen. Diese ging dann 1888 in Betrieb. Damals war dies ein bedeutungsvoller Fortschritt zu der bis dahin üblichen Milchverarbeitung, das Buttern auf jedem einzelnen landwirtschaftlichen Hof, was jedoch noch nicht von jedem Milchproduzenten so gesehen wurde. Einige wollten es lieber bei der althergebrachten Verfahrensweise belassen. So wurden von den 18 erschienenen Mitglieder, durch einfache Stimmenmehrheit, der Vorstand gewählt:

Hans Lucht (Vorsitzender), Johann Wendell, Samuel Timm, Hinrich Holm (Schriftführer) und Hans Hadenfeldt

Der Butterhändler Stoffer (Christoffer) Evers (er wohnte im Haus: In der Marsch 1) lieferte damals die in Beringstedt produzierte Butter, mit seinem Pferdefuhrwerk, einmal in der Woche bis nach Hamburg. Hier bekam er die besten Preise für seine Ware bezahlt.

Informationen aus der Festzeitschrift, die zum 75. Jubiläum der Meierei (1962) gedruckt wurde, von Ingrid Martens 2019 beim durchsuchen alter Unterlagen wiedergefunden und für die Chronik zur Verfügung gestellt wurde:

1895 betrugen die Betriebskosten 1Pf je Liter Milch.

1896 wurde mit dem Kartoffeldämpfen begonnen.

1900 wurde vom Vorstand beschlossen die Milchlieferungen monatlich abzurechnen (vorher alle 4 Wochen).

Der erste Anstellungsvertrag mit dem Meieristen, datiert am 1. August 1903.

Am 12. März 1904 wird mit dem Käsen begonnen. Der Meierist erhält eine Entschädigung von 50 Pf je Stück.

1919 betragen die Betriebskosten je Liter Milch  4 Pf.

Lt. Protokoll vom 22.10.1921: Teuerungszuschlag für den Meieristen: für 1 Schwein 3.000,-- RM.

1922 beträgt das Gehalt für den Meieristen 20.000,-- Mark. Im selben Jahr gibt es die erste Bilanzveröffentlichung in den Genossenschaftlichen Mitteilungen. Im Oktober wird Butter zur Auktion des Meiereiverbandes Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt. Ankauf neuer Maschinen für 840.000,-- Mark von Bergedorf. Kostgeld für den Monteur: 1.000,-- Mark je Tag. (Inflationszeit)

1923 beträgt das Gehalt des Meieristen 100 Goldmark je Monat.

März 1927: Antrag auf Prämierung sauberer Milch - abgelehnt.

1932 gibt es lt. Protokoll eine tägliche Fettprobe, abends und morgens. Im gleichen Jahr findet eine Pfändung der Milchgelder durch die Gemeinde statt, zur Begleichung der Gemeindesteuer.

Ab 1935 wird eine bargeldlose Milchgeldauszahlung eingeführt. Die Geschäftsverbindung zur Spar- und Darlehenskasse besteht seit 1903.

Die Beringstedter Wassergenossenschaft

Am 23. März 1914 haben 36 Beringstedter Bürger den weitsichtigen Entschluss gefasst, eine zentrale Wasserversorgung aufzubauen. Sie gründeten eine Genossenschaft und wählten einen

Vorstand:                                 Heinrich Wieben, Eggert Lucht, J. Harms

einen Aufsichtsrat:                   Ehler Holm, Hans Detlef Ruge, Heinrich Schrum

sowie einen stellvertretenden

Aufsichtsrat:                             Otto Rosenkranz, Hans Jakob Timm, Hans Wendell

und ein Schiedsgericht:           Ehler Voß, Hermann Voß, Hans Greve

Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau begonnen.

Firma Sievers und Steffen bohrte den Brunnen.

Das Rohrleitungsnetz wurde von den beiden Beringstedter Schmiedemeistern Greve und Wensien, der Wasserturm vom Maurermeister Heinrich Evers errichtet.

Die Erstellungskosten beliefen sich auf gut 17.000,-- Mark (Kaiserzeit), die fast ausschließlich über Kredit finanziert wurden. 

Wasserturm und Windrad         Wilhelm Krogh 1935 beim Windrad am Wasserturm

Die obigen Bilder hat Waltraut Küpers zur Verfügung gestellt. Auf dem rechten Bild ist ihr Opa, Wilhelm Krogh, zu sehen in den 1930er Jahren, wahrscheinlich bei Reparatur- oder Wartungsarbeiten am Windrand. Er war Mechaniker. Das linke Bild zeigt den Wasserturm fotografiert aus dem Gartens der Fam. Krogh, Schulberg 6.

Bei dem Luftbild aus den 1950er Jahren ist das Windrad bereits demontiert.

Schulberg Wasserturm       

1952               wurde die Wasserturbine von Wind auf Elektroantrieb umgestellt. Ein Jahr später hat man das Windrad (ein Wahrzeichen Beringstedts) abgerissen. Der einserne Turm stand dann noch einige Zeit ohne Windrad auf dem Schulberg und wurde dann, weil die Berufsgenossenschaft bedenken angemeldet hat, an Max Walter Voß verkauft, der als gelernter Schlosser u. Maschinenbauer, die Aufgabe übernahm diesen Turm zu demontieren. Viele dieser demontierten Teile konnte er für weitere Zwecke verwenden und weiterverkaufen.

1963               hat man eine Druckkessel-Anlage errichtet.

1964               Erst jetzt (50 Jahre nach Gründung) bekam man von der Bahn die Erlaubnis, die Trasse zu unterführen und auch den nördlichen Teil des Dorfes mit Wasser zu versorgen.

1974              wurde der eigentliche Wasserturm abgerissen, weil hier ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr errichtet wurde.

Anfang der 1980er Jahre stellte sich heraus, dass der Nitratgehalt im Wasser zu hoch war. Vorstand und Aufsichtsrat planten mit einem Investitionsvolumen von 230.000,-- DM eine neue Pumpstation. Durch eine Umlage der 217 Mitglieder von je 900,-- DM im Jahr 1986 konnte dies finanziert werden.

Das Wasser wurde nicht mehr wie sonst aus 27 Metern, sondern wird jetzt aus 180 Metern Tiefe aus zwei Brunnen gefördert.

2014               feierte die Wassergenossenschaft ihr 100jähriges Bestehen.

 

 

 

Bildung einer Genossenschaft zur Entwässerung des Haaler-Au-Thales

Verzeichnis der Grundbesitzer, welche in der Angelegenheit betreffend Bildung einer Genossenschaft zur Entwässerung des Haalerau-Thales zum Termin am 31. Mai 1898 vorzuladen sind.

  1. Eggert Lucht
  2. Johann Ludwig Wendell
  3. Hans Greve
  4. Hermann Voss
  5. Hans Trede
  6. Claus Ott
  7. Marcus Sachau
  8. Jacob Harms
  9. Jürgen Bruhn
  10. Eggert Gribbohm
  11. Johann Wensien
  12. Claus Wohlers
  13. Hans Detlef Ruge
  14. Hinrich Pahl u. Ehefrau Anna, geb. Köster
  15. Hans Hadenfeldt
  16. Claus Daniel Hadenfeldt
  17. Jürgen Sievers
  18. Ehler Holm
  19. Marx Voß
  20. Johann Kaltenbach
  21. Hinrich Holm
  22. Gemeinde
  23. Ewers Christopher
  24. Claus Martens
  25. Jürgen Hadenfeldt
  26. Johann Hinrich Butendorf

Die Vorladung erfolgt unter der Verwarnung, daß die Nichterscheinenden, die Nichtstimmenden oder nicht richtig Vertretenen der Majorität der Stimmen der Erschienenen resp. Richtig Vertretenen bestimmend angesehen werden sollen, wobei bemerkt wird, das mit beglaubigter Vollmacht versehene Vertreter zulässig und stimmberechtigt sind.

Torfwerk Beringstedt / Todenbüttel

 

Die Firma Walter Sievers, Torfwerk Beringstedt/Todenbüttel, hat in den 1970/80er Jahren im Moor maschinellen Torfabbau betrieben. Hierzu war für eine Feldbahn eine ca. 1 km lange Gleisstrecke angelegt worden. Der ausgebaggerte Torf wurde mit Kipploren zur Verladung gebracht, gezogen von einer Lok (siehe Bilder unten). An der Verladestelle wurde der Torf dann über Förderbänder auf LKWs geladen und von dort aus weiter transportiert.

Über die Jahre kamen mehrere gebrauchte Feldbahn-Loks, Spurbreite 600 mm, im Moor beim Torfwerk Walter Sievers zum Einsatz, auch gleichzeitig:

Deutz O&K 5615   20 PS   Baujahr 1934 1970 übernommen vom Bauunternehmer Feddersen, Leck

Deutz O&K 5746   20 PS   Baujahr 1934 1970 übernommen vom Bauunternehmer Feddersen, Leck

Beide großen Loks besaßen bei der Übernahme durch Sievers noch Führerhausüberdachungen, die aber entfernt wurden. „Die haben nur gestört“, lt. Aussage von Herrn Sievers.

1982      Deutz    V 28   18305        Baujahr 1937      zuvor im Einsatz beim Kieswerk Segrahner Berg, v. Bülow, in Gudow

Diese Lok wurde später an das Münsterländische Feldbahnmuseum in Rheine abgegeben, siehe nachfolgendes Bild:

Deutz Diesellok Bj 1937

1983      Diema   2556       Baujahr 1962      zuvor Baumaschinenhandel Berolina, Hamburg, dann 1970 Ziegeleiwerk Thomsen, Hademarschen

1983      Diema   2553       Baujahr 1962      zuvor Baumaschinenhandel Berolina, Hamburg, dann 1970 Ziegeleiwerk Thomsen, Hademarschen

1983      Diema   2489       Baujahr 1962      zuvor im Einsatz in einer Ziegelei, Kirchberg bei Kassel, dann 1968 Eugen Höfter, Dachziegelwerk Neuhausen bei                                                                                       Mainburg, 1973 Ziegeleiwerk Thomsen, Hademarschen

Dieses Bild wurde nicht in Beringstedt aufgenommen (siehe www.entlang-der-gleise.de)

Diema Diesellok für website

 

 

Bilder der alten Verladestation im Moor, aufgenommen im August 2020 von Heiko Bokelmann:

 Torfstation Beringstedter Moor 1 für website   Torfstation Beringstedter Moor 2 für website   Torfstation Beringstedter Moor 3 für website

 

 

Heute (2020) stehen große Teile des Moores unter Naturschutz und werden nicht mehr bewirtschaftet.

 

...

 

Die Interessengemeinschaft Moor in Beringstedt

Aufgeschrieben im März 2020 von Herrn Erh. Marxen, da heute kaum noch jemand in Beringstedt lebt, der davon berichten kann:

In den 1920er Jahren gründeten weitsichtige Bauern in Beringstedt eine Interessengemeinschaft, um Flächen des Hochmoores zu kultivieren, d.h. in Grünland zu verwandeln. Hauptziel war die Gewinnung von Weideflächen für das Jungvieh. Man hatte sonst ja erst nach dem 1. Schnitt der Wiesen mehr Fläche zur Verfügung. Vorbilder hatten die Bauern ja auch in anderen Dörfern, vor allem aber in Tackesdorf (Tackesdorf hat seinen Namen von Dr. Tacke, dem damaligen Leiter der Bremer Moorversuchsstation). Vorsitzender dieser IG-Moor wurde Hans Wendell Senior (*1887).

Man stellte damals etliche Leute ein zum Ausheben der Grenzgräben und der Drainagegräben (man tat also auch etwas gegen die hohe Arbeitslosigkeit, die damals herrschte). Es wurde eine Raupe der Fa. Stock angeschafft zum Pflügen und Eggen der Parzellen (damals nannte man das Eggen auch Tellern, also das Bearbeiten der Fläche mit einer Telleregge oder auch Scheibenegge genannt).

Da in Stoßzeiten auch nachts gepflügt wurde, hatten sie 3 Fahrer für die Raupe: Wilhelm Thöm, Wilhelm Fischer und Hans Rubien.

Es gab ja seit jeher etliche Torfstiche auf dem Moor, die auch Bürgern aus anderen Dörfern gehörten, aus Puls, Osterstedt, Todenbüttel, Maisborstel und Nienborstel. Einige kleinere Torfflächen wurden umgelegt an die beiden Dämme. Der Damm, der vom Kirchendamm (*1) nach Groot Wisch geht, erhielt den Namen `Hindenburgdamm´, in Anlehnung an den Damm der 1926 vom Festland nach Sylt gebaut wurde. Der andere Damm, vom Kirchendamm (in Plattdeutsch auch Karkdamm genannt) zum Veehen hin, wurde einfach `Ludendorfdamm´ genannt. (Diese Dämme sind heute kaum noch als Wege im Moor auszumachen. Sie sind fast zugewachsen. Auf der Karte, die in der Mehrzweckhalle hängt (Stand 1965), sind sie eingezeichnet und gut zu erkennen. Siehe hierzu einen Ausschnitt dieser Karte im Anschluss an diesen Bericht.)

Zwischen je zwei Flächen, die drainiert werden sollten, wurden tiefe Vorflutgräben gegraben (alles per Hand!). In die ließ man die Drainagen (meist 2 Zoll Tonrohre) auslaufen. In den ersten Jahren nach dem Umbruch und dem ersten Aufkalken wurde `Wildhafer´ gesät, denn der Kulturhafer gedieh dort noch nicht (Hafer ist immer noch die erste Frucht nach Grünlandumbruch, auch `Dreschhafer´ genannt. Über den Drains sackte der Boden nachher mehr als der übrige Boden. Das war später sehr auffällig, als schon mit dem Schlepper Dünger gestreut, geschleppt und gewalzt wurde.

Der Vater von Hans Jakob Holm (Birkenweg 10), dessen Hof erst durch Flächen vom Hof Holm (Wischhof) und Flächen vom Hof Harms (In der Marsch 5) entstanden war -seine Frau war die Schwester von Hans Harms-, hatte sein Moor schon vor der Gründung der IG-Moor drainiert und durch Gräsung kultiviert war. Es ist die 4. Fläche hinter dem `Sportplatz´ (von Hans Kaltenbach, heute Hermann Möller), nach den Flächen von Lenschow, Hans Hinrich Trede und Helene Sierk - siehe Karte Mehrzweckhalle, Stand 1965-. Mangels einer besseren Vorflut, lagen seine Drainrohre aber später zu flach. Die Weide ist in nassen Jahren daher nicht so trittfest wie andere.

Von Moor und Torf

Ein Bericht von Otto Bolln (*1900 in Beringstedt):

Beringstedt verfügt in seiner Gemarkung über ein Hochmoor von beträchtlichen Ausmaßen. Mitten hindurch führt der heute befestigte und asphaltierte `Karkdamm´ von Lütjenwestedt nach Todenbüttel. Dieser teilt das Moor der Länge nach in das kleinere `Lüttmoor´ oder Veehnmoor vom `Groot Moor´ und ist fast ganz umgeben von ausgedehnten Wiesen, der Steertwisch, dem Veehn und der Groot Wisch. Steuermäßig galt das Moor bis dahin als Ödland und war dementsprechend abgabenfrei. Nachbargemeinden, wie Puls und Maisborstel, die nicht über Moor verfügten, hatten die Gerechtsamkeit auf kleineren Teilen Torf abzubauen.

Die abseitige und auch abgeschlossene Lage des Moores ermöglichte eine fast ungestörte Entwicklung der Flora und Fauna. Birken und vereinzelt auch Kiefern, hohes Heidekraut und Porst (Gagelstrauch) boten der Tierwelt genügend Schutz, vor allem dem Reh- und Birkwildbestand, aber auch Ringelnattern und Kreuzottern waren reichlich vertreten, ferner auch Wildenten auf den Moorlöchern. Auf höher gelegenen Teilen mit geringeren Torfschichten war der Fuchs mit seinen ausgedehnten Bauten häufig zu finden, insbesondere auf dem `Voßberg´ im Groot Moor, mit den Resten der mittelalterlichen `Fluchtburg´ der Beringstedter und Todenbüttler.

Die Torfschicht war unterschiedlich stark, meistens aber bis zu 2 m und mehr mächtig. In oberen Schichten als Weißtorf, in den unteren, älteren Schichten als schwarzer Torf mit hervorragender Heizkraft.

Heidekraut wurde dort, wo es sich lohnte mit der besonderen Sense, der `Heidlehn´ gemäht, ebenso das hohe Bentgras (Pfeifengras). Beides wurde als Einstreu für Viehställe benötigt. Junge Birkenheiser, im Winter geschnitten, wurden zu Reiser-Besen und das Heidekraut zu Schrubbern (Torfschrubber) gebunden. Die durch das Abmähen des Heidekrauts entstandenen freien Flächen dienten einmal als Trockenplätze für den Torf. Zum anderen waren sie ideale Balzplätze für das Birkwild.

Eintrag in der Dorf- und Schulchronik:

Am Sonnabend, den 04.10.1931 wurde die Treibjagd auf dem Moor abgehalten. Es wurden 28 Hasen, 1 Kaninchen, 1 Fuchs, 8 Rebhühner und ein Birkhuhn zur Strecke gebracht.

Heute (gemeint ist hier die Zeit 1960/70/80) ist das Hochmoor durch breite Entwässerungsgräben zur Fuhlenau und zur Haaler Au weitgehend entwässert und dadurch im Nieveau abgesunken und verflacht. Weite Teile, insgesamt wohl ein Drittel der Fläche ist nach der Entwässerung tief gepflügt, gehackt und mittels Kalk und chemischen Düngemitteln zu Kulturland geworden. Es wächst und gedeiht hier nicht nur der sogenannte schwarze Moorhafer, sondern auch Weißklee und es sind weite Weiden für Milch- und Jungvieh geworden. Von dem Urzustand sind zwar noch gute Reste erhalten und bieten genügend Schutz und Zuflucht für den Wildbestand, aber es darf nichts mehr verändert werden, weil der Landschaftsschutz dies nicht mehr zuläßt.

Wenn wir uns nun der Torfgewinnung zuwenden, müssen wir -je nach Qualität der Torfschicht- drei Arten der Gewinnung unterscheiden, und zwar den gestochenen Torf (Klotzen), den gegrabenen und den gebackenen Torf. In allen Fällen waren Spezialgeräte vorhanden und entwickelt, die stets gut gepflegt werden mußten. Die Geräte wurden nur höchst ungern ausgeliehen. In allen Fällen der Torfgewinnung war es nötig die Arbeitsflächen einzuebnen, d. h. spatentief abzubulten.