Frühere Straßenverhältnisse:

aufgeschrieben von Otto Bolln

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Straßenverhältnisse keinesfalls ideal. Sie besserten sich erst, als die kurven-, steigungs- und neigungsreiche Straße Barlohe-Beringstedt-Gokels im Jahr 1864 von der Provinzialverwaltung als geschotterte Chaussee erbaut wurde, wo vorher nur unbefestigte Sandwege vorhanden waren. 1923 wurde die Straße wesentlich verbessert, heute ist sie eine Asphaltstraße.

Der 9 Kilometer lange Weg über Puls zum zuständigen Kirchort Schenefeld blieb für die Kirchenbesucher aus Beringstedt eine Qual, besonders in Regenzeiten und im Winter. Das änderte sich erst, als 1863 in Todenbüttel eine Kirche erbaut wurde, Beringstedt aus dem Kirchspiel Schenefeld ausschied und der Weg dorthin an Bedeutung verlor.

Zwischen dem Weg nach Puls (Friedenstraße) und der Straße nach Seefeld (Seegen) befand sich ein kleines Moorgebiet, durch das ein Pfad für Fußgänger führte. 1776 wurde dieser Gang passierbar gemacht und die vom Torfabbau herrührenden Moorkuhlen, die hier rechts und links vorhanden waren, wurden zum Westflan hin entwässert und 1840 bis ´50 aufgefüllt. Der Flurname `Moor´ hat sich noch lange erhalten für die Weiden, die heute zu den Höfen Mehrens (früher Lucht), Voß und Hadenfeldt (heute Solterbeck) gehören. In der Zeit von 1885 bis 1900 wurde der `Gang´, dessen Namen sich bis heute erhalten hat (Seegensgang), zur festen Straße und ist heute asphaltiert.

Bei Jürgen Hadenfeldt´s Haus (Friedenstr./Seegensgang, heute Solterbeck) stand ein dreiarmiger Wegweiser, dessen Arme den Weg nach Schenefeld, Hanerau und Rendsburg zeigten und entsprechend beschriftet war. Wir haben als Knaben oft auf diesem Wegweiser gesessen, bis die Weiser abbrachen und der Pfahl umstürzte. Er war unseren vereinten Turnübungen nicht mehr gewachsen.

Der Zustand der in die Feldmark führenden Wege war früher ebenfalls katastrophal: Im Sommer sandig und staubig, in Regenzeiten meistens nur mit hohen Stiefeln passierbar. Besonders der Weg zum Teinkamp (Klempen), zum Bär- und Schwienskamp und nach Ostermühlen. Es dauerte lange, bis ihr Zustand endlich in dörflicher Gemeinschaftsarbeit verbessert wurde.

Ein Bild von der Straße Seegen mit Blick in den Weg Mückenhörn

Seegen Mückenhörn

Hier stand einst eine Doppeleiche auf dem Dreieck.

Seegen 1  

Straße Seegen mit Blick von Südwesten in Richtung Steinbergstraße mit der großen Doppeleiche an der Einmündung zum Mückenhörn. Gegenüber der alte Stall vom Hof Wendell

 

Hofgeschichten

Friedenstraße 7

Hof Kaltenbach

- aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln abgeschrieben:

1602      Hans Söte                           wird als Besitzer der Halbhufe genannt.

1740      Sötje                                     (auch Söth, Sotie oder Söte geschrieben)

1800      Johann Kaltenbach         wird als Besitzer genannt. Ihm folgen zwei weitere Johann Kaltenbach

Der jüngere Nachfolger heiratet die Jungfer Fehrs. Um 1800 gibt es aber auch einen Gerhart Kaltenbach, als Besitzer des Hofes Holm. Die Tochter des 1786 in Hadenfeld (bei Schenefeld) geborenen Johann Kaltenbach heiratete einen Claus Holm in Beringstedt.

In der Familienchronik Hadenfeldt steht, dass Claus Hadenfeldt 1844 Hofbesitzer wird und mit Margareta Kaltenbach verheiratet ist. Sie stirbt jedoch sehr bald ohne Kinder. Ob sie vom Hof Kaltenbach stammte ist leider nicht vermerkt, jedoch denkbar, weil der Name Kaltenbach hier bei uns im Norden verhältnismäßig selten ist.

1870      Johann Kaltenbach         wird als Schuldner genannt. Der Gläubiger wird nicht genannt

1873                                                      sind die Schulden schon geringer. Gläubigerin ist Anna Söth. Es ist                                                             dies wahrscheinlich die Restkaufsumme, die als Hypothek eingetragen wurde.

1874                                                      gibt es in Beringstedt 7 Personen mit Nachnamen Kaltenbach.

In der Klassensteuerrolle Beringstedt vom 26.3.1873 werden folgende Namen als Zugehörige des Haushalts Kaltenbach genannt: Jürgen Roweder als Knecht, Wiebke Sievers als Magd,

Anna Söth als Verlehnsfrau mit 3 Personen (Kate, Friedenstraße 5).

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Hof Breiholz, Kröger, Holm ...

Einigen älteren Beringstedtern ist der Hof in der alten Dorfstraße noch bekannt. Er befand sich gegenüber vom Dorfteich. Heute stehen dort Einfamilienhäuser. Ende der 1960er Jahre ist er abgebrannt und wurde nicht wieder aufgebaut.

Hof Breiholz Nordansicht 2

Geschichte des Hofes:                        Vollhufe

Ehler Holm        +1770 in Beringstedt

des Jürgen Holm und Malehn … in Bucken ehelicher Sohn. Er heiratete (vor 1725) Anna Liesbeth Voß aus Beringstedt (Diese Information stammt von einer Kopie eines Auszugs aus dem Kirchenbuch Schenefeld und befindet sich im Beringstedter Archiv. Auch die nachfolgenden Geburts- und Sterbedaten sowie Ehefrauen sind hier aufgeführt).

Er fand die Bronzefigur und starb im hohen Alter von 80 Jahren. Ihm folgte als Hoferbe sein Sohn

Claus Holm        *1725 +1776

Er heiratet 1754 Elsche Sievers Tochter des wld. Jürgen Sievers zu Haale (wld = Abkürzung von weiland. Wenn jemand zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war, wurde er als weiland bezeichnet. = In geweihter Erde liegend.) Sein Sohn:

Ehler Holm        *1763 +1805

Er heiratet in Schenefeld 1785 Antje Beeck, des Peter Beeck und dessen Frau Antje Struve eheliche Tochter.

Claus Holm        *1794 +1827

Er heiratet in Schenefeld 1821 Anna Rohwer, des Küfners Henning Rohwer und der Silke Holtorf in Brinja (Brinjahe) eheliche Tochter.

Ehler Holm        *1822 + 1863

Er heiratet 1849 in Schenefeld die Witwe Gretje Timm, geb. Ehlers, des ½ Hufners und Bauernvogts Hans Ehlers und der Trina Offe in Heinkenborstel eheliche Tochter.

Da er relativ früh verstarb heiratete seine Witwe in 2. Ehe Claus Hadenfeldt.

Hinrich Holm    *1854 +1922

Er heiratet 1878 in Todenbüttel  Anna Lucht, des Bauern Hans Lucht und der Cecilie Holm in Beringstedt eheliche Tochter.


Er ging verhältnismäßig früh auf´s Altenteil und baute für sich und seine Frau, an der Westseite der Hofstelle (heute Friedenstraße 9), ein Haus.                           

                                               Vermutlich die Schwestern Helene und Gretchen Holm

                       Mädchen Breiholz  

Gretchen, geb. Holm, und Eggert Mehrens.  waren wegen Hoftausch mit der Schwester nur für kurze Zeit hier tätig (siehe hierzu die Fam.-Geschichte Hof Lucht/Mehrens).

Lene Holm         *1895

Sie heiratet 1920 in Todenbüttel Martin Kröger, *1892, des Landmann Hans Kröger und der Anna Catharina Bandholz in Seefeld ehelichen Sohn.

Bevor Lene (eigentl. Helene) mit ihrem Mann den Hof übernimmt, wohnten und wirtschafteten sie für einige Zeit auf dem Hof Lucht (heute Mehrens). Da es hier keine Hoferben gab, sollten sie dieses Erbe antreten (vermutlich weil die Mutter eine geborene Lucht war). Es kam jedoch zu Unstimmigkeiten und so tauschte sie mit ihrer Schwester Gretchen und dem Schwager Eggert Mehrens die Hofstelle.

Sie starb 1992 in Seefeld

Die Tochter

Anne, geb. Kröger, heiratet Heinz Breiholz

 

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