Karte mit Simonclus

In einer der ältesten Landkarten der Ämter Rendsburg, Kiel und Bordesholm von Anno 1649 (Johannes Meier, Husum) ist südwestlich von Beringstedt  gelegen die Siedlung Simeonklus eingezeichnet. Hieraus ergibt sich, dass Simeonklus aus mehreren festen Gebäuden bestanden hat. Der Standort, der später auch als Kapelle bezeichneten Klausnerei, liegt bei 34 m über NN auf dem höchsten Punkt der Beringstedter Feldmark. Rechts abzweigend von der Kreisstraße von Beringstedt nach Seefeld vor dem Ortsteil Rehheide auf den Ackerflächen.

Ein Leutepriester soll hier gewohnt und auch Messen gehalten haben. In der Nähe der Kapelle soll eine heilige Quelle gewesen sein. So wurde diese Stätte zum Wallfahrtsort. Überreste der Kapelle will Pastor Preuß, Schenefeld, im Jahr 1772 noch gesehen haben. Die alten Wulfskrogteiche mit ihren starken Quellen mögen aus der Zeit stammen und zur Kapelle gehört haben. Sie könnten zur Fischzucht benutzt worden sein. Die Kapelle stand inmitten eines alten Gräberfeldes. Östlich lagen mehrere Grabhügel. Urnen davon sind ins Kieler Museum gekommen und mittlerweile nach Schleswig verlegt worden. Viele Urnen im westlichen Teil des vorgeschichtlichen Friedhofes sollen in einer kreisrunden Steinsetzung mit einem runden Plattendeckel gestanden haben. Hier hat man auch Wohngruben gefunden: Flechtwerk, Kornreste und Fingerabdrücke.

Die Reste der Kapelle Simonklus stammen wahrscheinlich aus der Zeit der Christianisierung und war dem Simon geweiht

Simeon          =    Simon, katholischer Heiliger eigentlich Simon Stock, geboren um 1165,                                                                   Ordensgeneral der Karmeliter-Mönche. Er trug sehr zur Verbreitung des Karmeliter    Ordens im Abendland bei.

Klus                 =   Klause, Klausnerei, Klausur = Einschließung

Vor der Reformation diente die Simeonklus als Wallfahrtsort und soll viel besucht worden sein. Nach der Reformation ca. 1520 bis 1550 ist die Klause wahrscheinlich eingegangen.

Urnengrab

Ein Relikt aus der Urzeit

In der Friedenstaße, gegenüber dem Ehrenmal, dort wo der Weg In der Marsch beginnt, auf dem kleinen Dreieck, steht ein Gedenktstein. Er wurde zum 100. Geburtstag des Deutschen Kaisers Wilhelm I (dem Großen) im Jahr 1897 hier aufgestellt.

Kaiser Wilhelm Gedenkstein

SchalensteinEinst diente er als Abdeckstein eines Hünengrabes aus der Vorzeit. Diese lagen beim Fohrsberg. Ebenso wie die einstige Thingstätte (Eekenhoop). Leider wurden diese zerstört als die Straße nach Puls ausgebaut wurde. Es soll dort mehrere Hünengräber gegeben haben, die jedoch schon in grauer Vorzeit zerstört und später übergepflügt wurden.

------- Die Heimat  Heft 4/5 von 1976  Seite 101 ff. --------------------------

Hier steht geschrieben:

Die Rückseite des großen Steines weist aber ein weitaus älteres Denkmal, das in die Zeit zwischen 3000 und 1600 vor der Zeitrechnung zurückdatiert wird und das also maximal 5000 Jahre, minimal  immer noch rund 3500 Jahre alt ist.  Es sind 13 kleinere oder größere Vertiefungen sichtbar, die von Menschenhand stammen. Über den Schalen im oberen Teil des Steines prangt dann noch ein offenbar christliches Kreuz. Dieses Kreuz ist wahrscheinlich erst sehr viel später mit neueren Werkzeugen angebracht worden. Vielleich stammt es aus der Zeit nach der Christianisierung des Landes und sollte gewissermaßen zur Entzauberung der anderen, heidnischen Zeichen dienen.

Welche Bedeutung die schalenartigen Vertiefungen einst gehabt haben mögen, ist bis heute noch nicht restlos geklärt, trotz umfangreicher Literatur und mehrerer wissenschaftlicher Dissertationen über Schalensteine. Andernorts werden Schalensteine auch als ehemalige Opfersteine deklariert, etwas in der Weise, dass in den Schälchen einstmals Blut oder andere Opfergaben dargebracht wurden. Diese Darstellung wird aber schon durch die Tatsache widerlegt, dass die Schalen auch an senkrechten Stellen der Steine angebracht worden sind. An Stellen also, an denen eine Darbringung von Opfern völlig sinnlos  gewesen wären.

Als man Ende des 19. Jahrhunderts den als Gedenkstein vorgesehenen großen Stein in das Dorf holte, hat man wahrscheinlich noch gar nichts von den Schalen und von dem Kreuz gewusst, denn diese Merkmale fallen überhaupt nicht auf und sie treten nur dann hervor, wenn man sie kenntlich macht, etwa mit Farbe.

Die Ulme in der Friedensstraße war der älteste Baum Beringstedts

Die alte Ulme

Als die einstige große Hofstelle Hadenfeldt im Jahr 1695 zwischen den beiden Brüdern Claus und Hans geteilt wurde, holte man eine stattliche Ulme aus den Wäldern um Beringstedt und pflanzte sie auf die Grenzlinie zwischen den Höfen. „Der Baum darf nie angerührt werden“, steht im Testament des Klaus Hadenfeldt aus dem 17. Jahrhundert zu lesen. Hieran hielten sich alle nachfolgenden Generationen.

Der Baum kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. 1898 brannte das Wohnhaus der Dingvogtstelle ab und wurde wiederaufgebaut. Seit über 1oo Jahren soll der Baum schon hohl gewesen sein. 1936 wurde der Baum unter Denkmalschutz gestellt. Um 1954 betrug der Stamm-Umfang in Brusthöhe 3,65 m. Dicht über der Erde waren es 6,15 m. Die Gesamthöhe des Baumes betrug 20,5 m und er hatten einen Kronen-Umfang von 80 m.

Am 1. Weihnachtsfeiertag 1991 löschte die Feuerwehr ein Feuer, das im hohlen Stamm ausgebrochen war. Vermutet wurde, dass am Stamm ein Feuer gemacht wurde, welches sich durch den Schornsteineffekt im hohlen Stamm rasch ausbreitete. Die Feuerwehr brauchte 1800 Liter Wasser um den Brand zu löschen. Der Ulme schien es nicht weiter geschadet zu haben, da die Rinde kaum betroffen war.

Erst vier Wochen vorher war das Gelände um den Baum herum, im Rahmen der Dorferneuerung, neu angelegt und mit einem Steinwall eingegrenzt worden. Ein Hinweisschild sollte in nächster Zeit aufgestellt werden. Es ist bemerkenswert, das eine Ulme so ein hohes Alter erreicht. Meist hört man ja nur von alten Eichen.

Die Ulme diente 303 Jahre lang als Wahrzeichen von Beringstedt. Sie mußte im Jahr 1998 leider gefällt werden, weil bei Sturm und starkem Wind immer wieder große Äste abbrachen, was eine große Gefahr darstellte; nicht nur für umliegende Gebäude, auch Menschen hätten zu Schaden kommen können.

Ulme Bild 3 Ulme Bild 4 Ulme Bild 5

Ein über 300 Jahre altes Wahrzeichen von Beringstedt steht leider nicht mehr.

Aus der mittleren Steinzeit (ca. 10000-4300 v. Chr.) stammen Überreste von Wohnplätzen, die Jäger und Sammler bei ihrem Aufenthalt in der Uferzone der Haaler-Au nutzten.

Die seinerzeitige Naturlandschaft wurde in der jüngeren Steinzeit (4300- 2300 v. Chr.) in eine offene  Kulturlandschaft umgewandelt, in der nunmehr Bauern lebten und wirtschaften. Aus dieser Zeit stammen Einzelfunde jungzeitlicher Feuersteingeräte, aber auch Überreste mehrerer Großsteingräber in der Gemarkung Beringstedt. Der Siedlungsraum wurde auch in der Bronzezeit (ca. 2300 - 550 v. Chr.) und in der Eisenzeit (ca. 550 v. Chr.- 400 n. Chr.) genutzt, welches Reste heute meist überpflügter  Grabhügel, Urnenfriedhöfe und sonstige Funde belegen.

Die Gemeinde Beringstedt wird 1447 erstmalig urkundlich in der Dithmarscher Klageschrift (Landesarchiv Schleswig Urkunden-Abteilung 1 Nr. 203  / 94 u.102. -Nachgefragt und herausgefunden im Febr. 1999 von Herbert Jürß. Er ist der Verfasser dieses Textes.) als Bernstede mit den Einwohnernamen Radeke Otten van Bernstede und  Syverde Otten to Bernstede genannt. Zweifellos ist Beringstedt älter als 1447, wahrscheinlich über 1000 Jahre älter,  nur wird es zufälligerweise erst 1447 genannt. Nach Aussagen der Siedlungs- und Ortsnamenforschung zählen die Orte auf -stedt zu den ältesten in Holstein;  ihre Entstehung wird für die ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt angenommen.

Laut der Ortsnamenforschung  bedeutet sted oder stede = Stätte, Wohnstätte  oder Wohnplatz.  Bern die Leute des Bero. " Bero" ist ein altes Wort für "Bär": Der Name Bernstedte bezeichnet wahrscheinlich die Wohnstätte der Leute des Bero.

In den folgenden Urkunden kann man die Veränderungen des Ortsnamen feststellen:

1447 ( LAS Urk.- Abt. 1 203)            Bernstede

1538 ( LAS Urk.- Abt. 104 AR)         Bernstede

1600 ( LAS Urk.- Abt. 104 AR)         Beringstede

1640                                                 Beringstede

In der ältesten Landkarte der Ämter Rendsburg, Kiel und Bordesholm  von 1649 von Johs. Meier, Husum

Nunmehr Beringstedt

 

Auszug der oben genannten Klageschrift:

Item Kersten Bruse nam Radecke Otten von Bernstede twe ossen so gud alse VIII mark, des he to scaden heft an teringe II mark III ß.

Übersetzung: Kersten Bruse nahm Radecke Otten aus Beringstedt zwei Ochsen im Werte von 8 Mark, dass er hat einen Schaden an Zehrung 2 Mark 3 Schilling.

Item Bernd Schutte ist Redecken vorbenomed schuldich VIII mark vor eyn perd.

Übersetzung: Bernd Schutte ist Radecken vorbenommen schuldig 8 Mark für ein Pferd.

Item Hinrick to Wolenbüttel ist schuldich Syverde Otten to Bernstede V mark vor eyn par ossen unde wil eme der nicht betalen.

Übersetzung: Hinrich aus Welmbüttel ist schuldig Syverde Otten aus Beringstedt 5 Mark für ein paar Ochsen und will sie ihm nicht bezahlen.

 

Steinbergstraße                              Schümann´s Gasthof

 Gasthaus Lenschow

Ein Bild aus den 1970er Jahren, gefunden im Beringstedter Archiv (unter diversen DIA-Bildern, vermutlich aufgenomen von Herrn Rosenkranz, Hobbyfotograf und Nachbar dieser Gaststätte). Die Geschichte zu diesem Bericht wurde von Otto Bolln aufgeschrieben.

 

1740      Carsten Hildebrand             ...

1800      Hinrich Schümann          sein Sohn

Claus Schümann              heiratet eine Tochter der Familie Holm. In zweiter Ehe heiratet seine Witwe

Anna Schümann              den Bauern und Gastwirt

Ehler Voss                        Es bleibt aber bei dem Namen Schümann´s Gasthof.

In einem amtlichen Schreiben des königl. Landraths des Kreises Rendsburg (vom Mai 1898) gerichtet an den Gemeindevorsteher von Beringstedt steht geschrieben:

Die früher von H. Schröder betriebene Schankwirtschaft ist im Jahr 1897 auf den Schankwirt Ehler Voss übergegangen. Voss ist daher für das Jahr im Zugangswege mit 15 Mark zur Betriebssteuer veranlagt worden.

 

Demnach muss es noch einen Schankwirt namens    H. Schröder    gegeben haben.

Postagenturen in Beringstedt

Anfangs kam die Postkutsche von Rendsburg nach Beringstedt. Sie fuhr dann weiter über Remmels nach Itzehoe zurück. 

Später kam der Postbote aus Hohenwestedt und ging über Barlohe zurück. Nachdem dann die Bahnstrcke Neumünster - Heide fertiggestellt wurde, gab es eine Postagentur in Beringstedt. 

Posthaus

Im Haus Steinbergstraße 11 war die erste Postagentur von Beringstedt untergebracht. Dies war meist nur eine Zimmer, das direkt vom Flur abging oder vom Flur aus mit einer Durchreiche ausgestattet war. In diesem Zimmer stand ein abschließbarer Schreibtisch, der als Postschalter diente. In diesem Haus (siehe Bild) wohnte Familie Behrens. Später (nach dem 2. Weltkrieg) waren dies Walter u. Wilma Illing, ab 2004 sind dies Michael Elsner und Frau. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Annelene Illing.

Die Agentur führte Adolf Nuppnau. Er mußte viermal pro Tag zur Bahn und die Post holen. Der Briefträger war Herr Popp. Er brachte die Post nach Ostermühlen, Puls, Seefeld und Beringstedt. Einige Jahre später kam Herr Schlömer.

Ab 1928 war die Agentur nur noch für Beringstedt zuständig. Ostermühlen, Fohr und Puls wurden abgetrennt, sie bekamen die Post jetzt von Reher. Seefeld erhält die Post von Rendsburg. 1929 wurde Herr Schlömer nach Segeberg versetzt. Es folgte Herr Schmidt, er hatte sie 9 Jahre. Sein Nachfolger wurde Herr Lüthje. Er mußt die Post zweimal am Tag austragen.

Der Bahnhof von Beringstedt und seine Geschichte

 

Bahnhof 1982 Der Fahrkartenverkauf und der Aufenthaltsraum für wartende Fahrgäste befand sich im rechten Gebäudeteil (siehe Fenster mit weißer Bank davor. Eingang seitlich). Hier gab es ein öffentliches WC und im Winter wurde dieser Raum durch einen Holzofen beheizt. Deshalb diente er den Jugendlichen im Dorf oft als Treffpunkt und Aufenthaltsraum. Bis der Bahnwärter Feierabend hatte und die Tür zuschloß.

 

 

 

Aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln (1900 – 1994), Bahnamtman bei der Bundesbahnanstalt in Hamburg, den Unterlagen und Bildsammlungen im Archiv der Gemeinde Beringstedt und der Zusammenfassung unseres Ehrenbürgers Herbert Jürß  (1927 - 2017):

 

W E S T B A H N  mit Bahnstation Beringstedt

 

Die erste Eisenbahnverbindung in Schleswig-Holstein war die 1842 eröffnete Strecke von Altona nach Kiel. Diese trug den stolzen Namen „König Christian VIII Ostseebahn“. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es auch schon die Eisenbahnverbindung von Neumünster nach Rendsburg und weiter nach Norden. Im Westen des Landes war die sogenannte „Marschbahn“  von Elmshorn über Glückstadt nach Itzehoe schon in Betrieb und die Weiterführung nach Heide im Bau.

Querverbindungen fehlten in Holstein aber noch zunächst gänzlich.

Lothar Rolf Meller                ein Beringstedter Original

Zusammengestellt aus Informationen von Erh. Marxen, Roger Lamprecht sowie Ute und Hinrich Schrum, (Reher, Viehhorn). Sie haben die Bilder zur Verfügung gestellt und sind noch im Besitz seiner Geburts- und einer Abstammungsurkunde. Daher sind heute (2020) folgende Daten bekannt.

*23.10.1931 in Wuppertal-Elberfeld

 

Seine Mutter hieß Else Erika Rieß, wohnhaft in Odenkirchen (südlich von Mönchengladbach). Sie kam wohl ursprünglich aus Kiel. Gemäß einer erst 1960 ausgestellten Geburtsurkunde des Standesamtes Wuppertal-Elberfeld, bekam Lothar seinen Nachnamen durch Namenserteilung.

Erst 1989 wurde eine Änderung in seiner Abstammungsurkunde vorgenommen, in der es nun heißt: Johannes Meller hat als Ehemann der Mutter dem Kind seinen Familiennamen `Meller´ erteilt.

Vorgeschichte erzählt von Hinrich Schrum (wohnh. Viehorn, Reher), der durch ständigen Kontakt zu Lothar´s Lebzeit folgendes zu berichten weiß:  Die Mutter verstarb sehr jung, der Vater wohl auch. So wurden er und sein Bruder (Vollwaisen) in einem Heim in Dresden untergebracht. Als Dresden Ende des 2. WK bombardiert wurde kamen die Kinder des Heimes nach Meißen in ein Lager. Von hier aus wurden die sie aufgeteilt und in verschiedene Bereiche von Deutschland gebracht. Lothar´s nächste Station war Kiel, wahrscheinlich weil seine Mutter hier geboren war. Er absolvierte eine Schneiderlehre.

Weil er nach der Ausbildung noch sehr jung und nicht volljährig war, kam er anschließend -so ca. 17 Jahre alt- nach Beringstedt. Hier übernahm die Familie Schrum seine Betreuung. Anfangs für kurze Zeit auf den Hof von Hinrich Schrum, Senior (Steinbergstr. 23, später Seemann). Dann hatte er ein Zimmer bei Frieda Schrum, Saar 22 (Frieda war zuvor mit Otto Lamprecht verheiratet, der Anfang des Krieges fiel. 2. Ehe mit Claus Schrum. Sie betrieben ab 1946 für einige Jahre (bis 1952/53) die Gastwirtschaft in der Steinbergstraße, wohnten privat auf dem Saar). Als sogenannter `Kostgänger´ wurde Lothar von ihr mit Essen versorgt, was fast bis zu ihrem Tod so blieb, auch als sich ihre Lebensumstände änderten und sie ein Haus im Osterhofer Weg bauten.

Lothar Meller war ein guter Sänger und wurde deshalb umgehend Mitglied im Beringstedter Gesangverein, der -damals noch- nur aus männlichen Mitgliedern bestand.

 

Umzug mit Chor Saar Höhe Lamprecht       Maennerchor mit Lothar Meller

Bild 1: Der MännerChor beim Umzug durchs Dorf, hier Höhe Lamprecht. Mit Schärpe und Brille: der sehr junge Lothar Meller. Vorweg der langjährige Vereinsvorsitzende: Hermann Voß (Opa von Max Walter, der dieses Bild zur Verfügung stellte und auch noch viele Namen der aktiven Sänger auf dem 2. Bild kennt).

2. Bild v.l.: Karl Heising, Lothar Meller, Ernst Knuth (dahinter etwas verdeckt), Max Voß (Bäcker), Ernst Hadenfeldt (hintere Reihe, davor mittig ?), ? (Klempner bei Keller), Walter Babbe (er arbeitete bei Bäcker Voss), Peter Büßen (vorne, davor hintere Reihe ? und rechts neben ihm ?), Hans Hinrichs (hintere Reihe, davor ?), daneben vorne: Hinrich Hartig und Hermann Gerts, dazwischen in der hinteren Reihe: Otto Schmahl, dann ebenfalls hinten: Hans Ott (Bahnhofs-Gaststätte), davor etwas verdeckt mittig: Georg Ludwig, dann Hans Hinrichs und Otto Stange (Friseur, Saar 32).

Als Milchkontrolleur arbeitete er für den Milchkontrollverband (Kiel).

Anmerkung: Für die Milchbauern war es in der Nazizeit Pflicht, Mitglied bei diesem Kontrollverband zu sein. Danach konnte man sich freiwillig dafür entscheiden; nicht alle Milchbauern gehörten ihm dann noch an. 

Erhard Marxen berichtet: „Lothar kam dann unangemeldet in die Milchviehbetriebe und wog von jeder Kuh die gemolkene Milchmenge, sowohl abends als auch am nächsten Morgen. Er nahm dann sogenannte Fettproben, die in einzelne, beschriftete Glasröhrchen gefüllt wurden. Auch bei der Meierei nahm er Proben von der gelieferten Milch. Diese Proben ließ der Kieler Milchkontrollverband täglich abholen. Daraus wurden dann die Fettprozente ermittelte, woraus sich dann der Milchpreis ergab, den die Produzenten für ihre Milch erhielten.

Die Kontrolle für den Ort Beringstedt machte Lothar Meller bis ca. 1968. Eine Mitgliedschaft in diesem Kontrollverein war für die Milchlieferanten in dieser Zeit freiwillig. Vor und während des 1. Weltkriegs war dies ein Muss für jeden Bauern. Auf einer Liste aus dem Jahr 1937 (Seite 775) wird als zuständiger Kontrolleur für den Bezirk 2 der Name Ernst Bünning (Pfennigkrug 19) genannt. Auf Seite 774, also eine davor und für den Bezirk 1, ist der Kontrollbeamte: Otto Behrens (Mückenhörn). Bezirks-Obmann für den Kontrollverein im Ort Beringstedt (Bezirk 1 und 2, des Kreises Rendsburg) ist in dieser Zeit H.D. Hadenfeldt.

Die oben genannte Liste von 1937 hat Ingrid Martens 2019 bei Aufräumarbeiten alter Unterlagen in ihrem Haus gefunden und zur Verfügung gestellt. Auf dieser Liste sind auch die damaligen Bestände an Milchvieh der jeweiligen Besitzer und deren Milchleistung festgehalten.

 

Oft wurde L. M., wegen seinr guten Handschrift, von einzelnen Milchbauern gebeten die Stalltafeln zu beschriften (eine Art Ausweis für die Milchkühe, heute Ohrmarken), die an einem Draht im Stall über dem Platz der einzelnen Kühe hingen. Hierfür benutzte er immer geviertelte Kreidestücke, um so ein besseres Schriftbild zu erstellen und auch aus Sparsamkeit. Privat war Lothar Meller ein großer Fan von Oper-Arien. Erhard Marxen berichtet hierzu: "Wenn man während des Stalltafelbeschriftens eine Beethoven-Platte auflegte, kam er aus dem Schwärmen gar nicht wieder heraus und es wurden dann ganz lange Abende.“

Um eine Gedenkstätten Beethovens zu besuchen reiste der sogar einmal nach Bonn.  Lothar Meller jung

Bei Beringstedter Gemeinderatssitzungen schrieb er die Protokolle, auch in der Gemeinde Todenbüttel. Er fühlte sich mittlerweile sehr verbunden mit seiner neuen Heimat.

Später hatte er ein Zimmer bei Martha Greve (Steinbergstr. 14). Hier hatte er jedoch weder Küche noch ein eigenes Bad, was zeigt wie bescheiden er lebte. Zum Waschen ging er den Schulberg hinauf, denn hier gab es bei der Gemeinde im Anbau der alten Sporthalle neben dem Umkleideraum die Möglichkeit zu duschen.

Als das Amt Beringstedt aufgelöst wurde und in das Amt-Hohenwestedt-Land überging (wg. Umstrukturierung der Amtsverwaltung), verlagerte sich sein Arbeitsplatz nach Hohenwestedt. Hier bekam er eine neue Aufgabe im Passamt. Er fuhr jeden Tag mit dem Zug von Beringstedt nach Hohenwestedt. Das Amt lag damals in direkter Nähe zum Bahnhof, was für ihn sehr praktisch war, denn er hat nie ein Auto noch einen Führerschein besessen. Als dann ca. 1983/84 die Beringstedter Gemeindewohnung neben der Feuerwehr frei wurde, in der zuvor die Witwe Miete Köhler gewohnt hatte und nun verstorben war, bekam Lothar Meller ihre Wohnung und zog dann auf den Schulberg. Hier hatte er dann 2 Zimmer, Küche und Bad.

Am Wochenende oder bei schönem Wetter fuhr er gerne mit dem Fahrrad übers Land und kehrte dann in verschiedenen Gaststätten zum Essen ein. Diese wurden zu seinem Leidwesen jedoch mit der Zeit immer weniger.

Lothar Meller 1957

Bedingt durch seine geringen Sehkraft, ließ er sich bei der Bank immer nur 10-Mark-Scheine (später Euro) und immer nur möglichst Neue auszahlen, womit er seine täglichen Ausgaben dann beglich. Dies war auch so eine Eigenart von ihm, was ihm im Alltag jedoch half den Überblick zu behalten.

Seine letzte Lebenszeit verbrachte er im Seniorenheim, Billundstraße, in Hohenwestedt. Er verstarb dort am 16.12.2012 im Alter von 81 Jahren.

Peter Büßen war verheiratet mit Christine Büßen, geb. Möller. Sie hatten im Haus Birkenweg 6 einen KONSUM-Lebensmittelladen, der bereits seit den 1920er Jahren hier betrieben wurde. Nebenbei eine kleine Ferkelzucht sowie 4 Kühe und einen Gemüsegarten.

Meierist mit Dorfhändler

Ab ca. 1953 fuhr Peter Büßen mit dem „Milchwagen“ (vom Pferd gezogen, denn ein Auto konnte man sich zu damaliger Zeit nicht leisten) durchs Dorf und verkaufte neben frischer Milch, die er morgens bei der Meierei abholte auch kleine Mengen Lebensmittel wie Brot und Butter. Seine Touren führten ihn durch Beringstedt bis nach Ostermühlen und auch in den südlichen Teil von Todenbüttel (Nähe Alte Ziegelei, also das Gebiet vor der Todenbütteler Au).  

-Das folgende Bild wurde freundlicherweise von Siegfried Hinz zur Verfügung gestellt-

Peter Büßen mit seinem Milchwagen 2

Mitte:                                     Herta Hinz (Mutter von Siegfried Hinz)
Großer Junge:                       Ihr Sohn Hartmut (Bruder von Siegfried H.)
Die beiden anderen:              Kinder von Frau Osterwald, Wiesengrund
Ort:                                        Alte Dorfstraße, bei der alten Schule

Jeder im Dorf kannte Peter Büßen. Auf seiner Milchtour durch´s Dorf kam es vor, dass er ab und an (meist bei Geburtstagen) eingeladen wurde ins Haus zu kommen. Sein Pferd Lotte war sehr geduldig und wartete dann immer bis er wieder herauskam. Nur einmal, da hat es Lotte zu lange gedauerte, sie lief dann einfach schon mal voraus nach Hause (es war ja auch schon am Ende der Tour) und kam dort alleine an. Vor `Lotte´ gab es ein Pferd mit Namen `Hans´, aber daran können sich wohl auch die älteren Beringstedter kaum noch erinnern.

 

Trägerin des Bundesverdienstordens

Wilma Illing hat sich in der Gemeinde Beringstedt einen besonders erwähnenswerten Platz verdient!

1913 wird sie in Beringstedt geboren. Sie wächst in Kiel auf und besucht hier die höhere Töchterschule. Dann macht sie eine Fachausbildung zur Kindergärtnerin. Beim Sport (THW Kiel) lernt sie ihren Mann Walter kennen. Er war gelernter Meierist und seid 1928 Funker bei der Reichsmarine. Sie heiraten 1935. Versetzungsbedingt ziehen sie zum Seefliegerhorst nach Kamp in Pommern und anschließend nach Pillau-Neutief in Ostpreußen, wo Wilma im Lazarett tätig war. Walter wurde Nachrichtenoffizier und Kompaniechef. Sie hatten inzwischen 4 Söhne und eine Tochter bekommen.

 Wilma Illing 2

Der letzte Land- und Hofarbeiten in Beringstedt war

Hubert Lassahn.

Er verbrachte sein ganzes Arbeitsleben auf dem Hof Martens.

Nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1946 kam der damals fast 16-jährige  Hubert Lassahn  *1930, als `Jungknecht´ auf den Hof Martens. Er stammte aus Hinterpommern und war als Flüchtling gemeinsam mit seiner Schwester Christel (später Poschmann) und dem Bruder Erwin (er ging später nach Amerika) nach Beringstedt gekommen. Sie wurden erst einmal auf dem Hof Wendell untergebracht. Christel blieb auf dem Hof Wendell und arbeitete dort als Haushaltshilfe, der Bruder blieb auch erst einmal dort, er ging ja noch zur Schule. Hubert wurde als Hofarbeiter vorstellig bei Opa Hans Martens. Dieser meinte, dass eigentlich niemand gebraucht werde! Wenn er jedoch mit Pferden umgehen könne, dürfe er bleiben. Vor Pferden hatte Hubert zwar mächtig Respekt, aber er blieb und war bis zu seinem Lebensende Hof- und Landarbeiter bei Familie Martens. Er hatte im Haus sein eigenes Zimmer und somit auch Familienanschluß. Im Jahr 1971 feierte er sein 25-jähriges Jubiläum und im Jahr 1986 bekam Hubert eine Urkunde für 40-jährige Betriebszugehörigkeit auf dem Hof Martens überreicht vom Landrat Bellmann in Rendsburg.

1993 fanden die beiden Jungs Carsten (6 J.) und Jan B. (9 J.) Hubert leblos neben einem Wagen liegend. Hubert wurde 63 Jahre alt. 

Der letzte Gemeinde-Schäfer von Beringstedt

In frühen Jahren war in Beringstedt ein Schäfer mit Namen Hans Thede. Er ist in Bornhöved, in Ostholstein, geboren. Im Kriegsjahr 1870 wurde er eingezogen. Bei der Ausbildung zum Soldaten ist er erkrankt und dann im Lazarett gestorben.

Sein Nachfolger wurde Jasper Peters *26.04.1847 in Todenbüttel. Für´s Schafehüten bekam er 48 Thaler im Jahr. Er hatte 5 eigene Schafe und hütete insgesamt ungefähr 300 Schafe, die im Dorf verteilt waren. Die Bauern Bruhn und Daniel Hadenfeldt gehörten nicht mit zu der Gemeindeschäferei. Für jedes Schaf mußten die Eigentümer den Schäfer 1 Tag beköstigen. Morgens, wenn er die Schafe zusammenhaben wollte, tutete er auf seinem Kuhhorn. Wenn das Horn erklang, wurden die Ställe geöffnet und die Schafe wußten wo sie hin mußten. Als Erkennungszeichen hatte jedes Schaf eine Markierung am Ohr. Die Schafe von Hans Harms hatten am rechten Ohr ein Stück abgeschnitten und im linken Ohr ein Loch. Bei Eggert Lucht hatte das rechte Ohr ein Loch. Dies sind nur zwei benannte Ohr-Markierungen, die notiert wurden.

-Das Bild wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Siegfried Hinz-

Peter Büßen mit seinem Milchwagen

Großer Junge:                      Sohn Hartmut (Bruder von Siegfried H.)

Mitte:                                    Herta Hinz (Mutter von Hartmut und Siegfried Hinz)

Die beiden anderen:          Kinder von Frau Osterwald, Wiesengrund

Seit ca. 1953 fuhr er mit dem Gespann durchs Dorf und verkaufte Milch, Butter etc., später auch Brote. Hier zu sehen in der Alten Dorfstraße vor der Alten Schule, Ecke Wiesengrund. Hinten im Bild ist noch der alte Hof Breiholz zu erkennen, der 1968 abbrannte und nicht wieder aufgebaut wurde.

Bei seiner Tour durch´s Dorf kam es vor das Herr Büßen, bei Geburtstagen seiner Kunden, eingeladen wurde ins Haus zu kommen. Sein Pferd Lotte war sehr geduldig und wartete immer bis er wieder herauskam. Nur einmal, da hat es Lotte zu lange gedauerte und sie lief einfach schon mal voraus nach Hause.

Vor Lotte gab es ein Pferd mit Namen: Hans, aber daran können sich wohl auch die älteren Beringstedter kaum noch erinnern.

                                                                                                              - Dez ´17 Annelene Illing und Rita Bo. -

Schulberg 6                                                

Dieses Bild von den Häusern 6 und 4 auf dem Schulberg wurde von Herrn Rolf Ehlers, Bad Salzdetfurth, zur Verfügung gestellt. Sein Vater war hier in Beringstedt der 2. Dorflehrer (1.- 4. Schuljahreskinder, von 1945 - 1964) und hat dieses Foto ca. 1958 im Sommer beim Kinderfest (Vogelschießen) aufgenommen. Auf dem Königswagen sein Sohn Rolf und auf dem Kutschbock der Besitzer der Kutsche und der Pferde Heinz Breiholz.

 Beringstedt63 3

Bis zum Hausbau im Jahr 1913 war diese Landfläche unbebaut und gehörte zum Hof Schrum (später Seemann). Der Opa von Claus H. Seemann (Heinrich Schrum) verkaufte seinerzeit dieses Bauland

1913                Maler Früchtenich baute hier ein Haus und bewohnte es bis 1929, dann wurde es verkauft

 

1929                an Wilhelm Krogh, *1887 in Seefeld, +1944 beim Bombenangriff in NMS

                         verheiratet mit Anna Maria *1892 +1966, geb. Reese aus Nienborstel

                         Kinder:       Karoline Elsabe                *1918 +1989

                                               Annemarie                   *1919          Sie wohnte später im Haus nebenan, Schulberg 4, verheiratete Butenschön (Frisör).

                                               Wilfriede                      *1921 +2000

                                               Erna Helene                  *1922

 

1934 schrieb die 3. Tochter Wilfriede mit 13 Jahren folgende Lebensläufe ihrer Eltern:

für website Lebenslauf Wilhelm Krogh Seite 1   für wegsite Lebenslauf Wilhelm Krogh Seite 1 unten   für website Lebenslauf Wilhelm Krogh Seite 2    für website Lebenslauf Frau Krogh  

  

Die obigen Texte, über das Leben ihrer Großeltern, hat Waltraud Küpers im Jahr 2020 übersetzt aus dem Süterlin in die lateinische Schrift. Er lautet:

 

Mein Vaters Lebenslauf                        1934

Mein Vater wurde am 20.03.1887 in Seefeld geboren. In dem jetzigen Münz-schen Hause. Am 1.4.1888 zogen seine Eltern nach Hanerau. Mit vier Jahren kam er in die Volksschule in Hanerau bei dem alten Lehrer Horn.

Mit 5 Jahren mußte er die Schule wegen Neubesetzung der Lehrerstelle verlassen. Bus zu ungefähr 6 Jahren von 1894 an wohnten dann seine Eltern in Hademarschen. Sein Vater hieß Andreas Krogh, seine Mutter Elsabe Evers. Er heißt Wilhelm. Er ging dann in Hademarschen zur Schule. Im Jahre 1902 wurde er dann konfirmiert. In seiner Schulzeit baute er Schiffe mit Maschinen, Saugpumpen, Druckpumpen, Feuerwehrspritzen und machte Schnitzereien.

Vom 12. bis zum 16 ½. Lebensjahr diente er beim Bauern. Hat dann später Schuhmacher gelernt. Als Trimmer zur See gefahren nach Holland, England, Algier, Tunis, Messina auf Sizilien, Triest in Österreich, Fiume in Ungarn, Venedig, Arkona und Bari in Italien. Er sah auch den feuerspeienden Berg Ätna qualmen. Auch große Erdrutsche auf griechischen Inseln. An der Küste von Tunis am Mittelmeer sah er Fremdenlegionäre. Im Mittelländischen Meer sah er Walfische, Haifische und fliegende Fische, Tümmler hat er auf dem Ozean gesehen.

Später war er Chausseearbeiter, Straßenpflasterer, Teerer, Dachdecker, machte Abbrucharbeiten, war Elektriker, Hoteldiener, war in großen und kleinen Hotels. Er diente bei den schwarzen Husaren in Braunschweig. Im Kriege war er erst bei der Infanterie, dann als Motorradfahrer beim Marinekorps in Flandern.

1917 und 1918 war er in der mechanischen Werkstatt auf der Vulkanwerft in Hamburg als Schleifer, Bohrer an kleinen und großen Bohrmaschinen tätig.

1917 wurde er am 13. Mai verheiratet in Hanerau. Im Dezember 1918 wurde er selbständiger Schumacher bis 1924.

1920 kaufte er sich ein altes Haus in Hanerau, baute dies im Jahre 1921 und 1922 um. Die Zimmererarbeiten sowie die Dacharbeiten machte er selbst.

Am 2.8.24 fiel ihm morgens um 4 Uhr eine eiserne Harke in den Hinterkopf, schlug mit seiner Spitze die Schädeldecke durch und brachte ihm eine 6wöchige Geisteskrankheit. Danach hat er bis jetzt Fischhandel betrieben. Das Haus in Hanerau hat er verkauft und hat sich in Beringstedt im Jahre 1929 wieder angekauft.

Er ist Erfinder und hat deutsches Reichspatent auf Schwungradmagnet sowie D.R:G.M. auf Dachrohrbelag. Er baute eine Flugtretmaschine schon im Jahre 1913. Setzt Kachelöfen und Herde auf. Baut sich jetzt sogar noch im 48. Lebensjahr ein Auto.

Er rettete im Jahre 1904 auf eigene schwere Lebensgefahr bei Beldorf im Kaiser-Wilhelm-Kanal seinen Freund. Rettete später noch einen Knaben lebend und einen Knaben holte er tot aus dem Wasser in Hanerau.

1934 geschrieben von Wilfriede Krogh, die dritte Tochter.

Aukamp 2

Aukamp 2 Rönne       Baujahr 1954

Zum ca. 1500 qm großen Grundstück gehört die dahinter liegende Landfläche (Koppel) von ca. 1 ha.

Heinrich Sievers             

hier auf dem Bild zu sehen, 2.v.r., links daneben seine Frau (Prösterchen !) bei der Jubiläumsfeier der Meiereigenossenschaft (1962)

Feier bei Lenschow

Stehend: der Gaststättenbesitzer Herbert Lenschow. Dieses Bild wurde von Otto Mehrens zur Verfügung gestellt (2020). Hinten am Tisch sitzend, 3.v.l., sein Vater Hinrich Mehrens, rechts daneben 2.v.l. Hinrich Trede.

 

Tochter: Anke Pohlmann verkauft im Jahr 2000 das Haus mit Grundstück an:

Hans-Heinrich und Gabriela Rönne.

Sie wohnen hier mit ihren beiden Kindern knapp 20 Jahre lang und ziehen dann nach Norwegen.

Das dazugehörige Stück Land ca. 1 ha, südlich, werden dazu gepachtet, um den Pferden einen Auslauf und eine Weide zu bieten. Später kommen 2 Rinder hinzu, die hier ganz natürlich und ökologisch aufwachsen können, um dann geschlachtet zu werden. Im Garten wird ein kleiner Teich angelegt mit einer dazugehörenden Pumpanlage, in dem u. A. zwei Störe schwimmen.

Das Haus wird im Herbst 2019 verkauft.

Knöll                          

Erklärung des Namen:  Knöll … oder Knüll, eine kleine Bodenerhebung, hochgelegenes Landstück auch Grasplatz im Dorf oder in dessen Nähe, auf dem sich in der Freizeit das Jungvolk zum Spiel versammelt. In Ostholstein auch Bleichplatz genannt. Sehr häufig in Flurnamen, vgl. auch Knüllgras, Knüllbloom.

Die Straßennamen und Hausnummern in Beringstedt wurden 1980 festgelegt. Davor gab es für außerhalb des Dorfes liegende Gebiete seit altersher Namen, wie sie auch heute noch in der Beringstedter Gemarkung bei den Landwirten und Jägern bekannt sind. Sie dienen zur Orientierung. Manchmal änderten sich diese Flurnamen, je nach Zeit und/oder Besitzer. Bei der Aufkoppelung um 1780/90 gingen viele alte Flurnamen verloren, einige sind jedoch über die Zeit hinweg erhalten geblieben und/oder wurden ins Hochdeutsche übersetzt. Man findet viele der alten Flurnamen auf der Flurkarte, die in der Mehrzweckhalle hängt und auf Initiative von Erhard Marxen Ende der 1990er erstellt wurde. Die Legenden hierzu befinden sich auf der Rückseite.

In einer Liste mit alten Flurnamen sind viele der ganz alten Flurnamen (von vor 1780) in niederdeutscher Aussprache (Plattdeutsch) nach dem Alphabet aufgelistet und mit einer Erklärung zum Ursprung des Namens versehen. Zu finden in der Beringstedter Chronik/Alte Flurnamen.

Die nachfolgenden Fakten zur Hausgeschichte wurden von Erhard Marxen (im Winter 2019/2020) aufgeschrieben. Er stellte auch die Bilder zur Verfügung.

Haus Knöll 1

Eine Bildaufnahme aus dem Jahr 1912

 für Onlinebild Haus Knöll 1

Dieses Bild wurde von Erhard Marxen zur Verfügung gestellt. Der Stall ist da noch in Nord-Süd-Richtung gebaut.

1912 wohnten auf dem Knöll Johannes Christian Sievers (*1889) und seine Frau Alwine Magdalene (*1893, geb. Lösch aus Winseldorf). Die Tochter Elfriede (später Fischer) wurde 1914 geboren, die 2. Tochter Marie 1917 und der Sohn Walter 1918.

Wieviel Land dazugehörte und wieviel Vieh sie besaßen ist nicht bekannt.

Während des Krieges war Johannes Sievers Soldat und seine Frau somit die ganze Zeit alleine. Nach dem Krieg sagte Frau Sievers: Keinen Tag länger auf dem Knöll!

Es gab kein elektrisches Licht, nur braunes eisenhaltiges Wasser aus dem Brunnen, der auch noch nahe am Misthaufen lag. Telefon gab´s noch nicht und die Straße war schlecht. Sie verkauften also und zogen ins Dorf Beringstedt, in die Alte Dorfstraße. Den Hof auf dem Knöll kaufte

Die kleine alte Reetdachkate vom Hof Wendell (Ponyhof)

Alte Kate Wendell  Bei diesem Bild handelt es sich jedoch um die alte Kate auf dem Hof Mehrens nebenan (abgerissen ca. 1970). Zu erkennen am gegenüberliebenden Nachbarhaus (fast kaum zu sehen hinter dem großen Baum) der Familie Kaltenbach. Die Nachbarkate auf dem Hof Wendell sah jedoch fast genauso aus! Der typische alte Baustil in damaliger Zeit mit kleinem Wohnteil -vorne- und kleinem Stallbereich im hinteren Teil und einem kleinem Garten für den Gemüseanbau.

Erbaut wurde die Kate auf dem Hof Wendell ca. 1770, genaueres ist jedoch nicht bekannt. Es ist eines der ältesten noch erhaltenen Katen von Beringstedt. Sie diente einst als Altenteil, wenn eine neue Generation die Verantwortung für den Hof bekam. Dies war wohl bereits bei der Familie Plog so, die hier einst lebte und wirtschaftete.

Um 1840 heißt der Vorbesitzer Johann Clausen. Wahrscheinlich verbrachte auch er hier seinen Lebensabend. Seine Tochter Anna Margaretha (*1819) heiratete 1842 Hans Christian Wendell (*1814).

...

Bekannt ist, dass:

1907/08        für kurze Zeit der Gärtner Wilhelm Lamprecht und seine Frau Marie (die Urgroßeltern von Roger L.) hier zur Miete wohnten, bis ihr Haus auf dem hohen Saar im Frühjahr 1908 fertig wurde, wo sie dann mit dem Aufbau ihrer Baum- und Rosenschule begannen.

1908/09        zog Dierk Dallmeier mit seiner Frau Anna nach Beringstedt und mietete ebenfalls für ein Jahr diese kleine Kate als erste Bleibe, bis das Haus, Saar 2/Ecke Pfennigkrug fertig war. Der alte Mietvertrag aus dieser Zeit ist erhalten geblieben und befindet sich im Besitz von Kurt Dallmeyer (Siehe Bericht: Familie Dallmeyer und ihre Holzschuhmacherei). Holzschuhfabrik

Saar 41                                           

 

Saar 41

-        Erbaut um ca. 1900 oder früher.

Bis 1951 heißt der Besitzer Hinrich Ehlers. Er ist Dachdecker.

Die nächste Besitzerin heißt: Grete Voß (geb. Martens). Sie wohnt hier bis 1995.

1997 wird das Haus verkauft an die Balletlehrerin Jungklaus. Sie wohnt hier ca. 10 Jahre.

2007/08 heißt der neue Besitzer Kevin Block. Er richtet hier ein Büro für die gegenüberliegende Tiefbaufirma ein.

 

 

 

 

 

Steinbergstraße 17

  Bruhn Meyer Pohlmann Wendrich    Baujahr 1912

   Bruhn Meyer Pohlmann Wendrich3

Diese Bilder wurden (2019) zur Verfügung gestellt von Anke Biguss., Hwst. Es ist ihr Elternhaus.

 

Bild 2: Beim Nachbarhaus sieht man noch den hohen Schornstein der Bäckerei von Max und Anne Voß. Er war berühmt für seine leckeren Cremeschnitten.

Anmerkung zum Nachbarhaus Bäcker Voß: Ich (Rita Bokelmann) kann mich an ein Gespräch erinnern, in dem die Tochter von Max und Anne Voß (Ulla J.) erzählte, dass sie in Kindheitstagen, gemeinsam mit anderen Jugendlichen, im Winter in der Backstube oft für ein Theaterstück geübt haben, weil es dort immer schön warm war.

Das Haus wurde 1912 erbaut vom Ehepaar Bruhn. Er war Seefahrer. Sie vermieteten ab ca. 1939/40 einen Teil des Hauses (Dachgeschoss) an das junge Ehepaar Kurt und Ilka Meyer.

Kurt Meyer (*1909 +1996) arbeitete bei einer Bank in Itzehoe (Sude) und lernte hier seine Frau Ilka (*1912 +2000, geb. Stolley) kennen. Sie arbeitete ebenfalls in Itzehoe bei einer Familie als Haushaltshilfe, `in Stellung´ wie es genannt wurde und für junge Frauen allgemein üblich war. Ihr Vater, Rudolf Stolley war Bahnhofsvorsteher am Beringstedter Bahnhof. Kurt und Ilka heiraten 1939. Sie erwarten ihr 1. Kind, Helga. Im Krieg war Kurt Meyer in Norwegen stationiert. Wenn er Heimaturlaub bekam, den er -wie er selber einmal sagte- „aus familientechnischen Gründen beantragte“, führte dies dazu, dass 1941 und ´42 die Kinder Horst und Anke geboren wurden.

Steinbergstraße 8

 Haus MW Voss0002 Bildgroesse verkleinert

Die Bilder wurden freundlicherweise von Max Walter Voß zur Verfügung gestellt. Links neben dem Haus stand einst ein großer Kirschbaum.

Baujahr 1882    Dieses Datum stand in dem weißen Feld über der Haustür

1. Besitzer war der Schuster Hinrich Raabe. Ob er der Bauherr war ist nicht bekannt, nur dass er im südlichen Teil eine kleine Schusterwerkstatt hatte und es dort einst ein größeres Schaufenster gegeben hat. Dieser Teil des Hauses ist wohl nachträglich angebaut/erweitert worden, was sich am Dach erkennen läßt.

Seegen 3

Baumgarten Lingner0001

Dieses Bild wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn und Frau Baumgart und Langner

Es ist das einzige Haus in Beringstedt, in dem es noch Alkoven (Schrankbetten) gibt. Sie werden jedoch nicht mehr genutzt und dienen heute als Schrank.

Erbaut um 1795

Einige der zum Bau dieses Hauses genutzten Materialien (hauptsächlich die alten Eichenbalken) stammen von einem seinerzeit abgebrannten Haus aus Haale. Da nicht alles bei diesem Brand beschädigt wurde, kamen die alten Eichenbalken nach Beringstedt, womit dann dieses Haus erbaut wurde.

Köster                  ist erster Besitzer. Seine Tochter heiratet den Tischlermeister

Hinrich Pahl       genannt wurde er `Meister Pohl´. Dann folgte

Heinrich Pahl    Er war Bahnwärter. Seine Frau hieß Wiebke.

Das Reetdach wurde seinerzeit durch ein Blechdach ersetzt.

1972     kaufte Familie Wendell dieses Haus

1979     kauften die Berliner Familien Baumgart und Langner diese Kate.

Bei der Renovierung wurde der alte Charme des Hauses -so gut es ging- erhalten. Es gibt noch die im Original erhaltenen Alkoven, sowie die niedrigen alten Innentüren und im Stallbereich einen Teil vom alten Fußboden. Beim Kauf gab es in der Diele noch den alten Lehmboden, der dann jedoch aus energetischen Gründen gefliest wurde, da dieser Bereich heute als Aufenthalts- und Essraum genutzt wird. Links neben der Dielentür befand sich früher der Ziegenstall. Ein Badezimmer gab es damals nicht. Im Hinterhof stand ein Häuschen mit Herz, wie früher allgemein üblich.

Als dieses Haus seinerzeit zum Verkauf stand, gab es einen Interessenten der meinte: "Das reißen wir alles ab und bauen dann neu !". Dies war jedoch nicht im Sinne von Herrn Wendell und somit kam dieser Interessent für ihn nicht in Frage. Die jetzigen 2 Besitzer jedoch hatten genau nach solch einem Projekt gesucht, um es für sich als Ferien- und Wochenendhaus auszubauen und zu nutzen.

Birkenweg 6 damals Moeller und Frau Buessen           Laden Christine Büßen

Auf dem Bild ist das Haus im Birkenweg in der Zeit um 1930 zu sehen, sowie ein Foto von 1928, das den KONSUM-Lebensmittelladen von innen zeigt. Hinter dem Tresen Christine Büssen (rechts) und ihre Schwester (links). Die Bilder wurden von Annelene Illing, geb. Büssen, für die Chronik zur Verfügung gestellt.

 

Es wurde gebaut im Jahr 1887 vom Maurer Kroll aus Todenbüttel.

Um 1900 ging es in den Besitz von Gustav Möller über, verheiratet mit Anna, geb. Wohlers. (Ihre Eltern wohnten seinerzeit auf dem heutigen Hof Seemann, Steinbergstraße Ecke Friedenstraße).

Gustav Möller hatte einen Schrothandel (Futterhandel) und belieferte die Bauern, wie damals üblich mit Pferd und Wagen.

1911  wurde der Anbau erstellt.

In den 1920er Jahren war dort ein KONSUM-Lebensmittelladen.

1934 ging der Besitz über an die Tochter Christine Möller (*1900, siehe Foto oben). Sie heiratete Peter Büssen *1902. Neben einem Lebensmittelladen hatten sie 4 Kühe und eine Ferkelzucht.

Familie Büßen und Sohn   Familie Büßen mit Sohn Gustav Heinrich *1935

 Dorfstrasse 20 (heute) 

Dorfstrasse 20

Notizen von Gudrun Norden (Seefeld) zum Elternhaus Alte Dorfstraße 20 ihrer Mutter:

Meine Mutter, Anna Schubert, geb. Hartig (*1923), wohnte bis zum Jahr 2014 in ihrem Elternhaus, der kleinen Reetdachkate in der Alten Dorfstr. 20 in Beringstedt. Sie erinnert sich, dass ihr Vater Hinrich Hartig (*1895) in den 1930er Jahren in Beringstedt in den Wintermonaten als „Nachtwächter von Beringstedt“ fungierte. Auch sein Vater Peter Hartig hatte diese Aufgabe zuvor schon ausgeführt.

Hinrich HartigHinrich Hartig drehte jede Nacht 3 Runden im Dorf, beginnend so gegen 22:00 Uhr bis morgens zur Melkzeit der Bauern. Dabei trug er ein Horn umgebunden, in das er während der 1. Runde einmal blies, während der 2. Runde zweimal und während der 3. Runde dreimal. Man sagt, so haben die Bewohner, wenn sie es hörten, immer gewusst wie spät es in etwa war und sich auch sicher gefühlt. Während seiner Rundgänge trug mein Opa einen langen Mantel und dicke Stiefel, jedoch hatten diese noch kein Pelzfutter. Zum Schutz vor der Kälte wurden dicke Sohlen aus Zeitungspapier in die Stiefel gelegt. In sehr kalten Nächten wärmte er sich mit heißen Getränken zwischendurch auf. Von den Bauern erhielt er ab und zu den Auftrag, mal in den Kuhstall zu sehen, wenn eine Kuh kalben sollte. Gegen Morgen kehrte er dann nach Hause zurück.

Hinrich Hartig war auch Schlachter und wurde von den Beringstedtern gerufen, wenn bei ihnen, wie es damals üblich war, eine Hausschlachtung anstand. Seine Rundgänge als Nachtwächter machte er nur in den Wintermonaten. 

 Anmerkung von Erhard Marxen (März/April 2019):

Bei uns hat Hinne Hartig (ab 1961) auch noch mehrmals im Winter ein Schwein geschlachtet und fachgerecht zugehauen. Aber er konnte noch viel mehr: Als Steinhauer war er ab und zu auch für die Gemeinde tätig. 1962 sollte der Grandweg von der Todenbüttler Grenze (Badkuhlenkoppel) bis zum Triangel auf Groot Wisch eine Asphaltdecke bekommen. Wir Landwirte wurden aufgefordert unsere Sammelsteine (die Äcker wurden regelmäßig von Steinen aller Größe befreit) am Wegesrand abzuladen. Hinne Hartig zerschlug alle etwas größeren Steine und brachte mit der Steinforke das ganze Material gleichmäßig in die Fahrbahn. Danach wurde von einer Firma die Asphaltdecke aufgebracht.

Aber auch größere Steine, ganze Felsen, konnte Hinne gezielt zerschlagen. Er sah dem Granit kleine Adern an und mit leichten Schlägen (nie wild drauf los!!!)  gab er dem Stein "Bescheid", wie er sagte. Dann ließ er sich Zeit oder wandte sich schon mal dem nächsten Stein zu. Später brauchte er nur noch einige weitere Schläge und der Stein zerfiel. Auch mit diesem Steingruß wurden die Straßen unterkoffert.

Nebenbei war Hinne Hartig auch als Friseur tätig. Wenn man sich mit ihm absprach, brauchte man auch nie lange zu warten. Ich war mit dem Haarschnitt immer sehr zufrieden.

 

Kinderbetreuung 1930/40

 Am Wischhof heute Regina und Henning Blohm

Der Kindergarten befand sich im Haus Am Wischhof 11 im hinteren Teil links.

Kindergarten Anfang 1940 Wischhof

Kindergarten (um/Anfang 1940) mit Schwester Krimhilde

Das blonde Mädchen unten links (Bild 1) ist Annelene Büßen (heute Illing). Sie war ca. 5 Jahre alt.

Kindergarten Anfang 1940Auf dem 2. Bild sitzt sie unten (3. v.r.) neben ihrer besten Freundin Irene Knuth. Sie kann sich noch daran erinnern, dass man am hinteren Eingang erst durch einen Vorraum ging. Dort standen kleine Schüsseln in denen sie ihre Hände erst waschen mussten bevor sie drinnen weiterspielen durften.

An der linken Hand von Schwester Krimhild der kleine Wilhelm Lamprecht.

Unter Anderen waren dort auch: Annemarie Rubien, Max Walter Voß sowie seine Schwestern Anita und Gertrud.