Schmiede Greve - Steinbergstraße 18

Hans Greve baute dieses Wohnhaus (ca. 1908) mit der danebenliegenden Schmiede an der Chaussee, nachdem er das Grundstück zuvor von Ehler Holm gekauft hatte. Sein Vater Hinrich Greve war ebenfalls Schmied. Er wohnte in der Räucherkate im Wischhof. Seine Frau hieß Gretchen, geb. Bolln (eine Tante von Otto Bolln, der diese Fakten aufgeschrieben hat. Leider fehlt das Datum vom Baujahr des Hauses). Auch das Haus nebenan -Steinbergstr. 16- gehörte zum Familienbesitz. Es diente als Altenteil für Hinrich Greve. Hier wohnte auch seine Tochter Anni Greve.

Die Schmiede Greve war, neben der Schmiede Wensien, maßgeblich am Ausbau der Wasserleitungen für die Wasserversorgung der einzelnen Haushalten in Beringstedt beteiligt, nachdem sich im Jahr 1914 die Wassergenossenschaft in Beringstedt gegründet hatte.

Kinderfest mit Lehrer Ehlers 2 Dieses Bild wurde von Familie Lamprecht zur Verfügung gestellt. Im Hintergrund ist die heute längst abgerissene Schmiede zu sehen mit dem Haus Greve nebenan. Es entstand Anfang der 1950er Jahre beim Umzug Kinderfest. Ganz links im Bild der junge Wilhelm Lamprecht, ganz rechts. Lehrer Wächtler.

Nächster Besitzer wird sein Sohn

Hermann Greve  *1908, verheiratet mit Martha *1909, geb. Soltwedel, aus Hohenhörn. Sie bleiben kinderlos. Hermann Greve war Kontrolleur der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Die Schmiede wurde verpachtet an Otto Groth. Privat wohnte dieser zur Mieter im Haus Saar 39.

Von 1951 – 1969 ist Herman Greve Bürgermeister in Beringstedt. In diese Zeit als fällt 1965 die Eröffnung des Freibades auf dem Schulberg. Wegen seiner Menschlichkeit war er sehr beliebt und kam gut an bei den Beringstedtern.

 Martha u Hermann Greve

Dieses Foto von der Silberhochzeit wurde von Fam. Haack, Holstenniendorf, zur Verfügung gestellt.

Als Untermieter wohnte im Haus, in einem Zimmer mit eigenem Eingang (2. Tür rechts). Er hatte kein eigenes Bad/WC, deshalb ging er dafür den Schulberg hinauf, wo es -wegen Schule und Freibad- die öffentliche Möglichkeit gab zu duschen. Dies war noch bis ca. 1983/84 so, dann zog er in die Wohnung neben der Feuerwehr (heute Schulungsraum der Feuerwehr), die zuvor von Frau Köhler bewohnt worden war. Er arbeitete bis zur Pensionierung beim Passamt in Hohenwestedt (Amt Hohenwestedt-Land, damals noch gelegen beim Bahnhof in Hwst.). Er fuhr täglich mit der Bahn zur Arbeit. Sein Hobby war Fahrradfahren. Am Wochenende machte er oft weitere Touren in die Umgebung, wo er dann in den ansässigen Lokalitäten gerne Pause machte.

Im Jahr 1967 stirbt Hermann Greve. Als Martha im hohen Alter von ca. 90 Jahren nicht mehr allein leben konnte/wollte zog sie zu ihren nächsten Anverwandten nach Holstenniendorf und wurde hier für ca. 6 Jahre gepflegt und umsorgt. Sie verstarb im hohen Alter von fast 97 Jahren und wurde in Wacken beerdigt.

Die Erben von `Tante Martha´ lassen das Haus renovieren: neue Heizung, Bad u. WC, teilweise neue Fußböden etc. und vermieten an: Ina Eckhoff (ca. 3 – 4 Jahre) und später an Florian Voß und Frau Svea.

2015     wird das Haus verkauft an           Chr. Holst

Das Kaufhaus Ruge

Kaufhaus Ruge 2

Für die ersten Autos in Beringstedt gab es hier eine Zapfsäule mit Handpumpe.

Erbaut wurde dieses Haus im Jahr 1910.

Kaufhaus Gründer war im Januar 1911:  Ehler Ruge.  Gemeinsam mit seiner Frau Auguste bauten er das Geschäft auf und so hatten sie bald ein weit umfassendes Warenangebot: Kolonialwaren, Eisenwaren, Glas, Porzellan, Landmaschinen, Sämereien und Kartoffeln.

Ehler Ruge fuhr mit dem Fahrrad über die Dörfer Seefeld, Puls, Reher und Osterstedt und verkaufte seine Waren auch hier. Später hatte er hierfür ein Motorrad. Er gehörte in der Umgebung zu den bekannten Persönlichkeiten bis er im Jahr 1929 einen tödlichen Unfall hatte. Seine Frau führte das Geschäft weiter bis der Sohn Walter das Geschäft im Alter von 24 Jahren übernahm, zusammen mit seiner Frau Emmi. Er baute aus und erweiterte das Angebot mit Textilien. Sein Bruder Paul fiel im 2. Weltkrieg.

Walter und Paul Ruge Ein Bild aus Kindertagen: Walter und Paul Ruge

 

Walter Ruge    machte eine Ausbildung zum Kaufmann in Hademarschen (bei Hans Struve). Seine nächsten Stationen waren Stade, Göttingen und Plauen im Vogtland. Er verstand es das Geschäft den Entwicklungen und Bedürfnissen der Zeit anzupassen. Er reduzierte sein Warenangebot, wenn es der Nachfrage nicht mehr entsprach und nahm neue Artikel in sein Warensortiment, wenn es etwas Neues gab und er sah das es hierfür im Dorf Bedarf gab. So kam der Spruch zustande: „Jeder Kluge geht zu Ruge, jeder D(i)umme geht zu Grimme.“ -Grimme war ein Kaufhaus in Rendsburg, später Karstadt.-

Walter und Emmi bekamen 2 Töchter, Heidrun und Angelika. In den Kriegsjahren verstand es Frau Ruge mit allen Schwierigkeiten alleine fertigzuwerden. Als die Töchter heirateten, zogen sie fort aus Beringstedt. 

Im Januar 1981 feierten Emmi und Walter Ruge das 70-jährige Geschäfts-Jubiläum. Über dieses Ereignis gab es im Mitteilungsblatt und in der Landeszeitung einen ausführlichen Artikel. Das Ehepaar Ruge war bereits im Rentenalter und wollte das Geschäft eigentlich aufgeben. Herr Ruge saß mittlerweile im Rollstuhl. Aber die Beringstedter und hier vor allem die älteren Mitbürger sagten immer wieder: Gew bloß jo dat Geschäft nich op! Sie hatten sich so sehr daran gewöhnt hier einkaufen zu gehen.

Einige Versuche einen Nachfolger zu finden führten nicht zum Erfolg. Die Zeiten hatten sich geändert und viele fuhren lieber in die Stadt zum Einkaufen. Hier gab es Supermärkte und andere, größere Einkaufsmöglichkeiten. So wurde kurze Zeit später das Geschäft aus Altersgründen aufgegeben. Ein Stück Geschichte von Beringstedt verschwand.

Über längere Zeit wurde das Haus vermietet.

Im Jahr 2017 kam ein neuer Besitzer, der hier nach umfänglichen Umbaumaßnahmen eingezogen ist.

Holzschuhfabrik

Saar 2                  Familie Dallmeyer und ihre Holzschuhmacherei

Dierk Dallmeyer heiratet 1897 Anna Koll aus Lütjenwestedt. Im November 1907 zog das Paar nach Beringstedt und mietete die Kate (Am Ehrenmal) auf dem Hof Wendell. Hierzu existiert noch der Original-Mietvertrag (siehe Anhang am Schluß dieser Hausgeschichte).

 Haus Saar 2

Dieses Bild und auch die nachfolgenden Bilder wurden von Brigitte und Günther Dallmeyer zur Verfügung gestellt.

Im Jahr 1909 wurde dann dieses Haus im (heutigen) Saar 2 gebaut. Das Ehepaar hatte 5 Kinder: Johannes *1899, Hans, Marha, Johann und Heinrich (auf dem obigen Bild ist Heinrich noch nicht dabei, weil er später geboren ist). Hier begann Dierk Dallmeyer mit der Holzschuhmacherei. Er starb 1945 in Beringstedt. Seine Frau Anna starb im Alter von 89 Jahren 1964 in Beringstedt. Nach dem Tod des Vaters übernahmen die Söhne Johannes und Hans die Holzschuhmacherei. Hans Dallmeyer hörte auf und Johannes führte den Betrieb weiter. Er heiratete 1925 Dorothea (*1903), geb. Hansen aus Lütjenwestedt. In dieser Zeit wurde das Dachgeschoß ausgebaut. Sie haben 5 Kinder: Anne *1927, Marha *1930 (sie starb mit 3 Jahren), Irene *1932, Günther *1938 und Kurt *1942.

 Bei der Arbeit

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Dampfsägerei

Am Ende vom Birkenweg gab es im 19. Jahrhundert eine Dampfsägerei.

Dampfsägerei Birkenweg

Hiervon gibt es nur noch dieses Foto auf einer alten Postkarte und hier auch nur in einer kleinen Abbildung (siehe: Bilder aus alten Zeiten).

Anfang des 20. Jahrhunderts war die Sägerei wohl noch in Betrieb. Die Mutter von Annelene Illing, Christine Büßen *1900, konnte sich daran erinnern, dass es in ihrer Kindheit hier einen großen Schornstein gab. Im Heimatbuch des Kreises Rendsburg, von 1922, wird auf Seite 652 ebenfalls die Existenz der Dampfsägerei genannt. Wer hier seinerzeit diese Sägerei betrieben hat, ist heute (2019) unbekannt. Auch ab wann und wie lange die Sägerei betrieben wurde. Wahrscheinlich ist, dass dies im Zusammenhang mit der Bahnlinie stand (Fertigstellung im Jahr 1877), weil die Verladestelle vom Bahnhof anfangs auf der Nordseite lag und es hier somit die naheliegende Möglichkeit gab, das Holz per Bahn zu transportieren. Evtl. gab es diese Sägerei auch schon früher, aber das bleibt Spekulation.

Bekannt ist, dass hier später ein Doktor Struck gewohnt hat.

Hof Jakob Holm

Ein Bild aus späterer Zeit (ca. 1950, vom Bahnhof aus fotografiert) zeigt keinen Schornstein mehr. Anstelle des Sägewerks steht dort jetzt ein Haus, in dem heute Familie Buchholz-Fuchs wohnt. Links daneben der einstige Hof von Hans-Jacob und Käthe Holm.

Das obige Bild wurde von Anke Biguss, Hohenwestedt, zur Verfügung gestellt. Es ist jedoch nur ein kleiner Ausschnitt eines eigentlich größeren Fotos aus dem Familienarchiv. Die Großeltern (Stolley) von Anke B., geb. Meyer, wohnten einst im Bahnhofsgebäude.

Der letzte Besitzer vor Buchholz-Fuchs (ab 1983) war Fritz Harms und Frau Else. Er war Schlachter, genauso sein Sohn Waldemar, der dann Besitzer einer Schlachterei in Meldorf wurde.

Rolf Kühl erzählte, dass es im Pfennigkrug auch eine Sägerei gegeben hat. Sie war auf der heutigen Weide vor dem Haus, das hinter der Schlachterei und dem Waldstück auf der linker Seite steht. Hierzu hat Herr Marxen folgendes ergänzt: Besitzer war Willi Voß. Er wohnte fast gegenüber im letzten Todenbütteler Haus (heute Hundezucht `Lübsche Trade´). Ihm gehörte auch eine Waldparzelle am Ziegeleiweg, rechts (2,06 ha)

Die Ziegelei

Die Ziegelei von Beringstedt            (Aufsatz einer Beringstedter Schülerin)

Früher lag westlich von Beringstedt, ein großes Tongelände. Der Besitzer Martens und auch weitere Landbesitzer verkauften hier um 1960 Land an die Breitenburger Zementfabrik (ALSEN).

Breitenburger Zementfabrik

Die ließ hier abbohren und der Ton wurde über die Fuhlenau, Haaler Au, durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute heißt er Nord-Ostsee-Kanal) dann über die Wilster Au und die Stör bis nach Itzehoe gebracht. Gleichzeitig versuchte die Firma Hirschberg, Itzehoe, in dieser Gegend Kreide zu finden.

Viel früher, bereits im Jahr 1809 wird eine Ziegelei in Beringstedt erwähnt. Sie wurde im Jahr 1921 abgebrochen. Der Standort dieser Ziegelei war im Ziegeleiweg, wenn man Richtung Ostermühlen fährt und dann rechts abbiegt. Hierzu gibt es folgende Geschichte zu erzählen:

Da nun der Großvater von Jürgen Hadenfeldt (*1857) weiter östlich des Tongeländes von Beringstedt, in dem Gelände wo später die Ziegelei bebaut wurde, beim Mergelgraben war, stieß er auf etwas Hartes. Diese Erdmasse färbte sich beim Trocknen weiß. Mit dieser Masse hat man damals die Schwibbögen und Feuerstellen ausgeschmiert. Bei den Bohrungen wurde nun festgestellt, dass diese Masse keine Kreide sondern der beste Pfeifenton sei. Es wurde von Sachkundigen Fachleuten vorgeschlagen Brennproben und Glasurprobe zu machen. Es sind dann feine Kacheln und sonstige Töpferwaren daraus hergestellt worden. Solche wurden gemacht in der Kunsttöpferei Schleswig, in der kaiserlichen Majolik in Cadinen bei Elbing, in der Haustöpferei zu Tellingstedt und in der Dampfziegelei zu Brunsbüttelkoog. Das Ergebnis daraus war außergewöhnlich gut. Dann kam ein Herr Brand und Co., Lachville Street, aus Manchester (England). Dieser ließ das Gelände abbohren und wollte es kaufen um eine Dampfziegelei nebst Tonwarenfabrik anzulegen. Wegen Beeinflussung des südafrikanischen Krieges wurde nichts daraus.

Im Jahr 1902 wurde von Fachleuten geraten, selbst eine Ziegelei anzulegen. Darauf wurde dann eingegangen. Schon im Sommer desselben Jahres wurden die Arbeiten beim Brennofen begonnen und bereits im September die ersten Lehmsteine angefertigt.

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