Friedenstraße 13

                                            Ein Ausschnitt von Google Maps 2021

Friedenstraße 13 Luftbild Maps 2021

 

Das Haus wurde 1911 gebaut als Altenteilerhaus für

Hinrich Holm             *1854 +1922

Er heiratet 1878 in Todenbüttel Anna Lucht, des Bauern Hans Lucht und der Cecilie Holm in Beringstedt eheliche Tochter. Sie führen den seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Hof in der Alten Dorfstraße (später -1969- abgebrannt und nicht wieder aufgebaut), bis sie hier auf´s Altenteil ziehen.

Der Halbhufner Hinrich Holm ist 1887 einer der Mitbegründer der Meiereigenossenschaft Beringstedt und hier im Vorstand tätig.

 

Schwach aber lesbar: die Unterschrift von Hinr. Holm (oberste Linie der Unterzeichnenden Vorstandsmitglieder).

Darunter stehen die Namen: Hans Lucht, Samuel Timm, Johann Wendell, Hans Hadenfeldt

und als Unternehmer: Hinrich Pahl

Ausschnitt original Unterschriften Vorstand

Seine Tochter Helene Holm *1895+1976 heiratet 1920 in Todenbüttel Martin Kröger, *1892 +1970, des Landmann Hans Kröger und der Anna Catharina Bandholz in Seefeld ehelichen Sohn. Sie übernehmen den elterlichen Hof und für die Eltern wird dieses Altenteilerhaus gebaut.

In der Dorf- und Schulchronik gibt es für das Jahr 1944 folgenden Eintrag zu lesen:

In Martin Kröger´s Kate wohnt Schuster Thiele.

In der schweren Zeit nach dem 2. Weltkrieg sind hier folgende Personen im Haus untergebracht worden:

In der Stube zur Straße (Nord-Westseite): Familie Nagorr (Frau mit 3 Kindern)

In der hinteren Stube (Südseite): Frau Kühn und 3 Kinder.

Oben (2 Stuben): Schäfer Franz -auf der Westseite- und Kurt Rasch -auf der Ostseite zum Hof-

In der Stube zur Straße (Süd-Westseite): wurde dann ab April 1946 die Familie Zech mit Oma, Mutter (ohne Mann) und 3 Kindern (Peter, Jochen und Johanna -Annemie genannt), 2 Tanten (Elise Meier u. Tante Emma) untergebracht (insgesamt 7 Pers. in einem Zimmer)

 

Die Familien Nagorr und Kühn wohnte bereits vor 1946 hier im Haus. Als ihre Männer (Ende 1946) ebenfalls nach Beringstedt kamen, zogen die Familien fort aus Beringstedt.

1946 Nachdem die Familien Nagorr und Kühn fortgezogen waren, wohnten Martin Kröger und Frau Helene (kurz Lene genannt) mit der Familie Zech gemeinsam in diesem Haus.

1950 ließ Martin Kröger im Neubaugebiet (heute Hermannstraße) ein Haus bauen, wo dann die Familie Zech wohnte. Somit hatten Martin Kröger und Frau Lene (Helene) wieder mehr Platz für sich im eigenen Haus.

Am längsten wohnte Kurt Rasch ebenfall noch weiter mit in diesem Haus, bis ca. 1956/57. Zu ihm gibt es folgende Geschichte zu erzählen:

Da er Alkoholiker war, ging er fast täglich zum Kaufhaus Ruge und kaufte sich den günstigsten Schnaps, den es dort gab. In der Küche verdünnte er diesen dann mit Wasser, so dass es ihm für den ganzen Tag reichte. Da Lene Kröger eine herzensgute Frau war, stellte sie ihm sehr oft ihr Reste-Essen auf die Treppe und klopfte bei ihm an, damit er es zu sich reinholte. Eines Tages war sein Hunger wohl so groß, dass er sich eine Stak-Forke nahm und damit ein Fenster im benachbarten Meiereigebäude einschlug. Mit der Forke holte er sich dann einen ganzen Laib Käse aus dem Raum.

Erzählt aus den Kindheits-Erinnerungen von H.P. Breiholz im Jahr 2021.

Martin Kröger (+1970) und seine Frau Helene Kröger (+1976) bewohnten dann dieses Haus bis zu ihrem Tod. Dann folgte der Besitzerwechsel an den Enkel:

Hans Peter Breiholz und seine Frau Helga. Da sie zu dieser Zeit in Gokels wohnten, vermieteten sie das Haus an Oswald Thede.

1985 wurde das Haus um- und ausgebaut, dann zog H. P. Breiholz selbst mit seiner Frau Helga, ihren 3 Kindern und der Mutter/Oma Anne Breiholz hier ein.

Seit Dez.  1999  wohnt dann der Sohn       Torsten Breiholz        hier.

 

...

Schmiedegang                           Die Schmiede Wensien

Aus den Aufzeichnungen, die Otto Bolln geschrieben hat:

In dem damals noch Pferdereichen Dorf Beringstedt gab es hinter dem Hof Kaltenbach, inmitten der feuchten Wiesen die Schmiede Wensien.

Vorgeschichte: Im Jahr 1740 war der Besitzer Hans Borgers.

Diesem folgte um 1800 der Besitzer Claus Timm. Claus Timm, der Jüngere (also Sohn), verkauft das Gebäude zum Abbruch und baut ein neues Haus, das jetzt Heinrich Wieben gehört

und der Hausplatz geht über in den Besitz von Johann Wensien. Der baut Haus und Schmiede.

1739 wird im Taufregister von Schenefeld die Geburt des Johann Christoph genannt. Er ist unehelich geboren (am 2. März). Die Eltern sollen sich bei Tönning befinden. Trotz vielem Nachfragen ist der eigentliche Ort ihres Aufenthalts nicht in Erfahrung gebracht worden. Dieses Kind ist der Witwe des August Königs in Beringstedt zur Betreuung ins Haus gebracht worden. (Als Gevatter -Paten- dieses Täuflings werden genannt: Samuel Maschmann, wohnhaft in Beringstedt, itzo zu Norder Hattstedt (Nordhastedt) wohnend, Hans Sierck aus Fahl (Vaale) und Claus Ott zu Beringstedt.) Dazu steht in einer Anmerkung geschrieben: Das Kind soll später den Namen Butendörp erhalten, weil es außerhalb des Dorfes geboren wurde.

Einhundert Jahre später wird, lt. Taufregister Schenefeld, ein Mädchen namens Elsabe getauft (am 23.12.1835) mit dem Geburtsdatum 07.12.1835. Eheliche Tochter des Hinrich Butendorf und Frau Margarethe, geb. Wensien. Drei Jahre später wird 1838 ein zweites Kind geboren und getauft: Johann Hinrich (*12.3.1838). Dieser Johann Hinrich Butendorf wird später Butterträger, Hausierer und auch Brautwerber (Heiratsvermittler). Als Pate wird, neben 2 Anderen, Peter Wensien genannt.

Johann Wensien baut Haus und Schmiede. Ferner wird noch ein Peter Wensien genannnt als Schmied und Kätner.

In der Sackgasse gegenüber der alten Schule (Wiesengrund) wohnte Anfang des 20. Jrh. (?) noch ein Johann Wensien (heute 2020 Pauls-Leube). Als Kleinkätner besaß er eine Kuh und ein kleines Stück Land. Dies war der Vater des

Claus Wensien. Dieser hatte bei der Kavallerie gedient, wo er als Schmied seinen Dienst tat. Im Krieg 1870/71 ist er beim `Todesritt der Mars 1a Tour´ (im deutsch-französischen Krieg) dabei und kehrte unversehrt nach Beringstedt zurück.   

Claus Wensien

 

Ihm folgte ein weiterer Claus Wensien, ebenfalls Schmied. Er starb 1967 o 68.

 

Männer schauen beim Umbau zu

Dieses Bild wurde von Ingrid Martens zur Verfügung gestellt. Es wurde aufgenommen in den 1960er Jahren als auf dem Hof Martens umgebaut wurde. Darauf zu sehen der Schmied Claus Wensien (2.v.r.)

 

Kinderfest 1965. Peter Wensien ist König geworden und seine Mutter gibt einen aus, als er mit dem Umzug zuhause abgeholt wird.

1965 König Peter Wensien wird abgeholt

 

...

 

Die Schul-Linden

Schule 01   Schule Schulberg 3

1905 wurden die Schul-Linden vor dem neuen Schulgebäude auf den Schulberg gepflanzt.

Ausschnitt einer Postkarte von 1907 (siehe Bild oben links und rechts später)

Auf dem Vorplatz der Schule war der Pausenhof. Frau Illing übt mit den Kindern einen Tanz. Im Hintergrund (Bild rechts) sieht man die Linden, die hier einst am Schulberg gestanden haben.

   Schule 02    Diareihe 6 007 2

Eintrag in der Dorf- und Schulchronik am 15.3.1944:                        Mehr Licht!

An der Südseite unseres Spielplatzes standen 8 Linden. Sie waren schon recht hoch und nahmen uns viel Licht. Mitunter mußten wir während der Schulzeit mitten im Sommer elektrisches Licht andrehen. In dieser Kriegszeit müssen wir aber Strom sparen. Am Dienstag d.W. wurden von einem Arbeiter und von einem gefangenen Russen jede zweite Linde gefällt. Eine fallende Linde hing sich in einer Stehenden auf. Diese zogen die Knaben mit einem Tau herunter. Ein heftiger Westwind half tüchtig. Die stehenden Linden wurden scharf ausgeputzt. Jetzt dringt wieder viel Licht in unsere Klasse.

Die Konfirmations Birken auf dem Schulberg

Fundzettel Birkenpflanzung für website

 

Als im Jahr 2011 die Gemeindewohnung neben der Feuerwehr aufgelöst und umgebaut wurde (zuletzt vermietet an Lothar Meller, davor an Kurt und Maria Köhler, heute Schulungsraum), fand man nach dem Herausnehmen des Fußbodens im Sandboden eine Flasche mit einem alten Schriftstück   aus dem Jahr 1936.   Darauf steht handgeschrieben mit Bleistift:

 

    (2)        Diese Birken wurden am 16. März 1936 von den Konfirmanden:

                                               Karl-Heinz Keller

                                               Ehler Holm

                                               Hans Detlef Ruge        gepflanzt

 

 

Flurkarte Beringsstedt 1024

Originalkarte in PDF zum Ausdrucken

 

Luftbild Beringstedt für website

...


 

Baugenehmigung für das Meiereigebäude in Beringstedt im Jahr 1887

Dieses alte Dokument ist ein Dachboden-Fundstück, das im Herbst 2020 im Haus Steinbergstraße 7 entdeckt wurde, als das Dach des Hauses renoviert werden sollte.

Genossenschaft 1887 A für website  Genossenschaft 1887 B für website

 

Übersetzung:

Königliche Regierung

   Aktenzeichen

Auf Ansuchen ertheilen wir Ihnen, vorbehältlich etwaiger Privatrechte dritter, die polizeiliche Erlaubniß, nach Maßgabe der hier angehefteten und angesiegelten Projektstücke und genau:

  1. deß Situationsplans
  2. der Handzeichnung mit Baubeschreibung
  3. der Kesselzeichnung
  4. der Kesselbeschreibung

einen Dampfkessel anzlegen.

                Wir bedingen hierbei jedoch, daß

  1. die hinsichtlich der Aufstellung von Dampfkesseln bestehenden Bestimmungen, in Sonderheit die Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 29. Mai 1871 / 18. Juli 1883 betreffen muß die allgemeinen polizeilichen Bestimmungen über die Anlegung von Dampfkesseln, beachtet werden.
  2. die Normierung der Belastung des Sicherheitsventils behalten bleibt.
  3. der Betrieb der Anlage nicht eher begonnen wird, bis dieselbe durch den mit der Kessel__?__tions beauftragten Sachverständigen (erwiedert) und auf Grund der Bescheinigung desselben über die vorschriftsmäßige Ausführung die schriftliche Erlaubniß zur Inbetriebsetzung von der Polizeibehörde ertheilt worden ist.
  4. Durch Einrichtung der Feuerungsanlage oder dabei anzuwendende mechanische Vorrichtung, sowie durch Anwendung geeigneten Brennmaterials und durch langsame Bewartung auf eine möglichst vollständige Verbrennung des Rauches hingewirkt wird.
  5. Diese Urkunde sorgfältig aufbewahrt wird, ein Zerreißen derselben oder das Abtrennen von Projektstücken aber der Polizeibehörde das Recht verleiht, den Betrieb der Anlage ohne Weiteres zu zu inhibieren

Schleswig, den 17ten Mai 1887

Siegel

Königliche Regierung

Abtheilung des Inneren

(Unterschrift)

An

den Vorstand der

Genossenschafts Meierei

z. H. des Herren Hans Lucht

zu

Beringstedt

Kreis Rendsburg

 

 

Bei dieser Übersetzung im Nov. 2020 waren die Kenntnisse von Frau W. Küpers, beim Lesen der alten deutschen Schrift, sehr hilfreich.

 

Weitere Anlagen zu diesem Schriftstück:

Handzeichnung Meiereigelände 2 für website   Bauzeichnung Meierei für website

Dampfkessel Zeichnung 1 für website Dampfkessel Zeichnung 2 2 für website

 

... und die Genehmigung der Königlichen Gewerbe Inspektion zu Neumünster

Königliche Gewerbe Inspektion 2 für website

 

Die Baubeschreibung der unter Punkt 2 genannten Anlage: Handzeichnung mit Baubeschreibung, ist leider nicht mehr lesbar, sowie auch die Kesselbeschreibung (Punkt 4).

Link zur Meiereigenossenschaft


 

...

 

Die ersten Autos in Beringstedt waren

im Jahr 1929   gemäß der alten Dorf- u. Schulchronik waren dies :

 

Steyr                                        Besitzer: H. D. Hadenfeldt

N.S.U.                                       Besitzer: H. Harms

Opel -Bennabor-                      Besitzer:  K. Sievers

Opel -Bennabor-                      Besitzer:  K. Sievers

Brennabor                                Besitzer: Doktor Struck

Opel                                         Besitzer: Dallmeier

 

 Diese Dorf- und Schulchronik schrieb der damalige Dorflehrer (Max Göttsche) gemeinsam mit seinen älteren Schülern. Auch folgender Eintrag findet sich hier:

 

15.2.1930

In unserem Ort haben folgende Einwohner einen Radioapparat:

Hans Biß, Hans Dallmeyer, Ww Ruge, Johannes Dallmeyer, Hans Timm, Hans Sievers, Wilhelm Ralfs, Johannes Kracht, Wilhelm Jaap, Peter Sievers, Robert Pabelik, Fritz Harms, Hans Looft, Markus Rubien, Hinrich Voß (Ostermühlen), Schule

 

...

 

 Das Ehrenmal   in der Dorfmitte

 

...eine alte `Handzeichnung nach den Katasterkarten´ aus dem Jahr 1920 zeigt detailgenau die damalige Dorfmitte von Beringstedt. Der Stand dieser Zeichnung liegt jedoch über 10 Jahre früher, denn das Haus des Kaufmann Ehler Ruge auf dem Dreieck wurde 1911 gebaut.

  1 Katasterkarte von 1920 für website  4 Katasterkarte von 1920 für website

Zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges 1914-18 wurde in der Dorfmitte ein Ehrenmal errichtet, das der Kunstmaler Passig 1924 entworfen hat. Die feierliche Einweihung fand am 3.8.1924 statt.

 Ehrenmal         denkmalscann für website

In der Dorf- und Schulchronik finden sich viele Einträge zu den jährlichen Gedenktagen, die in den 1930ger Jahren Ende Februar oder Anfang März abgehalten wurden. Nach der Machtübernahme der Nazis wurde dieser Tag, der zuvor noch Volkstrauertag hieß, dann `Heldengedenktag´ genannt.

Nach dem 2. Weltkrieg kam dann ein weiterer Gedenkstein hinzu. Er wurde im Juni 1951 eingeweiht. Hierzu hat der Hauptlehrer H. Wächtler in der Dorf- und Schulchronik folgendes notiert:

Gegenüber dem Ehrenmal für die Gefallenen von 1914-1918 hat die Gemeinde ihren Gefallenen und Vermißten des letzten Weltkrieges einen Gedenkstein errichtet. In einer abendlichen Feierstunde, zu der sich die Dorfgemeinschaft rund um die Ehrenmalanlage versammelt hatte, wurde am 13.6. der Gedenkstein geweiht. Pastor Puschke hielt die Weihrede. Bürgermeister Greve sprach Worte des Gedenkens und verlas von einer Pergamentrolle die Namen der 110 Gefallenen, Vermißten und Verschleppten. Die Namensliste ist in einer Bleihülse in den Stein eingemauert worden. Während der Feier hielten Fackelträger die Wacht.

 

 Gedenken an die Opfer

Butendörp

Einst ein Beringstedter Familienname

1739     Im Taufregister der Kirche zu Schenefeld heißt es im Jahre 1739 am 2. Martinus (März) wie folgt:

Johann Christoph, ein uneheliches Kind. Die Eltern sollen sich bei Tönning befinden, ohne auf vieles Befragen zu erfahren, wie sie mit Namen heißen und wo eigentlich der Ort ihres Aufenthalts.

Das Kind ist der Witwe des seel. August Königs zu Beringstedt ins Haus gebracht, all wo es auch getaufet worden.

Gevatter (Taufpaten): Samuel Maschmann, wohnhaft zu Beringstedt itzo zu Norder Hattstedt wohnend, Hans Sierk aus Fahl (Vaale) und Claus Ott zu Beringstedt.

Da es zu dieser Zeit keine Findelhäuser gab -wie in katholischen Gegenden-, mußte derjenige, dem das Kind heimlich gebracht wurde, auch für das Kind sorgen. Andernfalls hatte das Dorf für das Findelkind einzutreten und so ist es hier wahrscheinlich auch geschehen.

Es gab also in Beringstedt ein Kind ohne Nachnamen im Haus der Witwe König. Wahrscheinlich wurden die Taufpaten von der Kirche (Schenefeld) ausgewählt und eingesetzt.

Vermutlich ist hier der Familienname Butendörp zu suchen, denn von den Butendörps heißt es, das der Begründer dieser Familie als Findelkind außerhalb des Dorfes, also „buten Dörp“ gefunden wurde und da das Kind einen Nachnamen haben mußte, zu einem Johann Christoph Butendörp wurde.

 

Einhundert Jahre später gab es in Beringstedt einen Heinrich Butendörp, der mit Margarethe, geb. Wensien, verheiratet war.

In den Kirchenbüchern von Todenbüttel befindet sich hierzu folgender Eintrag: 13.01.1881 + Heinrich B., Witwer und Verlehnsmann in Beringstedt, *10.11.1805 in Schenefeld als der uneheliche Sohn der Elsabe Maacks und des Heinrich Butendorf. Er starb im Alter von 75 Jahren und hinterläßt aus seiner Ehe mit der weiland Margarete geb. Wensien zwei Kinder:

1) Johann Hinrich Butendorf, Käthner und Handelsmann in Beringstedt, *12.3.1838

2) Elsabe, ledig, *7.12.1835

zu diesen Beiden findet sich kein Eintrag im Sterberegister, woraus geschlossen werden muss, daß Beide außerhalb der Kirchengemeinde Todenbüttel bestattet wurden.

 

Dieser Johann Hinrich Butendörp war als Handelsmann (Hausierer) und Butterträger bekannt. Auch wird er als Hochzeits- und Leichenbitter eingesetzt. Am erfolgreichsten war er aber als Heiratsvermittler. Zufolge seiner umfangreichen Kenntnisse über die heiratsfähigen Männer und Töchter in der nahen Umgebung und auch weiter entfernt gelegenen Dörfern, die er bei seiner Hausierertätigkeit nebenher sammelte, verfügte er über einen beträchtlichen Fundus an Ehekandidaten. Was er so nebenher betrieb war nun beileibe keine Kuppelei, sondern eine ganz und gar legale Ehevermittlung. Ihm werden sehr viele geschickt eingefädelte Ehestiftungen nachgesagt, die gut einschlugen. Andere Möglichkeiten, sich kennen zu lernen boten allenfalls die Jahrmärkte, aber daneben gab es keine anderen Möglichkeiten. Über den Lohn (Kuppellohn) wurde von allen Seiten eisern geschwiegen. Mit einem Taler = 3 Mark war die Mühe des Johann Butendörp aber sicher nicht abgetan.

Von ihm wurde auch die Schwester meines Vaters, also meine Tante, Elsabe Bolln unter die Haube gebracht, und zwar mit dem Dachdecker Claus Haarfeldt in Looft.

                Otto Bolln, *1900 in Beringstedt

 

Nach Rücksprache (im Jahr 2020) mit Herrn Pastor Rothe, ist in den Todenbüttler Kirchenbüchern folgendes notiert worden:

20.4.1877 + Heinrich B., ledig in Beringstedt, ehelicher Sohn des Johann Hinrich B. und seiner Ehefrau B. geb. Kühl, *30.8.1871, gestorben an Gebrechlichkeit.

7.12.1880 + Anna B., geb. Kühl, Tochter des ...(Vorname unleserlich) Kühl in Seefeld und der Elsabe, geb. Fink. *15.3.1848 starb sie im Alter von 32 Jahren. Sie hinterläßt aus ihrer Ehe mit dem hinterbliebenen Witwer, dem Kätner und Handelsmann Johann Hinrich B. *12.3.1838 (siehe oben), 3 Kinder:

1) Elsabe Maria  *3.2.1874

2) Greten *8.12.1877

3) Alvine *6.6.1880

 

23.04.1917 wird Heinrich Butendorf als Gefallener im 1. Weltkrieg gemeldet. (Lt. Liste der Gefallenen, die jährlich am Denkmal verlesen werden).

 

Mit seinem Ableben verschwand der außergewöhnliche Familienname aus Beringstedt.

 

...

Spar- und Darlehenskasse    und      Amt Beringstedt

Steinbergstr. 7

Spar und Darlehenskasse 2

Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Spar- und Darlehenskasse am 22.11.1951 stand die Rendantenwahl auf der Tagesordnung. Die Versammlung entschied sich für Herbert Jürß aus Rendsburg. Hans Greve (Steinbergstraße 12, Vater vom späteren Bürgermeister Hermann Greve) hatte die Kasse 13 Jahre in seinem Haus geführt.

Am 1. Februar 1952 verlegte die Spar- und Darlehenskasse ihren Geschäftsraum in das Haus von Eduard Voß, Steinbergstraße 8.

Der erste Spatenstich für ein neues Gebäude wurde am 14. Juni 1952 gemacht. (So berichtet der Dorflehrer Hellmut Wächtler in der zu dieser Zeit von ihm geführten Dorf- und Schulchronik).

Am 1. Juli war die Grundsteinlegung. An diesem Tage mußte auch Lehrer Wächtler mit Ausschachten. Auf der Baustelle waren außerdem: Herr Prütz, Koschke und Krey (Maurer), Claus Trede, Rühmann. Herr Struck war Vorarbeiter. Am 14.7. mußte Wächtler den 2. Tag abarbeiten (Gemeinschaftsarbeit).

Am 23. August war Richtfest der Sparkasse. In den 55 Jahren ihres Bestehens hat sich die Spar- und Darlehenskasse stetig aufwärts entwickelt.

Am 1.12.1952 wurde das Spar- und Darlehenskassen-Gebäude bezogen. Auch das Amt Beringstedt mit Kasse, Wohnungs-, Fürsorge- und Ordnungsamt hat seine Räume im 1. Stock eingereichtet.

Am 26.1.1953 war Hauptversammlung der Spar- und Darlehenskasse. Der Haushalt im vergangenen Jahr hatte sich von 3 400 000 auf 5 390 000 Mark, also um 54% erhöht.

 

 1970 kauft Herbert Jürß das Haus.       Steinbergstr. Herbert Jürß 

Als das `Amt Beringstedt´ über geht in das Amt Hohenwestedt-Land und fortan in Hohenwestedt verwaltet wird, wird im DG eine Wohnung ausgebaut. Die Spar- und Darlehenskasse heißt jetzt Raiffeisenbank eG. 1964 wird direkt hinter dem Bahnübergang ein Trocknungsturm für das geerntete Getreide gebaut. Die Bank zieht in das neue Gebäude davor.

Herbert Jürß 1987 Februar für website 

...

 

 

 

 

Tanzschule mit Herrn Klaus Ruge

Wer kannte ihn nicht (?!) den Tanzlehrer Herrn Ruge. Er brachte den Kindern in den umliegenden Dörfern das Tanzen bei. Los ging´s mit "Hacke, Spitze, eins zwei drei..." bis hin zur Polonaise und dem "Langsamen Walzer" für die Fortgeschrittenen. Die Tanzkurse wurden in den jeweiligen Dorf-Gaststätten abgehalten. Ich selbst (Rita Bokelmann, geb. Heldt, aus Reher, Jahrgang 1962) habe in meiner Kindheit mindestens 3 x einen Tanzkurz bei ihm absolviert. Wenn der Tanzkurz zuende war -ich denke es waren 8 - 10 Übungsnachmittage-, dann kam zum Abschluß der Abschlußball. Hierzu waren alle Dorfbewohner eingeladen und alle Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten konnten den Fortschritt der Tanzschüler bewundern. Auch an die Kostüme für den "Bauerntanz" oder den "Minuett"-Tanz können sich sicherlich viele noch erinnern. Diese Kostüme waren Eigentum des Tanzlehrers und gingen mit zu den jeweiligen Abschlußbällenin den Dörfern, wo die Kinder sie dann anzogen und das Gelernte vortrugen. Wie hier bei diesen Bildern aus den Jahren 1957 und ´58 (zur Verfügung gestellt im Jahr 2017 von Rolf Ehlers -Sohn vom Dorflehrer-) :

1957 Abtanzball Annegret Wendell u Rolf Ehlers              1958 Abtanzball Minuettformation

Annegret Wendell und Rolf Ehlers. 1957                                            .... ? ...

 

Das folgende Bild wurde im Jahr 2019 von Werner Kremke zur Verfügung gestellt (Kontakt über Peter Zech, Birkenweg) :                                        welches Jahr war das ???

Tanzschule

von links stehend:    Lydia Wigand, Hinrich Trede, Helga Reese, Edwin Finkbeiner, Hilda Groht, Günter Adomat

sitzend:                   Liselotte Becker, Heinrich Büßen, Katharina Sieberkrob, Wulf Illing, Gisela Adomat, Max Walter Voß,

                               Frieda Brandenburger, Hans Peter Lembrediki

vorne:                      Frieda Schröder, Katharine Angrick, Helga Huckhagel, Hermann Voß, Ursula Ungeram, Werner Kremke

Girlande Vogelschießen

 

1890

wird in der alten Schulchronik, angelegt von Lehrer Thomsen, zum ersten mal das

„Fest des Vogelschießens und Eierlaufens

erwähnt, das dann wohl alljährlich stattfand.

Erst viele Jahre später -nach dem 2. Weltkrieg- wird wieder ein Kinderfest in der Schulchronik erwähnt:               

Schuljahr 1956/57   Auf einer Elternversammlung (am 16.5.) wurde beschlossen, das Vogelschießen jeweils Mittwoch vor Himmelfahrt abzuhalten. Es fand in der üblichen Form am 1./2. Juni mit Tanz auf beiden Sälen statt. 

Ab 1952 gibt es Bilder zu diesem Ereignis,

gesammelt und beschriftet in einem Fotoalbum, das sich im Beringstedter Archiv befindet:

1952 Dornröschenwagen König Rainer Wasmund mit Zylinder

Der Dornröschenwagen fährt durchs Dorf.

Hinten mit schwarzem Zylinder der König: Rainer Wasmund

 

1952 Königin Gerda Hinz König Adolf Trede

1952      Königin: Gerda Hinz, König: Adolf Trede

werden in einer Kutsche von Heinz Breiholz durchs Dorf gefahren. Neben ihm seine Söhne: Jürgen und Hans-Peter.

 

1953 Vogelschießen Umzug

Umzug mit Königskutsche und Musikkapelle, hier: Saar

Die Dorfkapelle   Ha Si Vo Pa

Im Jahr 1929 veranstaltete die hiesige Musikkapelle einen Öffentlichen Ball in der Gastwirtschaft bei Ww Voß. So notiert und festgehalten von den Schreibern der Dorf- und Schulchronik.

Ein Bild aus der Vorkriegszeit, zur Verfügung gestellt (im Jahr 2020) von Max Walter Voß (Sohn von Eduard), aufgenommen vor der Haustür des Eckhauses, Im Eck 4.

Musikkapelle HaSiVoPa

Mitwirkende waren:   von links

August Sievers mit Geige Im Eck   (Maler, Onkel von Annelene Kröber)
Ernst Hadenfeldt Akkordeon Saar 8  (Tischler, Vater von Claus Hadenfeldt)
Eduard Voß ebenfalls Geige Steinbergstr. 6  (Vater von Max Walter Voß)
Willi Pahl Schlagzeug Im Eck 4  (siehe Bild oben, vor seiner Haustür)


 


 

Alte Flurnamen    in der Gemarkung Beringstedt nach Herkunft oder Deutung

Plattdeutsche Bezeichnungen (übliche Allgemeinsprache seinerzeit in Norddeutschland) und ihre Deutung entsprechend der Auflistung von Flurnamen, bevor eine Aufkoppelung (namentliche Benennung und Eintragung der Eigentümer) stattfand und im Kataster aufgelistet wurden.

Das Vermessen (verkoppeln) nahmen meistens orts- und z.T. auch sprachkundige landfremde Land- und Feldmesser vor. Dabei wurden die ursprünglich nieder- oder plattdeutschen Flurnamen zum großen Teil ins Hochdeutsche übertragen und dabei vielfach so entstellt, dass die ursprüngliche Bedeutung verlorenging. Dasselbe wiederholte sich in den Jahren 1868 bis 1872, nachdem Holstein preussisch geworden war und die Flurkarten und Erdbücher neu herausgegeben wurden, wobei eine große Zahl von Flurnamen überhaupt verschwanden in den Büchern. Im Volksmund blieben sie aber zum Teil noch erhalten.

Wer die nachfolgende Liste mit alten Flurnamen erstellt hat wurde leider nicht festgehalten. Es muss jedoch jemand gewesen sein, der sich intensiv damit beschäftigt hat. Evtl. ein Dorflehrer (?). Es war auf jeden Fall jemand, der mit Claus Daniel Hadenfeldt gesprochen hat. 

Anmerkung von Herrn Herbert Jürß:       

  1. In Beringstedt waren keine fremden Vermesser.
  2. In den Jahren 1868 bis 1872 sind Flurnamen in den Flurkarten verschwunden          

 

Abkürzungen:   Fkt = Flurkarten von B., ON = Ortsnamen, PN = Personennamen, FN = Flurname

Allgemeines:      Ackerland            hoch gelegen, ackerfähig, trocken, fruchtbar.  Esch, Kamp, Rüm (dänisch auch Römm), Lann, Feld, Stücken, Spann,                                                                                 Koppel, Ohe, Ohrt, Tange, Geest (oder Gaste)

                       Wasser oder Feuchtgebiete        Segn, Soll, Saal, Siek, Sichten, Vie oder Veh, Born, Furt, Fohrt, Weddel, Wedel, Hue, Pott, Diek, Rönne

                       Wiesenland        Mede, Meewisch, Vie, Vieh, Feh, Feen, Ohe, Aue

                       Heide                Heide, Heid, Vierth oder Viert

                       Waldbestand    Wohld, Hölln, Holln, Holt, Hassel, Hagen, Horst, Loh, Hesel, Heise, Struck, Busch, Staf, Bast, Brook, Raa, Ratjen, Rehm, Stubben, Kolln                                                    Kahln, Kohlstä, Ek, Bök, Eller, Weten Wetjen, Dorn, Dör

Auflistung nach Alphabet:

 Aaskuhl            Nicht in der Fkt. Kuhle, Grube, in die man verendetes Vieh (Aas) vergrub. Auch Schindacker genannt.

-Es gab ja noch keine Viehverwertungsanlagen-.

 

Aukamp            Äcker/Felder an der Todenbütteler/Osterstedter Au. Der Name wurde auch auf die Sumpfwaldungen ausgedehnt.

Breeloh             oder Bredloh = Bre = breed = breit,         loh oder lo = Waldstück

Breehorn           wie vor, jedoch horn = Ecke, Winkel, Halbinsel

Bumborn           oder Boomborn/Buumborn = Baum. Nicht in der Fkt. Dieser Begriff kommt in Holstein zu jener Zeit häufig vor. Mehrere Deutungen sind möglich:

  1.                Boom, Buum = Baum
  2.                Bonde oder Bunde = Bauer oder Hufner, der seine Stelle mit vollem Eigentumsrecht besitzt. Bondenfreie Bauern (aus dem Dän.) auch in Holstein häufig, z.B. Bondenschaften, Bondenholt, Bondenkoppel
  3.                Buurn = der Bauernschaft gehörig, sehr häufig als FN in Verbindung mit hof, holm, feld, graben, rade, bek, koppel, pool, knüll. Also Buurnborn = der Bauernschaft gehörender Born = Brunnen, Quelle, Viehtränke

Bärkamp          oder Perkamp. Mit den Bären hat der Name nachweislich nichts zu tun. Deshalb wohl eher Pferdekamp, da gegenüberliegendes Gelände Swienskamp (Schweinekamp) heißt. In der Fkt ist der Name aber mit Bergkamp ausgewiesen, obwohl von der umliegenden Gegend kaum von einer Anhöhe oder gar einem Berg die Rede sein kann. Es sei denn, dass das sanfte Absinken des Geländes zur FohrsAu als Berg angesehen wird. Kamp, hierunter versteht man auch die unter allen Dorfbewohnern verteilten schmale Ackerstreifen, vielleicht vormals auch gemeinsamer Hufnerbesitz. Diese könnten durchaus einmal zusammengehört haben und wurden bei Vererbung aufgeteilt.

Bisprak             Fehlt in der Fkt. Bis 1799 gab es das Beispruchsrecht, was so viel heißt wie Vorkaufsrecht. Jedoch ist es ein allgemeiner Begriff und keinem Flurstück zugehörig.

Börgerwisch      Bürgerwiese

Brakloh              richtig wohl Braakloh

  1.                 Braak =Brache, gepflügtes aber nicht bestelltes Feld, das sich regenerieren soll und deshalb vorübergehend brach gelegen hat.
  2.                 Braak=Flachsbreche

                           Beide Deutungen sind möglich.    Loh =  altes indogerman. Wort: loh, lo, loo = Waldlichtung oder freier Platz im oder am Walde

                           Braakloh sehr zahlreich in ON und FN

Butterborn         hat sicher nichts mit Butter zu tun, wohl aber mit gutem Boden oder mit „buten“ = außen (vgl auch büters =äußerst). Born = Quelle

Brink                     erscheint nicht als FN. Kommt nur in Holstein vor. Brink = erhöhter Grasplatz, auch Dorf- und Spielplatz, vgl auch Brinksitter für Kätner.

Boartenkrog      nach C.D. Hadenfeldt Bortenkrog. Deutung nicht möglich, möglich ist aber

                                Bor         =             Erhöhung zwischen zwei Wasserläufen, Landzunge

                                kroog    =             richtig eigentlich `krooch´ = Ecke, Biegung, Winkel, Bucht

                                Kein Zusammenhang mit Kroog = Krug = Topf oder Gastwirtschaft, mit diesen nur deutlich gleich. Kroog und Krooch sonst im Niedersächsischen nicht bekannt.

Badkuul             Nicht in der Flurkarte. Statt kuul auch kuhl = genügend tiefe Stelle zum Baden oder Viehtränken in einem Wasserlauf.

Dreeangel          vereinzelt auch Triangel = unbebauter dreieckiger Platz oder Rasen im Dorf, auch unbebaut auf dem Acker.

Dehlen               so in der Fkt, richtig wäre `Deelen´. Deel = Anteil und Landteil. Häufig als ON und FN Deeln bei Wedel, Bredendehl, Ackersdehl, Dehlwisch, Breedde

Diekkoppel        wörtlich übersetzt = Teichweide, eine Verbindung mit Deich scheidet aus.

                                Diek = Teich. Für Teich gab es viele Namen z.B.: Soll, Wehl, Pool, Kolk, Huhl, Born, Dränk, Graff, Blenk, Siel

Ellerrehm           richtig Ellerrem. Eller = Erle (Schwarzerle), rem = schmaler Gehölzstreifen in der Feldmark. rem oder rehm = immer Rand, Einfassung (Rahmen)

Beringstedter Einwohner, die sehr alt geworden sind:

Die Notiz (Kopie) fand ich in den von Herbert Jürß gesammelten Unterlagen. Sie stammt von Herrn Otto Bolln 

99 Jahre Sieberkrob a

99 Jahre Sieberkrob b

Diese Anzeige mit der dazu geschriebenen Aussage hat mich inspiriert weiterzuforschen, welche Beringstedter Bürger ebenfalls sehr alt geworden sind.

Bisher bin ich auf folgende Daten gestoßen:

Hans Hadenfeldt             *1784 +1874            90 Jahre

Hans Christian Wendell     *1814 +1902           88 Jahre                   Eichenweg 3

Hans Hadenfeldt             *1811 +1907            96 Jahre                   

Oma Wieben                   *1856 + 1948          92 Jahre                   Hof Wieben, Mückenhörn

Claus Ott                       *1867 +1957            90 Jahre                    heute Hof Trede/Goerzen

Hinrich Sieberkrob          *1869 +1968            99 Jahre                    Saar

Ausschnitt 7

 

An der Beringstedter Bahnlinie gab es einst  sechs oder sieben  Bahnübergänge. Heute sind es noch  vier.

Von Westen kommend sind es gewesen:

1. Reiherstieg, Brücke über die Bahnlinie hin zur Wischkoppel (Fischteiche). Die Brücke wurde 1939 abgebrochen.

2. In der Verlängerung vom Mückenhörn (Spurbahn) hinüber zur heutigen Sandkuhle im Holsten

3. Mückenhörn - Holsten

4. Steinbergstraße - Saar   im Dorf beim Bahnhof

5. Osterhof, beim Hof Trede

6. zwischen Osterhof und Osterbrook, dieser ist auf der alten Karte von 1965 verzeichnet. Ob es ihn wirklich gab ? Auf der oberen Kart: nein, auf der unteren Karte: ja

7. Osterbrook, Specht (Bärentreff, Lager und online-Handel für Gummibärchen und mehr)

 

Nach der Flurbereinigung wurden die drei (rot markierten) Übergänge überflüssig, weil die Landflächen der einzelnen Höfe zusammengelegt wurden, was dazu führte, dass einige Feldwege aufgelöst wurden und/oder heute anders verlaufen. Dies ist sichtbar auf der alten Karte (Stand 1965) im Flur der Mehrzweckhalle. Die alten Übergänge sind hier noch alle eingezeichnet und somit für uns heute nachvollziehbar festgehalten worden.

Übergänge Bahn 2

 

Wie in vielen Dörfern der Umgebung so gab es auch in Beringstedt Storchennester.

Früher brüteten alljährlich 3, 4 oder auch 5 Storchenpaare in Beringstedt. Fast alle Reetdächer der größeren Bauernhäuser trugen ein Storchennest, wenn es auch vielleicht nicht alle Jahre besetzt war. Es gab sie bei: 

           H. D. Hadenfeldt  Friedenstraße 19

           Markus Sachau     Alte Dorfstr. 3

           Hinr. Holm           Alte Dorfstraße (nicht mehr vorhanden)

           Claus Martens       In der Marsch 3

           Claus Ott              Friedenstr. 3

           Joh. Wendell         Eichenweg 3

           Ehler Holm            Wischhof

           Heinr. Wieben       Mückenhörn 2

           Hans Timm           Seegen 

In einem Bericht über den Hof Martens (In der Marsch 3) erzählt Otto Bolln -in seinen schriftlichen Aufzeichnungen seines Geburtsortes Beringstedt- von einem Storchennest, das auf der Giebelspitze des alten Bauernhauses Martens gewesen sein soll. Dieses Gebäude war lt. Balkeninschschrift im Jahr 1776 erbaut worden. (Bereits 36 Jahre früher wird im Jahr 1740 ein Jasper Veers als Besitzer dieser Hufe genannt. Seine Tochter Trien heiratet im Jahr 1769 Claus Martens. Demnach stand hier bereits vorher auch schon ein altes Haus, dass dann erneuert wurde oder 1776  umgebaut  bzw erweitert wurde).

Auf der Giebelspitze des -in alter holsteinischer Bauweise- errichteten Hauses hatten bereits sehr viele Storchgenerationen genistet und das Nest immer weiter ausgebaut. Am Ende soll es so riesig gewesen sein, dass das Dach förmlich unter ihm zusammenzubrechen drohte.

(Diese dürfte wohl eher daran gelegen haben, dass die Balken des Daches morsch wurden, denn dieser Hof gehört zu den ältesten in Beringstedt und war auch mit einer der größten Höfe im Dorf. Außerdem kannte der Berichterstatter, Otto Bolln, diese Geschichte auch nur vom hörensagen und das Gerede der Leute entspricht nicht unbedingt der ganzen Wahrheit. -Anmerkung der Schreiberin dieses Berichts-).

Viele Wagenfuhren sollen für den Abtransport des Nestes nötig gewesen sein.

Im Jahr 1903 wurde ein neues Wohngebäude am heutigen Standort errichtet und bezogen, so wie es hier auf dem Bild (hinter dem Baum) erkennbar ist. Danach ist somit das alte Wohngebäude abgerissen worden, was dann im Zusammenhang mit der Abfuhr des alten Storchennestes steht. (Das erklärt dann auch die vielen Wagenfuhren!)

  Stall Martens    

Bild: Das alte Stallgebäude vom Hof Martens in der alten damaligen Bauweise und mit Reet gedeckt. In dieser Art war wohl auch das alte Wohngebäude Baujahr 1776 gebaut. Ein Bild vom alten Wohnhaus existiert leider nicht.

Nach dem Abriss des alten Hauses soll sich das Storchenpaar zum Nachbarn Hinrichs (In der Marsch 1) hin verzogen haben. Oder es gab dort bereits ein weiteres, was auch möglich ist.

Das am längsten erhaltene Nest gab es auf dem Reetdach des Hofes Kühl (Alte Dorfstr. 3, bis 1948 Hof Sachau)wie auf folgendem Bild erkennbar ist.

 P1010369 2                                  

1968 wurde das Gebäude um- und ausgebaut. Das letzte Storchennest von Beringstedt mußte weichen und wurde in einer groß angelegten Aktion an eine andere Stelle verlegt. Diese Aktion sorgte für viel Wirbel, da ein eigens hierfür bereitgestellter Helikopter bei der Umsetzung dieses Vorhabens half.

   Storchennest Aufbau  Hubschrauber    

Diese neue Nistmöglichkeit wurde von den Störchen angenommen und einige Jahre haben hier Störche genistet und ihre Jungen großgezogen. Es wurde sogar eine Dokumentation über die Beringstedter Störche gedreht. Eine DVD hierüber befindet sich im Besitz von Rolf Kühl.

Ab ca. 1980 blieb das Nest jedoch leer. Es wurde zwar der ein oder andere Storch gesehen, der hier gelandet ist, es fand sich jedoch kein Pärchen das hier nisten wollte.

2010 wurde das Nest bei einem Sturm heruntergefegt.

Storchennest bei P Breiholz

 

   

 

    2011 wurde der Standort für ein neues Nest abermals verlegt in den Wiesengrund zu H. P. Breiholz.

    Trotz viel Hoffen hat sich hier kein neues Storchenpaar eingefunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Frühjahr 2019 landet ein Storch auf dem Nest und wartet auf eine Gefährtin. Diese findet sich jedoch nicht ein und so gibt er sein Vorhaben auf und zieht weiter. In der Hoffnung, dass sich dieses im Frühjahr 2020 wiederholt, werden Birkenzweige gesammelt (6 Bündel). Diese bindet Siegfried Hinz zu einem Kranz, der dann auf dem Storchennest angebracht wird. Da sich die Storchenpopulation (dank Bergenhusen) in den letzten Jahren erholt hat und in Todenbüttel ein Storchenpaar erfolgreich seine Jungen aufgezogen hat, stehen die Chancen gut für ein Beringstedter Storchenpaar. Toi, toi, toi....

...

margarethenschrank 01Der Margarethen-Schrank                (im Versammlungsraum, Schulberg)

Fast jeder kennt ihn und läuft achtlos an ihm vorbei. Er steht in der Ecke im Vorraum zum Versammlungsraum auf dem Schulberg und heute werden Tischdecken, Kerzen, Dekomaterial und ähnliches darin aufbewahrt. Doch was hatte er einst für einen Zweck? Das wissen eigentlich nur noch die Älteren in unserer Gemeinde:

margarethenschrank 04Die 22-jährige Tochter Margarethe des Angeliter Bauern Johannes Jacobsen erkrankte an Tuberkulose. Der pflegende Vater versprach seiner Tochter am Krankenbett „etwas zu tun für Kranke und Leidende“. Er hatte nur diese eine Tochter. Sie starb 1883. Am 27. Dez. 1893 wäre der 32. Geburtstag von Margarethe gewesen. Zu diesem Anlass rief der Vater eine private Wohlfahrtseinrichtung ins Leben:

Die Margarethenspende, einen Schrank mit Pflegeartikeln, die Bedürftigen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Denn zu damaliger Zeit konnte sich ein Tagelöhner mit einem Tageslohn von 1,80 Mark einen Arztbesuch für 4 Mark nicht leisten. Knechte und Tagelöhner waren zu der Zeit nicht krankenversichert. Die Idee des Vaters hatte Erfolg und die Schränke wurden in ganz Schleswig-Holstein verbreitet und selbst bis nach Übersee. Rund 760 solcher Schränke wurden gebaut, von denen ca. 60 Stück überlebt haben.

margarethenschrank 02In der Mitte:  Ein Bild von MargaretheDarunter ein Schließfach, mit einem Schlitz darüber für Geldspenden, die dieser hilfreichen Sache zu Gute kamen.

Zur Ausstattung dieses Schranks gehörten:  Zinkwannen, wasserfeste Bettunterlagen, Spritzen, emaillierte Steckbecken mit Deckel, Urinflaschen, Schnabeltassen bis hin zu Pinzetten und einfachen Scheren, sowie Heftpflaster, Mull- und Brandbinden. Auch Krücken gehörten zur Ausstattung.

Die Ausleihen aus dem Schrank waren grundsätzlich kostenlos und wurden im „Ausleihbuch“ vermerkt. Wer es sich leisten konnte spendete für die Nutzung.

Diese Informationen entstammen einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 2009, über einen dieser hilfreichen Schränke, der sich in Gnutz befindet. Geschrieben von Sabine Sopha.

margarethenschrank 03 inhaltUnser Beringstedter Exemplar wurde dem hiesigen Frauenverein am 26.11.1929 übergeben. Er wurde bei Frau Timm, Seegen, aufgestellt und war wohl später auch bei Grete Hadenfeldt, Fiedenstr. 14 (heute Anne Solterbeck). Wilma Illing war viele Jahre Vorsitzende beim Deutschen Roten Kreuz und dies war nur eines ihrer vielen Ehrenämter. Sie sorgte damals dafür, dass dieser Schrank in das neue Gemeindezentrum von Beringstedt -auf den Schulberg- kommt. (Dies war in den 1970er Jahren, genaueres zum neuen Gemeindezentrum folgt später) Seitdem steht der Schrank nun hier. Wer die Schranktüren öffnet findet auch dort - auf der Innenseite der Schranktür- die Geschichte vom Margarethenschrank.

 

 

 

 

Bauernvogte, Gemeindevorsteher und Bürgermeister

Archiv Beringstedt - Diese Aufstellung stammt aus den Unterlagen, die Herbert Jürß zusammengestellt und vervollständigt hat.

1737                      Ties Carsten                                 Bauernvogt

1741                      Carsten Holtorf                                dto.

1742                      Jürgen Ott                                         dto.

                            …muss noch weiter recherchiert werden …. falls möglich !!!

1846                      Johann Soeth                                    dto.

1855                      Brand                                                  dto.

1869 – 1876       Hans Boie                                     Gemeindevorsteher

1876 – 1884       Jürgen Bruhn                                    dto.

1884 – 1890       Hinrich Holm                                    dto.

1890 – 1899       Johann Wendell                              dto.

1899 – 1919       Ehler Holm jun.                               dto.

1919 – 1920       Jürgen Hadenfeldt                          dto.

1920 – 1927       Otto Rosenkranz                             dto.

1927 – 1928       Gustav Möller                                  als stellv. Gemeindevorsteher

1928 – 1945      Wilhelm Thöm                                 bis 1935 Gemeindevorsteher, dann Bürgermeister

1945                    Willi Oelke, Puls                              vom 20.12. bis 28.12.1945 als Bürgermeister eingesetzt von der engl. Militärregierung

1945 – 1951       Hans Harms                                Bürgermeister

1951 – 1969       Hermann Greve                              dto.

1969 – 1977       Hans Wendell                                  dto.

1977 – 1997       Herbert Jürß                                    dto.

Liebe Beringstedter Mitbürger,

mein Name ist Rita Bokelmann. Ich möchte hier auf der Beringstedter Homepage die Arbeit unseres leider verstorbenen Ehrenbürgers und Altbürgermeister Herbert Jürß fortsetzen und eine Beringstedter Chronik erstellen, digital. Ihr werdet also hier von Zeit zu Zeit Beiträge und Fotos aus der Vergangenheit finden.

Im Herbst 2016 bin ich mit dieser Arbeit angefangen und habe auch schon mit einigen älteren Mitbürgern unserer Gemeinde gesprochen und Material gesammelt, bevorzugt alte Bilder und Informationen darüber, wer wann wo gewohnt und gewirkt hat. 

Falls Ihr, liebe Beringstedter oder außerhalb wohnende ehemalige Beringstedter, Lust und Interesse habt mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen, so wäre ich hierfür sehr dankbar. Schaut doch mal in Eure Fotosammlungen oder Archive, ob es noch "Schätze" gibt, die hierfür geeingnet wären.

Vielen Dank und bis bald

Rita Bokelmann

Kontakt: Tel. 1643, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, oder Handy 01578 8921037 (whatsapp)

In mitten der freien Natur sowie Wald und Feld ist es doch am Schönsten. So wurden hier im Gemeindewald `Ellerrehm´ in den Sommermonaten oft Veranstaltungen abgehalten. Dazu gehörten Kinderfeste und das zu Pfingsten 1953 vom Männergesangsverein Beringstedt abgehaltene

Sängerfest                Umzug Chor mit dem jungen Lothar Meller Saar Höhe Lamprecht

In der Dorf- und Schulchronik findet sich hierzu folgender Eintrag, aufgeschrieben vom Schulleiter H. Wächtler:

Am 21.6. war das große Sängerfest des Sängerbundes an der Westbahn. Annähernd 400 aktive Sänger und 1000 Besucher wurden gezählt. Das Fest war im Ellerrehm. Es war ein voller Erfolg für unseren Männergesangsverein. Am Morgen war die Kranzniederlegung. Um 13 Uhr folgte der Umzug. Anschließend rollte das reichhaltige Programm aller Vereine ab. Noch bis in die späten Nachtstunden fanden sich die Sänger und Sängerinnen auf 4 Sälen bei Tanz und froher Geselligkeit zusammen. So ein groß angelegtes Fest bei herrlichem Sonnenwetter hatte Beringstedt lange nicht erlebt.

Pfingsten 1953 Saengerfest im Ellerrehm

Links (in weißer Jacke) steht Hannes Jahn, der Vater von Erika Wirsching. Er war Kellner in der Gaststätte Ott (heute lebt dort Fam. Quednau). Daneben steht Waltraut Holm, die damals noch Böttcher hieß und unverheiratet war. Sie arbeitete ebenfalls in der Gaststätte Ott als Bedienung und war auf diesem Fest für´s Kaffee kochen zuständig.

 

  

Dieses Bild wurde von Waltraut Holm (Saar) zur Verfügung gestellt. 

 

 

 

 

 

 

 Hier im Gemeindewald hatte der Kriegerverein einen Schießstand.

 Der Angelverein hat hier seine Vereins-Teiche.

 

  ...

 

 

 

 

Zwei Mädels auf dem Fahrrad.

Zwei Maedels mit dem Rad

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Fotos entstanden vor 1910 in der Friedensallee vor dem Hof Ott (später Rosenkranz, dann Trede, heute Goerzen). Höchstwahrscheinlich sind es die beiden Schwestern Wiebke und Anna Ott, Töchter des Claus Ott, auch `Groot Claas´ genannt. Im Hintergrund des Bildes erkennt man den Wieben-Hof.

In der heutigen Friedenstraße. 

Im Hindergrund zu sehen (Bild 2) der Gasthof Schümann (Fürst, dann Schrum, dann Lenschow). Auf der rechten Seite der reetgedeckte Schuppen vom Hof Seemann (früher Schrum / Thöm / Wohlers). Er wurde später abgerissen. Auf der linken Seite das Grundstück Ruge. Das Eckhaus mit Laden wurde 1911 gebaut.

 Modisch Schick und selbstbewußt…

Zwei Maedels auf dem Rad

Leider kann sich heute niemand mehr daran erinnern, wer die Beiden sind. Sie stammen aber eindeutig aus Beringstedt. Die Fotos sind vor 1910 entstanden, denn die Flurkarte zeigt zu dieser Zeit noch kein Wohnhaus auf dem Dreieck Seegen – Friedenstr. - Eichenweg.

Die Bilder wurden zur Verfügung gestellt von H. P. Breiholz

Unsere Schule (fertiggestellt 1901)

Schule 01      

Schulberg 3

Das Gebäude wurde vom Bauunternehmer Evers errichtet. (Steinbergstr. 13, John, Grewe)

Im Heimatbuch wird berichtet das im Jahr 1920 in der neuen zweiklassigen Schule 92 Kinder unterrichtet wurden.

Die erste Beschulung in Beringstedt fand bereits seit 1695 statt. Da die Kinder im Sommer auf den Feldern helfen mussten, fand der Unterricht nur in den Wintermonaten statt.

Bevor das Gebäude auf dem Schulberg errichtet wurde gingen die Kinder in der Alten Dorfstraße 5 zur Schule. (das weiße Haus hinter dem Hof Kühl, wenn man von der Friedenstrasse kommt)

Neben dem Schulunterricht betrieben die Lehrer auch Landwirtschaft. Die Kühe standen an ihren hölzernen Krippen in der Diele des Schulhauses.

Schule 02 Schule 03 Schule 04

Schule von 1901 bis 1972, danach gehen die Schulkinder in die Dörfergemeinschaftsschule nach Todenbüttel.

Lehrer waren:   Hauptlehrer Thomsen (1881), Max Göttsche, Wächtler, Roske, Ehlers.

 

(Genaue Liste folgt noch) … und weitere Fakten                          ...siehe Rubrik Schule...