Die alte Sporthalle

 Alte Sporthalle

Lt. Zeitungsbericht um 1960

Im Jahr 1950 wurde eine ca. 1 ha große Koppel gepachtet, planiert und mit einer Reihe von Plätzen versehen. Die Fußballer erhielten ein Feld, zwei ideale Faustballfelder wurden geschaffen und gleichfalls wurde ein Übungsplatz für die reitsportbegeisterte Bevölkerung des Dorfes angelegt. Die Krönung dieser ohnehin schon vorbildlichen Sportanlage wurde nun im letzten Jahr geschaffen. Die für sportliche Dinge sehr aufgeschlossene Gemeindevertretung, Bürgermeister Greve an der Spitze, faßte den Beschluß, eine große Baracke 22 x 12 Meter zu kaufen, um in ihr eine Turnhalle und eine Unterkunft für die Sportler zu schaffen. Dank einer Unterstützung durch den Sportförderungs-Ausschuß konnte der Plan verwirklicht werden. Sie hat ein festes Fundament und neben der 13 x 10 m großen Turnhalle befindet sich ein Aufenthaltsraum für die Jugendgruppe, ein Umkleideraum und ein Waschraum mit Duschen. Auch die Tischtennis-Abteilung des TSV-Beringstedt hat in der neuen Turnhalle an 6 Platten die Möglichkeit sich eifrig zu betätigen. Beringstedt hat durch die Anschaffung und das Aufstellung dieser Turn-Baracke und durch die Anlage eines Sportplatzes, die sich beide in nächster Nähe der Schule befinden, ein sehr gutes Vorbild für unsere Landvereine gegeben. Vielleicht macht dieser Baracken-Ersatz jetzt für die an vielen Orten so dringend benötigten Turnhallen in weiteren Orten Schule.

Später wurden Toiletten und Umkleideräume, mit Dusche angebaut sowie eine Küche und Lagerraum für die Turngeräte und Tennisplatten.

Mit dem Neubau eines Gemeinschaftshauses befasste sich der Gemeinderat schon seit 1988. Mit Fördermittels der Europäischen Gemeinschaft, des Landes und einem Kreiszuschuss im Rahmen der Dorfentwicklung konnte das Gebäude gebaut werden. Von den Kosten von 535 000 Mark mußte die Gemeinde 180 000 Mark tragen. 1996 wird der alte Hallenteil (aus Holz) abgerissen, im August feierte man Richtfest und im November 1996 konnte die neue Halle eingeweiht werden.

(Bild von der neuen Mehrzweckhalle einfügen)

Im Winter 2005/06 machten 30 Jugendliche die Gemeindevertretung auf ihre Raumnot aufmerksam und forderten mit Nachdruck (es waren immerhin 30 Jugendliche) einen Aufenthaltsraum für sich. Achim Schnoor vom Kreisjugendring wurde mit dem Streetwork-Projekt beauftrag um die Bedürfnisse der Jugend zu erkunden. Zunächst wurde darüber diskutiert Container für die Jugend aufzustellen. Dann sollte der Dachboden über der Feuerwehr ausgebaut werden, dies mußte aber aus statischen Gründen verworfen werden. Im Sommer 2007 faßte man dann den Entschluß einen Anbau an die Sporthalle zu errichten. Dies brachte den Vorteil, dass auch ein Raum für´s Gemeinde-Archiv und ein weiterer Lagerraum für die Sport-Utensilien geschaffen werden konnte.

Jugendraum

Im Juli 2008 feierte man die Fertigstellung und die Jugendlichen bekamen einen schönen Raum übergeben mit Küche, Sitzecke, Fernseher und Fußballtisch. Seitdem finden jeden Montag ab 17:00 Uhr hier Treffen statt, die unter Aufsicht mit verschiedenen Unternehmungen für die Jugendlichen ausgefüllt werden. Mal werden Nudeln gekocht oder es wird gebacken, es wird gequatscht, Musik gehört, Filme angesehen oder es werden sonstigen Unternehmungen gemacht. Inzwischen hat man das Angebot aufgeteilt einmal für die Jüngeren und anschließend für die Älteren.

Die ehemalige Fischzuchtanstalt von Beringstedt

Hausbild mit BrückeEin kleiner Ausschnitt einer alten Postkarte

Auf diesem Bild ist im Hintergrund die ehemalige Brücke über die Bahnstrecke ganz schwach zu erkennen.

  

Reiherstieg 1

1877     Erste Erwähnung in der Grundsteuerrolle des Landesarchivs.

Eine starke Quelle in der Nähe war zu einem Teich auf einer Waldwiese aufgestaut worden.

Grundstückbesitzer Jürgen Hadenfeldt (*1858) gründete hier eine Fischzuchtanstalt. Viele kleinere Zuchtteiche werden angelegt und sämtliche Fische werden in freiem Wasser aufgezogen.

Ansicht ca. 1910

Hausbild 1910  

Hausbild 1966 

Ansicht ca.1962/66

                                                                             

1904 evtl. etwas früher, wurde das Wohnhaus mit Fischkeller gebaut. Später auch als `Fischerhaus´ und `Beringstedt, Haus No. 80´ bezeichnet und in alten Unterlagen geführt.

1906    H. Ernsting ist Pächter dieser Fischzucht. Er ist 1906 Aussteller auf der Weltausstellung in Mailand und präsentiert hier neben seinen präparierten Fischen auch eine Reihe `schädlicher´ Wassertiere. Jürgen Hadenfeldt (Landmann und Fischzüchter) wird hier als Mitarbeiter benannt.

Im Bericht zum Bahnhof von Beringstedt kann man nachlesen, dass am Bahnhof oft Fische für den Fischzuchtbetrieb angeliefert wurden.

Beringstedter Einwohner, die sehr alt geworden sind:

Die Notiz (Kopie) fand ich in den von Herbert Jürß gesammelten Unterlagen. Sie stammt von Herrn Otto Bolln 

99 Jahre Sieberkrob a

99 Jahre Sieberkrob b

Diese Anzeige mit der dazu geschriebenen Aussage hat mich inspiriert weiterzuforschen, welche Beringstedter Bürger ebenfalls sehr alt geworden sind.

Bisher bin ich auf folgende Daten gestoßen:

Hans Hadenfeldt             *1784 +1874            90 Jahre

Hans Hadenfeldt             *1811 +1907            96 Jahre                   

Hans Christian Wendell    *1814 *1902            88 Jahre                    Eichenweg 3

Claus Ott                       *1867 +1957            90 Jahre                    heute Hof Trede/Goerzen

Hinrich Sieberkrob          *1869 +1968            99 Jahre                    Saar

An der Beringstedter Bahnlinie gab es einst  sieben  Bahnübergänge. Heute sind es noch  vier.

Von Westen kommend sind es gewesen:

1. Reiherstieg, Brücke über die Bahnlinie hin zur Wischkoppel (Fischteiche)

2. In der Verlängerung vom Mückenhörn (Spurbahn) hinüber zur heutigen Sandkuhle im Holsten

3. Mückenhörn - Holsten

4. Steinbergstraße - Saar   im Dorf beim Bahnhof

5. Osterhof, beim Hof Trede

6. zwischen Osterhof und Osterbrook, dieser ist auf der alten Karte von 1965 verzeichnet

7. Osterbrook, Specht (Bärentreff, Lager und online-Handel für Gummibärchen und mehr)

 

Nach der Flurbereinigung wurden die drei (rot markierten) Übergänge überflüssig, weil die Landflächen der einzelnen Höfe zusammengelegt wurden, was dazu führte, dass einige Feldwege aufgelöst wurden und/oder heute anders verlaufen. Dies ist sichtbar auf der alten Karte (Stand 1965) im Flur der Mehrzweckhalle. Die alten Übergänge sind hier noch alle eingezeichnet und somit für uns heute nachvollziehbar festgehalten worden.

Übergänge Bahn 2

 

Wie in vielen Dörfern der Umgebung so gab es auch in Beringstedt Storchennester.

In einem Bericht über den Hof Martens (In der Marsch 3) erzählt Otto Bolln -in seinen schriftlichen Aufzeichnungen seines Geburtsortes Beringstedt- von einem Storchennest, das auf der Giebelspitze des alten Bauernhauses Martens gewesen sein soll. Dieses Gebäude stand auf der anderen Seite vom Stall (von der Straße aus gesehen rechts) und war laut Balkeninschrift im Jahr 1776 erbaut worden. Bereits 36 Jahre früher wird im Jahr 1740 ein Jasper Veers als Besitzer dieser Hufe genannt. Seine Tochter Trien heiratet im Jahr 1769 Claus Martens. 

Auf der Giebelspitze des in alter holsteinischer Bauweise errichteten Hauses hatten bereits sehr viele Storchgenerationen genistet und das Nest immer weiter ausgebaut. Am Ende soll es so riesig gewesen sein, dass das Dach förmlich unter ihm zusammenzubrechen drohte.

(Diese dürfte wohl eher daran gelegen haben, dass die Balken des Daches morsch wurden, denn dieser Hof gehört zu den ältesten in Beringstedt und war auch mit einer der größten Höfe im Dorf. Außerdem kannte der Berichterstatter, Otto Bolln, diese Geschichte auch nur vom hörensagen und das Gerede der Leute entspricht nicht unbedingt der ganzen Wahrheit. -Anmerkung der Schreiberin dieses Berichts-).

Viele Wagenfuhren sollen für den Abtransport des Nestes nötig gewesen sein.

Im Jahr 1903 wurde ein neues Wohngebäude am heutigen Standort errichtet und bezogen, so wie es hier auf dem Bild (hinter dem Baum) erkennbar ist. Danach ist somit das alte Wohngebäude abgerissen worden, was dann im Zusammenhang mit der Abfuhr des alten Storchennestes steht. (Das erklärt dann auch die vielen Wagenfuhren!)

  Stall Martens    

Bild: Das alte Stallgebäude vom Hof Martens in der alten damaligen Bauweise und mit Reet gedeckt. In dieser Art war wohl auch das alte Wohngebäude Baujahr 1776 gebaut. Ein Bild vom alten Wohnhaus existiert leider nicht.

Nach dem Abriss des alten Hauses soll sich das Storchenpaar zum Nachbarn Hinrichs (In der Marsch 1) hin verzogen haben. Oder es gab dort bereits ein weiteres, was auch möglich ist.

 

Ein weiteres Nest gab es auf dem Dach des Hofes Kühl (Alte Dorfstr. 3, bis 1948 Hof Sachau),

wie auf folgendem Bild erkennbar ist.

 P1010369 2                                  

1968 wurde das Gebäude um- und ausgebaut. Das letzte Storchennest von Beringstedt mußte weichen und wurde in einer groß angelegten Aktion an eine andere Stelle verlegt. Diese Aktion sorgte für viel Wirbel, da ein eigens hierfür bereitgestellter Helikopter bei der Umsetzung dieses Vorhabens half.

   Storchennest Aufbau  Hubschrauber    

Diese neue Nistmöglichkeit wurde von den Störchen angenommen und einige Jahre haben hier Störche genistet und ihre Jungen großgezogen. Es wurde sogar eine Dokumentation über die Beringstedter Störche gedreht. Eine DVD hierüber befindet sich im Besitz von Rolf Kühl.

Ab ca. 1980 blieb das Nest jedoch leer. Es wurde zwar der ein oder andere Storch gesehen, der hier gelandet ist, es fand sich jedoch kein Pärchen das hier nisten wollte.

2010 wurde das Nest bei einem Sturm heruntergefegt.

2011 wurde der Standort für ein neues Nest abermals verlegt in den Wiesengrund zu H. P. Breiholz.

Trotz viel Hoffen hat sich bisher kein neues Storchenpaar hier eingefunden.