- Details
- Zugriffe: 6177
Lothar Rolf Meller ein Beringstedter Original
Zusammengestellt aus Informationen von Erh. Marxen, Roger Lamprecht sowie Ute und Hinrich Schrum, (Reher, Viehhorn). Sie haben die Bilder zur Verfügung gestellt und sind noch im Besitz seiner Geburts- und einer Abstammungsurkunde. Daher sind heute (2020) folgende Daten bekannt.
*23.10.1931 in Wuppertal-Elberfeld
Seine Mutter hieß Else Erika Rieß, wohnhaft in Odenkirchen (südlich von Mönchengladbach). Sie kam wohl ursprünglich aus Kiel. Gemäß einer erst 1960 ausgestellten Geburtsurkunde des Standesamtes Wuppertal-Elberfeld, bekam Lothar seinen Nachnamen durch Namenserteilung.
Erst 1989 wurde eine Änderung in seiner Abstammungsurkunde vorgenommen, in der es nun heißt: Johannes Meller hat als Ehemann der Mutter dem Kind seinen Familiennamen `Meller´ erteilt.
Vorgeschichte erzählt von Hinrich Schrum (wohnh. Viehorn, Reher), der durch ständigen Kontakt zu Lothar´s Lebzeit folgendes zu berichten weiß: Als die Mutter verstarb war Lothar noch sehr jung, der Vater war schon zuvor verstorben. So wurden er und sein Bruder (jetzt Vollwaisen) in einem Heim in Dresden untergebracht. Als Dresden Ende des 2. WK bombardiert wurde kamen die Kinder des Heimes nach Meißen in ein Lager. Von hier aus wurden sie aufgeteilt und in verschiedene Bereiche von Deutschland gebracht. Lothar´s nächste Station war Kiel, wahrscheinlich weil seine Mutter hier geboren war. Er absolvierte eine Schneiderlehre.
Weil er nach der Ausbildung noch nicht volljährig war, kam er anschließend -so ca. 17 Jahre alt- nach Beringstedt. Hier übernahm die Familie Schrum seine Betreuung. Anfangs für kurze Zeit auf dem Hof von Hinrich Schrum, Senior (Steinbergstr. 23, später Seemann). Dann hatte er ein Zimmer bei Frieda Lamprecht (dann verheiratete Schrum), Saar 22 (Frieda war zuvor mit Otto Lamprecht verheiratet, der Anfang des Krieges fiel. 2. Ehe mit Claus Schrum. Sie betrieben ab 1946 für einige Jahre (bis 1952/53) die Gastwirtschaft in der Steinbergstraße, wohnten privat auf dem Saar). Als sogenannter `Kostgänger´ wurde Lothar von ihr mit Essen versorgt, was fast bis zu ihrem Tod so blieb, auch als sich ihre Lebensumstände änderten und sie ein Haus im Osterhofer Weg bauten.
- Details
- Zugriffe: 3294
Nachtschutz Oktober 1923 Eintrag in der ersten Schulchronik:
Für Beringstedt wurde ein Nachtschutz, bestehend aus 55 Mitgliedern, gebildet. Vom 1. Nov. ab sollen in jeder Nacht 4 Mann Wache halten; je 2 in der 1. Nachthälfte, je 2 in der 2. Vorsitzender der Nachtschützer ist Gärtner Lamprecht.
Hierzu wurde folgendes aufgeschrieben (2017) von Gudrun Norden, Seefeld:
Meine Mutter, Anna Schubert, geb. Hartig (*1923), wohnte bis zum Jahr 2014 in ihrem Elternhaus, der kleinen Reetdachkate in der Alten Dorfstr. 20 in Beringstedt. Sie erinnert sich, dass ihr Vater Hinrich Hartig (*1895) in den 1930er Jahren in Beringstedt in den Wintermonaten als „Nachtwächter von Beringstedt“ fungierte. Er drehte jede Nacht 3 Runden im Dorf, beginnend so gegen 22:00 Uhr bis morgens zur Melkzeit der Bauern. Dabei trug er ein Horn umgebunden, in das er während der 1. Runde einmal blies, während der 2. Runde zweimal und während der 3. Runde dreimal. Man sagt, so haben die Bewohner, wenn sie es hörten, immer gewusst wie spät es in etwa war und sich auch sicher gefühlt. Während seiner Rundgänge trug mein Opa einen langen Mantel und dicke Stiefel, jedoch hatten diese noch kein Pelzfutter. Zum Schutz vor der Kälte wurden dicke Sohlen aus Zeitungspapier in die Stiefel gelegt. In sehr kalten Nächten wärmte er sich mit heißen Getränken. zwischendurch auf. Von den Bauern erhielt er ab und zu den Auftrag, mal in den Kuhstall zu sehen, wenn eine Kuh kalben sollte. Gegen Morgen kehrte er dann nach Hause zurück.
Dieses Bild von Hinrich Hartig wurde von seiner Enkelin G. Norden zur Verfügung gestellt.
...der letzte Nachtwächter in Beringstedt.
Hinrich Hartig war auch Schlachter und wurde von Beringstedtern gerufen, wenn bei ihnen, wie es damals üblich war, eine Hausschlachtung anstand. Seine Rundgänge als Nachtwächter machte er nur in den Wintermonaten.
Anmerkung von Erhard Marxen:
Bei uns hat `Hinne´ Hartig (ab 1961) auch noch mehrmals im Winter ein Schwein geschlachtet und fachgerecht zugehauen. Aber er konnte noch viel mehr:
Als Steinhauer war er ab und zu auch für die Gemeinde tätig: 1962 sollte der Grandweg von der Todenbüttler Grenze (Badkuhlenkoppel) bis zum Triangel auf `Groot Wisch´ eine Asphaltdecke bekommen. Wir Landwirte wurden aufgefordert unsere Sammelsteine (die Ackerflächen wurden regelmäßig von Steinen aller Größe befreit) am Wegesrand abzuladen. Hinne Hartig zerschlug alle etwas größeren Steine und brachte mit der Steinforke das ganze Material gleichmäßig in die Fahrbahn. Danach wurde von einer Firma die Asphaltdecke aufgebracht.
Aber auch größere Steine, ganze Felsen, konnte Hinne gezielt zerschlagen: Er sah dem Granit kleine Adern an. Mit leichten Schlägen (nie wild drauf los!) gab er dem Stein „Bescheid“. Dann ließ er sich Zeit oder er wandte sich schon mal dem nächsten Stein zu. Später brachte er nur noch einige weitere Schläge und der Stein zerfiel. Auch mit diesem Steingruß wurden die Straßen unterkoffert. Nebenbei war Hinne Hartig auch als Friseur tätig. Wenn man sich mit ihm absprach, brauchte man auch nie lange zu warten. Ich war mit dem Haarschnitt immer sehr zufrieden. E. Mx.
weitere Nachtwächter in Beringstedt waren:
1905 Jasper Peters bis 1888 Schäfer in Beringstedt. Jetzt Nachtwächter.
Wohnhaft Friedenstraße 1 (beim Altenteiler Cl. Ott).
1920 Hans Voß Er wohnte im Haus Alte Dorfstraße 8 zur Miete.
Er mußte dann umziehen, weil ein neuer Besitzer das Haus zum Eigenbedarf kaufte. Wohin bleibt offen.
Hinrich Voß Seegen
1923 Oktober: In Beringstedt wurde ein Nachtschutz, bestehend aus 55 Mitgliedern, gebildet. Vom 1. November ab sollen in jeder Nacht 4 Mann Wache halten, je 2 in der ersten Nachthälfte, je 2 in der zweiten. Vorsitzender des Nachtschutzes ist Gärtner Lamprecht.
1929 Johann Hansen Heckenweg 1
Hinrich Hartig Alte Dorfstraße 20
...
- Details
- Zugriffe: 4399
Peter Büßen war verheiratet mit Christine Büßen, geb. Möller. Sie hatten im Haus Birkenweg 6 einen KONSUM-Lebensmittelladen, der bereits seit den 1920er Jahren hier betrieben wurde. Nebenbei eine kleine Ferkelzucht sowie 4 Kühe und einen großen Gemüsegarten.

Ab ca. 1953 fuhr Peter Büßen mit dem „Milchwagen“ (vom Pferd gezogen, denn ein Auto konnte man sich zu damaliger Zeit nicht leisten) durchs Dorf und verkaufte neben frischer Milch, die er morgens bei der Meierei abholte auch kleine Mengen Lebensmittel wie Brot und Butter. Seine Touren führten ihn durch Beringstedt bis nach Ostermühlen und auch in den südlichen Teil von Todenbüttel (Nähe Alte Ziegelei, also das Gebiet vor der Todenbütteler Au).
-Das folgende Bild wurde freundlicherweise von Siegfried Hinz zur Verfügung gestellt-

Jeder im Dorf kannte Peter Büßen. Auf seiner Milchtour durch´s Dorf kam es vor, dass er ab und an (meist bei Geburtstagen) eingeladen wurde ins Haus zu kommen. Sein Pferd Lotte war sehr geduldig und wartete dann immer bis er wieder herauskam. Nur einmal, da hat es Lotte zu lange gedauerte, sie lief dann einfach schon mal voraus nach Hause (es war ja auch schon am Ende der Tour) und kam dort alleine an.

Vor `Lotte´ gab es ein Pferd mit Namen `Hans´, aber daran können sich wohl auch die älteren Beringstedter kaum noch erinnern.
Erzählt von seiner Tochter: Annelene Illing. Sie stellte auch die Bilder zur Verfügung.
...
- Details
- Zugriffe: 7776
Trägerin des Bundesverdienstordens
Wilma Illing hat sich in der Gemeinde Beringstedt einen besonders erwähnenswerten Platz verdient!
1913 wird sie in Beringstedt geboren. Sie wächst in Kiel auf und besucht hier die höhere Töchterschule. Dann macht sie eine Fachausbildung zur Kindergärtnerin. Beim Sport (THW Kiel) lernt sie ihren Mann Walter kennen. Er war gelernter Meierist und seit 1928 Funker bei der Reichsmarine. Sie heiraten 1935. Versetzungsbedingt ziehen sie zum Seefliegerhorst nach Kamp in Pommern und anschließend nach Pillau-Neutief in Ostpreußen, wo Wilma im Lazarett tätig war. Walter wurde Nachrichtenoffizier und Kompaniechef. Sie hatten inzwischen 4 Söhne und eine Tochter bekommen.

Wilma Illing in ihrem Garten (Steinbergstraße 11) und auf dem rechten Bild mit einer Gruppe jugendlicher Mädchen
- Details
- Zugriffe: 1951
Johann Schneider ein Beringstedter Original
genannt „Johann Schooster“. Er war im fränkischen Marktbreit geboren und als wandernder Schuhmachergeselle in Beringstedt hängengeblieben. Er heiratete -wohl nicht ganz freiwillig- eine Tochter des Dorfes: Anna, geb. Sievers. In dem Haus an der Straße nach Seefeld, das jetzt dem Bauern Wendell gehört, richtete er eine Schusterei ein. Klein und dick von Gestalt und nie ohne Schürze, wie sie die Schuhmacher trugen. Ihn zierte ein in der Mitte geteilter Vollbart. Immer versuchte er jeden Gesprächspartner „auf den Arm zu nehmen“. Meistens bemerkten die Betroffenen erst später, daß sie einer Lügengeschichte aufgesessen waren. Es gab zahlreiche solche Anekdoten und Lügengeschichten. Neben der Schusterei hatte er die Feuerspritze zu betreuen und das Feuerhorn zu blasen und er hatte den Schlüssel zum Spritzenhaus in Verwahrung. Claus und Georg, seine beiden Söhne (beide im 1. Weltkrieg gefallen), hatten wenig Freiheit. Waren sie einmal nicht beim Haus und wurde der eine oder beide gebraucht, dann stellte sich „Johann Schooster“ vor die Tür und pfiff durchdringend auf einem Kofferschlüssel, weithin hörbar. Georg und Claus mußten dann alles stehen und liegen lassen und nach Hause galoppieren, sonst gab es Schläge mit dem Spannriemen. Der größte Teil seiner Kundschaft war in Seefeld zu Hause. Für den Weg dahin benutzte er ein Fahrrad. Hinter dem Fahrrad hatte er einen kleinen Handwagen mit einem Tau verbunden, in dem er alles was sich so zu befördern ergab, transportierte: Ferkel, Kleinkinder, Rübenpflanzen, Sohlleder, Hühnerfutter, auch Äpfel und Birnen. Bevor er abfuhr hieß es stets: „Georg, Claus, putzt mir mal das Rad!“. Er sprach ein Gemisch aus Hochdeutsch, Plattdeutsch und Fränkischem. Auch wenn sonntags ausgefahren wurde, geschah dies per Rad und immer mit dem hinter seinem Fahrrad rasselnden Handwagen und so waren sie immer schon von weitem wahrzunehmen. Während des ersten Weltkrieges wurde viel „schwarz“ gebuttert, denn Butterfässer der alten Art gab es noch überall. Ein Beringstedter ging oft zu Fuß nach Seefeld, um dort Butter zu holen. Johann Schooster wußte dies und nötigte den betreffenden herein, wenn er zurückkam. In der Schusterstube verwickelte er ihn in ein langes Gespräch und nötigte ihn neben den Ofen, den er gewaltig nachheizte. Immer wenn es dem Wanderer zu heiß wurde, nötigte er ihn wieder zum Hinsetzen und heizte nach, bis dem Besucher die Butter in der Tasche schmolz.
Bei den Gesprächen am „Buschdiemen“ waren solche und ähnliche Geschichten immer wieder Gesprächsthema.
(Dieser Bericht wurde verfaßt von Otto Boll *1900 in Beringstedt, Mückenhörn 9)
Bei der Familie Wendell hieß das kleine Häuschen noch lange: die Schusterkate, obwohl die Bewohner Schneider hießen.
...
- Details
- Zugriffe: 631
Zwei Beringstedter Originale: Hermann Haack und Hinrich Voss (Seegen)
(Quelle: ein Bericht, verfaßt von Otto Bolln, Beringstedter Archiv)
Sie waren beide Tagelöhner und verdingten sich gern gemeinsam als solche bei größeren Arbeitsvorhaben der Bauern oder auch der Gemeinde, z. B. beim Ausbau der Feldwege, bei Melerationsarbeiten (*1) in den Wiesen oder auf den Mooren, beim Holzfällen nach Holzauktionen, beim Abholzen des Knickbewuchses, beim Bündeln und Binden von Faschinen oder beim Roden von Baumstümpfen und auch beim Dreschen im Herbst und Winter und beim Buschhacken im Frühjahr. Gewiss gab es auch mal Pausen (ohne Arbeit), die aber mit Arbeiten am und im eigenen Haus oder mit Binden von Reiserbesen sinnvoll ausgefüllt wurden. Zu anderen Zeiten aber waren sie immer fleißig im Einsatz. Beide hatten einen ausgeprägten Sinn für Humor und Späße aller Art und sie schlossen auch Wetten ab, die sie unter großer Anteilnahme der Dorfbevölkerung austrugen. Meist begleitet von reichlich Braunbier und Köhm. Popularität erlangten sie bei passender Gelegenheit, wenn sie gemeinsam auftraten, z.B. beim Ringreiten, beim Eis-Boßeln, bei Treibjagden (als Treiber) oder bei Veranstaltungen des Krieger- und Kampfgenossen-Vereins.
Auf einer Fotografie, die in den Jahren 1910/11/12 vor oder nach einer Treibjagd in Beringstedt aufgenommen wurde, sehen wir die Beiden einträchtig in der untersten Reihe nebeneinander sitzen.

Seegen Voss mit Flasche und Glas und Hermann Haack mit dem Signalhorn. Nebenbei bemerkt: Links von den beiden neben dem Gastwirt Ehler Voss der Knabe mit dem Jagdhund an der Leine, ist mein Bruder Hermann Bolln 13-14 Jahre alt.
Hak und Ösch (plattdeutsch) wurden die Beiden genannt, weil sie wie Haken und Öse zusammenpaßten. Sie verdingten sich meistens bei eigener Kost, denn dann war der Tagelohn durchweg um 50 Pfennig höher. So gab es dann statt der üblichen 2 oder 2,50 Reichsmark täglich 3 Reichsmark. Sie waren beileibe keine Saufbolde oder Quartalssäufer, aber wenn sich die Gelegenheit bot, eine gewonnene Wette oder eine milde Spende, dann waren sie auch gern beim „Schnapsen“ dabei. Sie gehörten zum Dorf und sie trugen, gewollt oder auch ungewollt, zur Belebung des im Allgemeinen gleichmäßig dahinfliessenden Dorflebens bei.
(*1) lt. wikipedia: Meliorationsarbeiten = kulturtechnische Maßnahmen zur Verbesserung des Bodens, Steigerung seiner Ertragsfähigkeit, Vereinfachung seiner Bewirtschaftung.
Haken und Oesen (plattdeutsch: Hooken und Öschen)
Als es noch keine Reißverschlüsse gab, behalf man sich mit Druckknöpfen oder mit Haken und Oesen. Insbesondere waren sie gängig bei der Damenoberbekleidung. Es gab sie in vielen Arten, Farben und Größen. Sie mußten gut ineinanderpassen und wurden bei herumziehenden Hausierern (wandernde Klein-Warenhäuser) gekauft.
Hermann Haack stammte aus Ostpreussen. Schon seine Aussprache ließ ihn als solcher erkennen. Wahrscheinlich hatte er seine 2-jährige Militärzeit bei einem der preussischen Regimenter in Rendsburg (85 er), Flensburg (86 er), Neumünster (163 er) oder Altona (31 er) abgeleistet und war dann, wie viele seiner Landsleute, im Lande geblieben und zwar aus dem einfachen Grunde, weil es hier als Tagelöhner bessere Verdienstmöglichkeiten als daheim im Osten gab. Seine Frau Male (Amalie) war klein von Gestalt aber wohl gerundet und sie stammte ebenfalls aus dem fernen Ostpreussen. Das Ehepaar hatte zwei Kinder. Sie bewohnten eine Strohdachkate am Dorfausgang nach Puls und Ostermühlen (Friedenstraße 32). Damals war das Haus noch ein `Rauchhaus´ in dem auf der Lehmdiele unter der Bodendecke Speckseiten, Schinken und Würste geräuchert wurden. Hermann Haack trug im Mannesalter einen rötlichen Vollbart, was ihm den Beinamen „Barbarossa“ eintrug.
Hinrich Voss trug auch einen Beinamen, der ihn von den vielen anderen Dorfbewohnern namens Voss (Voß), unter denen noch zwei oder drei weitere den Vornamen Hinrich hatten, unterscheiden sollte: „Seegen Voss“. Jeder wußte so sofort, wer dann gemeint war. Verheiratet war er mit einer Tochter des Tischlermeisters Hinrich Pahl (Seegen 3) und er hatte sich ein Haus im Ortsteil `Seegen´ am Ortsausgang nach Seefeld gebaut.
Anmerkung: Das Bild zu dieser Geschichte wurde von Annelene Illing zur Verfügung gestellt. Es stammt aus dem Haus von Dora Lütje (Mückenhörn 9, heute nicht mehr vorhanden), die eine Schwester zu Otto Bolln war (Tante und Onkel zu Wilma Illing, Mutter von Wulf Illing).
...
- Details
- Zugriffe: 6656
Der letzte Land- und Hofarbeiten in Beringstedt war
Hubert Lassahn.
Er verbrachte sein ganzes Arbeitsleben auf dem Hof Martens.
Nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1946 kam der damals fast 16-jährige Hubert Lassahn *1930, als `Jungknecht´ auf den Hof Martens. Er stammte aus Hinterpommern und war als Flüchtling gemeinsam mit seiner Schwester Christel (später Poschmann) und dem Bruder Erwin (er ging später nach Amerika) nach Beringstedt gekommen. Sie wurden erst einmal auf dem Hof Wendell untergebracht. Christel blieb auf dem Hof Wendell und arbeitete dort als Haushaltshilfe, der Bruder blieb auch erst einmal dort, er ging ja noch zur Schule. Hubert wurde als Hofarbeiter vorstellig bei Opa Hans Martens. Dieser meinte, dass eigentlich niemand gebraucht werde! Wenn er jedoch mit Pferden umgehen könne, dürfe er bleiben. Vor Pferden hatte Hubert zwar mächtig Respekt, aber er blieb und war bis zu seinem Lebensende Hof- und Landarbeiter bei Familie Martens. Er hatte im Haus sein eigenes Zimmer und somit auch Familienanschluß. Im Jahr 1971 feierte er sein 25-jähriges Jubiläum und im Jahr 1986 bekam Hubert eine Urkunde für 40-jährige Betriebszugehörigkeit auf dem Hof Martens überreicht vom Landrat Bellmann in Rendsburg.
1993 fanden die beiden Jungen Carsten M. (6 J.) und Jan B. (9 J.) Hubert leblos neben einem Wagen liegend. Hubert wurde 63 Jahre alt.
Weiteres zu Hubert Lassahn findet man bei der Hofgeschichte: In der Marsch 3
- Details
- Zugriffe: 3173
Butendörp
Einst ein Beringstedter Familienname
1739 Im Taufregister der Kirche zu Schenefeld heißt es im Jahre 1739 am 2. Martinus (März) wie folgt:
Johann Christoph, ein uneheliches Kind. Die Eltern sollen sich bei Tönning befinden, ohne auf vieles Befragen zu erfahren, wie sie mit Namen heißen und wo eigentlich der Ort ihres Aufenthalts.
Das Kind ist der Witwe des seel. August Königs zu Beringstedt ins Haus gebracht, all wo es auch getaufet worden.
Gevatter (Taufpaten): Samuel Maschmann, wohnhaft zu Beringstedt itzo zu Norder Hattstedt wohnend, Hans Sierk aus Fahl (Vaale) und Claus Ott zu Beringstedt.
Da es zu dieser Zeit keine Findelhäuser gab -wie in katholischen Gegenden-, mußte derjenige, dem das Kind heimlich gebracht wurde, auch für das Kind sorgen. Andernfalls hatte das Dorf für das Findelkind einzutreten und so ist es hier wahrscheinlich auch geschehen.
Es gab also in Beringstedt ein Kind ohne Nachnamen im Haus der Witwe König. Wahrscheinlich wurden die Taufpaten von der Kirche (Schenefeld) ausgewählt und eingesetzt.
Vermutlich ist hier der Familienname Butendörp zu suchen, denn von den Butendörps heißt es, das der Begründer dieser Familie als Findelkind außerhalb des Dorfes, also „buten Dörp“ gefunden wurde und da das Kind einen Nachnamen haben mußte, zu einem Johann Christoph Butendörp wurde.
Einhundert Jahre später gab es in Beringstedt einen Heinrich Butendörp, der mit Margarethe, geb. Wensien, verheiratet war.
In den Kirchenbüchern von Todenbüttel befindet sich hierzu folgender Eintrag: 13.01.1881 + Heinrich B., Witwer und Verlehnsmann in Beringstedt, *10.11.1805 in Schenefeld als der uneheliche Sohn der Elsabe Maacks und des Heinrich Butendorf. Er starb im Alter von 75 Jahren und hinterläßt aus seiner Ehe mit der weiland Margarete geb. Wensien zwei Kinder:
1) Johann Hinrich Butendorf, Käthner und Handelsmann in Beringstedt, *12.3.1838
2) Elsabe, ledig, *7.12.1835
zu diesen Beiden findet sich kein Eintrag im Sterberegister, woraus geschlossen werden muss, daß Beide außerhalb der Kirchengemeinde Todenbüttel bestattet wurden.
Dieser Johann Hinrich Butendörp war als Handelsmann (Hausierer) und Butterträger bekannt. Auch wird er als Hochzeits- und Leichenbitter eingesetzt. Am erfolgreichsten war er aber als Heiratsvermittler. Zufolge seiner umfangreichen Kenntnisse über die heiratsfähigen Männer und Töchter in der nahen Umgebung und auch weiter entfernt gelegenen Dörfern, die er bei seiner Hausierertätigkeit nebenher sammelte, verfügte er über einen beträchtlichen Fundus an Ehekandidaten. Was er so nebenher betrieb war nun beileibe keine Kuppelei, sondern eine ganz und gar legale Ehevermittlung. Ihm werden sehr viele geschickt eingefädelte Ehestiftungen nachgesagt, die gut einschlugen. Andere Möglichkeiten, sich kennen zu lernen boten allenfalls die Jahrmärkte, aber daneben gab es keine anderen Möglichkeiten. Über den Lohn (Kuppellohn) wurde von allen Seiten eisern geschwiegen. Mit einem Taler = 3 Mark war die Mühe des Johann Butendörp aber sicher nicht abgetan.
Von ihm wurde auch die Schwester meines Vaters, also meine Tante, Elsabe Bolln unter die Haube gebracht, und zwar mit dem Dachdecker Claus Haarfeldt in Looft.
so berichtet es Otto Bolln, *1900 in Beringstedt
Nach Rücksprache (im Jahr 2020) mit Herrn Pastor Rothe, ist in den Todenbüttler Kirchenbüchern folgendes notiert worden:
20.4.1877 + Heinrich B., ledig in Beringstedt, ehelicher Sohn des Johann Hinrich B. und seiner Ehefrau B. geb. Kühl, *30.8.1871, gestorben an Gebrechlichkeit.
7.12.1880 + Anna B., geb. Kühl, Tochter des ...(Vorname unleserlich) Kühl in Seefeld und der Elsabe, geb. Fink. *15.3.1848 starb sie im Alter von 32 Jahren. Sie hinterläßt aus ihrer Ehe mit dem hinterbliebenen Witwer, dem Kätner und Handelsmann Johann Hinrich B. *12.3.1838 (siehe oben), 3 Kinder:
1) Elsabe Maria *3.2.1874
2) Greten *8.12.1877
3) Alvine *6.6.1880
23.04.1917 wird Heinrich Butendorf als Gefallener im 1. Weltkrieg gemeldet. (Lt. Liste der Gefallenen, die jährlich am Denkmal verlesen werden).
Mit seinem Ableben verschwand der außergewöhnliche Familienname aus Beringstedt. Siehe hierzu auch die Hausgeschichte: Alte Dorfstraße 8
...
- Details
- Zugriffe: 8397
Der letzte Gemeinde-Schäfer von Beringstedt
In frühen Jahren war in Beringstedt ein Schäfer mit Namen Hans Thede. Er ist in Bornhöved, in Ostholstein, geboren. Im Kriegsjahr 1870 wurde er eingezogen. Bei der Ausbildung zum Soldaten ist er erkrankt und dann im Lazarett gestorben.
Sein Nachfolger wurde Jasper Peters *26.04.1847 in Todenbüttel. Für´s Schafehüten bekam er 48 Thaler im Jahr. Er hatte 5 eigene Schafe und hütete insgesamt ungefähr 300 Schafe, die im Dorf verteilt waren. Die Bauern Bruhn und Daniel Hadenfeldt gehörten nicht mit zu der Gemeindeschäferei. Für jedes Schaf mußten die Eigentümer den Schäfer 1 Tag beköstigen. Morgens, wenn er die Schafe zusammenhaben wollte, tutete er auf seinem Kuhhorn. Wenn das Horn erklang, wurden die Ställe geöffnet und die Schafe wußten wo sie hin mußten. Als Erkennungszeichen hatte jedes Schaf eine Markierung am Ohr. Die Schafe von Hans Harms hatten am rechten Ohr ein Stück abgeschnitten und im linken Ohr ein Loch. Bei Eggert Lucht hatte das rechte Ohr ein Loch. Dies sind nur zwei benannte Ohr-Markierungen, die notiert wurden.

