Im Wiesengrund 4 stand einst dieses Haus:
Baujahr 1929
1876 ist das Haus im Besitz von Johann Wensien damals stand hier im Wiesengrund ein anderes Gebäude (vermutlich eine Reetdachkate). Denn in einer Auflistung über die Anzahl der Hufen (Höfe) in Beringstedt, steht auch, daß es um 1840 acht Katen gab. Eine davon könnte das Haus gewesen sein, daß hier vorher stand.
Dann wurde hier ab 1929 von Hinrich Behrens ein neues Haus gebaut (siehe Bild).
Auf diesem Kartenausschnitt von 1795 ist bereits ein Haus eingezeichnet: blauer Kreis (rechts unten)

Somit wurde das zuvor hier stehende Haus im Wiesengrund vor diesem Datum gebaut.
Ein genaues Baujahr dieser alten Kate ist nicht mehr bekannt und wie es damals ausgesehen hat, darüber gibt es keinen Bericht. Vermutlich war es ähnlich der alten Räucherkate (Am Wischhof) und der alten Kate, die einst auf dem Hof Mehrens (davor Lucht) gestanden hat und der alten Kate, die auch heute noch auf dem Hof Wendell (Am Ehrenmal) steht. In einem Bericht über vorhandene Höfe in Beringstedt steht, daß es im Jahr 1840 insgesamt 16 verschieden große Höfe gab und 8 Katen. Eine davon könnte diese Kate gewesen sein. Auch im Mückenhörn stand einst eine alte Kate (Bolln, dann Lütje). Von diesen Katen sind nur noch wenige bis heute geblieben. Sie fielen dem zeitlich bedingten Verfall zum Opfer, oder wurden abgerissen und durch Neubau ersetzt.
In einem Bericht über die Schmiede Wensien (Schmiedegang) steht geschrieben:
In der Sackgasse gegenüber der alten Schule (heute Wiesengrund) wohnte um 1900 ein Johann Wensien Als Kleinkätner besaß er eine Kuh und ein kleines Stück Land.
Er war der Vater des Claus Wensien. Dieser hatte bei der Kavallerie gedient, wo er als Schmied seinen Dienst tat. Im Krieg 1870/71 ist er beim `Todesritt der Mars 1a Tour´ (im deutsch-französischen Krieg) dabei und kehrte unversehrt nach Beringstedt zurück. (Später der Besitzer der Schmiede Wensien im Schmiedegang).
1929 ist es das Haus des Maurers Hinrich Behrens
verheiratet mit Anna, geb. Möller aus Hademarschen 2 Töchter: Henriette * … und Anna *1921 (später Osterwald)
Hinrich Behrens läßt das alte Wensien´sche Haus abbrechen. (Quelle: Dorf- u. Schulchronik) Maurer Behrens hat sein Haus niedergerissen und neu aufgebaut.
...siehe Bild 1 am Anfang dieses Berichts...
Im Sommer 1990 wurde das alte Haus von den nachfolgenden Bewohnern
Bernd Leube und Ingelore Pauls-Leube
abgerissen. Sie ließen hier ein neues reetgedecktes Haus bauen

...
Haus Osterwald

Gebaut im Jahr 1958 für
Anna Behrens *1921 +2014, Tochter von Hinrich (Maurer, er arbeitet bei Fa. Schütt) und Anna Behrens. Sie wohnte zuvor im Haus der Eltern, Wiesengrund 4.
Anne´s Tochter Karin (später Tuga, ihr leiblicher Vater hieß Hubert Otto) wird 1941 im Haus der Großeltern, Wiesengrund 4, geboren.
Karin Tuga, geb. Behrens, erzählt (im Feb. 2019) folgende Geschichte aus ihrer Kindheit:
Sie war 7 Jahre alt und wurde im April 1948 in Beringstedt eingeschult. Ihre Mutter arbeitete in Hohenwestedt (Ziegelei) als sie mit ihrer Freundin am Bahnübergang spielte und beim Klettern herunterfiel. Hierbei verletzte sie sich schwer am Kopf. Eine Freundin ihrer Mutter brachte sie zu Dr. Wasmund. Dieser hatte seine Praxis zu dieser Zeit auf dem Hof Voss (Friedenstr. 17, später Pausen/Poggensee). Da der Doktor nicht im Haus war (Hausbesuche über Land) wurde sie erst einmal auf ein Bett/Sofa gelegt. Bis der Doktor kam und die Mutter informiert ist vergeht einige Zeit. Es wird lediglich der Kopf ein wenig hin und her gedreht, damit Blut abfließen kann. Der Mutter werden keine Hoffnung gemacht und ihr wird gesagt, dass ihre Tochter wohl sterben würde - Schädelbasisbruch und hoher Blutverlust. „Dann nehme ich sie mit nach Hause, damit sie dort sterben kann“ beschloss sie (sie wohnte zu dieser Zeit noch bei ihren Eltern im Haus Wiesengrund 4). Am nächsten Tag kam Karin ins Krankenhaus, weil sie nicht gestorben war. Auch dort hatte man wohl keine Hoffnung, denn Karin wurde wiederum nur in eine Kammer gelegt, unternommen wurde weiter nichts. Sie kann sich erinnern, dass sie die ganze Nacht wach gelegen hat. Als am nächsten Morgen eine Schwester ins Zimmer kommt um nachzusehen, meinte diese nur kurz: „Die lebt ja immer noch!“ Da endlich werden Maßnahmen eingeleitet und sie wird versorgt und gesundgepflegt. Ein Wunder, dass sie das überlebt hat!
So kam es, dass sie im nächsten Jahr erneut eingeschult wurde.
Ganz links im Bild: Karin Behrens bei ihrer Einschulung 1948 bei Lehrer Grigo, 3. Dorflehrer in Beringstedt

Im Erwachsenenalter zieht Karin mit ihrem Mann ins Rheinland. Im Rentenalter kehren sie zurück nach Schleswig-Holstein und wohnen in Hohenwestedt, Glüsing. Ihre Mutter:
Anne, geb. Behrens, heiratet Wilhelm Osterwald (*1918 +2001) Er hat nur einen Arm und bringt seinen Sohn Egon mit in die Ehe. Sie bekommen noch einen gemeinsamen Sohn: Udo
Somit sind es 3 Kinder, die in dieser Familie aufwachsen: Karin *1941, Egon und Udo
Hier auf dem Bild zu sehen: Udo, als kleiner Junge mit seinem Bruder Egon

und dem Nachbarjungen Hartmut Hinz, dessen Mutter Herta Hinz und Peter Büßen mit seinem Milchwagen. Das Bild wurde von Siegfried Hinz zur Verfügung gestellt. Im Hintergrund links die alte Dorfschule (bis 1900) und rechts der alte Hof Kröger/Breiholz. Alte Dorfstraße Ecke Wiesengrund.

Udo Osterwald wird neuer Besitzer des Hauses.
Das Haus wird verkauft an …… ??
1978 wohnt dort Martha Martens (Tochter: ?, Enkelin: Inga)
…