Aus der mittleren Steinzeit ( ca. 10000-4300 v. Chr.) stammen Überreste von Wohnplätzen, die Jäger und Sammler bei ihrem Aufenthalt in der Uferzone der  Haaler-Au nutzten.

Die seinerzeitige Naturlandschaft wurde in der jüngeren Steinzeit (4300- 2300 v. Chr.) in eine offene  Kulturlandschaft umgewandelt, in der nunmehr Bauern lebten und wirtschaften. Aus dieser Zeit stammen Einzelfunde jungzeitlicher Feuersteingeräte, aber auch Überreste mehrerer Großsteingräber in der Gemarkung Beringstedt. Der Siedlungsraum wurde auch in der Bronzezeit ( ca. 2300 - 550 v. Chr.) und in der Eisenzeit (ca. 550 v. Chr.- 400 n. Chr.) genutzt, welches Reste heute meist überpflügter  Grabhügel, Urnenfriedhöfe und sonstige Funde belegen.

Die Gemeinde Beringstedt wird 1447 erstmalig urkundlich in der Dithmarscher Klageschrift ( Landesarchiv Schleswig Urkunden-Abteilung 1 Nr. 203  / 94 u.102 ) als Bernstede mit den Einwohnernamen Radeke Otten van Bernstede und  Syverde Otten to Bernstede genannt. Zweifellos ist Beringstedt älter als 1447, wahrscheinlich über 1000 Jahre älter,  nur wird es zufälligerweise erst 1447 genannt. Nach Aussagen der Siedlungs- und  Ortsnamenforschung zählen die Orte auf -stedt zu den ältesten in Holstein.;  ihre Entstehung wird für die ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt angenommen.

Laut der Ortsnamenforschung  bedeutet sted oder stede - Stätte, Wohnstätte  oder Wohnplatz.   Bern die Leute des Bero. " Bero" ist ein altes Wort für " Bär": Der Name Bernstedte bezeichnet wahrscheinlich die Wohnstätte der Leute des Bero.

In den folgenden Urkunden kann man die Veränderungen des Ortsnamen feststellen:

1447 ( LAS Urk.- Abt. 1 203)            Bernstede

1538 ( LAS Urk.- Abt. 104 AR)         Bernstede

1600 ( LAS Urk.- Abt. 104 AR)         Beringstede

1640                                                 Beringstede

In der ältesten Landkarte der Ämter Rendsburg, Kiel und Bordesholm  von 1649 von Johs. Meier, Husum

Nunmehr Beringstedt

 

Der Schepsgraben  auf hochdeutsch: Schiffsgraben

Früher gab es im Moor „Groot Wisch“ einen kleinen Hafen, den sogenannten Schepsgraben. Bevor die Bahnstrecke und der Nord-Ostsee-Kanal gebaut wurden, fuhr man von dort aus mit kleinen Schuten auf dem Wasserweg Holz und Torf in die Städte Rendsburg, Friedrichstadt und sogar bis nach Tönning. Dies erfolgte über den Schepsgraben in die Haalerau und weiter die Eider entlang. Das Holz war zuvor im Wald geschlagen und mit Pferde- oder Ochsenwagen zum kleinen Hafen gebracht worden, wo es auf die Schuten verladen wurde. Auch der reichlich im Moor vorhandene Torf wurde von hier aus verschifft. Torf wurde seinerzeit allgemein zum Beheizen der Öfen und Kochstellen gebraucht. Er wurde im Moor mit dem Torfstecher in handliche Stücke gestochen und zum Trocknen aufgestapelt. In den Städten waren diese Waren sehr begehrt und so betrieb man einen einträglichen Handel mit den Stadtbewohnern, denn von dort wurden Kolonialwaren wieder mit nach Beringstedt genommen. Auch Reet aus der Eiderniederung, zum Eindecken und Reparieren der Hausdächer, fand so seinen Weg nach Beringstedt. Waren die Schuten mal nicht im Einsatz, lagen sie zum Trocknen an der Böschung. Hier konnten dann auch Ausbesserungsarbeiten an ihnen vorgenommen werden.

Bewohner, die kein eigenes Land besaßen, mähten an der Uferböschung das Gras und verarbeiteten es zu Heu. So hatten auch sie im Winter Futter für ihr Kleinvieh.

Beringstedt in Kriegszeiten

Von 1600 an bis zum ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts hat das mittlere Holstein ungewöhnlich stark unter der Drangsalierung durch fremde Truppen und kriegerische Ereignisse gelitten. So durch den

                         Kaiserlichen Krieg                  1627 – 1629           und dem

                         Schwedenkrieg                      1643 – 1645           die mit zum 30-jährigen Krieg gehören. Dem

                         Polackenkrieg                         1657 – 1670           und durch die

                         Franzosenzeit                         1810 – 1814           auch Kosakenzeit genannt.

 

Russische, schwedische, preußische, französische, holländische, spanische und dänische Söldnertruppen, ganz schlimm waren auch die Lützower, benahmen sich stets so als wären sie im Feindesland, auch wenn sie als Verbündete auftraten. Wenn sie keinen Sold erhielten, und das war wohl sehr häufig der Fall, dann requirierten sie auf eigene Faust und nahmen alles, was sie gebrauchen und mitführen konnten. Sie nahmen den Bauern Pferde, Vieh, Wagen, Korn, Heu, Stroh, Speck, Butter, Eier und selbstverständlich alles Geld und alle Gegenstände mit Geldwert, z.B. metallene Gegenstände. Aus Mutwillen verbrannten sie in mühevoller Handarbeit hergestellte Geräte. Sie machten auf den Haus- und Scheunendielen Feuer und wenn das Haus brannte, zogen sie in das Nachbarhaus. Sie folterten die Bewohner, damit sie ihnen Verstecke im Garten oder im Feld und Wald verraten sollten.

Ein Relikt aus der Urzeit

In der Friedenstaße, gegenüber dem Ehrenmal, dort wo der Weg In der Marsch beginnt, auf dem kleinen Dreieck, steht ein Gedenktstein. Er wurde zum 100. Geburtstag des Deutschen Kaisers Wilhelm I (dem Großen) im Jahr 1897 hier aufgestellt.

Kaiser Wilhelm Gedenkstein

SchalensteinEinst diente er als Abdeckstein eines Hünengrabes aus der Vorzeit. Diese lagen beim Fohrsberg. Ebenso wie die einstige Thingstätte (Eekenhoop). Leider wurden diese zerstört als die Straße nach Puls ausgebaut wurde. Es soll dort mehrere Hünengräber gegeben haben, die jedoch schon in grauer Vorzeit zerstört und später übergepflügt wurden.

------- Die Heimat  Heft 4/5 von 1976  Seite 101 ff. --------------------------

Hier steht geschrieben:

Die Rückseite des großen Steines weist aber ein weitaus älteres Denkmal, das in die Zeit zwischen 3000 und 1600 vor der Zeitrechnung zurückdatiert wird und das also maximal 5000 Jahre, minimal  immer noch rund 3500 Jahre alt ist.  Es sind 13 kleinere oder größere Vertiefungen sichtbar, die von Menschenhand stammen. Über den Schalen im oberen Teil des Steines prangt dann noch ein offenbar christliches Kreuz. Dieses Kreuz ist wahrscheinlich erst sehr viel später mit neueren Werkzeugen angebracht worden. Vielleich stammt es aus der Zeit nach der Christianisierung des Landes und sollte gewissermaßen zur Entzauberung der anderen, heidnischen Zeichen dienen.

Welche Bedeutung die schalenartigen Vertiefungen einst gehabt haben mögen, ist bis heute noch nicht restlos geklärt, trotz umfangreicher Literatur und mehrerer wissenschaftlicher Dissertationen über Schalensteine. Andernorts werden Schalensteine auch als ehemalige Opfersteine deklariert, etwas in der Weise, dass in den Schälchen einstmals Blut oder andere Opfergaben dargebracht wurden. Diese Darstellung wird aber schon durch die Tatsache widerlegt, dass die Schalen auch an senkrechten Stellen der Steine angebracht worden sind. An Stellen also, an denen eine Darbringung von Opfern völlig sinnlos  gewesen wären.

Als man Ende des 19. Jahrhunderts den als Gedenkstein vorgesehenen großen Stein in das Dorf holte, hat man wahrscheinlich noch gar nichts von den Schalen und von dem Kreuz gewusst, denn diese Merkmale fallen überhaupt nicht auf und sie treten nur dann hervor, wenn man sie kenntlich macht, etwa mit Farbe.