Alte Dorfstraße           -heute nicht mehr vorhanden-

Einigen älteren Beringstedtern ist der Hof in der alten Dorfstraße noch bekannt. Er befand sich gegenüber vom Dorfteich. Heute stehen dort Einfamilienhäuser. Ende der 1960er Jahre ist er abgebrannt und wurde nicht wieder aufgebaut.

Hof Breiholz Nordansicht 2   Hinrich Holm dann Martin Kröger

Geschichte des Hofes Baujahr 1760:                        Vollhufe

Ehler Holm        +1770 in Beringstedt

des Jürgen Holm und Malehn … in Bucken ehelicher Sohn. Er heiratete (vor 1725) Anna Liesbeth Voß aus Beringstedt

(Diese Information stammt von einer Kopie eines Auszugs aus dem Kirchenbuch Schenefeld und befindet sich im Beringstedter Archiv. Auch die nachfolgenden Geburts- und Sterbedaten sowie alles Nachfolgende ist hier aufgeschrieben und festgehalten worden).

Er fand die Bronzefigur

Bei der Aufteilung der Ländereien rund um Beringstedt hatte Ehler Holm eine Landfläche am Fohrsberg zugeteilt bekommen (dies wurde durch ein Losverfahren entschieden. Der damalige König von Dänemark hatte angeordnet, dass das Umland der Gemeinden vermessen und aufgeteilt werden sollte). Beim Pflügen dieser Fläche, die zuvor unberührtes Heideland war, fand Ehler Holm eine Bronzefigur (die er für Gold hielt). Diese Figur erwies sich später als sehr bedeutungsvoller, einzigartiger Fund aus der Bronzezeit und befindet sich heute im Nationalmuseum von Kopenhagen, weil Holstein damals unter dänischer Verwaltung stand.

Ehler Holm starb im hohen Alter von 80 Jahren. Ihm folgte als Hoferbe sein Sohn

 

Claus Holm        *1725 +1776

Er heiratet 1754 Elsche Sievers Tochter des wld. Jürgen Sievers zu Haale (wld = Abkürzung von weiland. Wenn jemand zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war, wurde er als weiland bezeichnet. = In geweihter Erde liegend.) Sein Sohn:

Ehler Holm        *1763 +1805

Er heiratet in Schenefeld 1785 Antje Beeck, des Peter Beeck und dessen Frau Antje Struve eheliche Tochter.

Reiterhufen auch/oder Reuterhufen    

Das Elend der Reuter- oder auch Reiterhufen genannten Hofstellen dauerte etwa 10 Jahre und brachte die meisten Hufen (Höfe) an den Rand des Ruins. Nicht nur der 30jährige Krieg, der sich in den Jahren 1627 – 1629 auch in Holstein ausbreitete sondern auch der im Volksmund genannte „Polackenkrieg“ (1657-70) hatten das Land schwer mitgenommen. Das Königreich Dänemark, damaliger Beherrscher des Herzogtums Holstein, war durch den aufwendigen und luxeriösen Lebenstils in Kopenhagen in ständiger finanzieller Bedrängnis. Man war dort aber auch sehr erfinderisch in der Erschließung neuer Steuerquellen und in der Einsparung und Abwälzung der Kosten aller Art. Der Dänen-König Christian V (1670-99) verfügte kurz nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1671, die Kosten des stehenden Heeres drastisch einzuschränken und zwar in der Weise, dass die berittenen Truppen des Heeres (Kavallerie) kurzer Hand auf die Bauernhöfe verlegt und verteilt wurden. Im Amt Rendsburg wurden hierzu insgesamt 134 Bauernhöfe als sogenannte Reuterhufen bestimmt und mit dauernder Zwangseinquatierung belegt. Den Reuterhufen war zwar eine gewisse Steuerfreiheit zugesichert worden, aber darauf nahm man bei der Eintreibung wenig oder gar keine Rücksicht. Abgaben bzw. Steuern wurden damals nicht nur in Form von Geld sondern auch als Naturalien oder anderen Leistungen verlangt. Zwei Reuterhufen wurden in Beringstedt bestimmt eine davon war die Hufe Ott. Viele Reiterhufen wurden wegen der hohen Belastung von den Besitzern einfach verlassen und somit wurde die Höfe zu sogenannten „wüsten Höfen“. Es muss dem Amt Rendsburg diese Tatsache bekannt und bewußt gewesen sein, denn es verlangte von den Kirchspielvogten einen jährlichen Bericht über den Zustand der Reuterhufen.

Wandlungen auf dem Lande

aufgeschrieben von Otto Bolln, *1900 in Beringstedt. Sein Elternhaus stand im Mückenhörn 7 (längst abgerissen). Er hat in seiner Altersruhezeit viel über Beringstedt aufgeschrieben (getrippt mit der Schreibmaschine) und dieses in einem Ordner zusammengefaßt unter dem Titel: `Beringstedt im Wandel der Zeiten´ und so der Nachwelt zur Verfügung gestellt. Teile davon befinden sich im Beringstedter Archiv. Leider ist dieser Ordner nicht mehr ganz vollständig!!!

 

Man glaube nur nicht, daß die letzte Hälfte des 19. Jahrhunderts und die erste Hälfte des 20. Jrh. geruhsam und gemächlich und ohne Erschütterungen gewesen seien. Das Gegenteil war der Fall. Erfindergeist und neue Erkenntnisse für die Feldwirtschaft aber auch die immer mehr um sich greifende Landflucht brachten in dieser Zeit auch auf dem Land grundlegende Änderungen.

1850      waren auf den Bauernhöfen und in den Katen noch fast alle Geräte aus Holz (ausgenommen Pflüge, Eggen, Sensen usw.), allenfalls war das eine oder andere Stück schon mit Eisen oder Blech verstärkt.

Bis 1862 gab es nur vom Wasser getriebene Mühlen (Korn-, Stampf-, Walk- und Lohmühlen), dann aber traten von Holland her die Windmühlen ihren Siegeszug an. Bald hatte fast jedes Dorf eine eigene Windmühle an der höchsten Stelle des Dorfes. Beringstedt machte eine Ausnahme, jedoch stand ihre Windmühle in der Nähe der Wassermühle Ostermühlen.

Windmühlenkoppel 2

1818    Weil Marx Voß II die Arbeit mit der Wassermühle alleine nicht mehr schaffen konnte, läßt er auf Stickelohe eine Windmühle errichten.

1870 wird die Windmühle verkauft und abgebrochen, weil sie nicht genügend frequentiert wird. In Lütjenwestedt wird sie wieder aufgerichtet.

Die Weide auf der sie gestanden hat wird noch lange Windmühlenkoppel genannt (siehe Kartenausschnitt oben).

 

Der Vossborn oder auch Ortstein genannt. Diese eisenhaltige, rötlich gefärbte harte Erdschicht läßt, wenn er hoch sitzt, keine Feuchtigkeit durch. Auch Pflanzenwurzeln scheitern an seiner Festigkeit. Schaufel und Spaten können ihm kaum etwas anhaben, allenfalls die Spitzhacke. Dort wo Vossborn hoch sitzt gibt es keine große Fruchtbarkeit, Bäume und Sträucher verkümmern und gehen ein. Allenfalls kann sich noch das Heidekraut kümmerlich erhalten. Viele hundert Jahre stand man diesem Phänomen hilflos gegenüber. Auch in der Gemarkung Beringstedt gibt es verschiedene Stellen mit hochsitzendem Ortstein. Erst als tiefgreifende Pflüge aufkamen, konnten die Schichten aufgebrochen werden. Diese Dampfplüge sorgten dann dafür, dass nach und nach auch die Heideflächen beackert werden konnten. Erst mit Buchweizen, dann Hafer. Düngemittel sorgten dann dafür, dass der Boden ertragreich blieb.

 

1863      erhalten die Wollspinner Schnoor und Stoldt in Schenefeld das kgl. dän. Patent für die Anfertigung von Mähmaschinen.

1869      Peru-Guano, Knochenmehl, Muschelkalk und Phosphat werden als Düngemittel von ganz besonderer Wirkung bekannt, sind aber viel zu teuer. (Kali und Kanit kommen erst sehr viel später zum Ruhm).

1870      Der Göpel wird eingeführt. Mit seiner Hilfe kann gedroschen, Häcksel geschnitten und Staubmühlen zum Reinigen des Korns betrieben werden. 1920 waren in Beringstedt noch Göpel in Betrieb.

Es tauchen die ersten von Pferden gezogenen Harken (Pferdeharken) auf.

1871      Die Gründüngungen werden zögernd und sehr skeptisch eingeführt.

1873      Ringelwalzen

1874      Man entdeckt, daß man den Pflug als Kartoffelroder benutzen kann.

1875      Nutzung der durch größere Viehhaltung anfallenden Jauche.

1881      In Beringstedt wird die Genossenschaftsmeierei gegründet.

1886      Die erste Dampf-Dreschmaschine wird in Betrieb genommen.

1888      folgt ihr der mit Dampf getriebene Buschhacker und die -Säge für Brennholz.

1890      kommen erst die schon 1863 patentierten Gras-Mähmaschinen auf, die dann bald auch als Getreide-Mähmaschinen genutzt wurden

1891      Doppelschaarpflüge, später Pflüge mit 3 Schaar.

1900      Sä-Maschinen für das Aussäen von Getreide.

Der Kartoffelanbau wird intensiviert. Umbruch von Ödländereien und Heideflächen mittels Dampfpflügen.

1903      Getreide-Mähmaschinen mit Ableger (die Garben werden/müssen nur noch von Hand gebunden werden).

1905      Wasserleitungen. Die hauseigenen Brunnen verschwinden immer mehr.

1910      Getreide-Mähmaschinen als Selbstbinder. Erster Nutzer in Beringstedt ist Hans Hadenfeldt.

Der Nutzen des Mergelns wird erkannt und eifrig betrieben. Zur Verbesserung der kalkarmen Böden wurde Mergel ausgebracht. Dies ist ein blauer Ton mit Kalkeinschlüssen (Muschelkalk). Er kommt in der Beringstedter Feldmark vor im Westerhorn und Kugelin, hier jedoch von minderer Güte. Das Ausgraben des zähen Tones war reinste Schwerarbeit und es entstanden im Westerhorn tiefe Gruben, die sich bald mit Grund- und Regenwasser füllten. So wurden immer wieder neue Gruben ausgehoben. Der Mergel kam Fuderweise auf die Äcker und wurde, wenn er getrocknet und zerbröckelt war, ausgestreut. Dadurch stieg der Bodenertrag erheblich.

Der dann 1914 folgende Krieg und die nachfolgende Inflation hemmen den weiteren Fortschritt ungemein.

1927      Die ersten Trecker tauchen auf und es wird ein Heu-Aufzug erfunden.

1935      Das Heu wird mittels Gebläse auf den Boden gepustet.

1949      Die Melkmaschine ist da.

1953      Mähdrescher auch in Holstein erstmalig erprobt.

1955      Auch der Stallmist wird jetzt mit dem Miststreuer gleichmäßig ausgetreut, die Handarbeit ist damit auch auf diesem Sektor überflüssig.

Viele Neuerungen ließen sich hier noch aufführen, aber das erübrigt sich wohl, weil wir sie selbst miterleben.

 

Von Beringstedtern bereitgestellte Bilder zu diesem Thema:

auf der Weide    Kartoffeln sammeln    Melken per Hand   Pferdegespann    Pflügen mit Pferd  Traktor

Die obigen Bilder wurden alle zur Verfügung gestellt von Ingrid Martens.

 

Mähdrescher   bei der Feldarbeit

Diese beiden Bilder wurden von Karla Seemann zur Verfügung gestellt.

Und in der Dorf- und Schulchronik findet man diese Bilder: 

von 1955  Der erster Einsatz eines Mähdreschers von Claus Hadenfeldt am 14.8.1955

Dreschmaschine 1955 Erster Einsatz 4   Dreschmaschine 1955 Erster Einsatz 6   Dreschmaschine 1955 Erster Einsatz 5

 

 Landwirtschaftliche Betriebe in Beringstedt:

                                    1960      1970        1988

 1  bis 10 Hektar            17            9               8

10 bis 20 Hektar             8            5            

20 bis 30 Hektar             4            4               8

30 bis 50 Hektar             8            9              

50 Hektar und mehr       5            6               9

                                   ____________________

gesamt                         42           33             25

 

 

 

 ...

 

Westerhorn

Ein Gebiet südlich der Straße nach Seefeld gelegen

südliche Gemarkung um 1965

Ein Bericht geschrieben in den 1970ern von Otto Bolln:

Um den Ertrag kalkarmer Böden zu verbessern, wurde früher gemergelt. Dieser blaue Ton mit Kalkeinschlüssen (Mergel) kommt in der Feldmark von Beringstedt in den Flurstücken Westerhorn und Kuggelin vor. Das Ausgraben des zähen Tons war reinste Schwerarbeit und es entstanden im Westerhorn tiefe Gruben, die sich bald mit Grundwasser und Regenwasser füllten, so daß neue Gruben ausgehoben werden mußten. Der Mergel kam fuderweise auf die Äcker und wurde ausgestreut, wenn er getrocknet und zerbröckelt war. Durch diese Kalkzufuhr stieg der Bodenertrag ganz erheblich. Dann ist Düngekalk an die Stelle des Mergelns getreten. Um 1960 bestehen noch große Vorkommen in den Lagern am Westerhorn, die angeblich bis zu 40 m tief reichten. Die Zementfabrik in Itzehoe (ALSEN) zeigte hieran lebhaftes Interesse, weil die bisher bei Wacken ausgebeuteten Lager zur Neige gingen und kaufte hier reichlich Land auf. Hierbei wurden beträchtliche Beträge gezahlt, wobei den vorherigen Eigentümern das Nutzungsrecht bis zur Erschließung verbleiben sollte.

Dieses Kaufinteresse sorgte bei den jeweiligen Landbesitzern für eine wahre Goldgräberstimmung, denn auch das Umland vom eigentlichen Gelände wurde aufgekauft, um genügend Platz für eine Abbau-Anlage zu haben. Man rechnete auch mit einer Absenkung des Grundwasserspiegels.

In mühevolle Kleinarbeit hat Erhard Marxen in den 1990er Jahren, mit Hilfe der Kataster-Unterlagen im Beringstedter Archiv, diese Liste der verkauften einzelnen Wald- und Feldstücke mit Größe und Vorbesitzer zusammengestellt.

Verkauftes Land an die Breitenburger Zement

Zu einem großen industriellen Abbau dieser Fläche kam es dann jedoch nie. Die Landflächen wurden von den ehemaligen Besitzern teilweise zurückgepachtet. Heute ist hier rund um den entstandenen Teich (auf Seefelder Gebiet) ein beliebtes Brut- und Rastgebiet für Wildvögel entstanden.

 

...

Die Geschichte von der `Ostermühle´ reicht zurück bis in ihre Anfänge und ist wie folgt überliefert:

(abgeschrieben aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln und weiteren Unterlagen im Beringstedter Archiv, die von geschichtsinteressierten Beringstedter Bürgern gesammelt wurden)

Die Mühle mit Nebengebäude   das Mühlenrad  Mühle Ostermühlen

Bis 1598 war die Wassermühle in Osterstedt auf dem Platz der späteren Genossenschafts-Meierei, genannt: „Ostermölle“. Wegen des mangelnden Gefälles der Osterstedter Aue wurde sie abgebrochen und beim Hof Ostermühlen wieder aufgebaut. Ein Balken in der Mühle trägt die Jahreszahl 1598. Erst 300 Jahre später wird die Mühlenbek (heute FohrsAu genannt) durch einen Damm aufgestaut und es entsteht der Mühlenteich. Das wasserbetriebene Mühlrad wurde von einem Unterschächtigen zu einem Oberschächtigen umgebaut, was eine größere Kraftumsetzung zur Folge hatte.

Im ALSH (Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein) in Schleswig gibt es folgenden Text, zu finden unter LAS Abt. 123 Urk. Nr. 220:

              1470 den 11. März1470 den 11. März a

                Abschrift:

        1470 den 11. März übersetzung

 

1540     Der Hof Ostermühlen wird im Jahre 1540 erstmalig in der Steuer-Rechnung des Amtes Rendsburg genannt. Besitzer des Hofes war damals der Beringstedter

Marquart Beke      Er bezahlt an Hufenschatt (Steuern) 24 Schilling und 6 Pf. an das Amt Rendsburg.

Zum Vergleich: Auf der Hufe Hadenfeld in Beringstedt lasteten im Jahr 1585 an Hufenschatt von 40 Schilling und 10 Pf. Dies war der weitaus höchste Satz im ganzen Bereich des Amtes Rendsburg.

1597     Als Müller wird Asmus Lensche aus der Gegend von Nortorf genannt.

Am Ende des 16. Jahrhunderts bekam Ostermühlen eine größere Bedeutung durch die nach hier verlegte königliche Erbpacht-Wassermühle. Mühlenpflichtig durch königliche Order waren die Dörfer:

Osterstedt, Todenbüttel, Maisborstel, Haale, Lütjenwestedt, Gokels, Ohrsee, Seefeld, Puls und Beringstedt

Ostermühlen

1600     Auf Ostermühlen sind ansässig:

             Claus Lucht                                                    Vollhufner auf dem Hofe selbst

             Wilhelm Hund                                              ¼ Hufner  (Stickelloh)

             Hans Timm                                                    Kätner

             Johann Güldenstedt                                   Kätner

Claus Poppe ist zu dieser Zeit Müller. Er läßt das Grundwerk der Mühle erneuern.

Im Jahr

1613     werden abermalige bauliche Veränderungen an der Mühle erwähnt, Kosten: 72 M.

1629     Paul Homfeldt aus Bünzen wird Erbpachtmüller. Er zahlt an Pacht 32 Tonnen Roggen und 16 Tonnen Malz, je zur Hälfte fällig an Pfingsten und Martini beim Amt Rendsburg.

1668     Hans Martens aus Beringstedt ist Erbpächter der Wassermühle.

So beschreibt Timm Kröger den Ort Ostermühlen in seiner Novelle "Dreschermelodie"

„Plötzlich lag ein Idyll vor mir.

Drüben am Teich ein stattlicher Hof mit mächtigem Wohngebäude

und den lindenbeschatteten Wohnräumen,

Das grüne Tafelwerk der Wände,

Das leuchtende Rot der Ziegel im blanken Wasser sich wiederspiegelt.

Die Brücke unter den Rädern dumpf rollend und dröhnend das stäubende Mühlrad

Und im Hintergrund der weite, in der Frühlingsonne strotzende Wald“

 Stationen aus dem Leben des Timm Kröger:

Geboren:                  29.11.1844         in Haale

Gestorben:              29.03.1918          in Kiel

Begraben:                                              in Elmshorn

                                     

Seine Eltern:            Hans Kröger, Hofbesitzer in Haale, geboren 1800

                                      Catharina, geb. Bornholt, geboren 1799 in Haale

Hans Kröger (der Vater) war zweimal verheiratet. Die erste Frau Triena, geb. Martens, starb mit 34 Jahren im Wochenbett. In der ersten Ehe wurden 5 und in der zweiten Ehe weitere 5 Kinder geboren. Das jüngste Kind aus der zweiten Ehe war:  Timm Kröger

Diese Familie Kröger war durch Einheirat von Vaasbüttel nach Haale gekommen, und sie waren vorher in Wiedenborstel (1697) und davor in Reher (1664) ansässig gewesen.

Timm Kröger besuchte zunächst die einklassige Volksschule in Haale. Mit 14 Jahren kam er in die Privatschule des Theologen Speck in Hohenwestedt. Er hatte ständig Heimweh nach Haale und kehrte nach einigen Jahren zurück. Hier war er zunächst Knecht bei seinem Bruder Hans, der den Hof nach dem frühen Tod des Vaters übernommen hatte. Später bewirtschaftete er das Altenteil seiner Mutter.

Dann aber kehrte er wieder in die Privatschule Speck nach Hohenwestedt zurück, um Latein zu lernen. Mit 18 Jahren wurde er in der Gelehrtenschule in Kiel aufgenommen. Hier in Kiel begann er auch das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität. Das Studium setzte er dann in Zürich, Leipzig und Berlin fort.

Dieser Bericht wurde aufgeschrieben von

Otto  B o l l n

Hamburg

Ostermühlen 

Auszug

aus dem bei der Amtsstube vorhandenen Nachrichten

über das Amt Rendsburg

gesammelt im Jahr 1809

vom Justizrath C.M.B. Langheim

 

An einem Teich und einer zwischen Seefeld und Puls, von Warringholz herkommenden, in der Nähe von Osterstedt fließenden Aue hat ein Haus, 2 Familien und 18 Menschen. Der Besitzer der hiesigen Erbpachtmühle hat zugleich die vormals Stickelohe benannten 3 Besitzungen und zugleich Landsteuertonnen 197.

Nach den Amtsinationsprotokoll hat

Stickelohe        5 Morgen  14 Ruthen  1 Fuß     jährliche Heuer: 14 M 5/10 ch  Pflugzahl 3/10.

Ostermühlen    30 Morgen  5 Ruthen  4 Fuß     jährliche Heuer: 199 M 3 ch     Pflugzahl 31/4.

Jetzt 1809 hat Ostermühlen Pflugzahl 45/84 und Stickelohe 3/4  5/8.

Das Ackerland ist leicht, aber fruchtbar, und sicher zum Kornbau. Die Wiesen, welche ungefähr 40 Tonnen betragen sind gut. Auch ist Torfmoor, Holz und Weide vorhanden, sowie 3 kleine Fischteiche. Die Holzgründe betragen 20 Tonnen, das Torfmoor 1 Tonne und das Weideland über 40. Die Tonne ist taxiert zu 62 ½  Ruth.

Wann die hiesige, Königliche Erbpachtmühle genannt, zuerst entstanden, davon findet sich keine Nachricht. Sie ist 1683 von neuem Erbaut und besteht aus einem Gange, so von unterverfallendem Wasser getrieben wird.

Nach Inventaris vom 20. April 1886 ist weiter kein Land dabei als 2 Scheffel Saat und etwas Wischland zu 1 Fuder Heu. Sie war dem

Claus Martens  laut Contract vom 1. Mai 1686           auf Lebenszeit in Pacht getan, und wurde                                                         dessen Sohn

Claus Martens  durch Contract vom 3. März 1708        auf Lebenszeit verhäuert

für 65 Dänische Kronen. Dessen Schwiegersohn

Claus Hadenfeldt        am 27. April 1741                    und seinen Leibeserben übergeben

in Erbpacht für 77 Dän. Kronen.

Er bezahlte die Mühle (die Hufe und das Wohnhaus ist Privateigentum) und das Dabei befindliche Zubehör mit 150 M. Es ist das Inventarium vom 26. Aug. 1709 zum Grunde gelegt. Der Erbpächter muss die Mühle unterhalten. Der Contract ist

1757      auf       Hans Hadenfeld

1787      auf       Tienke Holm und Elisabeth Catarina Martens

1788      auf       Anna Holm, jetzt Ehefrau des Marx Vohs confirmirt.

Mit den Diensten und Führen ist es verblieben, wie vor der Erbpacht. Mühlenpflichtig sind:

Puls, Seefeldt, Ohrsee, Gokels, Lütjenwestedt, ganz Todenbüttel, Osterstedt, Beringstedt, Haale im Kirchspiel Jevenstedt, und Maisborstel im Kirchspiel Hohenwestedt welche auch zur Schenefelder Kirche gehörten.

Matten        3 mal           von einer Tonne Korn, also 3 1/4 Kannen                                                        

                    2 mal          von einer Tonne Malz

Die Mühle liegt an einem Teiche, in welche die vom Warringholzer Feld kommende zwischen Puls und Seefeld nahe bei Beringstedt vorbeilaufende Aue fällt, welche dann weiteraus dem Teiche in die Osterstedter Aue fließt. Der Ostermühler hat eine große Wiese in der Spitze der Fuhlenau und der Haaleraue bei den Beringstedter Wiesen.

Bis 1686 gaben die Zeitpächter statt Geld Roggen und Malz und standen auch die Baukosten nicht. Die Mühle ist …

...hier endet die Kopie...

 

Stickeloh / Steckellohe

„Wo liegt das denn?“  habe ich einige ältere Beringstedter gefragt. Denn diese Bezeichnung tauchte auch schon in den alten Schulunterlagen auf, wo stand, dass die Kinder aus Ostermühlen und Steckelloh schulmäßig zu Beringstedt gehören sollen. „Das liegt doch in der Nähe unseres Kuhstalls“, (Aussiedlerkuhstall Richtung Puls), sagte Anne Solterbeck. Die Flurbezeichnung Stickelohe ist auch auf der großen Flurkarte (Stand 1961)* zu finden, die im Flur unserer Mehrzweckhalle auf dem Schulberg (Eingang vom Sportplatz aus) hängt und im Archiv fand ich hierzu folgendes:

Stickeloh war früher ein kleiner Ortsteil von Beringstedt. Er lag, wenn man von Beringstedt in Richtungs Puls fährt, hinter der Au auf der linken Seite. Hinter der dort verlaufenden FohrsAu gab es 2 kleinere Hufen und 1 Kate. Diese sind im Jahr 1757 in den Besitz Ostermühlen übergegangen.

Um 1600 ist dort ansässig:        Wilhelm Hund             1/4 Hufner

1668 werden genannt:   Claus Popp und Ilsche Popp

Um 1700 sind dort ansässig:

                Detleff Ludhoff                1/8 Hufe

                Hinrich Evers                   1/8 Hufe

                Hans Timmen                   1 Kate                

Nach dem Erdbuch hatte Hans Timmen ¼ Hufe vor….(mals)….. (hier fehlt etwas Text am Rand der Kopie) …aber ganz abgebrannt, wird jährlich um 3 Reichstaler verhauert

Im Jahr 1738 werden die zwei Besitzer genannt:

                Jürgen Paulsen                 mit 1/8 Hufe

                Max Evers                          mit 1/8 Hufe.

1757 kauft die Familie Voß (Ostermühlen) den letzten Besitz von Steckellohe für 900 Mark, eine Tonne Roggen, eine Tonne Buchweizen und 1 Schaf.

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Die Sage von            De swarte Greet vun Stickeloh:

In den Tagelöhnerkaten von Stickeloh, auf dem Hof Ostermühlen, lebte ein Tagelöhner-Ehepaar. Die Frau behandelte den Mann anhaltend so schlecht, dass dieser sich am Ende im Fohrsbrook an einem Baum erhängte. Von da an war die Frau als „swarte Greet“ von Stickeloh in Beringstedt geächtet. Als sie starb, weigerten sich die Bauern, die Leiche nach Schenefeld zum Friedhof zu fahren. Schließlich wurde sie in einem einfachen Holzsarg von den Bauern im Fohrsbrook, dem Sterbeort ihres unglücklichen Mannes, in der Böschung der Fohrsau (früher auch Mühlenbek genannt) notdürftig verscharrt. Regenfälle und Kühe, die hier zur Tränke gingen, brachten nach Jahren den Sarg wieder zum Vorschein. Von da an spukte dort angeblich der Geist der Frau des Selbstmörders. Die Stelle wurde von da an auch am Tage gemieden. Der Fohrsbrook wurde später nahezu ganz abgeholzt und die Straße nach Puls führt hier entlang.

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*Diese Flurkarte (Stand 1961) wurde von Erhard Marxen angefertigt und von Lena Putzke beschriftet. Hier sind die Besitzer der einzelnen, manchmal sehr kleinen Flurstücke benannt. Nach der Flurbereinigung hat sich hier vieles verändert. Auf Listen sind die Namen der Hausbesitzer genannt, die aus Platzmangel auf der Karte mit einer Nr. versehen wurden. Diese Listen sind an der Rückseite der Flurkarte angebracht.

Übersetzung aus der alten deutschen Schrift im Jahr 2020 mit Hilfe von Gertrud Keller und Waltraud Küpers. Abgetippt und digitalisiert von Rita Bokelmann:

 

Original                                                          Dorf- und Schulchronik

 

Vorwort

Im Jahre 1929 ließ ich versuchsweise, fortlaufend die Schulchronik von meinen reiferen Schülern -unter Mithilfe der ganzen Klasse - schreiben. Meine Schüler zeigten ein reges Interesse für diese Chronik, halfen tüchtig sammeln, lernten für die Nachwelt wertloses von Wertvollem zu unterscheiden. Sahen die große Arbeit der Geschichtsschreibung, erfuhren was wertvolle Quellen der Geschichtsschreibung sind, wurden angehalten zu unterscheiden zwischen Mutmaßungen und Tatsachen. Rückblickend auf das Jahr 1929 komme ich zu dem Ergebnis, dass die Dorf- und Schulchronik mehr wertvolles für die Nachwelt auf diese Weise festhält, als wenn nur der Lehrer alleine die Arbeit tut. Meine Absicht ist nun, auch in den nächsten Jahren die Chronik in dieser Art zu führen. Damit der Schüler nicht dauernd einen Einblick in die Chronik hat, wählte ich für dieselbe das lose Blattbuch. Dieses ermöglicht auch später gefundenes chronologisch einzuordnen.

Beringstedt, Februar 1930                   Max Göttsche          

 

Seite 1 

Neujahr 1929 Markus Rubien und Christine Jensen verlobten sich.

Am 04.01. 1929 Arthur Kloppenburg, Eddelak, mit Anna Schneider hier vermählt.

Im Januar 1929 Max Muhl, Bergenhusen mit Anna Mehrens hier verlobt.

Am 4.1.1929 Holzauktion im Gehölz `Wiekhorn´ (Klaus Voß).

Am 9.1.1929 Holzauktion im Gehölz `Ellerrehm´ (Carl Wieben).

Am 11.1.1929 Gutsbesitzer Braun, der aus Südrußland vertrieben ist, hielt einen Vortrag, der folgenden Inhalt hatte:

1803 ist sein Ur-Großvater nach der Ukraine ausgewandert. Er selber hatte ein Gut von 3000 Morgen (4 Morgen = 1 Hektar). Er schilderte anhand von Lichtbildern, schlicht aber packend, die Entwicklung der deutschen Kolonie und der Schule in Rußland, bis sie dann stark von den Bolschewiken bedrängt wurden. Ein Trupp dieser Horde zog von Dorf zu Dorf, steckte die Bauern in den Keller und warf Handgranaten hinein. Andere mußten ihre Kleidung ablegen und wurden erschossen. Aber die Deutschen ließen ihren Mut nicht sinken. Mit Gottes Hilfe erduldeten sie alle Pein.

Am 12.1.1929 verpachtete Hans Timm (Saar) sein Land auf 10 Jahre.

Am 14.1.1929 wurde bei Joh. Evers ein Junge geboren.

Am 16. 1.1929 war der Frost 60 cm tief, gemessen von Bahnarbeiter Schmook auf dem Bahnhof in Hademarschen. Das Wetter war stürmisch, Windstärke 15, die Chaussee glatt, die Kälte -10°Celsius aber sehr empfindlich. 

Am 17.1.1929 der Wind hatte sich gelegt. Die Kälte war morgens 7 Uhr -10°Celsius, mittags um 12 Uhr -6°C bei ständigem Sonnenschein. Der Himmel war unbewölkt. 

Am 18.1.1929 vormittags 11 Uhr -9°C. Über Nacht hatte sich Rauhreif gebildet. Das Eis war an geschützter Stelle über 40 cm dick. Bei Gastwirt Voß fand abends 8:30 Uhr eine Kinovorstellung statt. Wer wurden gezeigt:   Hindenburger Lebenslauf    UFA Wochenschau   Im Zeppelin über den Atlantik   und 1 Trickfilm.  Die nachmittags geplante Kindervorstellung mußte wegen der Beschädigung des Drachtes und der Birne ausfallen - Anstelle des verstorbenen Ältermannes der Beringstedter St.-Vitus-Gilde wurde sein Sohn, Claus Holm, gewählt.

Am 19.1.1929 erfolgte ein Witterungsumschlag. Die Temperatur stieg von -10° Celsius auf +4° Celsius.

Schulberg 3

 Zur Vorgeschichte siehe: Die Geschichte der alten Schule in der Alten Dorfstraße

 

In der einstigen Schule (bis 1971) auf dem Schulberg befindet sich heute die Kita -Schulbergspatzen- 

                                           Schule Schulberg 3      Postkarten 2 3       Postkarten 3 2                                                              

Baubeginn Sept. 1900    Fertigstellung/Einweihung Mai 1901

Die Linden vor dem Gebäude wurde 1905 gepflanzt. Es waren anfangs mehr. 1990 stehen noch drei Linden und 2019 wird eine weitere Linde gefällt.

Schulberg Wasserturm   

Schulberg 3

Am 22. Mai 1900 wurde der Beschluß gefaßt, auf der Rugeschen Koppel eine Schule mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen zu errichten. Den Zuschlag erhielt der Beringstedter Maurermeister H. Evers zu einem Baupreis von 11.120 Mark. Alles Baumaterial lieferte die Schulgemeinde. Die Bauarbeiten wurden am 19. September begonnen und am 20. Oktober war bereits Richtfest. Am 20. Mai 1901 wurde der Neubau von dem Rendsburger Stadtbaumeister abgenommen. Am folgenden Tag wurden Mobiliar und Inventar aus der alten Schule in die neue Schule überführt, und am nächsten Tag nach einer kurzen Abschiedsfeier im alten Haus der Unterricht im neuen Schulgebäude aufgenommen. Die alte Schule wurde für 2000 M verkauft. Die Einweihung der neuen Schule nahm der Ortsschulinspektor Pastor Ramm am 31. Mai 1901 vor.

Im Jahr 1900 hatte Beringstedt 491 Einwohner, davon 92 Schulkinder. Die Schülerzahl stieg jedoch schon 1902 auf 112 Schulkinder.

Hauptlehrer Claus Thomsen und seine Klasse

Die Schulfahne von 1890

Schulfahne von 1890 für website  

Nach 5 Jahren Halbtagsschule erhielt Lehrer Thomsen endlich Unterstützung durch den Lehrer Kühl, der vom 1.10.1902 bis 31.03.1905 die 2. Lehrstelle verwaltete.

 Seine Nachfolger wurden Lehrer Johannes Bernhard Gaiser, bis Mai 1908, und Lehrer Hans Heinrich Jahn, ab Okt. 1908 bis 1912. Im Jahr 1908 mußte Lehrer Thomsen somit ½ Jahr lang alleine unterrichten. Am 1.10.1908 wurde er nach Hüllerup bei Flensburg berufen. Der am gleichen Tag eintreffende 2. Lehrer Jahn mußte nun auch ½ Jahr lang alleine unterrichten, da der neugewählte 1. Lehrer Klaus Christian Heinrich Jürgens erst am 1.4.1909 seinen Dienst antrat. Er blieb bis 1910 in Beringstedt.

Schulbild von 1910 mit Chr. Büßen

Dieses Bild wurde (Mai 2020) von Annelene Illing zur Vergügung gestellt. Es zeigt ihre Mutter Christine Möller (später Büßen): obere Reihe, 4. Mädchen von links.

 

Eintrag in der ersten Schulchronik am 14.10.1910, Seite 138:     Der neue Schulschrank wurde in den Herbstferien von dem Tischler Rubien gemacht für 392 (altes PfundZeichen) Roggen. Die Malerarbeiten führte (Name ?) aus, 100 (altes Pfundzeichen) Roggen. Ich kaufte 2 Landkarten, Europa, und die westl. Erdhälfte, von Harms, Preis 32 + 28 Mark.

Seine Nachfolge trat am 1.10.1910 Lehrer Nickels Friedrich Elinius Nickelsen an. Als Lehrer Jahn nach bestandener 2. Prüfung Beringstedt am 30.09.1912 verließ, erhielt die Schule

erstmals eine Lehrerin, Emma Margarethe Hansen, die aber schon am 31.3.1913 nach Rendsburg versetzt wurde.

Im Jahr 1912 betrug die Schülerzahl der I. Klasse 67 Schüler (39 J.+28 M.), die II. Klasse 53 Schüler (28 J.+25 M.). Die 2. Lehrstelle wurde weiterhin mit Lehrerinnen besetzt, vom 1.4.1913 mit Lehrerin Elisabeth Chemnitz, bis 30.09.1913 und vom 01.10.1913 bis 31.3.1914 mit Lehrerin Cäcilie Sievers.

Schulbild von Martens Album für website

Welche der drei Lehrerinnen hier auf dem Bild zu sehen ist, bleibt unerwähnt.

 

Am 1.10.1913 trat auch der Lehrer Otto August Wilhelm Schulze seinen Dienst in Beringstedt an. Er war für die 2. Lehrerstelle gewählt, mußte jedoch bis zum Eintreffen

des neuen 1. Lehrers dessen Stelle verwalten.

Folgendes Bild wurde von Annelene Illing zur Verfügung gestellt, darauf zu sehen ihre Mutter Christine Möller (später Büßen)

Lehrer Schulze und Kinder  Lehrer Schulze mit den Mädchen der Oberstufe, ca. 1914

von oben links:     Erika Peters, Else Harms, Marie Maas, E. Homfeld

2. Reihe:   Ella Schmidt, Else Heesch, K. Schröder, A. Hadenfeldt, Anna Haark, Wilhelmine Trede

Davor:   L. Clausen, Adele Schipmann, Grete Hadenfeldt, Frida Homfeld, Emma Schröder, Helene Looft, Berta Tiebensee, Magda Grimm, Wilhelmine Jaap, Christine Schütt,

Christine Büßen, Lene Kock, Marie Hadenfeldt, Martha Dallmeier, Lehrer Schulze, Marie Bruhn, Anna Betka, Anna Butenschön

 

Schulbild 2 von Martens Album für website

Lehrer Schulz mit den Jungen seiner Klasse

Am 1.4.1914 trat  Max Göttsche seinen Dienst an. Nun trat Ruhe und Stetigkeit ein, denn Lehrer Göttsche amtierte in Beringstedt bis 1950, also während beider Kriege. Mit Beginn des ersten Krieges wurden er und Lehrer Schulze zum Heeresdienst einberufen. Ihre Vertretung bereitete große Schwierigkeiten. Als Vertreter werden genannt: Lehrer a.D. Evers, Schulamtskandidat Griep, Lehrer Happek und schließlich Lehrer a.D. Lipp (1.3.1915 bis Weihnachten 1915). Lehrer Göttsche wurde Ende 1915 wegen Erkrankung an Typhus vom Heer entlassen und trat am 6.1.1916 wieder seinen Dienst in Beringstedt an. Er fand 105 Schulkinder vor, die er -ebenso wie die aufgeführten Vertreter- alleine unterrichten mußte. Von diesem Jahr an berichtet er über Schülersammlungen für Kriegsanleihen, für Kriegsgefangene, für die Flotte und über eine Wollsammlung.

Am 11.1.1917 wurde er wieder zum Heeresdienst einberufen. Seine Vertretung übernahm am 5.2.1917 der kriegsgeschädigte Lehrer Peters, der aber am 15.5.1917 wieder ins Lazarett mußte.

Vom 16.5. bis 6.11 1917, ca. 1/2 Jahr lang, fand kein Unterricht statt in der unteren Klasse.

Erst am 6.11.1917 wurde wieder ein Lehrer eingewiesen, der beinamputierte Adolf Ebel.

Schulbild

Dieses Bild wurde von Elfriede Krey (im Jahr 2019) zur Verfügung gestellt. Leider existiert keine Jahresangabe darüber, wann es aufgenommen wurde. Ebenso keine Namen der Schulkinder und des Lehrers.

 

1918 sammelten die Beringstedter Schulkinder 4000 Pfund Laub, das zu Heu für das Vieh verarbeitet wurde. Für 1 Pfund Laubheu erhielten die Kinder 18 Pfennige. Am 13.12.1918 übernahm Lehrer Göttsche wieder den Unterricht an der 1. Klasse. Anfang 1919 verließ Lehrer Ebel Beringstedt und Lehrer Schulze übernahm wieder seine Klasse. Er blieb bis zum 31.5.1921 in Beringstedt.

Wie wir unsere neuen Tische und Stühle bekamen

Heimatbuch 1, Seite 89 u 90, Übersetzung aus der alten deutschen Schrift:

Schon lange warteten wir Schüler auf unsere neuen Tische und Stühle in der ersten Klasse. Endlich war dann der lang ersehnte Tag herangekommen. Es war am 19. Juni 1928, wo wir wie gewöhnlich unseren Unterricht beginnen. In der ersten Stunde nahmen wir noch Platz auf unseren alten Bänken. Es war aber auch die letzte Stunde auf denselben. Bald kam die Pause. Unser Lehrer fragte uns: „Nun wollen wir unsere alten Tische und Bänke auf den Schulhof tragen und die neuen holen?“ Mit großem Jubel wurde von allen Schülern zugestimmt. Denn die alten Bänke hatten uns schon manch Unangenehmes bereitet. Oftmals hatten wir uns schon mit einem Splitter befreunden müssen, denn von ungeschützten Buben waren allerlei Löcher in den Tisch geschnitzt. Es war aber auch keine Seltenheit, wenn das Tintenfass über den Tisch rollte. Jetzt aber gab es eine Änderung. Mächtige Kraftmenschen wollten ihr Werk zeigen. Hart werden die alten Bänke angefaßt und auf den Spielplatz gestellt. Alle rennen und grölen durcheinander. Wenn wir es gar zu arg trieben, wurden wir vom Lehrer gestört. Auch hatten wir gute Drückeberger dazwischen, aber das Befehlen verstehen sie meisterhaft. Einige Mädchen können gar nicht die Zeit abwarten, die Bänke sind noch nicht alle draußen, da fangen die schon an zu fegen. Wie nun die letzten alten Bänke draußen sind, ist die Schulstube auch schon von den Mädchen gereinigt. Jetzt gibt der Lehrer den Befehl zum Aufstellen, wenn es auch bißchen durcheinander war, mußte sich aber eben helfen. Nun marschierten die Schüler über die Hauskoppel und Hofstelle von Frau Ruge nach dem Tischler hin. Von weitem hörte man das Geklapper, wie sie über die Hofstelle gingen und ein wütender Hund bellte die Garde an. So sind wir dann beim Tischler (Rubien, Im Eck 1) angelangt. Je zwei nehmen einen Tisch und mit fröhlicher Stimmung geht es der Schule wieder zu. Hier werden sie erstmal hingestellt, und die Stühle werden nachgeholt. Aber auch bald sind sie herbeigeschafft und am richtigen Platze hingestellt. Dann müssen wir uns am Tische auf die neuen Stühle setzen. Nur wurden sie geprüft, welchen Vorzug sie hatten gegen die alten Bänke. Schnell ging der Vormittag hin, und zu unserer Freude bekamen wir dann auch noch keine Schularbeit auf.

Angefertigt am 22.6.1928 von Heinrich Sievers

 

...

Anne Marie Wieben, Berinstedt, 8.12.1936                              (Anmerkung: Max Göttsche, Lehrer in Beringstedt seit 1914, Anne Marie Wieben war 11 Jahre alt, als sie dies schrieb)

Am 2. Oktober 1936 hatte unser Lehrer 30-jähriges Jubiläum er war also 30 Jahre Lehrer. Morgens hatten wir einen Ausflug, als wir wieder zurück kamen machten wir eine Flaggenparade. Nach dem sind wir auf dem Schulhof photografiert von Lehrer Göttsches Tochter Helmi. Es ist unter einer Linde, unser Lehrer Göttsche steht mitten zwischen seinen Schülern. Ich liege auf der Erde, vorne an die letzte auf der ersten Seite.

30 jährigesJubiläumLehrerGöttsche 3 

 Ein Bild aus dem Album der Familie Wieben, zur Verfügung gestellt von Ute Bast, geb. Kröger,Tönning)

 

 

...

Aufsatz einer Beringstedter Schülerin oder Schülers:

vom 22.08.1948

Wie veränderte die DM unser Straßenbild

Einige Tage nach der Währung hielten schon wieder große Autos vor den Kaufhäusern und luden Geschirr und Hausstandssachen ab. Es kam eine Menge Sachen zum Vorschein und es wurden ausgeladen an Porzellan: Teller, Tassen, Schüsseln, Milchtöpfe, Kaffeekannen und viele andere Sachen. Auch an Eisenwaren und Stoffen fehlt es nicht. Und mit einem Male ist alles wieder da. Als wir beim Bäcker kamen, wie staunten wir. Es gab schöne weiße Brötchen und schöne Kuchen, die wunderbar garniert waren. Überhaupt alles, was wir noch nie gesehen haben und unsere Eltern es früher vor dem Kriege kannten. Alles war wieder da, nur ein Aber ist dabei. Die Waren sind furchtbar teuer und man mochte gern das Nötige kaufen. Auch die Züge und Omnibusse sind fast leer. Viele Menschen sind nun arbeitslos geworden. Die alte Farbe von den Häusern wird wieder neu angestrichen. Die DM hat viel aufgebracht. Jetzt sieht man die langen Schlangen nicht mehr bei den Kaufhäusern. Sondern Fisch- und Gemüseautos fahren im Dorf rum und fragen vor. Es hat sich nach der DM viel verändert.

 

 

in Aufsatz von Günter Adomat, geschrieben am 21.06.1948

Aufgeregte Leute

Das Tagesgespräch heißt jetzt: Währungsreform. Überall wo einige Leute zusammen sind wird über dieses Thema debattiert. Man braucht bloß die Zeitung zur Hand zu nehmen und schon liest man überall etwas von der Währungsreform. Vor mir liegen zwei Zeitungen. Aus diesen will ich mal die Überschriften, die mit der Währungsreform verbunden sind, heraussuchen. Ganz oben steht:

                                                                            „Wann kommt nun der Tag X ?“

Darunter in dünner Schrift:                      „Clay erklärte, den Termin der Währungsreform selbst nicht   zu kennen!“

Über dem Leitartikel steht:                      „Vor dem Tag X“.

Über einem anderen Abschnitt heißt die Überschrift:

                                                            „Sonne, See und Sand mit Hintergründen“.

Und als Zweite:                                             „Bäderreisen von Sylt bis Eiderstedt im Schatten der   Währungsreform“.

Als letzte Überschrift lese ich:                 „Kiel hat schon neues Geld“.

Auf der anderen Zeitung lese ich:          „Währungsreform in mehreren Etappen“

Ein Anderer macht seine Glossen über den Tag X und malt sich aus, was dann der Rundfunk senden wird. – Man merkt also gleich, daß der Tag X nähergerückt ist, obwohl schon immer über die Währungsreform geredet wurde. –

Nun will ich noch eine Unterhaltung von 3 Personen wiedergeben, die ich auf der Eisenbahnfahrt von Hohenwestedt bis Beringstedt mit angehört habe. Frau Schulze und Frau Müller unterhalten sich. Frau Schulze, die von Neumünster kommt sagte: „Eigentlich wollte ich gar nicht mehr nach Heide fahren, denn wenn unterwegs die Währung kommt, sitze ich da.“ „Ach das ist nicht so schlimm“, meint Frau Müller, die Fahrten haben noch 2 Tage länger Gültigkeit, damit ein jeder noch nach Hause fahren kann.“ „Ach so ist das, dann hätte ich ja auch noch zu meiner Mutter fahren können“, erwidert Frau Schulze. Frau Müller sagt: „Na klar, ich fahre jetzt auch noch schnell zum Besuch, ehe das Geld entwertet ist, denn nachher wenn das Geld wertlos wird, können wir uns dieses nicht mehr leisten.“ „Wie geht alles eigentlich vor sich?“ fragt Frau Schulze. Frau Müller antwortet: „Sie sind aber schlecht im Bilde, wissen sie denn noch gar nicht, daß wir für 40 M altes Geld 40 M neues bekommen? Und damit basta!“ „Wa wa waas?“ stammelt Frau Schulze, „das ganze Geld flöten? Ich denke es soll 10% aufgewertet werden. Was wird aus den Tausenden meines Mannes? War das Leben nicht gut bis jetzt?! Mein Mann hatte es nicht nötig zu arbeiten, denn er hatte viel Geld. Die Herren von der Regierung wollen das natürlich wieder besser wissen. Sie wollen uns arm machen.“ Jetzt mischt sich Herr Schneider ins Gespräch. Mit energischem Ton hebt er an zu reden: „Ich glaube, daß es den Schwarzhändlern jetzt an den Kragen geht und sie arbeiten müssen. Und das ist gut.“ Betroffen schweigt Frau Schulze. Jetzt wendet sich Frau Müller an Herrn Schneider und fragt: „Haben sie auch schon gehört, daß der Russe mit der Währung mitmacht?“ „Nein“, antwortet Herr Schneider. Frau Müller: „Mir hat man erzählt, daß wenn wir das neue Geld in roten Scheinen kriegen, die Menschen in der russischen Zone in blauen Scheinen oder umgekehrt.“ Herr Schneider: „Ist mir unbekannt.“ – Jetzt gibt es einen Ruck. Der Zug steht.   „Beeeringstedt“, ruft der Schaffner. Ich steige aus und begebe mich nach Hause.

 

Geschrieben am 13.11.1947                       - es fehlt der Name des/der Schreibers/in -

Der Normalverbraucher

Es ist in der Schlange beim Kaufmann Ruge. Viele Menschen stehen hier und wollen sich ihr Gemüse abholen. Ich stelle mich auch an. Hinter mir kommen noch mehr Menschen. Frau A fragt: „Was gibt es hier?“ „Kohl“, antwortet Frau B. Frau A sagt: „Jaja, wegen einem Kohlkopf muß man eine Stunde stehen. Wieviel besser haben es doch die Selbstversorger. Die gehen in den Garten und holen sich was sie brauchen. Dann gehen sie in die Speisekammer und nehmen sich ein Stück Speck dazu; da ist es keine Kunst Mittag zu kochen“. Frau B sagt: „So wie sie es sagen ist es doch nicht. Der Selbstversorger muß sich ja auch einrichten. Und warum soll er für seine Arbeit nicht auch gutes Essen haben. Ich sage ihnen: Mann soll einem Ochsen der drischt nicht das Maul stopfen. Und die Zeiten werden sich ja auch ändern“. Frau A: „Ja, die Selbstversorger sitzen hinter ihren Schmalz- und Fleischtöpfen und wir hungern hier. Haben sie sich schon mal unsere Karten (Lebensmittelkarten) angesehen? – Was gibt es darauf? Ich will es ihnen mal erzählen: 150 g Fett, 11 kg Brot, 500 g Zucker, 62,5 g Käse, 400 g Fleisch, 600 g Fisch, 1000 g Nährmittel und 8 kg Kartoffeln. Davon soll … (hier endet die Kopie)

 

Geschrieben von Anne Kock:                               -Sie wohnte Im Eck. Tochter von Lene Kock, altes Reetdachhaus.-

Unsere schöne Allee

Es ist Nachmittag. Ich gehe die Chaussee entlang. Rechts und links von mir liegt aufgespaltenes Holz. Unsere Kastanienallee ist verschwunden. Die Straße ist mit kleinen Zweigen übersät. Das Wasser in den Gräben hat sich blau gefärbt. Die Alleebäume sind von Arbeitern gefällt. Diese können für ihre Arbeit die Krone und die Hälfte des Stammes behalten. Der Rest des Stammes gehört dem Staate und soll zu Holzkohle verarbeitet werden. Richtig öde und kahl ist es jetzt an der Straße. Aber einmal muß sie doch weichen und einer jungen Allee den Platz einräumen. Und doch denken wir noch immer an sie. Wie sie im Frühling ihre Knospen öffnet und ein dichtes Laubdach über die Straße spannt. Und später, wie sie ihre weißen Blütenkerzen trägt. Richtig stolz kann sie dann sein! Ihren guten Schatten werden wir aber doch noch sehr vermissen. Sie wird uns keinen Schutz vor dem überraschenden Regen mehr bieten können. Nein, mit dir du alte schöne Allee, ist alles verschwunden, so wie das Blühen deiner leuchtenden Kerzen, auch das muntere Gezwitscher der Vögel. Aber doch erwacht im Herzen eine leise Hoffnung an eine neue, junge und schöne Allee wieder auf. Und vor unseren Augen sehen wir sie leuchten und blühen wie unsere alte Allee.

Postkarte 6 weniger mb  Der Saar ca. 1910/20   Steinbergstr.   und die Steinbergstraße mit Alleebäumen.

 

 

 

 

Alte Schule   Diese Bild vom alten Schulhaus (bis 1901) wurde 1954 aufgenommen von der Abschlußshülerin Annelene Büßen (später Illing). Sie ging zu der Zeit in Hohenwestedt zur Schule und schrieb einen Bericht über ihr Heimatdorf Beringstedt. Hierfür bekam sie eine sehr gute Note.

 

Die Geschichte der alten Schule von Beringstedt

aufgeschrieben von Hauptlehrer a.D. Hans Roske (Schulleiter in Beringstedt von 1956-1964) übersetzt aus der alten deutschen Schrift aus den alten Unterlagen des Beringstedter Archivs und weiteren Recherchen in alten Unterlagen:

Die erste Beringstedter Schulchronik ist von Lehrer Thomsen angelegt worden, der von 1881 – 1908 hier tätig war. Desweiteren hat Otto Bolln einige Details aus den Anfängen aufgeschrieben und unser Ehrenbürger Herbert Jürß hat viele schriftliche Fakten im LandesArchiv Schleswig gefunden, die dort aufbewahrt werden. Desweiteren hat er einige Bilder hinzugefügt zu denen später weitere Bilder hinzugefügt wurden.

Im Kirchspiel Schenefeld, zu dem Beringstedt damals gehörte, steht im Jahr 1686 geschrieben, dass in jedem Dorfe eine Schule vorhanden ist! (Dies ist im Visitationsbericht d. Gen.-Sup. Erdmann von 1686 im Landesarchiv Gottorf nachzulesen).

Erst nach 1700 gibt es reichlichere Nachweise über Schulen (Vergl. Anl.2. Bericht des Past. Haberkorn von 1708. L.A. Gottorf A.III. 1578). Was in den Akten erscheint sind zunächst Klagen der Pastoren über Unzulänglichkeiten im Schulwesen. Schulen wurden nur von Martini bis Lichtmess (Winterschule, 10. Nov. bis 2. Febr.) gehalten. Als Schulmeister stellten die Bauern eben aus der Schule entlassene Jungen an, nach dem Grundsatz: je billiger, desto angenehmer. Die Ansprüche an die Qualifikation der Lehrer sind, wenn sie nur der reinen Religion zugetan, ebenso gering wie deren Einkünfte. Ein Zwang, die Kinder zur Schule zu schicken bestand nicht. Entzweite sich der Schulmeister mit dem Bauern, so nahm dieser die Kinder aus der Schule und beredete auch andere dies zu tun. Sie nahmen dann einen weiteren Schulmeister an, so daß oft zwei Winkelschulen im Dorf waren. Der Schwedeneinfall 1712 und die Pest ließen keine Weiterentwicklung der Schulen zu. Erst die Synoden in Rendsburg von 1723 und 1725 brachten neue Anregungen, die am 6.4.1726 die Bestätigung des Königs fanden. Sie besagten:

1.       Die Küster sollen selber die Schule halten.

2.       Nur vom Ortspastor geprüfte Lehrer dürfen angestellt werden.

3.       Nebenschulen sind im gleichen Ort nicht zu dulden.

4.       Es ist festzusetzten in welchen Dörfern Schulen sein sollen.

5.       Das Schulgeld für arme Kinder ist aus dem Klingbeutel zu zahlen.

6.       Winter- und Sommerschule ist abzuhalten. Im Sommer für die Kinder von 7 bis 12, im Winter auch für die von 12 bis 14 Jahren.

7.       Wenigstens alle vier Wochen sollen die Prediger die Schulen visitieren und alle Vierteljahr dem Propsten Bericht darüber geben.

8.       Die Städte haben Mädchenschulen anzulegen, die von gottseligen Frauen und Jungfrauen verwaltet werden sollen.

9.       Nachlässige Eltern sollen mit Brüche bestraft werden.

Damit wurde der Schulzwang erneut angeordnet, aber er stand zunächst nur auf dem Papier. Es fehlte am guten Willen der Gemeinden und am Können der Lehrer, denn die waren selbstgebildet (Autodidakten). Erst knapp 10 Jahre später gab Conradi keine Ruhe mehr zur Verbesserung des Schulwesens. Die Synode von 1734 gab neuen Antrieb. Zu ihr hatten die Pastoren schriftliche Berichte und Vorschläge für das Schulwesen einzureichen. Vom Nortorfer Pastor Reißich (Kirchenarchiv Nortorf) wird berichtet: Mit dem Schulwesen ist es sowohl im Kirchdorf, als auch in den sonstigen Gemeinden schlecht bestellt. Sommerschule gab es fast gar nicht. Verschiedene Eltern senden ihre Kinder auch im Winter nur drei oder vier Tage in der Woche in die Schule, damit sie dann nur 6 Pf. Schulgeld zu geben brauchen, während sie sonst 1 Schilling für die ganze Woche bezahlen mußten. In keinem Dorf war ein beständiger Schulmeister. Im Herbst nahmen die Bauern einen Schulmeister an und schickten ihn zur Prüfung zum Pastor. Der muß mit ihm zufrieden sein, damit die Schule wenigstens einigermaßen versorgt wird. Schuld an diesem Zustand hat das Fehlen von Schulhäusern und die fehlende Besoldung. Auch sind Dörfer vielfach zu klein, um einen Schulmeister dauernd zu unterhalten. Reißlich macht darum Vorschläge:

1.       In jedem Dorf muß ein Schulhaus gebaut werden, das von allen Steuern befreit ist, ein geprüfter Lehrer muß fest angestellt werden.

2.       Kleine Dorfschaften müssen zusammengelegt werden.

3.       Dem Schulmeister muß ein festes Einkommen außer dem Schulgeld gegeben werden.

Ähnlich lauten die Berichte aus den anderen Kirchspielen. An Schulgeld wurde wöchentlich gezahlt für jedes Kind, das im Katechismus und Lesen unterrichtet wurde 1 Schilling, wenn es aber auch Schreiben und Rechnen lernen soll 2 Schilling. Jeder Hauswirt gibt dem Schulmeister bei jedem Backen ein Brot, und wenn er schlachtet, eine Wurst. Auch die nötige Feuerung.

Verzeichnis der Lehrkräfte die in den Schulen in Beringstedt unterrichtet haben,

ab 1743 bis zur Auflösung der Schule im Jahr 1971:

1.       Lehrerstelle (Leiter), alleiniger Lehrer:

Ehler Ruge                                                         1743     

Er hatte in diesem Jahr einen tödlichen Unfall -siehe Bericht alte Schule-. Sein Eintritt als Lehrer ist leider nicht mehr feststellbar.

Kaltenbach                                         1743 -   1768     

Jürgen Lucht                                      1768 -   1788

Michaelis                                            1788 -   1790

Paul Ruge                                           1790 -   1798

Fischer und Sachau                          1798 -   1800      wahrscheinlich Aushilfskräfte

------------- ca. bis hierhin wurde der Unterricht, wenn überhaupt, im Mückenhörn  (Haus Bolln, dann Lütje) abgehalten. Möglich ist auch, dass es vereinzelt auf  Höfen Unterricht für die eigenen Kinder gegeben hat. So z.B auf dem Hof Lucht (später Mehrens), im Hause Hadenfeldt und Voss sowie in Ostermühlen evtl. auch auf anderen Hufen. Hierüber gibt es jedoch keine Belege, ist aber denkbar, denn wer lesen und schreiben gelernt hatte, war gegenüber den Anderen im Vorteil, und dass haben sicherlich auch die Menschen damals schon gewußt.----------------

Claus Jakob Kruse                           1800 -   1836     

Im Jahr 1812 hatte die Schule nur 47 Kinder  lt. Akt. 65..2/3189 des Landesarchivs Schleswig-Holstein, Schleswig

E. C. Wernecke                                1836 -   1856

J. Fr. Lindemann              1.11.1856  bis    31.10.1881         

H. C. M. F. Thomsen       1.11.1881  bis    31.03.1909

---------------------------------------ab 1901 im neuen Schulgebäude Schulberg--------------------------------------------------------------

Kl. Chr. Jüergens              1.04.1909  bis      1.10.1910

Nickel Nickelsen              1.10.1910  bis    30.09.1913

Wilhelm Schulze              1.10.1913  bis      31.3.1914

Max Göttsche                   1.04.1914  bis      30.4.1950

Helmut Wächtler             1.05.1950  bis    30.09.1955

Friedrich Ehlers                1.10.1955  bis    31.12.1955         Vertretung

Hans Roske                        1.01.1956  bis    31.03.1964

Friedrich Ehlers                1.04.1964  bis    31.03.1965          Vertretung

Lieselotte Sprengel         1.04.1965  bis    30.11.1966          Vertretung

Lippoldes                            1.12.1966  bis    Anfang 1968

Otto Grams                        Anfang 1968 bis 1971          

Die alte Sporthalle  -Jugendheim-

 

 

Eintrag in der Dorf- und Schulchronik, Seite 301:

Winter 1953/54

In dem Schulgarten, der an den Sportplatz grenzt, ist in den Weihnachtsferien mit den Ausschachtungsarbeiten für einen Barackenbau begonnen worden.

Für die Dorfjugend sollen darin ein Dusch-, ein Spiel- und ein Sportraum untergebracht werden. Der Bau verspricht sehr geräumig zu werden. Die Bodenfläche beträgt 10 x 20 m. Bis zum Kinderfest am 1.6. war die Baracke mit Eternit gedeckt. Der Duschraum konnte am 12.7. benutzt werden. (Vorläufig nur als Waschraum). Erst 1955 kann die Baracke fertiggestellt werden, weil die letzten 3000 DM fehlen. Vorläufig hat man noch keine Zuschüsse vom Land oder aus dem Bundesjugendplan dafür bekommen können. Der Bau kostet bis jetzt rund 10.000 DM.

Dezember 1954

Für unsere Baracke haben wir am 3.12. vom Schuletat einen Sprungkasten bekommen.

November 1955

Ende November wurde die Turnhalle (Nordteil) von Aug. Sievers gestrichen, und zwar innen. Die 2. Hälfte (Süden) muß Karl Sievers noch streichen. Außerdem wurden 4 Pfeiler gemauert, auf denen die Eisenträger ruhen. (Stützen fallen dadurch weg.)

Juni 1956

Am 21. Juni fanden in Beringstedt die Bundesjugendspiele statt. Sie sollen von jetzt an immer hier stattfinden, weil hier die besten Platzmöglichkeiten vorliegen. Außer Beringstedt nahmen teil die Schulen Todenbüttel, Nienborstel, Haale, Lütjenwestedt und Osterstedt. Da ich mit den großen Schülern an den vorhergehenden Nachmittagen einwandfrei Lauf-, Sprung- und Wurfbahnen angelegt hatte, gingen die Wettkämpfe reibungslos vonstatten. Die Beringstedter Mannschaften wurden 1. im Handball (Jungen) und in der Staffel, 2. im Faustball (Jungen) und Völkerball (Mädchen). Einzelsieger wurden Otto Hinrichs (51 P.), Detlef Kock (45) Wolfgang Jahn (46), Werner Damath (43,5), Kurt Dallmeyer (41,5), Harry Janz (40), Erika Bartsch (50,5) und Hannelore Klose (46,5). Otto Hinrichs war Jahrgangsbester und Erika Bartsch Beste aller Schulen. Die Baracke tat als Umkleideraum gute Dienste

September 1956

Am 16. September wurde die „Baracke“ feierlich eingeweiht und erhielt den Namen „Jugendheim“. Vertreter des Kreises, der Bürgermeister und Vertreter der umliegenden Dörfer hielten Ansprachen vor einer großen Teilnehmerschaft aus Beringstedt. Es wurde versprochen, den als Turnhalle eingerichteten Raum in den folgenden Jahren laufend mit Geräten auszustatten. Als Anfang wurde von einem Nachbarkollegen ein Fußball gestiftet. Der Beringstedter Gesangverein sang – zum erstenmal mit Frauen – einige Lieder. Am Schluß gab ich (Lehrer Roske) meiner Freude Ausdruck, daß ich zum erstenmale in meiner 35-jährigen Lehrerlaufbahn eine Turnhalle zur Verfügung habe. „Aber geturnt wird darin nur bei ganz schlechtem Wetter, sonst turnen wir immer in frischer Luft!“

 

 

Diese Holz-Baracke stammt ursprünglich aus Oldenbüttel und diente dort als Unterkunft für Kanalarbeiter.

 Alte Sporthalle

Lt. Zeitungsbericht vor 1960

Im Jahr 1950 wurde eine ca. 1 ha große Koppel gepachtet, planiert und mit einer Reihe von Plätzen versehen. Die Fußballer erhielten ein Feld, zwei ideale Faustballfelder wurden geschaffen und gleichfalls wurde ein Übungsplatz für die reitsportbegeisterte Bevölkerung des Dorfes angelegt. Die Krönung dieser ohnehin schon vorbildlichen Sportanlage wurde nun im letzten Jahr geschaffen (1956). Die für sportliche Dinge sehr aufgeschlossene Gemeindevertretung, Bürgermeister Greve an der Spitze, faßte den Beschluß, eine große Baracke 22 x 12 Meter zu kaufen, um in ihr eine Turnhalle und eine Unterkunft für die Sportler zu schaffen. Dank einer Unterstützung durch den Sportförderungs-Ausschuß konnte der Plan verwirklicht werden. Sie hat ein festes Fundament und neben der 13 x 10 m großen Turnhalle befindet sich ein Aufenthaltsraum für die Jugendgruppe, ein Umkleideraum und ein Waschraum mit Duschen. Auch die Tischtennis-Abteilung des TSV-Beringstedt hat in der neuen Turnhalle an 6 Platten die Möglichkeit sich eifrig zu betätigen. Beringstedt hat durch die Anschaffung und das Aufstellung dieser Turn-Baracke und durch die Anlage eines Sportplatzes, die sich beide in nächster Nähe der Schule befinden, ein sehr gutes Vorbild für unsere Landvereine gegeben. Vielleicht macht dieser Baracken-Ersatz jetzt für die an vielen Orten so dringend benötigten Turnhallen in weiteren Orten Schule.

Am 16.09.1956 wurde diese Turnhalle mit einem Fest auf dem Sportplatz vor der Halle eingeweiht. Hierzu gibt es folgende Bilder:

Einweihung Sporthalle 1956 12   Einweihung Sporthalle 1956 14   Einweihung Sporthalle 1956 5   Einweihung Sporthalle 1956 4

Einweihung Sporthalle 1956 6   Einweihung Sporthalle 1956 7   Einweihung Sporthalle 1956 10   Einweihung Sporthalle 1956 9

Einweihung Sporthalle 1956 1 Einweihung Sporthalle 1956 13

Die Schul-Linden

Schule 01 

Ausschnitt einer Postkarte von 1907 (siehe Bild oben links und rechts später)

 Schule Schulberg 3

1905 wurden die Schul-Linden vor dem neuen Schulgebäude auf den Schulberg gepflanzt.

 

Auf dem Vorplatz der Schule war der Pausenhof. Frau Illing übt mit den Kindern einen Tanz. Im Hintergrund (Bild rechts) sieht man die Linden, die hier einst am Schulberg gestanden haben.

   Schule 02   

 

Eintrag in der Dorf- und Schulchronik am 15.3.1944:                        Mehr Licht!

An der Südseite unseres Spielplatzes standen 8 Linden. Sie waren schon recht hoch und nahmen uns viel Licht. Mitunter mußten wir während der Schulzeit mitten im Sommer elektrisches Licht andrehen. In dieser Kriegszeit müssen wir aber Strom sparen. Am Dienstag d.W. wurden von einem Arbeiter und von einem gefangenen Russen jede zweite Linde gefällt. Eine fallende Linde hing sich in einer Stehenden auf. Diese zogen die Knaben mit einem Tau herunter. Ein heftiger Westwind half tüchtig. Die stehenden Linden wurden scharf ausgeputzt. Jetzt dringt wieder viel Licht in unsere Klasse.

Diareihe_6_-_007_2.jpg

das Haus vom Maurermeister Evers

Im Winter 1900-01     wurde das neue Schulgebäude auf dem Schulberg vom Maurermeister Evers gebaut.

Eintrag in der I. Schulchronik:

Am 1.März 1910 mußte Hans Detlef Ruge erleben, dass das große Wohn- und Wirtschaftsgebäude abbrannte. Er war unterwegs mit der Bahn von Hohenwestedt kommend. Als er seinen Hof brennen sah, sprang er, als der Zug bei Osterhof schon langsamer fuhr, vom fahrenden Zug ab, konnte aber nichts mehr retten. Im gleichen Jahr baute die Fa. Evers, Beringstedt, das Wirtschaftsgebäude großzügig wieder auf (und das obwohl sie im gleichen Jahr auch den Bau der Schule in Lütjenwestedt zu leisten hatte).

Der Sohn:                                   ebenfalls Maurer (Bild)

 Hinrich Evers

 

 Evers Hinrich und Catharine für website

 

 Als Besitzer folgte:

                  Herr (?) John                   Er war schon etwas älter (Rentner), schwerhörig und Maurer von Beruf. Nach und nach renovierte er das Haus nach seinen Vorstellungen. Zu dieser Zeit gehörte das dahinter liegende Grundstück (heute Gras-Parkplatz vor dem Kindergarten) noch zum Haus. Hier hatten seine Hühner ihren Auslauf. Als er verstarb, kaufte Sanitär- und Heizungsbauer Mario Greve das Haus für seinen Sohn

                                               Christian Grewe

2021 wird das Haus umgebaut:

Steinbergstraße 13 a Steinbergstraße 13 c Steinbergstraße 13 d

Steinbergstraße 13 e Steinbergstraße 13 f

nun erstrahlt es in neuem Glanz

Steinbergstraße 13 g

 

 

...

Steinbergstraße 10

Oma von Rolf Kühl Alwine sein Vater Willi und Schwestern Gret                           Kühls Bäckerei

Dieses Bild wurde von Rolf Kühl zur Verfügung gestellt. Es zeigt seine Oma, seinen Vater Willi Kühl (*1914) und seine Tanten. Alwine Kühl mit ihren Kindern: Willi, Margarethe (später Butenschön) und Else (später Kurts). Margarethe (Grete) heiratete später Ernst Butenschön und übernahm mit ihm die Stellmacherei in der Alten Dorfstraße 4 (heute Lanz-Bulldog-Halle).

 

Hermann und Alwine Kühl hatten hier eine Bäckerei und einen Laden in dem sie Kolonialwaren verkauften. Privat wohnten sie im Nachbarhaus links daneben, Steinbergstr. 12.

Willi Kühl bekam später den alten Hof Sachau, Alte Dorfstr. 3. Sein Vater Hermann kaufte diesen Hof 1948/49.

In der Dorf- und Schulchronik wurde notiert (Oktober 1954), dass die Linden, die 1885 gepflanzt worden waren, mit der Motorsäge umgelegt wurden. 

 Postkarten 3 3

Am 1.11.1954 übernahm der Kaufmann Grelcke aus Lütjenwestedt das Kolonialwarengeschäft von Hermann Kühl. (Info aus der Dorf- und Schulchronik)

Im rechten Hausteil hatte der Bäcker und Konditormeister Alfred Schlüter ebenfalls seinen Laden und betrieb die dahinterliegende Backstube (2 Läden 1 Haus). Privat wohnte er auf dem Saar Haus Nr. 23/Ecke Heckenweg.

Ein Zeitungsartikel aus dem Mitteilungsblatt vom 25.9.1980 erzählt seine Geschichte:

für die hompage Bäcker Schlüter

Vorübergehend wohnte hier Familie Lucht zur Miete, gefolgt von Fam. Thiele.

Ab 1983 wohnt hier Familie Lindner.

Schmiedegang                           Die Schmiede Wensien

 

Aus den Aufzeichnungen, die Otto Bolln (*1900 in Beringstedt) geschrieben hat und im Beringstedter Archiv zu finden sind, sowie Ergänzungen mit Bildern und Informationen zur Haus- und Hofgeschichte von Peter Wensien, Dersau:

In dem damals noch pferdereichen Dorf Beringstedt gab es hinter dem Hof Kaltenbach, inmitten der feuchten Wiesen die Schmiede Wensien.

Vorgeschichte: Im Jahr 1740 war der Besitzer Hans Borgers.

Diesem folgte um 1800 der Besitzer Claus Timm. Claus Timm, der Jüngere (also Sohn), verkauft das Gebäude zum Abbruch und baut ein neues Haus, das jetzt Heinrich Wieben gehört

und der Hausplatz geht über in den Besitz von Johann Wensien. Der baut Haus und Schmiede.

SchmiedeWensienHausmitWerkstatt 4 bearbeitet für website

Südansicht. Im Gebäudeteil ganz rechts befindet sich die Schmiede mit dem dazugehörigen Schornstein.

In der Sackgasse gegenüber der alten Schule (Wiesengrund) wohnte um 1900 noch ein Johann Wensien. Als Kleinkätner besaß er eine Kuh und ein kleines Stück Land. (Eine Info aus dem Beringstedter Archiv).

Weiteres zur Vorgeschichte:

1739 wird im Taufregister von Schenefeld die Geburt des Johann Christoph genannt. Er ist unehelich geboren (am 2. März). Die Eltern sollen sich bei Tönning befinden. Trotz vielem Nachfragen ist der eigentliche Ort ihres Aufenthalts nicht in Erfahrung gebracht worden. Dieses Kind ist der Witwe des August Königs in Beringstedt zur Betreuung ins Haus gebracht worden. (Als Gevatter -Paten- dieses Täuflings werden genannt: Samuel Maschmann, wohnhaft in Beringstedt, itzo zu Norder Hattstedt (Nordhastedt) wohnend, Hans Sierck aus Fahl (Vaale) und Claus Ott zu Beringstedt.) Dazu steht in einer Anmerkung geschrieben: Das Kind soll später den Namen Butendörp erhalten, weil es außerhalb des Dorfes geboren wurde.

Einhundert Jahre später wird, lt. Taufregister Schenefeld, ein Mädchen namens Elsabe getauft (am 23.12.1835) mit dem Geburtsdatum 07.12.1835. Eheliche Tochter des Hinrich Butendorf und Frau Margarethe, geb. Wensien. Drei Jahre später wird 1838 ein zweites Kind geboren und getauft: Johann Hinrich (*12.3.1838). Dieser Johann Hinrich Butendorf wird später Butterträger, Hausierer und auch Brautwerber (Heiratsvermittler). Als Pate wird, neben 2 Anderen, Peter Wensien genannt.

 

Dieser Peter Wensien, Schmied und Kätner, war der Vater vom nachfolgenden Claus Wensien.

Im Eck 1                                          -Tischlerei Rubien-

 

1870  Reimer Gloy                   Tischler. Seine Tochter Marieken heiratet den Tischlergesellen                                                               

Christian Rubien          Im Jahr 1889 brannte das Haus durch Blitzeinschlag ab und wurde wieder neu aufgebaut.

Eltern von Hans Rubien bearbeitet

                Bild oben: Marieken und Christian Rubien an ihrem 50. Hochzeitstag (Goldene Hochzeit)

Kinder: Hans *1893 (Tischler, Zimmermann), Reimer (Tischler), Markus (Uhrmacher), Hannes und Anna

 Familienfoto Rubien Hochzeit

Familienfoto von der Hochzeit des Uhrmachers Markus Rubien, rechts neben ihm sein Vater Christian Rubien. Gemeinsam mit seiner Frau Christine betreibt Markus Rubien ein Uhrmacher-Geschäft in der Steinbergstraße 1. Links neben der Braut sitzt Oma Rubien, sie stammt vom Gut Warringholz

 

Nachfolger in der Tischlerei wird der Sohn

                Reimer Rubien              Tischlergeselle. Er verstarb früh im Jahr 1934.

In der Tischlerei übernahm dann der Bruder Hans Rubien einige Arbeiten, dies jedoch mehr nebenbei, denn er arbeitete auch anderweitig (siehe: In der Marsch 12).

Als Hausbesitzerin folgt die Tochter von Reimer Rubien

                Annemarie Rubien    *1925 +2017

 Annemarie Rubien Schulbild 600dpi.fertig

Annemarie Rubien in der Schule Beringstedt

Bild unten: Für die vorbeiziehenden Boßeler gibt Annemarie Rubien (rechts) vor ihrem Haus `einen aus´.

 Boßeln 1986 Annemarie Rubien gibt einen aus

 

Zwei Jahre nach der Gründung des Gemischten Chores (zuvor Männergesangverein) trat Annemarie Rubien diesem als aktive Sängerin bei und wurde im Jahr 2008 für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft auf der 100-Jahrfeier des Chores dafür geehrt.

Im Alter von 92 Jahren verstarb sie im Jahr 2017.

 

 Im Okt. 2021 findet Ingrid Martens bei der Durchsicht alter Unterlagen diese alte Rechnung von der Tischlerei aus dem Jahr 1918:

Tischlermeister Chr. Rubien Rg von 1918 für website          Annemarie Rubien für website

 

 

...

Saar 24         Baum und Rosenschule Lamprecht

 

Das Haus liegt auf dem höchsten Punkt von Beringstedt, 31,4 m über NN.

 

  für website Saar mit Baumschule Lamprecht                       Helene Schwester Maria Wilhelm 2 und Margarethe   

Baujahr 1907/08

Bild oben rechts: Kinder: Otto Lamprecht mit Schwester Magarete, Tante Helene und Mutter Marie. Dieses Bild ist kurz vor dem 1. Weltkrieges entstanden und wurde, ebenso wie die folgenden Bilder von der Familie Lamprecht zur Verfügung gestellt.

Vorgeschichte:

Der Gründer der Baum- und Rosenschule Wilhelm Christian Friedrich Lamprecht wird 1882 in Hamburg Altona geboren. Seine Eltern wandern ca. 1890 aus in die USA. Auf der Überfahrt dorthin stirbt die Mutter. Nach ca. 2 Jahren kehrt der Vater mit seinen 2 Kindern zurück nach Deutschland. Auf der Rückfahrt verstirbt auch er und so kommen Wilhelm Chr.Fr. Lamprecht und seine Schwester als Vollwaisen zurück nach Deutschland.

In Aukrug macht W.Chr.Fr. Lamprecht eine Lehre zum Gärtner. Hier lernt er seine Frau Marie (*1884 in Innien, Aukrug, geb. Wittmack, +1954) kennen. Sie heiraten in Aukrug. Bei der Suche nach einem eigenen Stück Land werden sie 1907 in Beringstedt fündig und kaufen von der Familie Hadenfeldt ½ Hektar auf dem Saar. Bis das Wohnhaus (Neubau) fertiggestellt ist, wohnen sie in der Reetdachkate vom Hof Wendell (Am Ehrenmal). Dann beginnen sie mit dem Aufbau einer Baum- und Rosenschule.

Im 1. Weltkrieg muss auch W.Chr.Fr. Lamprecht seinen Beitrag als Soldat leisten und bezahlt diesen Einsatz mit dem Verlust eines Beines. Trotzdem schafft er es, gemeinsam mit seiner Frau, hier eine Existenz aufzubauen.    

Lamprecht Wilhelm 1 und Maria

Wie mühsam es damals zuging, kann man dem Bericht seines Sohnes Wilhelm Otto Hans Lamprecht (*1908) entnehmen:

Das Jahr 1908 war bereits begonnen, wie am 1. April meine Eltern das neue Wohnhaus auf dem Saar bezogen. Während des Bauens weilten sie im Hilfsheim in Herrn Wendells Kate. Anfangs gehörte zu dem Baugrundstück ½ Hektar Land. Im Schweiße ihres Angesichts haben sie bei der Bearbeitung des wilden Ackerlandes manche Stunde zugebracht. Es hieß nicht nur säen und ernten, sondern der Boden mußte dazu vorbereitet werden. Zunächst mußte der lehm- und steinreiche Boden Stück für Stück vorgenommen werden. Natürlich durfte bei solcher Arbeit kein Dung fehlen. Quecke und Steine waren in Hülle und Fülle vorhanden, aber von Zeit zu Zeit verschwanden mehr und mehr beide Teile. Hoch türmte sich von Tag zu Tag der große Komposthaufen, welcher dann später als Dünger wiederverwendet werden konnte. Nun mußte für die Anschaffung von Jungpflanzen und Treibbeete gesorgt werden. Aus dem nahen Gehölz wurde Holz gekauft, welches zu Brettern gesägt wurde zum Bau neuer Mistbeetkästen, und alsdann rollten mit der Bahn die neu gefertigten Fenster an. Danach konnten alle Beete mit schönem Pferdedung gefüllt und die verschiedensten Sämereien konnten gesät werden. Daraus konnten meine Eltern die ersten Einnahmen machen. Aber doch ist Gärtnerei ein schwerer Anfang, weil Jahre vergehen, bis die meisten Pflanzen verkaufsfähig sind. Auch ist´s für einen jungen Anfänger schwer, die erste Kundschaft zu bekommen. Darum hieß es, sehr gute Ware zu züchten, um feste Abnehmer zu gewinnen. Die Hauptzucht bestand aus Rosen, Obst und Wildlingen, welche größtenteils zum Versand kamen. Ein kleiner Rest konnte hier verkauft werden. Das übrige Stück Land diente zu häuslichen Zwecken. Durch immer größer werdenden Absatz wurde die Fläche bald zu klein, und meine Eltern kauften einen weiteren Hektar von der Koppel zu. Bald konnten nach der Bearbeitung des Bodens ganze Stücke mit Rosen bepflanzt werden, weil dieses auch das Hauptgeschäft sein sollte. Durch den Ankauf des Landes waren die Stallungen bald zu klein, und es wurde ein größerer Stall und eine Diele angebaut im Jahr 1910. Die Stallungen sollten den Dünger liefern, und die Diele mußte als Packraum im Herbst benutzt werden. Denn so mancher Ballen ging in die weite Welt hinaus. So waren die Hauptabsatzgebiete in Süddeutschland, zum Teil in Dänemark, Österreich, Russland und sogar in Ägypten, denn Holstein ist das reichste Baum- und Rosenschulgebiet.

Gerade als meine Eltern immer mehr Rosenstücke in Betrieb legten, kam das Jahr 1914 heran, und dieses brachte nichts Gutes. Mein Vater musste von dem Betrieb ab und gegen den Feind ziehen. Da nun gleich nicht volle Arbeitskraft da war, ging der gärtnerische Betrieb immer mehr zurück und vieles wurde zu Ackerland benutzt. Gleich zu Anfang stockte der Absatz, denn niemand kaufte mehr etwas bei der schweren Zeit. Bald fehlte auch die Einfriedung, und schwer war neues Material zu beschaffen. Der Draht wurde schlecht und die Hasen und Kaninchen im Garten richteten großen Schaden an. Jeder beste Baum, der ihnen im Weg stand wurde angenagt und kam dem Verdorren näher. Durch diesen Schaden konnten keine großen Einnahmen mehr gemacht werden. So mußte die Arbeit dann von neuem beginnen. Sogar am Tag war man nicht sicher vor den Hasen und Kaninchen im Garten. Wie nun endlich der Weltkrieg aufhörte, lag alles im zurückgekommen Zustand. Um alle Arbeit wieder richtig herzustellen, wurde ein Gehilfe in den Betrieb eingesetzt. Bald begann auch schon die Geldentwertung und infolge wurde das Geschäft immer flauer und kam zum zweiten Mal ins Wanken. Zum Beispiel setzte man beim Kranzbinden beinahe Geld zu, denn der Preis für Blumendraht stieg von Tag zu Tag. Gerade zur rechten Zeit, eben vor der Geldentwertung, wurde ein Treibhaus angelegt, klein nur, aber sehr nützlich. Denn so allmählich überstanden wir die schlechten Zeiten, und endlich wurde das Geld feststehend. Alles konnte nun wieder besser in Ordnung gesetzt werden. Zunächst wird tüchtig mit Hilfe von Kunstdünger und anderem Dung gearbeitet. Immer mehr Land wird zu gärtnerischem Zweck benutzt. Obgleich auch noch etliche Stücke mit Getreide und Kartoffeln bebaut werden, um uns einen Teil der Lebensmittel zu liefern. Auch ist in dieser Zeit eine Kuh angeschafft worden, um Milch für den Lebensunterhalt und Dung für das Land zu gewinnen. So wie meine Eltern in ihrem Betrieb gewirkt haben und versuchten ihn von Jahr zu Jahr zu verbessern, ist es unsre Pflicht, da wir jetzt die Schule verlassen, nach bestem Können mitzuhelfen.

ein Schulaufsatz geschrieben von Otto Lamprecht, 05.06. 1924 (16 Jahre alt)

Konfirmation Wilhelm 2 Lamprecht

Konfirmation 1924 in Todenbüttel, vordere Reihe 2. v. r.: Wilhelm Otto Lamprecht          

 

Nach und nach werden weitere Grundstücke dazugekauft und die Baum- und Rosenschule vergrößert sich. Dazu gehört auch das Haus, Saar 8 (heute -2020- Feitkenhauer). Hier verbringt Wilhelm Chr. Fr. Lamprecht später seinen Lebensabend. Er stirbt 1956. Seine Frau Marie bereits 1954.

Steinbergstraße 8

 Haus MW Voss0002 Bildgroesse verkleinert

Die Bilder wurden freundlicherweise von Max Walter Voß zur Verfügung gestellt. Links neben dem Haus stand einst ein großer Kirschbaum.

Baujahr 1882    Dieses Datum stand in dem weißen Feld über der Haustür

1. Besitzer war der Schuster Hinrich Raabe. Ob er der Bauherr war ist nicht bekannt, nur dass er im südlichen Teil eine kleine Schusterwerkstatt hatte und es dort einst ein größeres Schaufenster gegeben hat. Dieser Teil des Hauses ist wohl nachträglich angebaut/erweitert worden, was sich am Dach erkennen läßt.

Saar 2                  Familie Dallmeyer und ihre Holzschuhmacherei

Dierk Dallmeyer heiratet 1897 Anna Koll aus Lütjenwestedt. Im November 1907 zog das Paar nach Beringstedt und mietete die Kate (Am Ehrenmal) auf dem Hof Wendell. Hierzu existiert noch der Original-Mietvertrag (siehe Anhang am Schluß dieser Hausgeschichte).

 Haus Saar 2

Dieses Bild und auch die nachfolgenden Bilder wurden von Brigitte und Günther Dallmeyer zur Verfügung gestellt.

Im Jahr 1909 wurde dann dieses Haus im (heutigen) Saar 2 gebaut. Das Ehepaar hatte 5 Kinder: Johannes *1899, Hans, Marha, Johann und Heinrich (auf dem obigen Bild ist Heinrich noch nicht dabei, weil er später geboren ist). Hier begann

Dierk Dallmeyer         mit der Holzschuhmacherei. Er starb 1945 in Beringstedt. Seine Frau Anna starb im Alter von 89 Jahren 1964 in Beringstedt. Nach dem Tod des Vaters übernahmen die Söhne Johannes und Hans die Holzschuhmacherei. Hans Dallmeyer hörte auf und

Johannes Dallmeyer    führte den Betrieb weiter. Er heiratete 1925 Dorothea (*1903), geb. Hansen aus Lütjenwestedt.

In dieser Zeit wurde das Dachgeschoß ausgebaut. Sie haben 5 Kinder: Anne *1927, Martha *1930 (sie starb mit 3 Jahren), Irene *1932, Günther *1938 und Kurt *1942.

 Bei der Arbeit