Beringstedt in Kriegszeiten

Von 1600 an bis zum ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts hat das mittlere Holstein ungewöhnlich stark unter der Drangsalierung durch fremde Truppen und kriegerische Ereignisse gelitten. So durch den

                         Kaiserlichen Krieg                  1627 – 1629           und dem

                         Schwedenkrieg                      1643 – 1645           die mit zum 30-jährigen Krieg gehören. Dem

                         Polackenkrieg                         1657 – 1670           und durch die

                         Franzosenzeit                         1810 – 1814           auch Kosakenzeit genannt.

 

Russische, schwedische, preußische, französische, holländische, spanische und dänische Söldnertruppen, ganz schlimm waren auch die Lützower, benahmen sich stets so als wären sie im Feindesland, auch wenn sie als Verbündete auftraten. Wenn sie keinen Sold erhielten, und das war wohl sehr häufig der Fall, dann requirierten sie auf eigene Faust und nahmen alles, was sie gebrauchen und mitführen konnten. Sie nahmen den Bauern Pferde, Vieh, Wagen, Korn, Heu, Stroh, Speck, Butter, Eier und selbstverständlich alles Geld und alle Gegenstände mit Geldwert, z.B. metallene Gegenstände. Aus Mutwillen verbrannten sie in mühevoller Handarbeit hergestellte Geräte. Sie machten auf den Haus- und Scheunendielen Feuer und wenn das Haus brannte, zogen sie in das Nachbarhaus. Sie folterten die Bewohner, damit sie ihnen Verstecke im Garten oder im Feld und Wald verraten sollten.

 

Karte Nordelbingen 800 bis 1150 für website 

 

Aus der mittleren Steinzeit (ca. 10000-4300 v. Chr.) stammen Überreste von Wohnplätzen, die Jäger und Sammler bei ihrem Aufenthalt in der Uferzone der Haaler-Au nutzten.

Die seinerzeitige Naturlandschaft wurde in der jüngeren Steinzeit (4300- 2300 v. Chr.) in eine offene  Kulturlandschaft umgewandelt, in der nunmehr Bauern lebten und wirtschaften. Aus dieser Zeit stammen Einzelfunde jungzeitlicher Feuersteingeräte, aber auch Überreste mehrerer Großsteingräber in der Gemarkung Beringstedt. Der Siedlungsraum wurde auch in der Bronzezeit (ca. 2300 - 550 v. Chr.) und in der Eisenzeit (ca. 550 v. Chr.- 400 n. Chr.) genutzt, welches Reste heute meist überpflügter Grabhügel, Urnenfriedhöfe und sonstige Funde belegen.

Die Gemeinde Beringstedt wird 1447 erstmalig urkundlich in der Dithmarscher Klageschrift (Landesarchiv Schleswig Urkunden-Abteilung 1 Nr. 203  / 94 u.102. -Nachgefragt und herausgefunden im Febr. 1999 von Herbert Jürß. Er ist der Verfasser dieses Textes.) als Bernstede mit den Einwohnernamen Radeke Otten van Bernstede und  Syverde Otten to Bernstede genannt. Zweifellos ist Beringstedt älter als 1447, wahrscheinlich über 1000 Jahre älter,  nur wird es zufälligerweise erst 1447 genannt. Nach Aussagen der Siedlungs- und Ortsnamenforschung zählen die Orte auf -stedt zu den ältesten in Holstein;  ihre Entstehung wird für die ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt angenommen.

Laut der Ortsnamenforschung  bedeutet sted oder stede = Stätte, Wohnstätte  oder Wohnplatz.  Bern die Leute des Bero. " Bero" ist ein altes Wort für "Bär": Der Name Bernstedte bezeichnet wahrscheinlich die Wohnstätte der Leute des Bero.

In den folgenden Urkunden kann man die Veränderungen des Ortsnamen feststellen:

1447 ( LAS Urk.- Abt. 1 203)            Bernstede

1538 ( LAS Urk.- Abt. 104 AR)         Bernstede

1600 ( LAS Urk.- Abt. 104 AR)         Beringstede

1640                                                 Beringstede

In der ältesten Landkarte der Ämter Rendsburg, Kiel und Bordesholm  von 1649 von Johs. Meier, Husum

Nunmehr Beringstedt

 

Auszug der oben genannten Klageschrift:

Item Kersten Bruse nam Radecke Otten von Bernstede twe ossen so gud alse VIII mark, des he to scaden heft an teringe II mark III ß.

Übersetzung: Kersten Bruse nahm Radecke Otten aus Beringstedt zwei Ochsen im Werte von 8 Mark, dass er hat einen Schaden an Zehrung 2 Mark 3 Schilling.

Item Bernd Schutte ist Redecken vorbenomed schuldich VIII mark vor eyn perd.

Übersetzung: Bernd Schutte ist Radecken vorbenommen schuldig 8 Mark für ein Pferd.

Item Hinrick to Wolenbüttel ist schuldich Syverde Otten to Bernstede V mark vor eyn par ossen unde wil eme der nicht betalen.

Übersetzung: Hinrich aus Welmbüttel ist schuldig Syverde Otten aus Beringstedt 5 Mark für ein paar Ochsen und will sie ihm nicht bezahlen.

 

Dieser Bericht wurde zusammengetragen und aufgeschrieben von Herbert Jürß am 7.2.1999:

Der Fohrsberg und die Geschichte von der goldenen Figur

Aus der mittleren Steinzeit (ca. 10.000 bis 4.000 Jahre v. Chr.) stammen Überreste von Wohnplätzen, die Jäger und Sammler bei ihrem Aufenthalt in der Uferzone der Haaler Au und den Nebenarmen nutzten. Dies belegen zahlreiche steinzeitliche Funde. Auch ein Hünengrab gab es hier. Es wurde jedoch nicht weiter beachtet und somit zerstört, bevor es archäologisch begutachtet werden konnte. Ein Relikt aus dieser Zeit steht in der Dorfmitte (siehe Schalenstein). Die anderen Großsteine wurden entweder als Ecksteine für die Hofeinfahrten genutzt, oder zu Schottersteinen zerschlagen und als Unterbau für die Straße verwendet.

1779  In dieser Zeit war die heimische Landwirtschaft im Umbruch. Zuvor hatte die Dorfgemeinschaft als feldliche Gemeinschaft (Allmende) gearbeitet. Diese wurde nun von Amts wegen aufgehoben. Die Verteilung der Felder, Weiden, Wiesen, Moore und Wälder, die sogenannte Verkoppelung, ließ jedoch auf sich warten, weil die Landvermessung, die Bonitierung, und das Anlegen der Erdbücher und Flurkarten sehr zeitraubend war. 1785 ackerte der Hufner Ehler Holm (sein Hof befand sich in der alten Dorfstraße) auf dem Feldstück am Fohrsberg. Dies war ihm durch Los zur Beackerung zugefallen. Zuvor hatte es brach gelegen und wurde nur als Viehweide genutzt. Bei der Beackerung mit dem Pflug kam ein Stück zum Vorschein, das in der Sonne glänzte. Sein Pflugschar hatte eine Ecke angekratzt und so erst erkannte er dieses `goldene´ Stück. Er säuberte es und zum Vorschein kam eine Figur in Frauengestalt, die in den Händen eine kleine Schale trug und ihm sehr wertvoll erschien. Wie ein Lauffeuer ging diese Geschichte durchs Dorf und viele Neugierige kamen, um sie erfurchtsvoll zu bewundern. Wer es sich leisten konnte trug damals  Spangen auf seinen Schuhen zum Feiertagsgewand. Es gab wohl 2 Herren im Dorf, die trugen silberne Spangen auf ihren Schuhen. Da er sich im Glauben befand, es handele sich um Gold, fuhr er nach Rendsburg um sich bei einem Goldschmied hieraus goldene Schnallen machen zu lassen. Dieser erkannte jedoch sehr schnell, dass es kein Gold war sondern Bronze. Er erklärte ihm das dies nur einen geringen Wert darstellte. Enttäuscht ging er zu einem Trödler, wie es ihm der Goldschmied geraten hatte und versuchte hier seine Figur zu verkaufen. Der Händler hielt ihn jedoch hin, weil er selbst erst in Erfahrung bringen wollte, was diese Figur wert ist. Während dieser Zeit sprach sich die Geschichte in Rendsburg herum und so hörte auch ein Amtmann davon. Er ließ sofort seine Leute schicken, um diese Figur zu beschlagnahmen. Da er ahnte, das es sich um eine historisches Wertstück handeln könne, schickte er die Figur nach Kopenhagen. Hier landete es dann im National-Museum. Der Finder kehrte mit leeren Händen nach Beringstedt zurück.

Ein Relikt aus der Urzeit

In der Friedenstaße, gegenüber dem Ehrenmal, dort wo der Weg  In der Marsch  beginnt, auf dem kleinen Dreieck, steht ein Gedenktstein. Er wurde zum 100. Geburtstag des Deutschen Kaisers Wilhelm I (dem Großen) im Jahr 1897 hier aufgestellt.

Kaiser Wilhelm Gedenkstein   Dreieck in der Marsch

 frisch getrichen

SchalensteinEinst diente er als Abdeckstein eines Hünengrabes aus der Vorzeit. Diese lagen beim Fohrsberg. Ebenso wie die einstige Thingstätte (Eekenhoop). Leider wurden diese zerstört als die Straße nach Puls ausgebaut wurde. Es soll dort mehrere Hünengräber gegeben haben, die jedoch schon in grauer Vorzeit zerstört und später übergepflügt wurden.

------- Die Heimat  Heft 4/5 von 1976  Seite 101 ff. --------------------------

Hier steht geschrieben:

Die Rückseite des großen Steines weist aber ein weitaus älteres Denkmal, das in die Zeit zwischen 3000 und 1600 vor der Zeitrechnung zurückdatiert wird und das also maximal 5000 Jahre, minimal  immer noch rund 3500 Jahre alt ist.  Es sind 13 kleinere oder größere Vertiefungen sichtbar, die von Menschenhand stammen. Über den Schalen im oberen Teil des Steines prangt dann noch ein offenbar christliches Kreuz. Dieses Kreuz ist wahrscheinlich erst sehr viel später mit neueren Werkzeugen angebracht worden. Vielleich stammt es aus der Zeit nach der Christianisierung des Landes und sollte gewissermaßen zur Entzauberung der anderen, heidnischen Zeichen dienen.

Welche Bedeutung die schalenartigen Vertiefungen einst gehabt haben mögen, ist bis heute noch nicht restlos geklärt, trotz umfangreicher Literatur und mehrerer wissenschaftlicher Dissertationen über Schalensteine. Andernorts werden Schalensteine auch als ehemalige Opfersteine deklariert, etwas in der Weise, dass in den Schälchen einstmals Blut oder andere Opfergaben dargebracht wurden. Diese Darstellung wird aber schon durch die Tatsache widerlegt, dass die Schalen auch an senkrechten Stellen der Steine angebracht worden sind. An Stellen also, an denen eine Darbringung von Opfern völlig sinnlos  gewesen wären.

Als man Ende des 19. Jahrhunderts den als Gedenkstein vorgesehenen großen Stein in das Dorf holte, hat man wahrscheinlich noch gar nichts von den Schalen und von dem Kreuz gewusst, denn diese Merkmale fallen überhaupt nicht auf und sie treten nur dann hervor, wenn man sie kenntlich macht, etwa mit Farbe.

Karte mit Simonclus

 

In einer der ältesten Landkarten der Ämter Rendsburg, Kiel und Bordesholm von Anno 1649 (Johannes Meier, Husum) ist südwestlich von Beringstedt gelegen die Siedlung Simeonklus eingezeichnet. Hieraus ergibt sich, dass Simeonklus aus mehreren festen Gebäuden bestanden hat. Der Standort, der später auch als Kapelle bezeichneten Klausnerei, liegt bei 34 m über NN auf dem höchsten Punkt der Beringstedter Feldmark. Rechts abzweigend von der Kreisstraße von Beringstedt nach Seefeld vor dem Ortsteil Rehheide auf den Ackerflächen.

Ein Leutepriester soll hier gewohnt und auch Messen gehalten haben. In der Nähe der Kapelle soll eine heilige Quelle gewesen sein. So wurde diese Stätte zum Wallfahrtsort. Überreste der Kapelle will Pastor Preuß, Schenefeld, im Jahr 1772 noch gesehen haben. Die alten Wulfskrogteiche mit ihren starken Quellen mögen aus der Zeit stammen und zur Kapelle gehört haben. Sie könnten zur Fischzucht benutzt worden sein. Die Kapelle stand inmitten eines alten Gräberfeldes. Östlich lagen mehrere Grabhügel. Urnen davon sind ins Kieler Museum gekommen und mittlerweile nach Schleswig verlegt worden. Viele Urnen im westlichen Teil des vorgeschichtlichen Friedhofes sollen in einer kreisrunden Steinsetzung mit einem runden Plattendeckel gestanden haben. Hier hat man auch Wohngruben gefunden: Flechtwerk, Kornreste und Fingerabdrücke.

Die Reste der Kapelle Simonklus stammen wahrscheinlich aus der Zeit der Christianisierung und war dem Simon geweiht

Simeon          =    Simon, katholischer Heiliger eigentlich Simon Stock, geboren um 1165,                                                                   Ordensgeneral der Karmeliter-Mönche. Er trug sehr zur Verbreitung des Karmeliter    Ordens im Abendland bei.

Klus                 =   Klause, Klausnerei, Klausur = Einschließung

Vor der Reformation diente die Simeonklus als Wallfahrtsort und soll viel besucht worden sein. Nach der Reformation ca. 1520 bis 1550 ist die Klause wahrscheinlich eingegangen.

 

Im Jahr 1885 (März) meldet der Beringstedter Gemeindevorsteher Hinrich Holm (1884 - 1890) dem Amt Rendsburg einen Urnengrabfund und dass beim Bearbeiten dieser Ackerfläche (Besitzer Claus Martens) bereits seit mehreren Jahren immer wieder Ton-Scherben zutage treten. Die alte Siedlung Simeonclus war da bereits seit Langem in Vergessenheit geraten. Daraufhin fand dann im April 1885 eine offizielle Untersuchung des Geländes statt, die von/mit Herrn Dr. Wilhelm Splieth durchgeführt wurde. Dieser legte dann mit seinen Helfern in 20-30 cm Tiefe das Urnengrab frei. Er skizziert und beschreibt die hier in einem Steinkreis liegenden Funde. Neben den Urnen haben sich auch Grabbeigaben wie eiserne Messer, Fiebeln und Pfriemen erhalten, die jedoch dem Zahn der Zeit entsprechend nicht mehr vollständig sind.

Im Landesarchiv SH, Schleswig, findet man hierzu reichlich Informationen, die jedoch zur zu privaten Zwecken freigegeben sind. Interessierte können sich hier umfassend informieren.

 

Urnengrab

 

 

 

...

Die Ulme in der Friedensstraße war der älteste Baum Beringstedts

Die alte Ulme

Als die einstige große Hofstelle Hadenfeldt im Jahr 1695 zwischen den beiden Brüdern Claus und Hans geteilt wurde, holte man eine stattliche Ulme aus den Wäldern um Beringstedt und pflanzte sie auf die Grenzlinie zwischen den Höfen. „Der Baum darf nie angerührt werden“, steht im Testament des Klaus Hadenfeldt aus dem 17. Jahrhundert zu lesen. Hieran hielten sich alle nachfolgenden Generationen.

Der Baum kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. 1898 brannte das Wohnhaus der Dingvogtstelle ab und wurde wiederaufgebaut. Seit über 1oo Jahren soll der Baum schon hohl gewesen sein. 1936 wurde der Baum unter Denkmalschutz gestellt. Um 1954 betrug der Stamm-Umfang in Brusthöhe 3,65 m. Dicht über der Erde waren es 6,15 m. Die Gesamthöhe des Baumes betrug 20,5 m und er hatten einen Kronen-Umfang von 80 m.

Am 1. Weihnachtsfeiertag 1991 löschte die Feuerwehr ein Feuer, das im hohlen Stamm ausgebrochen war. Vermutet wurde, dass am Stamm ein Feuer gemacht wurde, welches sich durch den Schornsteineffekt im hohlen Stamm rasch ausbreitete. Die Feuerwehr brauchte 1800 Liter Wasser um den Brand zu löschen. Der Ulme schien es nicht weiter geschadet zu haben, da die Rinde kaum betroffen war.

Erst vier Wochen vorher war das Gelände um den Baum herum, im Rahmen der Dorferneuerung, neu angelegt und mit einem Steinwall eingegrenzt worden. Ein Hinweisschild sollte in nächster Zeit aufgestellt werden. Es ist bemerkenswert, das eine Ulme so ein hohes Alter erreicht. Meist hört man ja nur von alten Eichen.

Die Ulme diente 303 Jahre lang als Wahrzeichen von Beringstedt. Sie mußte im Jahr 1998 leider gefällt werden, weil bei Sturm und starkem Wind immer wieder große Äste abbrachen, was eine große Gefahr darstellte; nicht nur für umliegende Gebäude, auch Menschen hätten zu Schaden kommen können.

Ulme Bild 3 Ulme Bild 4 Ulme Bild 5

Ein über 300 Jahre altes Wahrzeichen von Beringstedt steht leider nicht mehr.

Das Freibad auf dem Schulberg

Am Montag, 24.10.1964 wurde mit dem Bau der Badeanstalt in den Schulgärten begonnen. Die Firma Schütt, Beringstedt, führte die Arbeiten aus. Die Umkleideräume wurden bis zum 15.11.64 fertiggestellt. Am 1.11.64 rückte die Firma Greve, Hademarschen, mit Bagger und Schieber an. In 4 Tagen waren die beiden Schwimmbecken ausgebaggert und das Gelände planiert.

Eröffnet am 18. Juli 1965

  Einweihungsfeier3    Auf dem Weg zur Eröffnungsfeier                       

Der Bürgermeister Hermann Greve auf dem Weg zum Empfang des Landrats.

  Einweihungsfeier4   Einweihungsfeier10    

Empfang der Ehrengäste und musikalische Beiträge zur Eröffnungsfeier.

 Einweihungsfeier5   Einweihungsfeier1

Bürgermeister Hermann Grewe hält die Ansprache zur Eröffnung. Neben ihm die Ehrengäste.

 Kontrast Schwimmbad Eröffnung 1965   

Der Gemischte Chor singt einige Lieder zur Eröffnungsfeier.

 Einweihungsfeier6   

   

Und dann eröffnet Max Voß (Vater von Claus Voß) mit Frack und Zylinder durch einen Sprung ins Schwimmerbecken das Freibad und die Badesaison 1965.

Die Schwierigkeit hierbei war, den Zylinder nicht zu verlieren.

  Einweihungsfeier7   Einweihungsfeier9

 

Luftbild Schwimmbad

 

Anfangs kümmerten sich Herr und Frau Köhler um das neue Freibad. Herr Köhler war auch als Hausmeister für die Schule zuständig und übernahm nun, gemeinsam mit seiner Frau `Miete´, auch die Aufgaben die für´s Freibad anfielen, Rasen mähen etc. Frau Köhler verkaufte die Eintrittskarten und hatte für die Kinder ein paar Süßigkeiten bereitstehen. Eine offizielle Badeaufsicht gab es damals noch nicht, jeder war für sich selbst verantwortlich. Vorschriften hierfür kamen erst später und wurden entsprechend umgesetzt.

Steinbergstraße                                                                   Schümann´s Gasthof

 Schümanns Gasthaus alt für website...eine alte Postkarte

 

Gasthaus Lenschow

Ein Bild aus den 1970er Jahren, gefunden im Beringstedter Archiv (unter diversen DIA-Bildern, vermutlich aufgenomen von Herrn Rosenkranz, Hobbyfotograf und Nachbar dieser Gaststätte).

Die Geschichte zu diesem Bericht wurde von Otto Bolln aufgeschrieben.

 

1740      Carsten Hildebrand             ...

1800      Hinrich Schümann          sein Sohn

Claus Schümann              heiratet eine Tochter der Familie Holm. In zweiter Ehe heiratet seine Witwe

Anna Schümann              den Bauern und Gastwirt

Ehler Voss                        Es bleibt aber bei dem Namen Schümann´s Gasthof.

In einem amtlichen Schreiben des königl. Landraths des Kreises Rendsburg (vom Mai 1898) gerichtet an den Gemeindevorsteher von Beringstedt steht geschrieben:

Die früher von H. Schröder betriebene Schankwirtschaft ist im Jahr 1897 auf den Schankwirt Ehler Voss übergegangen. Voss ist daher für das Jahr im Zugangswege mit 15 Mark zur Betriebssteuer veranlagt worden.

 

Demnach muss es noch einen Schankwirt namens    H. Schröder    gegeben haben.

Postagenturen in Beringstedt

Anfangs kam die Postkutsche von Rendsburg nach Beringstedt. Sie fuhr dann weiter über Remmels nach Itzehoe. 

Später kam der Postbote aus Hohenwestedt und ging über Barlohe zurück. Nachdem dann die Bahnstrecke Neumünster - Heide fertiggestellt wurde, gab es eine Postagentur in Beringstedt. 

Posthaus   PostAgentur 1905 Eine Aufnahme von 1905 (Postkarte)

Im Haus Steinbergstraße 11 war die erste Postagentur von Beringstedt untergebracht. Dies war meist nur eine Zimmer, das direkt vom Flur abging oder vom Flur aus mit einer Durchreiche ausgestattet war. In diesem Zimmer stand ein abschließbarer Schreibtisch, der als Postschalter diente. In diesem Haus (siehe Bild) wohnte Familie Behrens. Später (nach dem 2. Weltkrieg) waren dies Walter u. Wilma Illing, ab 2004 sind dies Michael Elsner und Frau. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Annelene Illing.

Die Agentur führte damals Adolf Nuppnau. Er mußte viermal pro Tag zur Bahn und die Post holen. Der Briefträger war Herr Popp. Er brachte die Post nach Ostermühlen, Puls, Seefeld und Beringstedt. Einige Jahre später übernahm Herr Schlömer.

Ab 1928 war die Agentur nur noch für Beringstedt zuständig. Ostermühlen, Fohr und Puls wurden abgetrennt, sie bekamen die Post jetzt von Reher. Seefeld erhält die Post von Rendsburg. 1929 wurde Herr Schlömer nach Segeberg versetzt. Es folgte Herr Schmidt, er hatte sie 9 Jahre. Sein Nachfolger wurde Herr Lüthje. Er mußte die Post zweimal am Tag austragen.

Der Bahnhof von Beringstedt und seine Geschichte

 

Bahnhof 1921 für website    Eine Postkarte aus dem Jahr 1921

 

 

Bahnhof 1982 Der Fahrkartenverkauf und der Aufenthaltsraum für wartende Fahrgäste befand sich im rechten Gebäudeteil (siehe Fenster mit weißer Bank davor. Eingang seitlich). Hier gab es ein öffentliches WC und im Winter wurde dieser Raum durch einen Holzofen beheizt. Deshalb diente er den Jugendlichen im Dorf oft als Treffpunkt und Aufenthaltsraum. Bis der Bahnwärter Feierabend hatte und die Tür zuschloß.

 

 

 

Aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln (1900 – 1994), Bahnamtman bei der Bundesbahnanstalt in Hamburg, den Unterlagen und Bildsammlungen im Archiv der Gemeinde Beringstedt und der Zusammenfassung unseres Ehrenbürgers Herbert Jürß  (1927 - 2017):

 

W E S T B A H N  mit Bahnstation Beringstedt

 

Die erste Eisenbahnverbindung in Schleswig-Holstein war die 1842 eröffnete Strecke von Altona nach Kiel. Diese trug den stolzen Namen „König Christian VIII Ostseebahn“. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es auch schon die Eisenbahnverbindung von Neumünster nach Rendsburg und weiter nach Norden. Im Westen des Landes war die sogenannte „Marschbahn“  von Elmshorn über Glückstadt nach Itzehoe schon in Betrieb und die Weiterführung nach Heide im Bau.

Querverbindungen fehlten in Holstein aber noch zunächst gänzlich.

Aufgeschrieben (2017) von Gudrun Norden, Seefeld:

Meine Mutter, Anna Schubert, geb. Hartig (*1923), wohnte bis zum Jahr 2014 in ihrem Elternhaus, der kleinen Reetdachkate in der Alten Dorfstr. 20 in Beringstedt. Sie erinnert sich, dass ihr Vater Hinrich Hartig (*1895) in den 1930er Jahren in Beringstedt in den Wintermonaten als „Nachtwächter von Beringstedt“ fungierte. Er drehte jede Nacht 3 Runden im Dorf, beginnend so gegen 22:00 Uhr bis morgens zur Melkzeit der Bauern. Dabei trug er ein Horn umgebunden, in das er während der 1. Runde einmal blies, während der 2. Runde zweimal und während der 3. Runde dreimal. Man sagt, so haben die Bewohner, wenn sie es hörten, immer gewusst wie spät es in etwa war und sich auch sicher gefühlt. Während seiner Rundgänge trug mein Opa einen langen Mantel und dicke Stiefel, jedoch hatten diese noch kein Pelzfutter. Zum Schutz vor der Kälte wurden dicke Sohlen aus Zeitungspapier in die Stiefel gelegt. In sehr kalten Nächten wärmte er sich mit heißen Getränken. zwischendurch auf. Von den Bauern erhielt er ab und zu den Auftrag, mal in den Kuhstall zu sehen, wenn eine Kuh kalben sollte. Gegen Morgen kehrte er dann nach Hause zurück.

Dieses Bild von Hinrich Hartig wurde von seiner Enkelin G. Norden zur Verfügung gestellt.

 Hinrich Hartig Opa von Gudrun Norden

Hinrich Hartig war auch Schlachter und wurde von Beringstedtern gerufen, wenn bei ihnen, wie es damals üblich war, eine Hausschlachtung anstand. Seine Rundgänge als Nachtwächter machte er nur in den Wintermonaten.

Anmerkung von Erhard Marxen:

Bei uns hat `Hinne´ Hartig (ab 1961) auch noch mehrmals im Winter ein Schwein geschlachtet und fachgerecht zugehauen. Aber er konnte noch viel mehr:

Als Steinhauer war er ab und zu auch für die Gemeinde tätig: 1962 sollte der Grandweg von der Todenbüttler Grenze (Badkuhlenkoppel) bis zum Triangel auf `Groot Wisch´ eine Asphaltdecke bekommen. Wir Landwirte wurden aufgefordert unsere Sammelsteine (die Ackerflächen wurden regelmäßig von Steinen aller Größe befreit) am Wegesrand abzuladen. Hinne Hartig zerschlug alle etwas größeren Steine und brachte mit der Steinforke das ganze Material gleichmäßig in die Fahrbahn. Danach wurde von einer Firma die Asphaltdecke aufgebracht.

Aber auch größere Steine, ganze Felsen, konnte Hinne gezielt zerschlagen: Er sah dem Granit kleine Adern an. Mit leichten Schlägen (nie wild drauf los!) gab er dem Stein „Bescheid“. Dann ließ er sich Zeit oder er wandte sich schon mal dem nächsten Stein zu. Später brachte er nur noch einige weitere Schläge und der Stein zerfiel. Auch mit diesem Steingruß wurden die Straßen unterkoffert. Nebenbei war Hinne Hartig auch als Friseur tätig. Wenn man sich mit ihm absprach, brauchte man auch nie lange zu warten. Ich war mit dem Haarschnitt immer sehr zufrieden. E. Mx.

 

In der Dorf- und Schulchronik steht für das Jahr 1930 folgender Eintrag:

Anstelle des alten Nachtwächters Hinrich Voß vom Segen wurde Johann Hansen ernannt. 

 

 

 

Lothar Rolf Meller                ein Beringstedter Original

Zusammengestellt aus Informationen von Erh. Marxen, Roger Lamprecht sowie Ute und Hinrich Schrum, (Reher, Viehhorn). Sie haben die Bilder zur Verfügung gestellt und sind noch im Besitz seiner Geburts- und einer Abstammungsurkunde. Daher sind heute (2020) folgende Daten bekannt.

*23.10.1931 in Wuppertal-Elberfeld

 

Seine Mutter hieß Else Erika Rieß, wohnhaft in Odenkirchen (südlich von Mönchengladbach). Sie kam wohl ursprünglich aus Kiel. Gemäß einer erst 1960 ausgestellten Geburtsurkunde des Standesamtes Wuppertal-Elberfeld, bekam Lothar seinen Nachnamen durch Namenserteilung.

Erst 1989 wurde eine Änderung in seiner Abstammungsurkunde vorgenommen, in der es nun heißt: Johannes Meller hat als Ehemann der Mutter dem Kind seinen Familiennamen `Meller´ erteilt.

Vorgeschichte erzählt von Hinrich Schrum (wohnh. Viehorn, Reher), der durch ständigen Kontakt zu Lothar´s Lebzeit folgendes zu berichten weiß:  Die die Mutter verstarb war Lothar noch sehr jung, der Vater war schon zuvor verstorben. So wurden er und sein Bruder (jetzt Vollwaisen) in einem Heim in Dresden untergebracht. Als Dresden Ende des 2. WK bombardiert wurde kamen die Kinder des Heimes nach Meißen in ein Lager. Von hier aus wurden sie aufgeteilt und in verschiedene Bereiche von Deutschland gebracht. Lothar´s nächste Station war Kiel, wahrscheinlich weil seine Mutter hier geboren war. Er absolvierte eine Schneiderlehre.

Weil er nach der Ausbildung noch nicht volljährig war, kam er anschließend -so ca. 17 Jahre alt- nach Beringstedt. Hier übernahm die Familie Schrum seine Betreuung. Anfangs für kurze Zeit auf dem Hof von Hinrich Schrum, Senior (Steinbergstr. 23, später Seemann). Dann hatte er ein Zimmer bei Frieda Schrum, Saar 22 (Frieda war zuvor mit Otto Lamprecht verheiratet, der Anfang des Krieges fiel. 2. Ehe mit Claus Schrum. Sie betrieben ab 1946 für einige Jahre (bis 1952/53) die Gastwirtschaft in der Steinbergstraße, wohnten privat auf dem Saar). Als sogenannter `Kostgänger´ wurde Lothar von ihr mit Essen versorgt, was fast bis zu ihrem Tod so blieb, auch als sich ihre Lebensumstände änderten und sie ein Haus im Osterhofer Weg bauten.

Peter Büßen war verheiratet mit Christine Büßen, geb. Möller. Sie hatten im Haus Birkenweg 6 einen KONSUM-Lebensmittelladen, der bereits seit den 1920er Jahren hier betrieben wurde. Nebenbei eine kleine Ferkelzucht sowie 4 Kühe und einen großen Gemüsegarten.

Meierist mit Dorfhändler

 

Ab ca. 1953 fuhr Peter Büßen mit dem „Milchwagen“ (vom Pferd gezogen, denn ein Auto konnte man sich zu damaliger Zeit nicht leisten) durchs Dorf und verkaufte neben frischer Milch, die er morgens bei der Meierei abholte auch kleine Mengen Lebensmittel wie Brot und Butter. Seine Touren führten ihn durch Beringstedt bis nach Ostermühlen und auch in den südlichen Teil von Todenbüttel (Nähe Alte Ziegelei, also das Gebiet vor der Todenbütteler Au).  

-Das folgende Bild wurde freundlicherweise von Siegfried Hinz zur Verfügung gestellt-

Peter Büßen mit seinem Milchwagen 2

Mitte:                                     Herta Hinz (Mutter von Siegfried Hinz)
Großer Junge:                       Ihr Sohn Hartmut (Bruder von Siegfried H.)
Die beiden anderen:              Kinder von Frau Osterwald, Wiesengrund
Ort:                                        Alte Dorfstraße, bei der alten Schule

 

Jeder im Dorf kannte Peter Büßen. Auf seiner Milchtour durch´s Dorf kam es vor, dass er ab und an (meist bei Geburtstagen) eingeladen wurde ins Haus zu kommen. Sein Pferd Lotte war sehr geduldig und wartete dann immer bis er wieder herauskam. Nur einmal, da hat es Lotte zu lange gedauerte, sie lief dann einfach schon mal voraus nach Hause (es war ja auch schon am Ende der Tour) und kam dort alleine an. Vor `Lotte´ gab es ein Pferd mit Namen `Hans´, aber daran können sich wohl auch die älteren Beringstedter kaum noch erinnern.

 

 

 

Trägerin des Bundesverdienstordens

Wilma Illing hat sich in der Gemeinde Beringstedt einen besonders erwähnenswerten Platz verdient!

1913 wird sie in Beringstedt geboren. Sie wächst in Kiel auf und besucht hier die höhere Töchterschule. Dann macht sie eine Fachausbildung zur Kindergärtnerin. Beim Sport (THW Kiel) lernt sie ihren Mann Walter kennen. Er war gelernter Meierist und seid 1928 Funker bei der Reichsmarine. Sie heiraten 1935. Versetzungsbedingt ziehen sie zum Seefliegerhorst nach Kamp in Pommern und anschließend nach Pillau-Neutief in Ostpreußen, wo Wilma im Lazarett tätig war. Walter wurde Nachrichtenoffizier und Kompaniechef. Sie hatten inzwischen 4 Söhne und eine Tochter bekommen.

 Wilma Illing 2

Der letzte Land- und Hofarbeiten in Beringstedt war

Hubert Lassahn.

Er verbrachte sein ganzes Arbeitsleben auf dem Hof Martens.

Nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1946 kam der damals fast 16-jährige  Hubert Lassahn  *1930, als `Jungknecht´ auf den Hof Martens. Er stammte aus Hinterpommern und war als Flüchtling gemeinsam mit seiner Schwester Christel (später Poschmann) und dem Bruder Erwin (er ging später nach Amerika) nach Beringstedt gekommen. Sie wurden erst einmal auf dem Hof Wendell untergebracht. Christel blieb auf dem Hof Wendell und arbeitete dort als Haushaltshilfe, der Bruder blieb auch erst einmal dort, er ging ja noch zur Schule. Hubert wurde als Hofarbeiter vorstellig bei Opa Hans Martens. Dieser meinte, dass eigentlich niemand gebraucht werde! Wenn er jedoch mit Pferden umgehen könne, dürfe er bleiben. Vor Pferden hatte Hubert zwar mächtig Respekt, aber er blieb und war bis zu seinem Lebensende Hof- und Landarbeiter bei Familie Martens. Er hatte im Haus sein eigenes Zimmer und somit auch Familienanschluß. Im Jahr 1971 feierte er sein 25-jähriges Jubiläum und im Jahr 1986 bekam Hubert eine Urkunde für 40-jährige Betriebszugehörigkeit auf dem Hof Martens überreicht vom Landrat Bellmann in Rendsburg.

1993 fanden die beiden Jungs Carsten (6 J.) und Jan B. (9 J.) Hubert leblos neben einem Wagen liegend. Hubert wurde 63 Jahre alt. 

Der letzte Gemeinde-Schäfer von Beringstedt

In frühen Jahren war in Beringstedt ein Schäfer mit Namen Hans Thede. Er ist in Bornhöved, in Ostholstein, geboren. Im Kriegsjahr 1870 wurde er eingezogen. Bei der Ausbildung zum Soldaten ist er erkrankt und dann im Lazarett gestorben.

Sein Nachfolger wurde Jasper Peters *26.04.1847 in Todenbüttel. Für´s Schafehüten bekam er 48 Thaler im Jahr. Er hatte 5 eigene Schafe und hütete insgesamt ungefähr 300 Schafe, die im Dorf verteilt waren. Die Bauern Bruhn und Daniel Hadenfeldt gehörten nicht mit zu der Gemeindeschäferei. Für jedes Schaf mußten die Eigentümer den Schäfer 1 Tag beköstigen. Morgens, wenn er die Schafe zusammenhaben wollte, tutete er auf seinem Kuhhorn. Wenn das Horn erklang, wurden die Ställe geöffnet und die Schafe wußten wo sie hin mußten. Als Erkennungszeichen hatte jedes Schaf eine Markierung am Ohr. Die Schafe von Hans Harms hatten am rechten Ohr ein Stück abgeschnitten und im linken Ohr ein Loch. Bei Eggert Lucht hatte das rechte Ohr ein Loch. Dies sind nur zwei benannte Ohr-Markierungen, die notiert wurden.

Steinbergstraße 10

Oma von Rolf Kühl Alwine sein Vater Willi und Schwestern Gret

Dieses Bild wurde von Rolf Kühl zur Verfügung gestellt. Es zeigt seine Oma, seinen Vater Willi Kühl (*1914) und seine Tanten.

Alwine Kühl mit ihren Kindern: Willi, Margarethe (später Butenschön) und Else (später Kurts)

 

Hermann und Alwine Kühl hatten hier eine Bäckerei und einen Laden in dem sie Kolonialwaren verkauften. Gewohnt haben sie jedoch im Nachbarhaus links daneben, Steinbergstr. 12.

Willi Kühl bekam später den alten Hof Sachau, Alte Dorfstr. 3. Sein Vater Hermann kaufte diesen Hof 1948/49.

Margarethe (Grete) heiratete später Ernst Butenschön und übernahm mit ihm die Stellmacherei in der Alten Dorfstraße (heute Lanz-Bulldog-Halle).

 Postkarten 3 3

Am 1.11.1954 übernahm der Kaufmann Grelcke aus Lütjenwestedt das Kolonialwarengeschäft von Hermann Kühl. (Info aus der Dorf- und Schulchronik)

Im rechten Hausteil hatte der Bäcker und Konditormeister Alfred Schlüter ebenfalls seinen Laden und betrieb die dahinterliegende Backstube (2 Läden 1 Haus). Privat wohnte er auf dem Saar Haus Nr. 23/Ecke Heckenweg.

Ein Zeitungsartikel aus dem Mitteilungsblatt vom 25.9.1980 erzählt seine Geschichte:

für die hompage Bäcker Schlüter

Vorübergehend wohnte hier Familie Lucht zur Miete, gefolgt von Fam. Thiele.

Ab 1983 wohnt hier Familie Lindner.

Friedenstraße 13

                                            Ein Ausschnitt von Google Maps 2021

Friedenstraße 13 Luftbild Maps 2021

 

Das Haus wurde 1911 gebaut als Altenteilerhaus für

Hinrich Holm             *1854 +1922

Er heiratet 1878 in Todenbüttel Anna Lucht, des Bauern Hans Lucht und der Cecilie Holm in Beringstedt eheliche Tochter. Sie führen den seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Hof in der Alten Dorfstraße (später -1969- abgebrannt und nicht wieder aufgebaut), bis sie hier auf´s Altenteil ziehen.

Der Halbhufner Hinrich Holm ist 1887 einer der Mitbegründer der Meiereigenossenschaft Beringstedt und hier im Vorstand tätig.

 

Schwach aber lesbar: die Unterschrift von Hinr. Holm (oberste Linie der Unterzeichnenden Vorstandsmitglieder).

Darunter stehen die Namen: Hans Lucht, Samuel Timm, Johann Wendell, Hans Hadenfeldt

und als Unternehmer: Hinrich Pahl

Ausschnitt original Unterschriften Vorstand

Seine Tochter Helene Holm *1895+1976 heiratet 1920 in Todenbüttel Martin Kröger, *1892 +1970, des Landmann Hans Kröger und der Anna Catharina Bandholz in Seefeld ehelichen Sohn. Sie übernehmen den elterlichen Hof.

In der Dorf- und Schulchronik gibt es für das Jahr 1944 folgenden Eintrag zu lesen:

In Martin Kröger´s Kate wohnt Schuster Thiele.

In der schweren Zeit nach dem 2. Weltkrieg sind hier folgende Personen im Haus untergebracht worden:

In der Stube zur Straße (Nord-Westseite): Familie Nagorr (Frau mit 3 Kindern)

In der hinteren Stube (Südseite): Frau Kühn und 3 Kinder.

Oben (2 Stuben): Schäfer Franz -auf der Westseite- und Kurt Rasch -auf der Ostseite zum Hof-

In der Stube zur Straße (Süd-Westseite): wurde dann ab April 1946 die Familie Zech mit Oma, Mutter (ohne Mann) und 3 Kindern (Peter, Jochen und Johanna -Annemie genannt-), 2 Tanten (Elise Meier u. Tante Emma) untergebracht (insgesamt 7 Pers. in einem Zimmer)

 

Die Familien Nagorr und Kühn wohnte bereits vor 1946 hier im Haus. Als ihre Männer (Ende 1946) ebenfalls nach Beringstedt kamen, zogen die Familien fort aus Beringstedt.

 

1946 Nachdem die Familien Nagorr und Kühn fortgezogen waren, wohnten Martin Kröger und Frau Helene (kurz Lene genannt) gemeinsam mit der Familie Zech in diesem Haus. Frau Zech arbeitete als Melkerin auf dem Hof. Hierzu erzählte Peter Zech später (2020) aus seinen Jugenderinnerungen, dass er mit seine Mutter oft mitgehen mußte zum Melken. Diese Arbeit fand bei jedem Wetter auf der Weide statt. Wenn es dann in den frühen Morgenstunden noch kalt war, stellte er sich mit seinen nackten Füßen, denn Schuhe besaß er nicht, in die frischen Kuhfladen.

1950 ließ Martin Kröger im Neubaugebiet (heute Hermannstraße) ein Haus bauen, wo dann die Familie Zech wohnte. Somit hatten Martin Kröger und Frau Lene (Helene) wieder mehr Platz für sich im eigenen Haus.

Am längsten wohnte Kurt Rasch ebenfall noch weiter mit in diesem Haus, bis ca. 1956/57. Zu ihm gibt es folgende Geschichte zu erzählen:

Da er Alkoholiker war, ging er fast täglich zum Kaufhaus Ruge und kaufte sich den günstigsten Schnaps, den es dort gab. In der Küche verdünnte er diesen dann mit Wasser, so dass es ihm für den ganzen Tag reichte. Da Lene Kröger eine herzensgute Frau war, stellte sie ihm sehr oft ihr Reste-Essen auf die Treppe und klopfte bei ihm an, damit er es zu sich reinholte. Eines Tages war sein Hunger wohl so groß, dass er sich eine Stak-Forke nahm und damit ein Fenster im benachbarten Meiereigebäude einschlug. Mit der Forke holte er sich dann einen ganzen Laib Käse aus dem Raum.   (Erzählt aus den Kindheits-Erinnerungen von H.P. Breiholz im Jahr 2021.)

Martin Kröger (+1970) und seine Frau Helene Kröger (+1976) bewohnten dann dieses Haus bis zu ihrem Tod. Dann folgte der Besitzerwechsel an den Enkel:

Hans Peter Breiholz und seine Frau Helga. Da sie zu dieser Zeit in Gokels wohnten, vermieteten sie das Haus an Oswald Thede.

1985 wurde das Haus um- und ausgebaut, dann zog H. P. Breiholz selbst mit seiner Frau Helga, ihren 3 Kindern und der Mutter/Oma Anne Breiholz hier ein.

Seit Dez.  1999  wohnt dann der Sohn       Torsten Breiholz        hier.

 

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Steinbergstraße 1                      Erbaut ca. 1900 (evtl. früher, genaues ist nicht bekannt)

Gemäß einer alten Postkarte von 1907 gab es um diese Zeit eine Bäckerei (Voss) und ein Café (Ruge) in Beringstedt.

 Alte Postkarte von 1907 fertig 1

Dem Schild neben der rechten Tür kann man entnehmen, dass ein gewisser Johs. Ruge der Inhaber dieses Geschäfts ist. Ob er der Besitzer oder Mieter dieser Hausseite ist bleibt Spekulation, könnte aber sein. Es gab noch einen 2. Haus-Eingang.

 Steinbergstraße 1 Postkarte von 1907

Februar 1930   Eintrag in der Dorf- und Schulchronik:

In der vorigen Woche kaufte Uhrmacher Markus Rubien das Haus, in welchem er seit längerer Zeit zur Miete wohnte, von Frau Ww Voß, hier.

Demnach war die Witwe Voß zu dieser Zeit die Besitzerin.

Markus Rubien ist der Sohn von Christian Rubien (Im Eck 1). Sein Bruder Reimer Rubien hatte dort eine Tischlerei, wie bereits zuvor der Vater Christian Rubien.

In diesem Uhrmacher-Geschäft konnte man neben Uhren, Schmuck und Porzellan auch Fahrräder kaufen.

Seine Frau Christine Knuth (geborene Jensen) heiratete in 2. Ehe den Uhrmacher Knuth

Nach dem 2. Weltkrieg gab es hier neben dem Uhrmacher eine Post-Agentur, die der Kriegsversehrte Jürgen Hadenfeldt verwaltete.

Steinbergstr.     Steinbergstrasse 1 Knuth

                             vorne: Polizist Petsch und Postbote Hans Lütje.

 

 

Im Frühjahr 1979 verkauf Hugo Knuth dieses Haus an

G. u. J.  Ohrt   Nach einigen Renovierungsarbeiten ziehen sie hier im Januar 1980 ein.

 

 

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Haus  Alte Dorfstraße 8    

 Hinz Alte Dorfstr. Ecke Wiesengrund   

Baujahr unbekannt. Die Bilder (auch die folgenden) wurden zur Verfügung gestellt von Siegfried Hinz.

Auf dem Bild ist  der Holzmast für die alte Elektroleitung zu sehen (Überlandleitung). Von dort aus wurde der Strom über die sogenannten Glocken, die damals oft an den Hauswänden montiert waren, ins Haus geleitet zum Sicherungskasten und von dort in die einzelnen Zimmer. Später, in den 1970er Jahren, wurden diese Leitungen unterirdisch verlegt.

Bis    1955      ist Fritz Kanapin Besitzer dieses Hauses. Er ist Kriegsinvalide

                   Kinder:                 Sohn:          verh. mit Johanna Kanapin, geb. Degwitz, wohnhaft in Bad Segeberg

                                               Tochter:     Hildegard, verheiratete Markefka. Sie wohnte ebenfalls in diesem Haus.

                                               Tochter:     Hedwig, verheiratete Clausen, wohnhaft in Bünsdorf

Im Jahr 1921 arbeitete Fritz Kanapin bei der Gemeinde Beringstedt als Gemeinde-Erheber.

(Er war hier zuständig für das errechnen und kassieren der Grund- u. Gebäudesteuer. Weiterhin für die Staatsabgaben wie: Beiträge für die Landwirtschaftskammer, Rentenabgaben und Beiträge für die Handwerker- und Handelskammern. Auch anderweitige Verwaltungsaufgaben der Gemeinde gehörten wohl zu seinem Aufgabenbereich).

 

Diesen alten Steuerzettel von 1921 fand Ingrid Martens bei Aufräumarbeiten in den alten Unterlagen der Familie und stellte ihn für die Chronik zur Verfügung.

Steuern 1921 klgroesse

 

Nach Familie Kanapin wohnte Frau Anna Lemke für einige Zeit in diesem Haus.

(Info von Siegried Hinz und des Weiteren von Karin Tuga, Hohenwestedt. Als Kind wohnte sie selbst hier in der Nachbarschaft -Tochter von Frau Osterwald-. Ob Frau Lemke hier als Mieterin oder bereits vorher als Haushälterin wohnte ist leider nicht mehr bekannt. Als das Haus an Arnold Hinz verkauft wurde, tauschte sie quasi dieses Haus mit der Miet-Wohnung im Haus Küpers, Schulberg 6).

 

Neuer Besitzer ab 1955 wird    Arnold Hinz (*1907) mit Frau Herta (*1907, geb. Wutschke).

Arnold Hinz wurde in Pempersin (Westpreußen) geboren. Er war Schlachter und sie besaßen dort eine Schlachterei, bis sie am 26.1.1945 fliehen mußten.                  

Frau Hinz kam 1945 mit 4 kleinen Kindern auf dem Beringstedter Bahnhof an und wurde mit ihren Kindern erst einmal bei der Familie Wendell untergebracht. Hier bekamen sie die Gelegenheit sich zu waschen und etwas zu Essen, was für alle eine Wohltat war. Dann wurden sie in einem Zimmer (16 qm) im Haus des Seefahrers Bruhn in der Steinbergstraße 17 untergebracht. Die Wohnverhältnisse waren in dieser Zeit sehr beengt, denn neben dem Besitzer und seiner Frau wurden nach und nach noch 7 weitere Personen in diesem Haus einquartiert oder wohnten bereits dort. Herr Hinz kam erst fast 5 Jahre später, Silvester 1949/50, nach Beringstedt zu seiner Familie, nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde. Die Familie bekam dann im Haus Schulberg 6 (Krogh/Küpers) im Kellergeschoß 2 Zimmer, was die Lage etwas entspannte, jedoch weiterhin sehr ärmlich war. Trotz dieser Armut hat es die Familie mit viel Arbeit, Fleiß und Mühe geschafft, sich hier in Beringstedt eine neue Existenz aufzubauen.

So bekam die Familie Hinz in den Nachkriegsjahren -da wohnten sie bereits in der alten Dorfstraße 8- die Erlaubnis jedes Jahr 5000 Soden Torf aus dem Moor zu holen. Dies bedeutete: Soden stechen, zum Trocknen aufstapeln und dann mit dem Handkarren die Soden aus dem Moor nach Hause bringen. Bei dieser Arbeit mußten auch die Kinder mit ran und helfen. Dies führte zu einer Anzeige wegen unerlaubter Kinderarbeit. Dies was damals aber in vielen Familien üblich. Die herangeschafften Torfsoden wurden in einem Schuppen gelagert, der sich gegenüber vom Hof Harms/Timm befand. Das heute dort befindliche Haus wurde 1951 gebaut. Vorher stand hier der besagte Schuppen. In der kalten Jahreszeit wurde dann damit die Wohnung beheizt und auch zum Kochen wurde Torf benutzt. Da Holz damals schwer zu bekommen war, Koks und Kohle oft zu teuer und deshalb -wenn überhaupt- nur begrenzt zur Verfügung stand, wurde im ganzen Haus nur ein Zimmer beheizt.

Familie Hinz wohnte somit bereits 10 Jahre in Beringstedt (siehe Steinbergstr. 17 und Schulberg 6), als sich

1955 die Gelegenheit bot das Haus in der Alten Dorfstraße 8 zu kaufen. Nun hatte die Familie Hinz endlich genügend Platz und auch einen eigenen Garten. Es wurde nach und nach renoviert, ausgebaut und modernisiert.

  Hinz 2 Alte Dorfstr. Ecke Wiesengrund   Hinz 4 Alte Dorfstr. Ecke Wiesengrund    Hinz 3 Alte Dorfstr. Ecke Wiesengrund

Im Halbjahr 1979/80 baut der Sohn, Siegfried Hinz, in der alten Dorfstr. 10 ein neues Haus in das zunächst seine Eltern einziehen, bis er dann auch selbst dort mit seiner Familie einzieht. Das Haus in der Alten Dorfstr. 8 wird verkauft.

1980 heißen die neuen Besitzer Will.

 

 

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In der Marsch 12

    In der Marsch 12 Bild für website    Haus In der Marsch 12 bearbeitet für website 

        Originalbild                                                     Hausbild, bearbeitet

Baujahr 1887

Der Name des Vorbesitzers ist heute (2021) nicht mehr bekannt. Nur, daß es in diesem Haus ein

Kolonialwaren-Geschäft gab und es einst als Räucherkate diente.

 

1920  kauften der Vater von Hans Rubien und sein Schwiegervater (Koll, Lütjenw.) gemeinsam dieses Haus.

  Hans Rubien ist Beringstedter. Sein Elternhaus steht Im Eck 1.

                Hans Rubien (*1893) heiratet Wiebke (*1900), geb. Koll aus Lütjenwestedt

                Sie haben 4 Kinder: Marie *1922, Hans Heinrich *1929, Annegret *1937 und Christa *1940

Eine Kindheitserinnerung des Hans Rubien, erzählt von seiner Tochter Christa im Jahr 2021: Einige Jungs aus Beringstedt, zu denen auch Hans Rubien gehörte, spielten gerne auf dem Gelände am Fohr/Mühlenbek. Damals gab es noch keine befestigte Straße Richtung Puls, der Weg führte an einer bestimmten Stelle (Fuhrt) direkt durch das Wasser der Mühlenbek. Je nach Wetterlage und Wasserstand war dies mehr oder weniger schwierig. Hier lag der perfekte Spielplatz dieser Jungengruppe. Von den Älteren hatten sie die Geschichte der „swatten Greet“ gehört und der Glaube an diese `Geistergeschichten´ war damals noch sehr verbreitet. In Anbetracht dieser Geschichte nahmen die Jungs eine Laterne (ähnlich einer Kutschenlampe) mit und als es dunkel wurde kletterten sie mit dieser Lampe in die Büsche und schwenkten sie hin und her. Die Leute im Dorf sollten denken Swatt Greet treibe hier ihr Unwesen. Und tatsächlich hörten sie dann wohl auch, dass manche Leute sagten: „Swatt Gret sitt in de Speeken“.

(Dies wurde von den Erwachsenen wohl eher zum Spaß der Kinder gesagt, denn sie glaubten wahrscheinlich nicht mehr an diese Spukgeschichte)

So vergnügten sich die Jungs in ihrer Jugendzeit und trieben ihre Späßchen.

Hans Rubien diente als Soldat im 1. Weltkrieg und war u. A. in Frankreich (siehe Feldpost)

 

Hans Rubien (rechts) bei der Feldarbeit, hier: Heuernte.

 Arthur Willun und Hans Rubien  neben Arthur Willun

…und im Beringstedter Moor beim Torfabbau.   -siehe hierzu auch: das Beringstedter Moor-

Hans Rubien Arbeiten im Moor 4

Da sein Bruder, Reimer Rubien, 1934 verstarb, übernahm Hans Rubien seine Tischlerei im Elternhaus (Im Eck 1). In Zeiten, da die Geschäfte nicht so gut liefen, arbeitete er als Straßenbauer und bei der Trockenlegung im Beringstedter Moor (Reitmoor genannt ?). Auch beim Flugplatzbau in Jagel war er dabei. Die Tischlerei ruhte bis Kriegsende (2. WK). Als in den Nachkriegsjahren die Traktoren im Dorf zunahmen, spezialisierte er sich darauf, Überbauten für die Traktoren zu bauen, damit der Fahrer bei Regenschauern oder bei brennender Sonne einen Schutz hat. Diese waren sehr gefragt.

Im Haus `In der Marsch 12´ waren nach Kriegsende 2 Frauen einquartiert worden: Ida Broscheit und Frl. Lisau (Musikerin)

 

Heutige Hausbesitzerin ist Christa Erdmann, geb. Rubien.

 

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Im Eck 1                                          -Tischlerei Rubien-

 

1870  Reimer Gloy                   Tischler. Seine Tochter Marieken heiratet den Tischlergesellen                                                               

Christian Rubien          Im Jahr 1889 brannte das Haus durch Blitzeinschlag ab und wurde wieder neu aufgebaut.

Eltern von Hans Rubien bearbeitet

                Bild oben: Marieken und Christian Rubien an ihrem 50. Hochzeitstag (Goldene Hochzeit)

Kinder: Hans *1893 (Tischler, Zimmermann), Reimer (Tischler), Markus (Uhrmacher), Hannes und Anna

 Familienfoto Rubien Hochzeit

Familienfoto von der Hochzeit des Uhrmachers Markus Rubien, rechts neben ihm sein Vater Christian Rubien. Gemeinsam mit seiner Frau Christine betreibt Markus Rubien ein Uhrmacher-Geschäft in der Steinbergstraße 1. Links neben der Braut sitzt Oma Rubien, sie stammt vom Gut Warringholz

 

Nachfolger in der Tischlerei wird der Sohn

                Reimer Rubien              Tischlergeselle. Er verstarb früh im Jahr 1934.

In der Tischlerei übernahm dann der Bruder Hans Rubien einige Arbeiten, dies jedoch mehr nebenbei, denn er arbeitete auch anderweitig (siehe: In der Marsch 12).

Als Hausbesitzerin folgt die Tochter von Reimer Rubien

                Annemarie Rubien    *1925 +2017

 Annemarie Rubien Schulbild 600dpi.fertig

Annemarie Rubien in der Schule Beringstedt

Bild unten: Für die vorbeiziehenden Boßeler gibt Annemarie Rubien (rechts) vor ihrem Haus `einen aus´.

 Boßeln 1986 Annemarie Rubien gibt einen aus

 

Zwei Jahre nach der Gründung des Gemischten Chores (zuvor Männergesangverein) trat Annemarie Rubien diesem als aktive Sängerin bei und wurde im Jahr 2008 für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft auf der 100-Jahrfeier des Chores dafür geehrt.

Im Alter von 92 Jahren verstarb sie im Jahr 2017.

 

 

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Wiekhorn

Zum Ende seiner Dienstzeit als Dorflehrer und Leiter der Beringstedter Schule, ließ Max Göttsche  1950 auf dem Wiekhorn, an der `Grenze´ zu Todenbüttel (siehe grüne Linie) für sich und seine Familie ein Haus bauen.

Haus Lehrer Göttsche 1950

Damals gab es noch keine Straßennamen. Diese wurden erst 1980 festgelegt. Deshalb wird der Ort, wo der Dorflehrer Max Göttsche -zu seiner Pensionierung- ein neues Haus bauen ließ, nach dem Flurstück Wiekhorn benannt. Dieses Flurstück (Wald) wurde im Allgemeinen wohl auch Wichhorn ausgesprochen. Heute heißt die Straße Pfennigkrug.

Bis zu diesem Zeitpunkt (1950) wohnte Max Göttsche mit seiner Familie in der von der Gemeinde Beringstedt zur Verfügung gestellten Dienstwohnung im Schulgebäude auf dem Schulberg. Diese Wohnung war im Erdgeschoß und hatte einen direkten, innenliegenden Zugang zu den Klassenräumen. Der zweite Lehrer hatte eine Dienstwohnung im Dachgeschoß.

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In der Dorf- und Schulchronik, die der Lehrer Max Göttsche gemeinsam mit seinen älteren Schülern  ab 1930 angefangen hat zu erstellen und die er bis zu seiner Pensionierung 1950 geführt hat, steht geschrieben:

5. Mai 1950       Der Bürgermeister Hans Harms überbringt mir in den Abendstunden die Pensionierungsurkunde. So scheide ich also von dieser Schule, an der ich 36 Jahre und einen Monat arbeiten durfte.

23. August 1950       Ich konnte mein Eigenheim, das zum 1. Mai fertig sein sollte, endlich beziehen. Die Gemeinde Beringstedt schenkte mir die eichene Haustür mit der Inschrift:

Max Göttsche

1914      Lehrer   1950

24. August 1950         Ich übergab meinem Nachfolger, Lehrer Wächtler, die Dienstwohnung. Der Abschied aus dem Schulhause in dem ich viel, sehr viel Freude und auch Herzeleid erlebt habe, wurde mir doch etwas schwer.

Beringstedt, Wichhorn, 25. August 1950         gez. Max Göttsche

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Einige Klassenfotos mit ihm und seinen Schülern und Schülerinnen aus den 1920er Jahren.

Schulbild Wendell Kopie

Eine Musikalische Grundbildung seiner Schüler war ihm sehr wichtig. So sorgte er dafür, daß neben Mundharmonikas auch Geigen und andere Musikinstrumente für die Schüler gekauft wurden.

Oberstufe von Lehrer M. Göttsche neuer Scan Bild von W. Küpers

Über den Lehrer Max Göttsche läßt sich noch berichten, dass er nicht bestechlich war. (Info von Frau Gertrud Keller)

 

Max Göttsche *1885, Sohn des Bauern Markus Göttsche in Rade bei Hohenwestedt, kam 1914 von Blumenthal nach Beringstedt.

Verheiratet mit Magdalena Göttsche *1892, geb. Hamann

Kinder:                 Helmi                     *1915 +2008 blieb ledig

                                       Christian                 *1918 +1918

                                       Margareta               *1919 +2006  verheiratet mit dem Lehrer Hugo Reimer

                                       Günter                    *1926 +1945  

 

Die Tochter Margareta Göttsche (kurz Marga genannt, Lehrerin, später verheiratete mit dem Lehrer Reimer) war für ein halbes Jahr, von August 1944 bis Januar 1945, ebenfalls Lehrerin an der Beringstedter Schule.

Max Göttsche starb 1966 im Alter von 81 Jahren.       

Seine Tochter Helmi Göttsche war Organistin (in Schenefeld, Gokels und Reher) und wohnte bis ins hohe Alter in ihrem Elternhaus im Pfennigkrug 12.

 

Nächster Haus-Besitzer:            Glodde

 

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Erbaut 1880

 

Aufnahme von 1899 beschnitten 4

Es ist das älteste Haus auf dem hohen Saar. Gemäß einer alten Karte -veröffentlicht 1880-, war das Land zuvor unbebaut.

Nur das Haus Nr. 38, an der Ecke zum heutigen Amselweg, ist älter und war damals das einzige Haus auf dem Saar, nördlich der Bahn. Auch im Pfennigkrug hat bereits ein Haus gestanden.

Ausschnitt 9

Auf einer alten Postkarte von 1905 wurde das Haus als Jägerhaus benannt:

Postkarte von 1905 für website

 

Soweit bekannt ist, wohnten hier:

 

Paul Gier und Frau Dora.              Er war Fleischbeschauer

Frau Pogede, Anne Marie *192(?) +1998, geb. Gier

                Als Mieter:

Jürgen Sievers und Frau Jutta (Jürgen S. ist der Sohn von August Sievers -Maler-, Im Eck).

2 Kinder: Sandra u. Jörg

 

Kleist, Gerd und Elke     Sie kauften das Haus und bevor sie einziehen wird

1999     das Haus komplett entkernt und saniert.

Kleist, Andreas und Diana           wohnen seit 2010 in diesem Haus.

                In Hademarschen betreiben sie das Senioren- und Pflegeheim `Op den Botterbarg´.

 

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