Karte mit Simonclus

 

In einer der ältesten Landkarten der Ämter Rendsburg, Kiel und Bordesholm von Anno 1649 (Johannes Meier, Husum) ist südwestlich von Beringstedt gelegen die Siedlung Simeonklus eingezeichnet. Hieraus ergibt sich, dass Simeonklus aus mehreren festen Gebäuden bestanden hat. Der Standort, der später auch als Kapelle bezeichneten Klausnerei, liegt bei 34 m über NN auf dem höchsten Punkt der Beringstedter Feldmark. Rechts abzweigend von der Kreisstraße von Beringstedt nach Seefeld vor dem Ortsteil Rehheide auf den Ackerflächen.

Ein Leutepriester soll hier gewohnt und auch Messen gehalten haben. In der Nähe der Kapelle soll eine heilige Quelle gewesen sein. So wurde diese Stätte zum Wallfahrtsort. Überreste der Kapelle will Pastor Preuß, Schenefeld, im Jahr 1772 noch gesehen haben. Die alten Wulfskrogteiche mit ihren starken Quellen mögen aus der Zeit stammen und zur Kapelle gehört haben. Sie könnten zur Fischzucht benutzt worden sein. Die Kapelle stand inmitten eines alten Gräberfeldes. Östlich lagen mehrere Grabhügel. Urnen davon sind ins Kieler Museum gekommen und mittlerweile nach Schleswig verlegt worden. Viele Urnen im westlichen Teil des vorgeschichtlichen Friedhofes sollen in einer kreisrunden Steinsetzung mit einem runden Plattendeckel gestanden haben. Hier hat man auch Wohngruben gefunden: Flechtwerk, Kornreste und Fingerabdrücke.

Die Reste der Kapelle Simonklus stammen wahrscheinlich aus der Zeit der Christianisierung und war dem Simon geweiht

Simeon          =    Simon, katholischer Heiliger eigentlich Simon Stock, geboren um 1165,                                                                   Ordensgeneral der Karmeliter-Mönche. Er trug sehr zur Verbreitung des Karmeliter    Ordens im Abendland bei.

Klus                 =   Klause, Klausnerei, Klausur = Einschließung

Vor der Reformation diente die Simeonklus als Wallfahrtsort und soll viel besucht worden sein. Nach der Reformation ca. 1520 bis 1550 ist die Klause wahrscheinlich eingegangen.

 

Im Jahr 1885 (März) meldet der Beringstedter Gemeindevorsteher Hinrich Holm (1884 - 1890) dem Amt Rendsburg einen Urnengrabfund und dass beim Bearbeiten dieser Ackerfläche (Besitzer Claus Martens) bereits seit mehreren Jahren immer wieder Ton-Scherben zutage treten. Die alte Siedlung Simeonclus war da bereits seit Langem in Vergessenheit geraten. Daraufhin fand dann im April 1885 eine offizielle Untersuchung des Geländes statt, die von/mit Herrn Dr. Wilhelm Splieth durchgeführt wurde. Dieser legte dann mit seinen Helfern in 20-30 cm Tiefe das Urnengrab frei. Er skizziert und beschreibt die hier in einem Steinkreis liegenden Funde. Neben den Urnen haben sich auch Grabbeigaben wie eiserne Messer, Fiebeln und Pfriemen erhalten, die jedoch dem Zahn der Zeit entsprechend nicht mehr vollständig sind.

Im Landesarchiv SH, Schleswig, findet man hierzu reichlich Informationen, die jedoch zur zu privaten Zwecken freigegeben sind. Interessierte können sich hier umfassend informieren.

 

Urnengrab

 

 

 

...

Die Ulme in der Friedensstraße war der älteste Baum Beringstedts

Die alte Ulme

Als die einstige große Hofstelle Hadenfeldt im Jahr 1695 zwischen den beiden Brüdern Claus und Hans geteilt wurde, holte man eine stattliche Ulme aus den Wäldern um Beringstedt und pflanzte sie auf die Grenzlinie zwischen den Höfen. „Der Baum darf nie angerührt werden“, steht im Testament des Klaus Hadenfeldt aus dem 17. Jahrhundert zu lesen. Hieran hielten sich alle nachfolgenden Generationen.

Der Baum kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. 1898 brannte das Wohnhaus der Dingvogtstelle ab und wurde wiederaufgebaut. Seit über 1oo Jahren soll der Baum schon hohl gewesen sein. 1936 wurde der Baum unter Denkmalschutz gestellt. Um 1954 betrug der Stamm-Umfang in Brusthöhe 3,65 m. Dicht über der Erde waren es 6,15 m. Die Gesamthöhe des Baumes betrug 20,5 m und er hatten einen Kronen-Umfang von 80 m.

Am 1. Weihnachtsfeiertag 1991 löschte die Feuerwehr ein Feuer, das im hohlen Stamm ausgebrochen war. Vermutet wurde, dass am Stamm ein Feuer gemacht wurde, welches sich durch den Schornsteineffekt im hohlen Stamm rasch ausbreitete. Die Feuerwehr brauchte 1800 Liter Wasser um den Brand zu löschen. Der Ulme schien es nicht weiter geschadet zu haben, da die Rinde kaum betroffen war.

Erst vier Wochen vorher war das Gelände um den Baum herum, im Rahmen der Dorferneuerung, neu angelegt und mit einem Steinwall eingegrenzt worden. Ein Hinweisschild sollte in nächster Zeit aufgestellt werden. Es ist bemerkenswert, das eine Ulme so ein hohes Alter erreicht. Meist hört man ja nur von alten Eichen.

Die Ulme diente 303 Jahre lang als Wahrzeichen von Beringstedt. Sie mußte im Jahr 1998 leider gefällt werden, weil bei Sturm und starkem Wind immer wieder große Äste abbrachen, was eine große Gefahr darstellte; nicht nur für umliegende Gebäude, auch Menschen hätten zu Schaden kommen können.

Ulme Bild 3 Ulme Bild 4 Ulme Bild 5

Ein über 300 Jahre altes Wahrzeichen von Beringstedt steht leider nicht mehr.

Das Freibad auf dem Schulberg

eröffnet am 28. Juli 1965

  Einweihungsfeier3    Auf dem Weg zur Eröffnungsfeier                       

Der Bürgermeister Hermann Greve auf dem Weg zum Empfang des Landrats.

  Einweihungsfeier4   Einweihungsfeier10    

Empfang der Ehrengäste und musikalische Beiträge zur Eröffnungsfeier.

 Einweihungsfeier5   Einweihungsfeier1

Bürgermeister Hermann Grewe hält die Ansprache zur Eröffnung. Neben ihm die Ehrengäste.

 Kontrast Schwimmbad Eröffnung 1965   

Der Gemischte Chor singt einige Lieder zur Eröffnungsfeier.

 Einweihungsfeier6   

   

Und dann eröffnet Max Voß (Vater von Claus Voß) mit Frack und Zylinder durch einen Sprung ins Schwimmerbecken das Freibad und die Badesaison 1965.

Die Schwierigkeit hierbei war, den Zylinder nicht zu verlieren.

  Einweihungsfeier7   Einweihungsfeier9

 

Luftbild Schwimmbad

 

Anfangs kümmerten sich Herr und Frau Köhler um das neue Freibad. Herr Köhler war auch als Hausmeister für die Schule zuständig und übernahm nun, gemeinsam mit seiner Frau `Miete´, auch die Aufgaben die für´s Freibad anfielen, Rasen mähen etc. Frau Köhler verkaufte die Eintrittskarten und hatte für die Kinder ein paar Süßigkeiten bereitstehen. Eine offizielle Badeaufsicht gab es damals noch nicht, jeder war für sich selbst verantwortlich. Vorschriften hierfür kamen erst später und wurden entsprechend umgesetzt.

Steinbergstraße                              Schümann´s Gasthof

 Gasthaus Lenschow

Ein Bild aus den 1970er Jahren, gefunden im Beringstedter Archiv (unter diversen DIA-Bildern, vermutlich aufgenomen von Herrn Rosenkranz, Hobbyfotograf und Nachbar dieser Gaststätte). Die Geschichte zu diesem Bericht wurde von Otto Bolln aufgeschrieben.

 

1740      Carsten Hildebrand             ...

1800      Hinrich Schümann          sein Sohn

Claus Schümann              heiratet eine Tochter der Familie Holm. In zweiter Ehe heiratet seine Witwe

Anna Schümann              den Bauern und Gastwirt

Ehler Voss                        Es bleibt aber bei dem Namen Schümann´s Gasthof.

In einem amtlichen Schreiben des königl. Landraths des Kreises Rendsburg (vom Mai 1898) gerichtet an den Gemeindevorsteher von Beringstedt steht geschrieben:

Die früher von H. Schröder betriebene Schankwirtschaft ist im Jahr 1897 auf den Schankwirt Ehler Voss übergegangen. Voss ist daher für das Jahr im Zugangswege mit 15 Mark zur Betriebssteuer veranlagt worden.

 

Demnach muss es noch einen Schankwirt namens    H. Schröder    gegeben haben.

Postagenturen in Beringstedt

Anfangs kam die Postkutsche von Rendsburg nach Beringstedt. Sie fuhr dann weiter über Remmels nach Itzehoe. 

Später kam der Postbote aus Hohenwestedt und ging über Barlohe zurück. Nachdem dann die Bahnstrecke Neumünster - Heide fertiggestellt wurde, gab es eine Postagentur in Beringstedt. 

Posthaus

Im Haus Steinbergstraße 11 war die erste Postagentur von Beringstedt untergebracht. Dies war meist nur eine Zimmer, das direkt vom Flur abging oder vom Flur aus mit einer Durchreiche ausgestattet war. In diesem Zimmer stand ein abschließbarer Schreibtisch, der als Postschalter diente. In diesem Haus (siehe Bild) wohnte Familie Behrens. Später (nach dem 2. Weltkrieg) waren dies Walter u. Wilma Illing, ab 2004 sind dies Michael Elsner und Frau. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Annelene Illing.

Die Agentur führte damals Adolf Nuppnau. Er mußte viermal pro Tag zur Bahn und die Post holen. Der Briefträger war Herr Popp. Er brachte die Post nach Ostermühlen, Puls, Seefeld und Beringstedt. Einige Jahre später kam Herr Schlömer.

Ab 1928 war die Agentur nur noch für Beringstedt zuständig. Ostermühlen, Fohr und Puls wurden abgetrennt, sie bekamen die Post jetzt von Reher. Seefeld erhält die Post von Rendsburg. 1929 wurde Herr Schlömer nach Segeberg versetzt. Es folgte Herr Schmidt, er hatte sie 9 Jahre. Sein Nachfolger wurde Herr Lüthje. Er mußte die Post zweimal am Tag austragen.

Der Bahnhof von Beringstedt und seine Geschichte

 

 

Bahnhof 1982 Der Fahrkartenverkauf und der Aufenthaltsraum für wartende Fahrgäste befand sich im rechten Gebäudeteil (siehe Fenster mit weißer Bank davor. Eingang seitlich). Hier gab es ein öffentliches WC und im Winter wurde dieser Raum durch einen Holzofen beheizt. Deshalb diente er den Jugendlichen im Dorf oft als Treffpunkt und Aufenthaltsraum. Bis der Bahnwärter Feierabend hatte und die Tür zuschloß.

 

 

 

Aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln (1900 – 1994), Bahnamtman bei der Bundesbahnanstalt in Hamburg, den Unterlagen und Bildsammlungen im Archiv der Gemeinde Beringstedt und der Zusammenfassung unseres Ehrenbürgers Herbert Jürß  (1927 - 2017):

 

W E S T B A H N  mit Bahnstation Beringstedt

 

Die erste Eisenbahnverbindung in Schleswig-Holstein war die 1842 eröffnete Strecke von Altona nach Kiel. Diese trug den stolzen Namen „König Christian VIII Ostseebahn“. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es auch schon die Eisenbahnverbindung von Neumünster nach Rendsburg und weiter nach Norden. Im Westen des Landes war die sogenannte „Marschbahn“  von Elmshorn über Glückstadt nach Itzehoe schon in Betrieb und die Weiterführung nach Heide im Bau.

Querverbindungen fehlten in Holstein aber noch zunächst gänzlich.

Aufgeschrieben (2017) von Gudrun Norden, Seefeld:

Meine Mutter, Anna Schubert, geb. Hartig (*1923), wohnte bis zum Jahr 2014 in ihrem Elternhaus, der kleinen Reetdachkate in der Alten Dorfstr. 20 in Beringstedt. Sie erinnert sich, dass ihr Vater Hinrich Hartig (*1895) in den 1930er Jahren in Beringstedt in den Wintermonaten als „Nachtwächter von Beringstedt“ fungierte. Er drehte jede Nacht 3 Runden im Dorf, beginnend so gegen 22:00 Uhr bis morgens zur Melkzeit der Bauern. Dabei trug er ein Horn umgebunden, in das er während der 1. Runde einmal blies, während der 2. Runde zweimal und während der 3. Runde dreimal. Man sagt, so haben die Bewohner, wenn sie es hörten, immer gewusst wie spät es in etwa war und sich auch sicher gefühlt. Während seiner Rundgänge trug mein Opa einen langen Mantel und dicke Stiefel, jedoch hatten diese noch kein Pelzfutter. Zum Schutz vor der Kälte wurden dicke Sohlen aus Zeitungspapier in die Stiefel gelegt. In sehr kalten Nächten wärmte er sich mit heißen Getränken. zwischendurch auf. Von den Bauern erhielt er ab und zu den Auftrag, mal in den Kuhstall zu sehen, wenn eine Kuh kalben sollte. Gegen Morgen kehrte er dann nach Hause zurück.

Dieses Bild von Hinrich Hartig wurde von seiner Enkelin G. Norden zur Verfügung gestellt.

 Hinrich Hartig Opa von Gudrun Norden

Hinrich Hartig war auch Schlachter und wurde von Beringstedtern gerufen, wenn bei ihnen, wie es damals üblich war, eine Hausschlachtung anstand. Seine Rundgänge als Nachtwächter machte er nur in den Wintermonaten.

Anmerkung von Erhard Marxen:

Bei uns hat `Hinne´ Hartig (ab 1961) auch noch mehrmals im Winter ein Schwein geschlachtet und fachgerecht zugehauen. Aber er konnte noch viel mehr:

Als Steinhauer war er ab und zu auch für die Gemeinde tätig: 1962 sollte der Grandweg von der Todenbüttler Grenze (Badkuhlenkoppel) bis zum Triangel auf `Groot Wisch´ eine Asphaltdecke bekommen. Wir Landwirte wurden aufgefordert unsere Sammelsteine (die Ackerflächen wurden regelmäßig von Steinen aller Größe befreit) am Wegesrand abzuladen. Hinne Hartig zerschlug alle etwas größeren Steine und brachte mit der Steinforke das ganze Material gleichmäßig in die Fahrbahn. Danach wurde von einer Firma die Asphaltdecke aufgebracht.

Aber auch größere Steine, ganze Felsen, konnte Hinne gezielt zerschlagen: Er sah dem Granit kleine Adern an. Mit leichten Schlägen (nie wild drauf los!) gab er dem Stein „Bescheid“. Dann ließ er sich Zeit oder er wandte sich schon mal dem nächsten Stein zu. Später brachte er nur noch einige weitere Schläge und der Stein zerfiel. Auch mit diesem Steingruß wurden die Straßen unterkoffert. Nebenbei war Hinne Hartig auch als Friseur tätig. Wenn man sich mit ihm absprach, brauchte man auch nie lange zu warten. Ich war mit dem Haarschnitt immer sehr zufrieden. E. Mx.

 

In der Dorf- und Schulchronik steht für das Jahr 1930 folgender Eintrag:

Anstelle des alten Nachtwächters Hinrich Voß vom Segen wurde Johann Hansen ernannt. 

 

 

 

Lothar Rolf Meller                ein Beringstedter Original

Zusammengestellt aus Informationen von Erh. Marxen, Roger Lamprecht sowie Ute und Hinrich Schrum, (Reher, Viehhorn). Sie haben die Bilder zur Verfügung gestellt und sind noch im Besitz seiner Geburts- und einer Abstammungsurkunde. Daher sind heute (2020) folgende Daten bekannt.

*23.10.1931 in Wuppertal-Elberfeld

 

Seine Mutter hieß Else Erika Rieß, wohnhaft in Odenkirchen (südlich von Mönchengladbach). Sie kam wohl ursprünglich aus Kiel. Gemäß einer erst 1960 ausgestellten Geburtsurkunde des Standesamtes Wuppertal-Elberfeld, bekam Lothar seinen Nachnamen durch Namenserteilung.

Erst 1989 wurde eine Änderung in seiner Abstammungsurkunde vorgenommen, in der es nun heißt: Johannes Meller hat als Ehemann der Mutter dem Kind seinen Familiennamen `Meller´ erteilt.

Vorgeschichte erzählt von Hinrich Schrum (wohnh. Viehorn, Reher), der durch ständigen Kontakt zu Lothar´s Lebzeit folgendes zu berichten weiß:  Die die Mutter verstarb war Lothar noch sehr jung, der Vater war schon zuvor verstorben. So wurden er und sein Bruder (jetzt Vollwaisen) in einem Heim in Dresden untergebracht. Als Dresden Ende des 2. WK bombardiert wurde kamen die Kinder des Heimes nach Meißen in ein Lager. Von hier aus wurden sie aufgeteilt und in verschiedene Bereiche von Deutschland gebracht. Lothar´s nächste Station war Kiel, wahrscheinlich weil seine Mutter hier geboren war. Er absolvierte eine Schneiderlehre.

Weil er nach der Ausbildung noch nicht volljährig war, kam er anschließend -so ca. 17 Jahre alt- nach Beringstedt. Hier übernahm die Familie Schrum seine Betreuung. Anfangs für kurze Zeit auf dem Hof von Hinrich Schrum, Senior (Steinbergstr. 23, später Seemann). Dann hatte er ein Zimmer bei Frieda Schrum, Saar 22 (Frieda war zuvor mit Otto Lamprecht verheiratet, der Anfang des Krieges fiel. 2. Ehe mit Claus Schrum. Sie betrieben ab 1946 für einige Jahre (bis 1952/53) die Gastwirtschaft in der Steinbergstraße, wohnten privat auf dem Saar). Als sogenannter `Kostgänger´ wurde Lothar von ihr mit Essen versorgt, was fast bis zu ihrem Tod so blieb, auch als sich ihre Lebensumstände änderten und sie ein Haus im Osterhofer Weg bauten.

Peter Büßen war verheiratet mit Christine Büßen, geb. Möller. Sie hatten im Haus Birkenweg 6 einen KONSUM-Lebensmittelladen, der bereits seit den 1920er Jahren hier betrieben wurde. Nebenbei eine kleine Ferkelzucht sowie 4 Kühe und einen großen Gemüsegarten.

Meierist mit Dorfhändler

 

Ab ca. 1953 fuhr Peter Büßen mit dem „Milchwagen“ (vom Pferd gezogen, denn ein Auto konnte man sich zu damaliger Zeit nicht leisten) durchs Dorf und verkaufte neben frischer Milch, die er morgens bei der Meierei abholte auch kleine Mengen Lebensmittel wie Brot und Butter. Seine Touren führten ihn durch Beringstedt bis nach Ostermühlen und auch in den südlichen Teil von Todenbüttel (Nähe Alte Ziegelei, also das Gebiet vor der Todenbütteler Au).  

-Das folgende Bild wurde freundlicherweise von Siegfried Hinz zur Verfügung gestellt-

Peter Büßen mit seinem Milchwagen 2

Mitte:                                     Herta Hinz (Mutter von Siegfried Hinz)
Großer Junge:                       Ihr Sohn Hartmut (Bruder von Siegfried H.)
Die beiden anderen:              Kinder von Frau Osterwald, Wiesengrund
Ort:                                        Alte Dorfstraße, bei der alten Schule

 

Jeder im Dorf kannte Peter Büßen. Auf seiner Milchtour durch´s Dorf kam es vor, dass er ab und an (meist bei Geburtstagen) eingeladen wurde ins Haus zu kommen. Sein Pferd Lotte war sehr geduldig und wartete dann immer bis er wieder herauskam. Nur einmal, da hat es Lotte zu lange gedauerte, sie lief dann einfach schon mal voraus nach Hause (es war ja auch schon am Ende der Tour) und kam dort alleine an. Vor `Lotte´ gab es ein Pferd mit Namen `Hans´, aber daran können sich wohl auch die älteren Beringstedter kaum noch erinnern.

 

 

 

Trägerin des Bundesverdienstordens

Wilma Illing hat sich in der Gemeinde Beringstedt einen besonders erwähnenswerten Platz verdient!

1913 wird sie in Beringstedt geboren. Sie wächst in Kiel auf und besucht hier die höhere Töchterschule. Dann macht sie eine Fachausbildung zur Kindergärtnerin. Beim Sport (THW Kiel) lernt sie ihren Mann Walter kennen. Er war gelernter Meierist und seid 1928 Funker bei der Reichsmarine. Sie heiraten 1935. Versetzungsbedingt ziehen sie zum Seefliegerhorst nach Kamp in Pommern und anschließend nach Pillau-Neutief in Ostpreußen, wo Wilma im Lazarett tätig war. Walter wurde Nachrichtenoffizier und Kompaniechef. Sie hatten inzwischen 4 Söhne und eine Tochter bekommen.

 Wilma Illing 2

Der letzte Land- und Hofarbeiten in Beringstedt war

Hubert Lassahn.

Er verbrachte sein ganzes Arbeitsleben auf dem Hof Martens.

Nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1946 kam der damals fast 16-jährige  Hubert Lassahn  *1930, als `Jungknecht´ auf den Hof Martens. Er stammte aus Hinterpommern und war als Flüchtling gemeinsam mit seiner Schwester Christel (später Poschmann) und dem Bruder Erwin (er ging später nach Amerika) nach Beringstedt gekommen. Sie wurden erst einmal auf dem Hof Wendell untergebracht. Christel blieb auf dem Hof Wendell und arbeitete dort als Haushaltshilfe, der Bruder blieb auch erst einmal dort, er ging ja noch zur Schule. Hubert wurde als Hofarbeiter vorstellig bei Opa Hans Martens. Dieser meinte, dass eigentlich niemand gebraucht werde! Wenn er jedoch mit Pferden umgehen könne, dürfe er bleiben. Vor Pferden hatte Hubert zwar mächtig Respekt, aber er blieb und war bis zu seinem Lebensende Hof- und Landarbeiter bei Familie Martens. Er hatte im Haus sein eigenes Zimmer und somit auch Familienanschluß. Im Jahr 1971 feierte er sein 25-jähriges Jubiläum und im Jahr 1986 bekam Hubert eine Urkunde für 40-jährige Betriebszugehörigkeit auf dem Hof Martens überreicht vom Landrat Bellmann in Rendsburg.

1993 fanden die beiden Jungs Carsten (6 J.) und Jan B. (9 J.) Hubert leblos neben einem Wagen liegend. Hubert wurde 63 Jahre alt. 

Der letzte Gemeinde-Schäfer von Beringstedt

In frühen Jahren war in Beringstedt ein Schäfer mit Namen Hans Thede. Er ist in Bornhöved, in Ostholstein, geboren. Im Kriegsjahr 1870 wurde er eingezogen. Bei der Ausbildung zum Soldaten ist er erkrankt und dann im Lazarett gestorben.

Sein Nachfolger wurde Jasper Peters *26.04.1847 in Todenbüttel. Für´s Schafehüten bekam er 48 Thaler im Jahr. Er hatte 5 eigene Schafe und hütete insgesamt ungefähr 300 Schafe, die im Dorf verteilt waren. Die Bauern Bruhn und Daniel Hadenfeldt gehörten nicht mit zu der Gemeindeschäferei. Für jedes Schaf mußten die Eigentümer den Schäfer 1 Tag beköstigen. Morgens, wenn er die Schafe zusammenhaben wollte, tutete er auf seinem Kuhhorn. Wenn das Horn erklang, wurden die Ställe geöffnet und die Schafe wußten wo sie hin mußten. Als Erkennungszeichen hatte jedes Schaf eine Markierung am Ohr. Die Schafe von Hans Harms hatten am rechten Ohr ein Stück abgeschnitten und im linken Ohr ein Loch. Bei Eggert Lucht hatte das rechte Ohr ein Loch. Dies sind nur zwei benannte Ohr-Markierungen, die notiert wurden.

Steinbergstraße 1                      Erbaut ca. 1900 (evtl. früher, genaues ist nicht bekannt)

Gemäß einer alten Postkarte von 1907 gab es um diese Zeit eine Bäckerei (Voß) und ein Café in Beringstedt.

 Alte Postkarte von 1907 fertig 1

Dem Schild neben der rechten Tür kann man entnehmen, dass ein gewisser Johs. Ruge der Inhaber dieses Geschäfts ist. Ob er der Besitzer oder Mieter dieser Hausseite bleibt Spekulation, könnte aber sein. Es gab noch einen 2. Haus-Eingang.

 Steinbergstraße 1 Postkarte von 1907

Februar 1930   Eintrag in der Dorf- und Schulchronik:

In der vorigen Woche kaufte Uhrmacher Markus Rubien das Haus, in welchem er seit längerer Zeit zur Miete wohnte, von Frau Ww Voß, hier.

Demnach war die Witwe Voß zu dieser Zeit und davor die Besitzerin.

Markus Rubien ist der Sohn von Christian Rubien (Im Eck 1). Sein Bruder Reimer Rubien hatte dort eine Tischlerei, wie bereits zuvor der Vater.

In diesem Uhrmacher-Geschäft konnte man neben Uhren, Schmuck und Porzellan auch Fahrräder kaufen.

Seine Frau Christine Knuth (geborene ?, evtl. Voß) heiratete in 2. Ehe den

Uhrmacher Knuth

Nach dem 2. Weltkrieg hatte dann der Kriegsversehrte Jürgen Hadenfeldt hier seine Postagentur.

Steinbergstr.     

Vorne: Polizist Petsch und Postbote Lütje.

Ab 1974 sind die neuen Hausbesitzer:  Familie Ohrt

 

 

...

 

Haus  Alte Dorfstraße 8    

 Hinz Alte Dorfstr. Ecke Wiesengrund   

Baujahr unbekannt. Die Bilder (auch die folgenden) wurden zur Verfügung gestellt von Siegfried Hinz.

Auf dem Bild ist  der Holzmast für die alte Elektroleitung zu sehen (Überlandleitung). Von dort aus wurde der Strom über die sogenannten Glocken, die damals oft an den Hauswänden montiert waren, ins Haus geleitet zum Sicherungskasten und von dort in die einzelnen Zimmer. Später, in den 1970er Jahren, wurden diese Leitungen unterirdisch verlegt.

Bis    1955      ist Fritz Kanapin Besitzer dieses Hauses. Er ist Kriegsinvalide

                   Kinder:                 Sohn:          verh. mit Johanna Kanapin, geb. Degwitz, wohnhaft in Bad Segeberg

                                               Tochter:     Hildegard, verheiratete Markefka. Sie wohnte ebenfalls in diesem Haus.

                                               Tochter:     Hedwig, verheiratete Clausen, wohnhaft in Bünsdorf

Im Jahr 1921 arbeitete Fritz Kanapin bei der Gemeinde Beringstedt als Gemeinde-Erheber.

(Er war hier zuständig für das errechnen und kassieren der Grund- u. Gebäudesteuer. Weiterhin für die Staatsabgaben wie: Beiträge für die Landwirtschaftskammer, Rentenabgaben und Beiträge für die Handwerker- und Handelskammern. Auch anderweitige Verwaltungsaufgaben der Gemeinde gehörten wohl zu seinem Aufgabenbereich).

 

Diesen alten Steuerzettel von 1921 fand Ingrid Martens bei Aufräumarbeiten in den alten Unterlagen der Familie und stellte ihn für die Chronik zur Verfügung.

Steuern 1921 klgroesse

 

Nach Familie Kanapin wohnte Frau Anna Lemke für einige Zeit in diesem Haus.

(Info von Siegried Hinz und des Weiteren von Karin Tuga, Hohenwestedt. Als Kind wohnte sie selbst hier in der Nachbarschaft -Tochter von Frau Osterwald-. Ob Frau Lemke hier als Mieterin oder bereits vorher als Haushälterin wohnte ist leider nicht mehr bekannt. Als das Haus an Arnold Hinz verkauft wurde, tauschte sie quasi dieses Haus mit der Miet-Wohnung im Haus Küpers, Schulberg 6).

 

Neuer Besitzer ab 1955 wird    Arnold Hinz (*1907) mit Frau Herta (*1907, geb. Wutschke).

Arnold Hinz wurde in Pempersin (Westpreußen) geboren. Er war Schlachter und sie besaßen dort eine Schlachterei, bis sie am 26.1.1945 fliehen mußten.                  

Frau Hinz kam 1945 mit 4 kleinen Kindern auf dem Beringstedter Bahnhof an und wurde mit ihren Kindern erst einmal bei der Familie Wendell untergebracht. Hier bekamen sie die Gelegenheit sich zu waschen und etwas zu Essen, was für alle eine Wohltat war. Dann wurden sie in einem Zimmer (16 qm) im Haus des Seefahrers Bruhn in der Steinbergstraße 17 untergebracht. Die Wohnverhältnisse waren in dieser Zeit sehr beengt, denn neben dem Besitzer und seiner Frau wurden nach und nach noch 7 weitere Personen in diesem Haus einquartiert oder wohnten bereits dort. Herr Hinz kam erst fast 5 Jahre später, Silvester 1949/50, nach Beringstedt zu seiner Familie, nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde. Die Familie bekam dann im Haus Schulberg 6 (Krogh/Küpers) im Kellergeschoß 2 Zimmer, was die Lage etwas entspannte, jedoch weiterhin sehr ärmlich war. Trotz dieser Armut hat es die Familie mit viel Arbeit, Fleiß und Mühe geschafft, sich hier in Beringstedt eine neue Existenz aufzubauen.

So bekam die Familie Hinz in den Nachkriegsjahren -da wohnten sie bereits in der alten Dorfstraße 8- die Erlaubnis jedes Jahr 5000 Soden Torf aus dem Moor zu holen. Dies bedeutete: Soden stechen, zum Trocknen aufstapeln und dann mit dem Handkarren die Soden aus dem Moor nach Hause bringen. Bei dieser Arbeit mußten auch die Kinder mit ran und helfen. Dies führte zu einer Anzeige wegen unerlaubter Kinderarbeit. Dies was damals aber in vielen Familien üblich. Die herangeschafften Torfsoden wurden in einem Schuppen gelagert, der sich gegenüber vom Hof Harms/Timm befand. Das heute dort befindliche Haus wurde 1951 gebaut. Vorher stand hier der besagte Schuppen. In der kalten Jahreszeit wurde dann damit die Wohnung beheizt und auch zum Kochen wurde Torf benutzt. Da Holz damals schwer zu bekommen war, Koks und Kohle oft zu teuer und deshalb -wenn überhaupt- nur begrenzt zur Verfügung stand, wurde im ganzen Haus nur ein Zimmer beheizt.

Familie Hinz wohnte somit bereits 10 Jahre in Beringstedt (siehe Steinbergstr. 17 und Schulberg 6), als sich

1955 die Gelegenheit bot das Haus in der Alten Dorfstraße 8 zu kaufen. Nun hatte die Familie Hinz endlich genügend Platz und auch einen eigenen Garten. Es wurde nach und nach renoviert, ausgebaut und modernisiert.

  Hinz 2 Alte Dorfstr. Ecke Wiesengrund   Hinz 4 Alte Dorfstr. Ecke Wiesengrund    Hinz 3 Alte Dorfstr. Ecke Wiesengrund

Im Halbjahr 1979/80 baut der Sohn, Siegfried Hinz, in der alten Dorfstr. 10 ein neues Haus in das zunächst seine Eltern einziehen, bis er dann auch selbst dort mit seiner Familie einzieht. Das Haus in der Alten Dorfstr. 8 wird verkauft.

1980 heißen die neuen Besitzer Will.

 

 

...

In der Marsch 12

    In der Marsch 12 Bild für website    Haus In der Marsch 12 bearbeitet für website 

        Originalbild                                                     Hausbild, bearbeitet

Baujahr 1887

Der Name des Vorbesitzers ist heute (2021) nicht mehr bekannt. Nur, daß es in diesem Haus ein

Kolonialwaren-Geschäft gab und es einst als Räucherkate diente.

 

1920  kauften der Vater von Hans Rubien und sein Schwiegervater (Koll, Lütjenw.) gemeinsam dieses Haus.

  Hans Rubien ist Beringstedter. Sein Elternhaus steht Im Eck 1.

                Hans Rubien (*1893) heiratet Wiebke (*1900), geb. Koll aus Lütjenwestedt

                Sie haben 4 Kinder: Marie *1922, Hans Heinrich *1929, Annegret *1937 und Christa *1940

Eine Kindheitserinnerung des Hans Rubien, erzählt von seiner Tochter Christa im Jahr 2021: Einige Jungs aus Beringstedt, zu denen auch Hans Rubien gehörte, spielten gerne auf dem Gelände am Fohr/Mühlenbek. Damals gab es noch keine befestigte Straße Richtung Puls, der Weg führte an einer bestimmten Stelle (Fuhrt) direkt durch das Wasser der Mühlenbek. Je nach Wetterlage und Wasserstand war dies mehr oder weniger schwierig. Hier lag der perfekte Spielplatz dieser Jungengruppe. Von den Älteren hatten sie die Geschichte der „swatten Greet“ gehört und der Glaube an diese `Geistergeschichten´ war damals noch sehr verbreitet. In Anbetracht dieser Geschichte nahmen die Jungs eine Laterne (ähnlich einer Kutschenlampe) mit und als es dunkel wurde kletterten sie mit dieser Lampe in die Büsche und schwenkten sie hin und her. Die Leute im Dorf sollten denken Swatt Greet treibe hier ihr Unwesen. Und tatsächlich hörten sie dann wohl auch, dass manche Leute sagten: „Swatt Gret sitt in de Speeken“.

(Dies wurde von den Erwachsenen wohl eher zum Spaß der Kinder gesagt, denn sie glaubten wahrscheinlich nicht mehr an diese Spukgeschichte)

So vergnügten sich die Jungs in ihrer Jugendzeit und trieben ihre Späßchen.

Hans Rubien diente als Soldat im 1. Weltkrieg und war u. A. in Frankreich (siehe Feldpost)

 

Hans Rubien (rechts) bei der Feldarbeit, hier: Heuernte.

 Arthur Willun und Hans Rubien  neben Arthur Willun

…und im Beringstedter Moor beim Torfabbau.   -siehe hierzu auch: das Beringstedter Moor-

Hans Rubien Arbeiten im Moor 4

Da sein Bruder, Reimer Rubien, 1934 verstarb, übernahm Hans Rubien seine Tischlerei im Elternhaus (Im Eck 1). In Zeiten, da die Geschäfte nicht so gut liefen, arbeitete er als Straßenbauer und bei der Trockenlegung im Beringstedter Moor (Reitmoor genannt ?). Auch beim Flugplatzbau in Jagel war er dabei. Die Tischlerei ruhte bis Kriegsende (2. WK). Als in den Nachkriegsjahren die Traktoren im Dorf zunahmen, spezialisierte er sich darauf, Überbauten für die Traktoren zu bauen, damit der Fahrer bei Regenschauern oder bei brennender Sonne einen Schutz hat. Diese waren sehr gefragt.

Im Haus `In der Marsch 12´ waren nach Kriegsende 2 Frauen einquartiert worden: Ida Broscheit und Frl. Lisau (Musikerin)

 

Heutige Hausbesitzerin ist Christa Erdmann, geb. Rubien.

 

---

Im Eck 1                                          -Tischlerei Rubien-

 

1870  Reimer Gloy                   Tischler. Seine Tochter Marieken heiratet den Tischlergesellen                                                               

Christian Rubien          Im Jahr 1889 brannte das Haus durch Blitzeinschlag ab und wurde wieder neu aufgebaut.

Eltern von Hans Rubien bearbeitet

                Bild oben: Marieken und Christian Rubien an ihrem 50. Hochzeitstag (Goldene Hochzeit)

Kinder: Hans *1893 (Tischler, Zimmermann), Reimer (Tischler), Markus (Uhrmacher), Hannes und Anna

 Familienfoto Rubien Hochzeit

Familienfoto von der Hochzeit des Uhrmachers Markus Rubien, rechts neben ihm sein Vater Christian Rubien. Gemeinsam mit seiner Frau Christine betreibt Markus Rubien ein Uhrmacher-Geschäft in der Steinbergstraße 1. Links neben der Braut sitzt Oma Rubien, sie stammt vom Gut Warringholz

 

Nachfolger in der Tischlerei wird der Sohn

                Reimer Rubien              Tischlergeselle. Er verstarb früh im Jahr 1934.

In der Tischlerei übernahm dann der Bruder Hans Rubien einige Arbeiten, dies jedoch mehr nebenbei, denn er arbeitete auch anderweitig (siehe: In der Marsch 12).

Als Hausbesitzerin folgt die Tochter von Reimer Rubien

                Annemarie Rubien    *1925 +2017

 Annemarie Rubien Schulbild 600dpi.fertig

Annemarie Rubien in der Schule Beringstedt

Bild unten: Für die vorbeiziehenden Boßeler gibt Annemarie Rubien (rechts) vor ihrem Haus `einen aus´.

 Boßeln 1986 Annemarie Rubien gibt einen aus

 

Zwei Jahre nach der Gründung des Gemischten Chores (zuvor Männergesangverein) trat Annemarie Rubien diesem als aktive Sängerin bei und wurde im Jahr 2008 für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft auf der 100-Jahrfeier des Chores dafür geehrt.

Im Alter von 92 Jahren verstarb sie im Jahr 2017.

 

 

...

Wiekhorn

Zum Ende seiner Dienstzeit als Dorflehrer und Leiter der Beringstedter Schule, ließ Max Göttsche  1950 auf dem Wiekhorn, an der `Grenze´ zu Todenbüttel (siehe grüne Linie) für sich und seine Familie ein Haus bauen.

Haus Lehrer Göttsche 1950

Damals gab es noch keine Straßennamen. Diese wurden erst 1980 festgelegt. Deshalb wird der Ort, wo der Dorflehrer Max Göttsche -zu seiner Pensionierung- ein neues Haus bauen ließ, nach dem Flurstück Wiekhorn benannt. Dieses Flurstück (Wald) wurde im Allgemeinen wohl auch Wichhorn ausgesprochen. Heute heißt die Straße Pfennigkrug.

Bis zu diesem Zeitpunkt (1950) wohnte Max Göttsche mit seiner Familie in der von der Gemeinde Beringstedt zur Verfügung gestellten Dienstwohnung im Schulgebäude auf dem Schulberg. Diese Wohnung war im Erdgeschoß und hatte einen direkten, innenliegenden Zugang zu den Klassenräumen. Der zweite Lehrer hatte eine Dienstwohnung im Dachgeschoß.

---------------------

In der Dorf- und Schulchronik, die der Lehrer Max Göttsche gemeinsam mit seinen älteren Schülern  ab 1930 angefangen hat zu erstellen und die er bis zu seiner Pensionierung 1950 geführt hat, steht geschrieben:

5. Mai 1950       Der Bürgermeister Hans Harms überbringt mir in den Abendstunden die Pensionierungsurkunde. So scheide ich also von dieser Schule, an der ich 36 Jahre und einen Monat arbeiten durfte.

23. August 1950       Ich konnte mein Eigenheim, das zum 1. Mai fertig sein sollte, endlich beziehen. Die Gemeinde Beringstedt schenkte mir die eichene Haustür mit der Inschrift:

Max Göttsche

1914      Lehrer   1950

24. August 1950         Ich übergab meinem Nachfolger, Lehrer Wächtler, die Dienstwohnung. Der Abschied aus dem Schulhause in dem ich viel, sehr viel Freude und auch Herzeleid erlebt habe, wurde mir doch etwas schwer.

Beringstedt, Wichhorn, 25. August 1950         gez. Max Göttsche

---------------------------------

Einige Klassenfotos mit ihm und seinen Schülern und Schülerinnen aus den 1920er Jahren.

Schulbild Wendell Kopie

Eine Musikalische Grundbildung seiner Schüler war ihm sehr wichtig. So sorgte er dafür, daß neben Mundharmonikas auch Geigen und andere Musikinstrumente für die Schüler gekauft wurden.

Oberstufe von Lehrer M. Göttsche neuer Scan Bild von W. Küpers

Über den Lehrer Max Göttsche läßt sich noch berichten, dass er nicht bestechlich war. (Info von Frau Gertrud Keller)

 

Max Göttsche *1885, Sohn des Bauern Markus Göttsche in Rade bei Hohenwestedt, kam 1914 von Blumenthal nach Beringstedt.

Verheiratet mit Magdalena Göttsche *1892, geb. Hamann

Kinder:                 Helmi                     *1915 +2008 blieb ledig

                                       Christian                 *1918 +1918

                                       Margareta               *1919 +2006  verheiratet mit dem Lehrer Hugo Reimer

                                       Günter                    *1926 +1945  

 

Die Tochter Margareta Göttsche (kurz Marga genannt, Lehrerin, später verheiratete mit dem Lehrer Reimer) war für ein halbes Jahr, von August 1944 bis Januar 1945, ebenfalls Lehrerin an der Beringstedter Schule.

Max Göttsche starb 1966 im Alter von 81 Jahren.       

Seine Tochter Helmi Göttsche war Organistin (in Schenefeld, Gokels und Reher) und wohnte bis ins hohe Alter in ihrem Elternhaus im Pfennigkrug 12.

 

Nächster Haus-Besitzer:            Glodde

 

...

Erbaut 1880

 

Aufnahme von 1899 beschnitten 4

Es ist das älteste Haus auf dem hohen Saar. Gemäß einer alten Karte -veröffentlicht 1880-, war das Land zuvor unbebaut.

Nur das Haus Nr. 38, an der Ecke zum heutigen Amselweg, ist älter und war damals das einzige Haus auf dem Saar, nördlich der Bahn. Auch im Pfennigkrug hat bereits ein Haus gestanden.

Ausschnitt 9

Auf einer alten Postkarte von 1905 wurde das Haus als Jägerhaus benannt:

Postkarte von 1905 für website

 

Soweit bekannt ist, wohnten hier:

 

Paul Gier und Frau Dora.              Er war Fleischbeschauer

Frau Pogede, Anne Marie *192(?) +1998, geb. Gier

                Als Mieter:

Jürgen Sievers und Frau Jutta (Jürgen S. ist der Sohn von August Sievers -Maler-, Im Eck).

2 Kinder: Sandra u. Jörg

 

Kleist, Gerd und Elke     Sie kauften das Haus und bevor sie einziehen wird

1999     das Haus komplett entkernt und saniert.

Kleist, Andreas und Diana           wohnen seit 2010 in diesem Haus.

                In Hademarschen betreiben sie das Senioren- und Pflegeheim `Op den Botterbarg´.

 

...

 

Schulberg 4

                  ...ein Bild von 1980

     Schulberg 4

1910     erbaut von Carl Heinrichs (lt. Bauzeichnung). Er arbeitete bei der Bahn, Bahnhof Beringstedt.

 

1929     kaufte Otto Butenschön das Haus. Er war Herren-Friseur und hatte im hinteren Teil vom Haus ein Friseurzimmer eingerichtet, der einen eigenen Eingang hatte. Dieser befand sich auf der Westseite, wie hier auf dem Bild zu sehen ist.

Annemarie Butenschön, geborene Krogh (aus dem Nachbarhaus Schulberg 6) war mit dem Friseur Otto Butenschön verheiratet. In den 1960er Jahren sind sie wohl umgezogen, denn da wohnte die Familie Evers (später Todenbüttel) im Erdgeschoß zur Miete.

                Das Haus hat im DG eine Einliegerwohnung, die wohl stets vermietet war.

…            in der Zeit nach 1945 wohnte hier als Mieterin Frau Hedwig Suffa-Paulus *1900. Sie stammte aus Königsberg - Maraunenhof (Ostpreußen) und in Palmnicken (Ostpreußen). Sie kam vermutlich als Flüchtling mit ihren Kindern nach Beringstedt.

Diese Information erzählte mir meine Nachbarin Waltraut Küpers. Ihre Mutter war damals mit Frau Suffa-Paulus befreundet. Waltraut Küpers fand in ihren Unterlagen ein alte Grußkarte von 1962. Hier schreibt Frau Hedwig Suffa-Paulus einen Genesungsgruß an Frau Elsa Küpers. Frau S.-P. wohnte da bereits in Freiburg (im Breisgau, Baden Würtemberg) Frau Suffa-Paulus starb am 24.12.1988 (lt. Internetrecherche -im Jahr 2018-, leben die Söhne Werner und Walter wohl noch in Freiburg)

…            Familie Lehmann. Sie wohnten zuvor im Haus Krogh/Küpers nebenan, wo sie in der Nachkriegszeit vorerst untergekommen waren.

…            Fam. Evers mit 4 Kindern, im EG als Mieter im EG (in den 1960ern).

…            im Dachgeschoß wohnte Georg Ludwig (Schorsch genannt). Er war Schneider und viele Jahre            Mitglied im Beringstedter Gesangverein.

1982    kauften Heiko und Rita Bokelmann das Haus von Frau Hedwig Breust. 

 Bokelmann  aufgenommen 2018

 

 

...

 

 

 

Saar 24         Baum und Rosenschule Lamprecht

 

Das Haus liegt auf dem höchsten Punkt von Beringstedt, 31,4 m über NN.

 

  für website Saar mit Baumschule Lamprecht                       Helene Schwester Maria Wilhelm 2 und Margarethe   

Baujahr 1907/08

Bild oben rechts: Kinder: Otto Lamprecht mit Schwester Magarete, Tante Helene und Mutter Marie. Dieses Bild ist kurz vor dem 1. Weltkrieges entstanden und wurde, ebenso wie die folgenden Bilder von der Familie Lamprecht zur Verfügung gestellt.

Vorgeschichte:

Der Gründer der Baum- und Rosenschule Wilhelm Christian Friedrich Lamprecht wird 1882 in Hamburg Altona geboren. Seine Eltern wandern ca. 1890 aus in die USA. Auf der Überfahrt dorthin stirbt die Mutter. Nach ca. 2 Jahren kehrt der Vater mit seinen 2 Kindern zurück nach Deutschland. Auf der Rückfahrt verstirbt auch er und so kommen Wilhelm Chr.Fr. Lamprecht und seine Schwester als Vollwaisen zurück nach Deutschland.

In Aukrug macht W.Chr.Fr. Lamprecht eine Lehre zum Gärtner. Hier lernt er seine Frau Marie (*1884 in Innien, Aukrug, geb. Wittmack, +1954) kennen. Sie heiraten in Aukrug. Bei der Suche nach einem eigenen Stück Land werden sie 1907 in Beringstedt fündig und kaufen von der Familie Hadenfeldt ½ Hektar auf dem Saar. Bis das Wohnhaus (Neubau) fertiggestellt ist, wohnen sie in der Reetdachkate vom Hof Wendell (Am Ehrenmal). Dann beginnen sie mit dem Aufbau einer Baum- und Rosenschule.

Im 1. Weltkrieg muss auch W.Chr.Fr. Lamprecht seinen Beitrag als Soldat leisten und bezahlt diesen Einsatz mit dem Verlust eines Beines. Trotzdem schafft er es, gemeinsam mit seiner Frau, hier eine Existenz aufzubauen.    

Lamprecht Wilhelm 1 und Maria

Wie mühsam es damals zuging, kann man dem Bericht seines Sohnes Wilhelm Otto Hans Lamprecht (*1908) entnehmen:

Das Jahr 1908 war bereits begonnen, wie am 1. April meine Eltern das neue Wohnhaus auf dem Saar bezogen. Während des Bauens weilten sie im Hilfsheim in Herrn Wendells Kate. Anfangs gehörte zu dem Baugrundstück ½ Hektar Land. Im Schweiße ihres Angesichts haben sie bei der Bearbeitung des wilden Ackerlandes manche Stunde zugebracht. Es hieß nicht nur säen und ernten, sondern der Boden mußte dazu vorbereitet werden. Zunächst mußte der lehm- und steinreiche Boden Stück für Stück vorgenommen werden. Natürlich durfte bei solcher Arbeit kein Dung fehlen. Quecke und Steine waren in Hülle und Fülle vorhanden, aber von Zeit zu Zeit verschwanden mehr und mehr beide Teile. Hoch türmte sich von Tag zu Tag der große Komposthaufen, welcher dann später als Dünger wiederverwendet werden konnte. Nun mußte für die Anschaffung von Jungpflanzen und Treibbeete gesorgt werden. Aus dem nahen Gehölz wurde Holz gekauft, welches zu Brettern gesägt wurde zum Bau neuer Mistbeetkästen, und alsdann rollten mit der Bahn die neu gefertigten Fenster an. Danach konnten alle Beete mit schönem Pferdedung gefüllt und die verschiedensten Sämereien konnten gesät werden. Daraus konnten meine Eltern die ersten Einnahmen machen. Aber doch ist Gärtnerei ein schwerer Anfang, weil Jahre vergehen, bis die meisten Pflanzen verkaufsfähig sind. Auch ist´s für einen jungen Anfänger schwer, die erste Kundschaft zu bekommen. Darum hieß es, sehr gute Ware zu züchten, um feste Abnehmer zu gewinnen. Die Hauptzucht bestand aus Rosen, Obst und Wildlingen, welche größtenteils zum Versand kamen. Ein kleiner Rest konnte hier verkauft werden. Das übrige Stück Land diente zu häuslichen Zwecken. Durch immer größer werdenden Absatz wurde die Fläche bald zu klein, und meine Eltern kauften einen weiteren Hektar von der Koppel zu. Bald konnten nach der Bearbeitung des Bodens ganze Stücke mit Rosen bepflanzt werden, weil dieses auch das Hauptgeschäft sein sollte. Durch den Ankauf des Landes waren die Stallungen bald zu klein, und es wurde ein größerer Stall und eine Diele angebaut im Jahr 1910. Die Stallungen sollten den Dünger liefern, und die Diele mußte als Packraum im Herbst benutzt werden. Denn so mancher Ballen ging in die weite Welt hinaus. So waren die Hauptabsatzgebiete in Süddeutschland, zum Teil in Dänemark, Österreich, Russland und sogar in Ägypten, denn Holstein ist das reichste Baum- und Rosenschulgebiet.

Gerade als meine Eltern immer mehr Rosenstücke in Betrieb legten, kam das Jahr 1914 heran, und dieses brachte nichts Gutes. Mein Vater musste von dem Betrieb ab und gegen den Feind ziehen. Da nun gleich nicht volle Arbeitskraft da war, ging der gärtnerische Betrieb immer mehr zurück und vieles wurde zu Ackerland benutzt. Gleich zu Anfang stockte der Absatz, denn niemand kaufte mehr etwas bei der schweren Zeit. Bald fehlte auch die Einfriedung, und schwer war neues Material zu beschaffen. Der Draht wurde schlecht und die Hasen und Kaninchen im Garten richteten großen Schaden an. Jeder beste Baum, der ihnen im Weg stand wurde angenagt und kam dem Verdorren näher. Durch diesen Schaden konnten keine großen Einnahmen mehr gemacht werden. So mußte die Arbeit dann von neuem beginnen. Sogar am Tag war man nicht sicher vor den Hasen und Kaninchen im Garten. Wie nun endlich der Weltkrieg aufhörte, lag alles im zurückgekommen Zustand. Um alle Arbeit wieder richtig herzustellen, wurde ein Gehilfe in den Betrieb eingesetzt. Bald begann auch schon die Geldentwertung und infolge wurde das Geschäft immer flauer und kam zum zweiten Mal ins Wanken. Zum Beispiel setzte man beim Kranzbinden beinahe Geld zu, denn der Preis für Blumendraht stieg von Tag zu Tag. Gerade zur rechten Zeit, eben vor der Geldentwertung, wurde ein Treibhaus angelegt, klein nur, aber sehr nützlich. Denn so allmählich überstanden wir die schlechten Zeiten, und endlich wurde das Geld feststehend. Alles konnte nun wieder besser in Ordnung gesetzt werden. Zunächst wird tüchtig mit Hilfe von Kunstdünger und anderem Dung gearbeitet. Immer mehr Land wird zu gärtnerischem Zweck benutzt. Obgleich auch noch etliche Stücke mit Getreide und Kartoffeln bebaut werden, um uns einen Teil der Lebensmittel zu liefern. Auch ist in dieser Zeit eine Kuh angeschafft worden, um Milch für den Lebensunterhalt und Dung für das Land zu gewinnen. So wie meine Eltern in ihrem Betrieb gewirkt haben und versuchten ihn von Jahr zu Jahr zu verbessern, ist es unsre Pflicht, da wir jetzt die Schule verlassen, nach bestem Können mitzuhelfen.

ein Schulaufsatz geschrieben von Otto Lamprecht, 05.06. 1924 (16 Jahre alt)

Konfirmation Wilhelm 2 Lamprecht

Konfirmation 1924 in Todenbüttel, vordere Reihe 2. v. r.: Wilhelm Otto Lamprecht          

 

Nach und nach werden weitere Grundstücke dazugekauft und die Baum- und Rosenschule vergrößert sich. Dazu gehört auch das Haus, Saar 8 (heute -2020- Feitkenhauer). Hier verbringt Wilhelm Chr. Fr. Lamprecht später seinen Lebensabend. Er stirbt 1956. Seine Frau Marie bereits 1954.

Friedenstraße 24             Lehmann, davor Rühmann

 Haus Lehmann Friedenstr24 3

Eine Luft-Aufnahme von Ende der 1960er. Rechts im Bild der alte Apfelgarten der Familie Bruhn. An der Hofeinfahrt steht noch der alte Torfschuppen, in dem jährl.ein Schwein gehalten wurde. Den kleinen Anbau, links im Bild, hat Wilhelm Rühmann erstellen lassen, um hier für seine Nichte Ingrid und ihren Mann Heinz einen zusätzlichen Raum zu schaffen, als sie 1968 hier eingezogen sind.

1890     erbaut von Hans Rühmann, Tischlerlmeister, verheiratet mit Catherina, geb. Ehlers aus Beringstedt. Er stammte aus Puls. Das Grundstück für den Hausbau kaufte er von der Familie Bruhn. Im hinteren Teil des Hauses richtete er sich eine kleine Tischlerei ein (lt. Eintrag vom 26. Aug. 1904).

                Sie hatten 4 Kinder:        Alwine, Eggert, Hermann und Wilhelm        

Sein Sohn Wilhelm Rühmann (*1898 +1972) übernimmt das Elternhaus, gemeinsam mit seiner Frau, `Zille´ genannt. Sie stammte aus Puls. Er war Bauarbeiter. Da sie keine Kinder hatten, ging der Besitz über an die jüngste Tochter seines Bruders Hermann.

 Kopfsteinpflaster in der Friedenstraße zw Bruhn u Hadenfeld

Eine Aufnahme um 1980 herum fotografiert. Die Friedensstraße heißt noch Dorfstraße und ist mit Kopfsteinen gepflastert. Diese wurden 1928 verlegt und 1982 durch eine Asphaltstraße ersetzt. Vorne rechts die Einmündung zum Seegensgang und links geht es in die Alte Dorfstraße.

Mittig: das Haus Rühmann / Lehmann

 

1968     Ingrid, geb. Rühmann, verheiratet mit Heinz Lehmann.

                Tochter Susanne wohnt in Tungendorf.

 

 

 

...

 

Steinbergstaße 11                

Posthaus

Erster Bewohner dieses Hauses, erbaut ca. 1910

war Johannes Behrens mit seiner Familie

Er war von 1927-28 Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Beringstedt.

Da er `nur´ einfacher Arbeiter war, er aber in seiner Funktion als Feuerwehrchef das Sagen hatte, wollten die `hohen´ Herren der Bauernschaft seinen Anweisungen oft nicht folgen. Deshalb degradierte er einige in ihrem Rang bei der Feuerwehr, wozu er zwar das Recht hatte, was aber dazu führte, dass er nur ein Jahr Feuerwehrhauptmann blieb.

In diesem Haus befand sich einst die Postagentur von Beringstedt.

Nach dem Krieg waren in diesem Haus viele Flüchtlinge untergekommen.

Als Eigentümer folgten Wilma und Walter Illing mit ihren Kindern.

Walter Illing       *1911 in Kiel          Er machte seine Lehre in einer Meierei. 1928 kam er zur Reichsmarine und wurde Funker. Beim Sport (THW) lernt er Wilma kennen und sie heiraten 1935. Versetzungsbedingt ziehen sie zum Seefliegerhorst nach Kamp in Pommern und anschließend nach Pillau-Neutief in Ostpreußen, wo Wilma im Lazarett tätig war. Walter wurde Nachrichtenoffizier und Kompaniechef. Sie hatten inzwischen 4 Söhne und eine Tochter bekommen.

Friedensstr. 14     

Diese ehemalige Kate gehörte einst zum Hof von Jürgen Hadenfeldt (davor Boie, siehe Hofgeschichte Friedenstr. 16). Nach dem Verkauf des Hofes im Jahr 1930 an die Familie Burblies blieb diese Kate im Besitz der Hadenfeldts und wurde somit vom Hof abgetrennt.

Nachfolgend ein Bild aus den 1950er Jahren. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt eines großen Luftbildes, das sich im Besitz von Rolf Kühl befindet und eigentlich seinen Hof in der Alten Dorfstr. 3 zeigt.

 Kate Anne Solterbeck

Im Jahr 2019 ist das Haus ca. gute 200 Jahre alt, erbaut von der Familie Boie ca. um 1800. Bevor es für Anne Solterbeck zum Altenteil umgebaut wurde, gab es hier auch noch die damals üblichen Alkoven (Schrankbetten, in denen man nur hockend schlafen konnte und die damals Bestandteil der Wohnstube waren). Inwieweit sie von den Vorbesitzern genutzt wurden, läßt sich heute nicht mehr sagen.

Bis 1978        wohnte hier Grete Hadenfeldt *1902, ledige Tochter des Jürgen Hadenfeldt.

Sie verdiente ihr Geld als Melkerin auf dem Hof Timm (Wobig, Seegen 2) und als Reinigungsfrau,z.B. bei Dr. Wasmund (Steinbergstr.). Des Weiteren vermietete sie nebenbei einige Räume in ihrem Haus.

                                Als Mieter sind bekannt:

-          Stolley`s (Eltern von Ilka Meier, Steinbergstr. 17, verh. mit `Ted´ Kurt Meier. Sie wohnten zuvor im Bahnhofsgebäude, 1.OG)

-          Hermann und Fine Papendorf

-          Lene Krey

-          Walter u. Anita Kropius. Sie bauten 1970 ein Haus im Amselweg.

Als Grethe H. im Jahr 1978 verstarb kaufte Familie Solterbeck das Haus und modernisierte es nach und nach. Auch in diesem Haus gab es zu der Zeit noch Alkoven (Schrankbetten), die jedoch -weil unpraktisch- der Renovierung zum Opfer fielen.

1998                     zog Marianne (Anne) Solterbeck hier ein und bewohnt es bis heute.

 

 

 

Schulberg 6                                                

Neubau 1913   Schulberg 6      Schulberg 6 Südseite

Diese Bilder wurden 2020 von Waltraud Küpers zur Verfügung gestellt.

 

Bis zum Hausbau im Jahr 1913 war diese Landfläche unbebaut und gehörte zum Hof Schrum (später Seemann). Der Opa von Claus H. Seemann (Heinrich Schrum) verkaufte seinerzeit dieses Bauland

1913                Maler Früchtenich baute hier ein Haus und bewohnte es bis ca. 1929, dann wurde es verkauft.

- gemäß Eintrag vom 20.1.1929 in der Dorf- und Schulchronik, verkaufte der Bahnarbeiter Liedtke dieses Haus an:

1929               Wilhelm Krogh, *1887 in Seefeld, +1944 beim Bombenangriff in NMS

                         verheiratet mit Anna Maria *1892 +1966, geb. Reese aus Nienborstel

                         Kinder:       Karoline Elsabe                *1918 +1989

                                               Annemarie                   *1919          Sie wohnte später im Haus nebenan, Schulberg 4, verheiratete Butenschön (Frisör).

                                               Wilfriede                      *1921 +2000

                                               Erna Helene                  *1922

 

In der Dorf- und Schulchronik findet sich folgender Eintrag am 1.5.1929: Der Schuster Schlüter aus Warringholz hat in Kroghs Haus eine Schuhmacherei eröffnet. Desweiteren findet sich ein Eintrag am 18.2.1930: Der Schuhmacher Reimer Schlüter, der bis jetzt bei Krogh eine Stube im Kellergeschoß gemietet hatte, verlagert seine Werkstatt nach Hans Rubien.

 

1934 schrieb die 3. Tochter Wilfriede mit 13 Jahren folgende Lebensläufe ihrer Eltern:

für website Lebenslauf Wilhelm Krogh Seite 1   für wegsite Lebenslauf Wilhelm Krogh Seite 1 unten   für website Lebenslauf Wilhelm Krogh Seite 2    für website Lebenslauf Frau Krogh  

  

Die obigen Texte, über das Leben ihrer Großeltern, hat Waltraud Küpers im Jahr 2020 übersetzt aus dem Süterlin in die lateinische Schrift. Er lautet:

 

Mein Vaters Lebenslauf                        1934

Mein Vater wurde am 20.03.1887 in Seefeld geboren. In dem jetzigen Münz-schen Hause. Am 1.4.1888 zogen seine Eltern nach Hanerau. Mit vier Jahren kam er in die Volksschule in Hanerau bei dem alten Lehrer Horn.

Mit 5 Jahren mußte er die Schule wegen Neubesetzung der Lehrerstelle verlassen. Bus zu ungefähr 6 Jahren von 1894 an wohnten dann seine Eltern in Hademarschen. Sein Vater hieß Andreas Krogh, seine Mutter Elsabe Evers. Er heißt Wilhelm. Er ging dann in Hademarschen zur Schule. Im Jahre 1902 wurde er dann konfirmiert. In seiner Schulzeit baute er Schiffe mit Maschinen, Saugpumpen, Druckpumpen, Feuerwehrspritzen und machte Schnitzereien.

Vom 12. bis zum 16 ½. Lebensjahr diente er beim Bauern. Hat dann später Schuhmacher gelernt. Als Trimmer zur See gefahren nach Holland, England, Algier, Tunis, Messina auf Sizilien, Triest in Österreich, Fiume in Ungarn, Venedig, Arkona und Bari in Italien. Er sah auch den feuerspeienden Berg Ätna qualmen. Auch große Erdrutsche auf griechischen Inseln. An der Küste von Tunis am Mittelmeer sah er Fremdenlegionäre. Im Mittelländischen Meer sah er Walfische, Haifische und fliegende Fische, Tümmler hat er auf dem Ozean gesehen.

Später war er Chausseearbeiter, Straßenpflasterer, Teerer, Dachdecker, machte Abbrucharbeiten, war Elektriker, Hoteldiener, war in großen und kleinen Hotels. Er diente bei den schwarzen Husaren in Braunschweig. Im Kriege war er erst bei der Infanterie, dann als Motorradfahrer beim Marinekorps in Flandern.

1917 und 1918 war er in der mechanischen Werkstatt auf der Vulkanwerft in Hamburg als Schleifer, Bohrer an kleinen und großen Bohrmaschinen tätig.

1917 wurde er am 13. Mai verheiratet in Hanerau. Im Dezember 1918 wurde er selbständiger Schumacher bis 1924.

1920 kaufte er sich ein altes Haus in Hanerau, baute dies im Jahre 1921 und 1922 um. Die Zimmererarbeiten sowie die Dacharbeiten machte er selbst.

Am 2.8.24 fiel ihm morgens um 4 Uhr eine eiserne Harke in den Hinterkopf, schlug mit seiner Spitze die Schädeldecke durch und brachte ihm eine 6wöchige Geisteskrankheit. Danach hat er bis jetzt Fischhandel betrieben. Das Haus in Hanerau hat er verkauft und hat sich in Beringstedt im Jahre 1929 wieder angekauft.

Er ist Erfinder und hat deutsches Reichspatent auf Schwungradmagnet sowie D.R:G.M. auf Dachrohrbelag. Er baute eine Flugtretmaschine schon im Jahre 1913. Setzt Kachelöfen und Herde auf. Baut sich jetzt sogar noch im 48. Lebensjahr ein Auto.

Er rettete im Jahre 1904 auf eigene schwere Lebensgefahr bei Beldorf im Kaiser-Wilhelm-Kanal seinen Freund. Rettete später noch einen Knaben lebend und einen Knaben holte er tot aus dem Wasser in Hanerau.

1934 geschrieben von Wilfriede Krogh, die dritte Tochter.