Knöll                          

Erklärung des Namen:  Knöll … oder Knüll, eine kleine Bodenerhebung, hochgelegenes Landstück auch Grasplatz im Dorf oder in dessen Nähe, auf dem sich in der Freizeit das Jungvolk zum Spiel versammelt. In Ostholstein auch Bleichplatz genannt. Sehr häufig in Flurnamen, vgl. auch Knüllgras, Knüllbloom.

Die Straßennamen und Hausnummern in Beringstedt wurden 1980 festgelegt. Davor gab es für außerhalb des Dorfes liegende Gebiete seit altersher Namen, wie sie auch heute noch in der Beringstedter Gemarkung bei den Landwirten und Jägern bekannt sind. Sie dienen zur Orientierung. Manchmal änderten sich diese Flurnamen, je nach Zeit und/oder Besitzer. Bei der Aufkoppelung um 1780/90 gingen viele alte Flurnamen verloren, einige sind jedoch über die Zeit hinweg erhalten geblieben und/oder wurden ins Hochdeutsche übersetzt. Man findet viele der alten Flurnamen auf der Flurkarte, die in der Mehrzweckhalle hängt und auf Initiative von Erhard Marxen Ende der 1990er erstellt wurde. Die Legenden hierzu befinden sich auf der Rückseite.

In einer Liste mit alten Flurnamen sind viele der ganz alten Flurnamen (von vor 1780) in niederdeutscher Aussprache (Plattdeutsch) nach dem Alphabet aufgelistet und mit einer Erklärung zum Ursprung des Namens versehen. Zu finden in der Beringstedter Chronik/Alte Flurnamen.

Die nachfolgenden Fakten zur Hausgeschichte wurden von Erhard Marxen (im Winter 2019/2020) aufgeschrieben. Er stellte auch die Bilder zur Verfügung.

Haus Knöll 1

Eine Bildaufnahme aus dem Jahr 1912

 für Onlinebild Haus Knöll 1

Dieses Bild wurde von Erhard Marxen zur Verfügung gestellt. Der Stall ist da noch in Nord-Süd-Richtung gebaut.

1912 wohnten auf dem Knöll Johannes Christian Sievers (*1889) und seine Frau Alwine Magdalene (*1893, geb. Lösch aus Winseldorf). Die Tochter Elfriede (später Fischer) wurde 1914 geboren, die 2. Tochter Marie 1917 und der Sohn Walter 1918.

Wieviel Land dazugehörte und wieviel Vieh sie besaßen ist nicht bekannt.

Während des Krieges war Johannes Sievers Soldat und seine Frau somit die ganze Zeit alleine. Nach dem Krieg sagte Frau Sievers: Keinen Tag länger auf dem Knöll!

Es gab kein elektrisches Licht, nur braunes eisenhaltiges Wasser aus dem Brunnen, der auch noch nahe am Misthaufen lag. Telefon gab´s noch nicht und die Straße war schlecht. Sie verkauften also und zogen ins Dorf Beringstedt, in die Alte Dorfstraße. Den Hof auf dem Knöll kaufte

Die kleine alte Reetdachkate vom Hof Wendell (Ponyhof)

Alte Kate Wendell 

Der typische alte Baustil einer Kate in damaliger Zeit, mit kleinem Wohnteil -vorne- und einem Stallbereich im hinteren Teil, sowie einem kleinen Garten für den Gemüseanbau.

Erbaut wurde die Kate auf dem Hof Wendell ca. 1770, genaueres ist jedoch nicht bekannt. Es ist eines der ältesten noch erhaltenen Katen von Beringstedt. Sie diente einst als Altenteil, wenn eine neue Generation die Verantwortung für den Hof bekam. Dies war wohl bereits bei der Familie Plog so, die hier einst lebte und wirtschaftete.

Um 1840 heißt der Vorbesitzer Johann Clausen. Wahrscheinlich verbrachte auch er hier seinen Lebensabend. Seine Tochter Anna Margaretha (*1819) heiratete 1842 Hans Christian Wendell (*1814).

...

Bekannt ist, dass:

1907/08        für kurze Zeit der Gärtner Wilhelm Lamprecht und seine Frau Marie (die Urgroßeltern von Roger L.) hier zur Miete wohnten, bis ihr Haus auf dem hohen Saar im Frühjahr 1908 fertig wurde, wo sie dann mit dem Aufbau ihrer Baum- und Rosenschule begannen.

1908/09        zog Dierk Dallmeier mit seiner Frau Anna nach Beringstedt und mietete ebenfalls für ein Jahr diese kleine Kate als erste Bleibe, bis das Haus, Saar 2/Ecke Pfennigkrug fertig war. Der alte Mietvertrag aus dieser Zeit ist erhalten geblieben und befindet sich im Besitz von Kurt Dallmeyer (Siehe Bericht: Familie Dallmeyer und ihre Holzschuhmacherei). Holzschuhfabrik

Saar 41                                           

 

Saar 41

-        Erbaut um ca. 1900 oder früher.

Bis 1951 heißt der Besitzer Hinrich Ehlers. Er ist Dachdecker.

Die nächste Besitzerin heißt: Grete Voß (geb. Martens). Sie wohnt hier bis 1995.

1997 wird das Haus verkauft an die Balletlehrerin Jungklaus. Sie wohnt hier ca. 10 Jahre.

2007/08 heißt der neue Besitzer Kevin Block. Er richtet hier ein Büro für die gegenüberliegende Tiefbaufirma ein.

 

 

 

 

 

Steinbergstraße 17

  Bruhn Meyer Pohlmann Wendrich    Baujahr 1912

   Bruhn Meyer Pohlmann Wendrich3

Diese Bilder wurden (2019) zur Verfügung gestellt von Anke Biguss., Hwst. Es ist ihr Elternhaus.

 

Bild 2: Beim Nachbarhaus sieht man noch den hohen Schornstein der Bäckerei von Max und Anne Voß. Er war berühmt für seine leckeren Cremeschnitten.

Anmerkung zum Nachbarhaus Bäcker Voß: Ich (Rita Bokelmann) kann mich an ein Gespräch erinnern, in dem die Tochter von Max und Anne Voß (Ulla J.) erzählte, dass sie in Kindheitstagen, gemeinsam mit anderen Jugendlichen, im Winter in der Backstube oft für ein Theaterstück geübt haben, weil es dort immer schön warm war.

Das Haus wurde 1912 erbaut vom Ehepaar Bruhn. Er war Seefahrer. Sie vermieteten ab ca. 1939/40 einen Teil des Hauses (Dachgeschoss) an das junge Ehepaar Kurt und Ilka Meyer.

Kurt Meyer (*1909 +1996) arbeitete bei einer Bank in Itzehoe (Sude) und lernte hier seine Frau Ilka (*1912 +2000, geb. Stolley) kennen. Sie arbeitete ebenfalls in Itzehoe bei einer Familie als Haushaltshilfe, `in Stellung´ wie es genannt wurde und für junge Frauen allgemein üblich war. Ihr Vater, Rudolf Stolley war Bahnhofsvorsteher am Beringstedter Bahnhof. Kurt und Ilka heiraten 1939. Sie erwarten ihr 1. Kind, Helga. Im Krieg war Kurt Meyer in Norwegen stationiert. Wenn er Heimaturlaub bekam, den er -wie er selber einmal sagte- „aus familientechnischen Gründen beantragte“, führte dies dazu, dass 1941 und ´42 die Kinder Horst und Anke geboren wurden.

Steinbergstraße 8

 Haus MW Voss0002 Bildgroesse verkleinert

Die Bilder wurden freundlicherweise von Max Walter Voß zur Verfügung gestellt. Links neben dem Haus stand einst ein großer Kirschbaum.

Baujahr 1882    Dieses Datum stand in dem weißen Feld über der Haustür

1. Besitzer war der Schuster Hinrich Raabe. Ob er der Bauherr war ist nicht bekannt, nur dass er im südlichen Teil eine kleine Schusterwerkstatt hatte und es dort einst ein größeres Schaufenster gegeben hat. Dieser Teil des Hauses ist wohl nachträglich angebaut/erweitert worden, was sich am Dach erkennen läßt.

Seegen 3

Baumgarten Lingner0001

Dieses Bild wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Herrn und Frau Baumgart und Langner

Es ist das einzige Haus in Beringstedt, in dem es noch Alkoven (Schrankbetten) gibt. Sie werden jedoch nicht mehr genutzt und dienen heute als Schrank.

Erbaut um 1795

Einige der zum Bau dieses Hauses genutzten Materialien (hauptsächlich die alten Eichenbalken) stammen von einem seinerzeit abgebrannten Haus aus Haale. Da nicht alles bei diesem Brand beschädigt wurde, kamen die alten Eichenbalken nach Beringstedt, womit dann dieses Haus erbaut wurde.

Köster                  ist erster Besitzer. Seine Tochter heiratet den Tischlermeister

Hinrich Pahl       genannt wurde er `Meister Pohl´. Dann folgte

Heinrich Pahl    Er war Bahnwärter. Seine Frau hieß Wiebke.

Das Reetdach wurde seinerzeit durch ein Blechdach ersetzt.

1972     kaufte Familie Wendell dieses Haus

1979     kauften die Berliner Familien Baumgart und Langner diese Kate.

Bei der Renovierung wurde der alte Charme des Hauses -so gut es ging- erhalten. Es gibt noch die im Original erhaltenen Alkoven, sowie die niedrigen alten Innentüren und im Stallbereich einen Teil vom alten Fußboden. Beim Kauf gab es in der Diele noch den alten Lehmboden, der dann jedoch aus energetischen Gründen gefliest wurde, da dieser Bereich heute als Aufenthalts- und Essraum genutzt wird. Links neben der Dielentür befand sich früher der Ziegenstall. Ein Badezimmer gab es damals nicht. Im Hinterhof stand ein Häuschen mit Herz, wie früher allgemein üblich.

Als dieses Haus seinerzeit zum Verkauf stand, gab es einen Interessenten der meinte: "Das reißen wir alles ab und bauen dann neu !". Dies war jedoch nicht im Sinne von Herrn Wendell und somit kam dieser Interessent für ihn nicht in Frage. Die jetzigen 2 Besitzer jedoch hatten genau nach solch einem Projekt gesucht, um es für sich als Ferien- und Wochenendhaus auszubauen und zu nutzen.

Birkenweg 6 damals Moeller und Frau Buessen           Laden Christine Büßen

Auf dem Bild ist das Haus im Birkenweg in der Zeit um 1930 zu sehen, sowie ein Foto von 1928, das den KONSUM-Lebensmittelladen von innen zeigt. Hinter dem Tresen Christine Büssen (rechts) und ihre Schwester (links). Die Bilder wurden von Annelene Illing, geb. Büssen, für die Chronik zur Verfügung gestellt.

 

Es wurde gebaut im Jahr 1887 vom Maurer Kroll aus Todenbüttel.

Um 1900 ging es in den Besitz von Gustav Möller über, verheiratet mit Anna, geb. Wohlers. (Ihre Eltern wohnten seinerzeit auf dem heutigen Hof Seemann, Steinbergstraße Ecke Friedenstraße).

Gustav Möller hatte einen Schrothandel (Futterhandel) und belieferte die Bauern, wie damals üblich mit Pferd und Wagen.

1911  wurde der Anbau erstellt.

In den 1920er Jahren war dort ein KONSUM-Lebensmittelladen.

1934 ging der Besitz über an die Tochter Christine Möller (*1900, siehe Foto oben). Sie heiratete Peter Büssen *1902. Neben einem Lebensmittelladen hatten sie 4 Kühe und eine Ferkelzucht.

Familie Büßen und Sohn   Familie Büßen mit Sohn Gustav Heinrich *1935

Haus Hartig, später Schubert

für die website Haus Hartig um ca 1910  Familie Hartig eine Aufnahme von 1910

und ein Schulbild mit Hinrich Hartig, ebenfalls aus dem Jahr 1910

für die website Schulbild mit Hinrich Hartig von 1920

 

                                                                                             Dorfstrasse 20 (heute) 

Dorfstrasse 20               für website Haus Anna Schubert 1991   1991 mit neuem Reetdach und neuer Außenfassade

 

Notizen von Gudrun Norden (Seefeld) zum Elternhaus Alte Dorfstraße 20 ihrer Mutter:

Meine Mutter, Anna Schubert, geb. Hartig (*1923), wohnte bis zum Jahr 2014 in ihrem Elternhaus, der kleinen Reetdachkate in der Alten Dorfstr. 20 in Beringstedt. Sie erinnert sich, dass ihr Vater Hinrich Hartig (*1895) in den 1930er Jahren in Beringstedt in den Wintermonaten als „Nachtwächter von Beringstedt“ fungierte. Auch sein Vater Peter Hartig hatte diese Aufgabe zuvor schon ausgeführt.

Hinrich HartigHinrich Hartig drehte jede Nacht 3 Runden im Dorf, beginnend so gegen 22:00 Uhr bis morgens zur Melkzeit der Bauern. Dabei trug er ein Horn umgebunden, in das er während der 1. Runde einmal blies, während der 2. Runde zweimal und während der 3. Runde dreimal. Man sagt, so haben die Bewohner, wenn sie es hörten, immer gewusst wie spät es in etwa war und sich auch sicher gefühlt. Während seiner Rundgänge trug mein Opa einen langen Mantel und dicke Stiefel, jedoch hatten diese noch kein Pelzfutter. Zum Schutz vor der Kälte wurden dicke Sohlen aus Zeitungspapier in die Stiefel gelegt. In sehr kalten Nächten wärmte er sich mit heißen Getränken zwischendurch auf. Von den Bauern erhielt er ab und zu den Auftrag, mal in den Kuhstall zu sehen, wenn eine Kuh kalben sollte. Gegen Morgen kehrte er dann nach Hause zurück.

Hinrich Hartig war auch Schlachter und wurde von den Beringstedtern gerufen, wenn bei ihnen, wie es damals üblich war, eine Hausschlachtung anstand. Seine Rundgänge als Nachtwächter machte er nur in den Wintermonaten. 

 Anmerkung von Erhard Marxen (März/April 2019):

Bei uns hat Hinne Hartig (ab 1961) auch noch mehrmals im Winter ein Schwein geschlachtet und fachgerecht zugehauen. Aber er konnte noch viel mehr: Als Steinhauer war er ab und zu auch für die Gemeinde tätig. 1962 sollte der Grandweg von der Todenbüttler Grenze (Badkuhlenkoppel) bis zum Triangel auf Groot Wisch eine Asphaltdecke bekommen. Wir Landwirte wurden aufgefordert unsere Sammelsteine (die Äcker wurden regelmäßig von Steinen aller Größe befreit) am Wegesrand abzuladen. Hinne Hartig zerschlug alle etwas größeren Steine und brachte mit der Steinforke das ganze Material gleichmäßig in die Fahrbahn. Danach wurde von einer Firma die Asphaltdecke aufgebracht.

Aber auch größere Steine, ganze Felsen, konnte Hinne gezielt zerschlagen. Er sah dem Granit kleine Adern an und mit leichten Schlägen (nie wild drauf los!!!)  gab er dem Stein "Bescheid", wie er sagte. Dann ließ er sich Zeit oder wandte sich schon mal dem nächsten Stein zu. Später brauchte er nur noch einige weitere Schläge und der Stein zerfiel. Auch mit diesem Steingruß wurden die Straßen unterkoffert.

Nebenbei war Hinne Hartig auch als Friseur tätig. Wenn man sich mit ihm absprach, brauchte man auch nie lange zu warten. Ich war mit dem Haarschnitt immer sehr zufrieden.

 Die Töchter von Hinrich Hartig:  Hildegard *1930 (später Pistoleit) und Anna *1923 (später Schubert)

Anna Schubert und Schwester

 

 

 

 

Kinderbetreuung 1930/40

 Am Wischhof heute Regina und Henning Blohm

Der Kindergarten befand sich im Haus Am Wischhof 11 im hinteren Teil links.

In der Dorf- und Schulchronik steht geschrieben, daß im Jahr 1942 (Mai) im Haus Sievers ein Kindergarten eingerichtet worden ist. Er wird besucht von etwa 20 kleinen Kindern.

Kindergarten Anfang 1940 Wischhof

Kinderbetreuerin: Schwester Krimhilde

Das blonde Mädchen unten links (Bild 1) ist Annelene Büßen (heute Illing). Sie war ca. 5 Jahre alt.

Kindergarten Anfang 1940Auf dem 2. Bild sitzt sie unten (3. v.r.) neben ihrer besten Freundin Irene Knuth. Sie kann sich noch daran erinnern, dass man am hinteren Eingang erst durch einen Vorraum ging. Dort standen kleine Schüsseln in denen sie ihre Hände erst waschen mussten bevor sie drinnen weiterspielen durften.

An der linken Hand von Schwester Krimhild der kleine Wilhelm Lamprecht.

Unter Anderen waren dort auch: Annemarie Rubien, Max Walter Voß sowie seine Schwestern Anita und Gertrud.

 

 

 

 

 

Friedenstraße gleich hinter dem Ehrenmal (wenn man Richtung Ortsausgang nach Puls fährt, vor der heutigen Reithalle) stand diese alte Kate auf dem Hof Mehrens, bis sie, wg. Baufälligkeit, ca. 1970 abgerissen wurde. Sie war bis zu diesem Zeitpunkt eine der ältesten Katen in Beringstedt. Beim Abriss wurde ein Balken entdeckt, der das Datum 1740 trug, wohl das Baujahr dieses Hauses. Sie diente einst der Familie Lucht als Altenteilerkate. Da die Geschwister Lucht keine Nachkommen hatten (siehe Hofgeschichte), wurde der Hof an Eggert Mehrens übergeben. Die Mutter seiner Frau Gretchen war eine geborene Lucht. Der Mit-Vorbesitzer Eggert Lucht ist 1925 verstorben. In diesem Zusammenhang kam es wohl zur Hofübergabe. Weitere Details hierüber sind nicht mehr bekannt. Höchstwahrscheinlich wohnten die beiden anderen Geschwister von Eggert Lucht: Hans und Lena Lucht bis zu ihrem Lebensende in dieser, zum Hof gehörenden Altenteilerkate.

Alte Kate Mehrens 2

In den Nachkriegsjahren wurde das Haus von Frau Molkenthin bewohnt. Sie kam 1945 als Heimatvertriebene aus dem Osten nach Beringstedt.

Danach wohnte hier Hermann Rößler mit seiner Frau Erika, bis sie ca. 1970 ein eigenes Haus im Amselweg bauten (Haus-Nr. 5).

Das obige Bild wurde 2018 von Herrn Rolf Ehlers, wohnhaft in Bad Salzdetfurt, zur Verfügung gestellt (Er ist der Sohn des ehemaligen Dorflehrers von Beringstedt). Neben seiner Tätigkeit als Lehrer war sein Vater Hobby-Fotograf und hat viele Bilder vom damaligen Beringstedt aufgenommen, so auch dieses vom damals ältesten Haus in Beringstedt (wie Herr Ehlers zu diesem Bild notiert hat). Bis ca. 1965 wohnte er im Schulgebäude auf dem Schulberg, folglich entstand das Foto vor 1965. Heute (2020) steht an Stelle dieser alten Kate eine kleine Werkstatt, die hier auf den damaligen Grundmauern des alten Hauses errichtet wurde, gleich rechts neben der heutigen Reithalle.

Mückenhörn9

Dieses Bild wurde von Familie Illing zur Verfügung gestellt.

Erbaut wurde dieses Haus im Jahr 1751 . Es stand 247 Jahre im Mückenhörn, bis es 1998 durch einen Neubau ersetzt wurde

Bis ca. 1810 fand hier der erste Schulunterricht statt. Dieser wurde nur in den Wintermonaten von den Kindern besucht und dies auch nicht regelmäßig, oft nur sehr wenig oder gar nicht. Kinderarbeit war noch allgemein üblich und die Eltern sahen oft auch die Notwendigkeit für einen Schulbesuch ihrer Kinder nicht gegeben, da es Geld kostete und Zuhause jede Hand gebraucht wurde. Die Kinder lernten im Alltag ganz nebenbei alles was sie für´s Landleben benötigten. Siehe hierzu: Die Geschichte der alten Schule.

Als Eigentümer und Bewohner werden genannt:

1800                Hans Lucht und Hans Alpen

1827                Franz Hein, Kätner

1851                Hans Bolln                       Weber und Kätner aus Reher

1879                Eggert Bolln                    Weber, Kätner und Chausseewärter

Es ist das Geburtshaus von Dora Lütje, geb. Bolln, und ihrem Bruder Otto Bolln *1900 +1994. Er hat diese Informationen zu seinem Elternhaus aufgeschrieben. Er war BahnAmtmann bei der Bundesbahnanstalt in Hamburg und wohnte in der Griegstr. 32, 2000 Hamburg 50. Durch seine Aufzeichnungen über die einzelnen Höfe und Katen in Beringstedt und seine Bewohner können wir heute die Geschichte vieler Häuser und Höfe von Beringstedt nachvollziehen, denn bis auf die Familienchronik Hadenfeldt gab es hierüber nur wenig. Als passionierter Bahner hat er auch die Geschichte vom Beringstedter Bahnhof aufgeschrieben.

Es gab auch noch die Geschwister: Hans, Jürgen und Willi

 

 1939                Hans Lütje                       *1908 + 1984 und Dorothea Lütje *1893 + 1989, geb. Bolln.

Sie heirateten am 19.10.1929

 

Hans Lütje war als Postbote in Beringstedt allseits beliebt. Er ließ sich gerne zu einem Schnack aufhalten und diente so nebenbei dafür, den eintönigen Tagesablauf einiger Mitbürger aufzuhellen, indem er sich mit ihnen unterhielt und mancheiner so die neuesten Begebenheiten und Nachrichten vom Dorfgeschehen erfuhren.

Steinbergstrasse 1 Knuth Postbote H. Lütje  

Erste Schule  und seine Frau bei der Gartenarbeit.

Hans und Dora Lütje

stand bis 1924/25 dieses Haus

Klein1

Hier wohnten Peter und Alwine Hartig. Es wurde wegen Baufälligkeit abgerissen.

Im Jahr 1946 hat der Maler August Sievers dieses Ölbild angefertigt nach Vorlage eines alten Fotos.

Bei den älteren Ur-Beringstedtern ist dieses Haus mit der Bezeichnung `Petersburg´ noch ein Begriff. 

1910     Peter Sievers wird als Bewohner dieses Hauses genannt. Seine Tochter hieß Magda, später verheiratete Jeske.

Wann es erbaut wurde und von wem, diese Frage muß noch geklärt werden, falls sich hierfür noch Angaben und Unterlagen finden lassen.

Es stand in der Nähe der Teichwirtschaft (Wischkoppel), fast an der Bahnlinie. Vor der Flurbereinigung gab es vom Reiherstieg zur Wischkoppel/Holsten einen Bahnübergang. Kurz dahinter befand sich dieses Gebäude nördlich der Bahn. Dieses Flurstück wurde seinerzeit auch Wulfskroog genannt.

Alwine Klein kann sich daran erinnern, dass sie in ihrer Kindheit (in den 1950er Jahren) bei den Ruinen dieses Hauses gespielt hat, obwohl es von den Eltern und dem Dorflehrer verboten worden war sich hier aufzuhalten. Es wohnte ja auch schon längst niemand mehr dort und es war schon sehr verfallen. Später lag hier nur noch ein Haufen Steine und Schotter. Von den Beringstedter Kindern wurde es damals das Hexenhaus genannt. Heute ist von diesem Gebäude nichts mehr übrig und nichts, außer dieser Geschichte erinnert daran, dass es dieses Haus einmal gegeben hat. -Siehe gelb markierten Bereich-

 Standort vom alten Haus

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt von der Flurkarte, die Erhard Marxen erstellt hat. Die komplette Ansicht dieser Karte hängt im Flur zur Mehrzweckhalle (Eingang vom Sportplatz).

Die alte Räucherkate

Räucherkate Sievers 2

Dieses Bild wurde von Annelene und Wulf Illing zur Verfügung gestellt.

Angaben über das Baujahr (vermutlich weit vor 1800) werden nicht genannt. Dieses Haus gehörte sicherlich mit zu den ältesten Häusern in Beringstedt.

1800     Harder Hadenfeldt         geboren 1774 in Oersdorf, wird als Besitzer genannt.

                                                         Seine Nachfolger sind:

                Hinrich Greve                   Er ist Schmied und verkauft das Haus an

                Johann Sievers                Tagelöhner. Danach folgt

                Reimer Sievers                Er ist Schneider von Beruf und blieb kinderlos.

 

Ab ca. 1949 oder `50 wohnte hier für ca. 10 Jahre die Familie Solterbeck (15 Kinder). Sie bauten 1959 ein Haus in der Hermannstraße.

1961    wird das Haus von Familie Schipmann aufgekauft und später wegen Baufälligkeit abgerissen.

5.       Fahrzeug

2017   Die Feuerwehr erhält ein neues Einsatz-Fahrzeug     RD – FB 1922

Das neue Fahrzeug

4.       Fahrzeug

1993 bekam die Freiwillige Feuerwehr Beringstedt dieses Fahrzeug von der Gemeinde zur Verfügung gestellt.

Feuerwehrauto 1999 2

Der alte Ford Transit kam in `Rente´ als die Gemeinde dieses neue Fahrzeug kaufte. 

3.       Unimog   T.LF 8/18

Ankunft des neuen Fahrzeuges im Jahr 1982 (Unimog)

-Abschrift aus dem Protokoll-

Beringstedt, den 11.11.1982

Nach mehreren Vorgesprächen hat die Wehr, unter dem Wehrführer Hans Fischer, sich entschlossen einen TLF 8/18 zu kaufen. Hierzu wurde auch der Kreisbrandmeister Jörn Böttcher zur Beratung herangezogen.

Das neue Fahrzeug sollte im Jahr 1982 in der 49. Woche geliefert werden.

Fahrzeug gekauft 1982

Am 09.12.1982 war es nun soweit. Vom Wehrführer wurden bestimmt das Fahrzeug zu holen: Jürgen Ohrt, Rolf Kühl und Peter Zech. Es wurde aus Gingen an der Brenz von der Firma Ziegler geholt. Am 11.12.1982 abends 21:00 Uhr waren sie mit dem Fahrzeug in der Garage in Beringstedt.

Am 18.12.1982  10:00 Uhr antreten der Wehr, anschließend offizielle Übergabe durch den Kreisbrandmeister. Umzug durch das Dorf mit der Feuerwehrkapelle Hohenwestedt. 12:00 Uhr Erbsensuppe essen. 15:00 Uhr Kaffeetrinken mit geladenen Gästen aus den umliegenden Dörfern. Das Fahrzeug konnte am Nachmittag von der Bevölkerung besichtigt werden. Abends um 20:00 Uhr war öffentlicher Feuerwehrball.

Der Wehrführer                                                                             Der Schriftführer

Gez. Hans Fischer                                                                           gez. Peter Zech

Oldtimer Ford Transit

Er ist nun schon 54 Jahre alt (2018) und diente bis 1993 -fast 30 Jahre- lang der Freiwilligen Feuerwehr Beringstedt als Einsatzfahrzeug. Danach wurde er von der Interessengemeinschaft, die mittlerweile auch schon 25 Jahre besteht, leidenschaftlich gehegt und gepflegt. Auf Oldtimer-Treffen bekommt er regelmäßg Pokale und Auszeichnungen.

2.       Ford Transit T.S.F.    -heute Oldtimer-

Am 07.08.1964 hat die Gemeinde der Feuerwehr ein neues Fahrzeug, einen Ford Transit, zur Verfügung gestellt. Es wurde von der Firma Kraft, Rendsburg, geliefert. Dieses Fahrzeug wurde noch mit einer 6-Volt-Anlage ausgestattet.

Der Kauf betrug 1964 ca. 9.000,-- DM für das Fahrzeug und ca. 4.500,-- DM für die Ausrüstung.

Da man viel Ärger hatte mit dem Anspringen, wurde 1989 auf 12-Volt umgebaut. An diesem Umbau waren Max Hermann Greve, Jürgen Ohrt, Hans Detlef Voss und Peter Zech beteiligt. Alle elektrischen Teile, Leitungen und Leuchtmittel etc. mußten für dieses Umbau ersetzt werden. Max Hermann Greve arbeitete zu dieser Zeit bei Bosch in Itzehoe und hatte somit die Möglichkeit sämtliche hierfür benötigten Teile hierfür zu besorgen. Jürgen Ohrt und Hans Detlef Voss hatten beruflich die nötigen Kenntnisse für diesen Umbau, der einen ganzen Tag dauerte. Ab diesem Zeitpunkt hatte man keine Schwierigkeiten mit dem Anspringen.

Im November 1993 wurde es durch ein neues Fahrzeug ersetzt und ab 1994 hat eine Interessengemeinschaft das Fahrzeug übernommen. Im Frühjahr 1998 restaurierten junge Feuerwehrkameraden in mühevoller Arbeit dieses Auto in einen sehr guten originalen Zustand. Der Arbeitsaufwand betrug ca. 280 Stunden und rund 6.000,-- DM. Den weiteren Erhalt dieses schönen Fahrzeugs wird durch die Interessengemeinschaft finanziert.

Die Pumpe in dem Fahrzeug ist eine Magirus Deutz mit VW Industriemotor.

Interessengemeinschaft Ford Transit

-aufgeschrieben im Mai 2017 von Peter Zech-

siehe hierzu auch den Bericht zum Anhänger TSA

Die TS Pumpe, Baujahr 1958, von Ostermühlen Fa. Lück, ist am 10.4.2017 von der Interessengemeinschaft abgeholt worden. Sie gilt als Geschenk und wird von dieser aufgearbeitet. Die Bedingungen sind, dass sie im Besitz der Interessengemeinschaft bleiben muß und nicht verkauft werden darf.

Die Pumpe wurde als Ersatz 1955 vom Kreisfeuerwehrverband für die Wehr zur Verfügung gestellt. Der Grund war, dass die vorhandene Pumpe aus dem T.S.A bei einem Einsatz in Puls kaputt ging. Sie konnte nicht vor Ort repariert werden und mußte für längere Zeit ins Werk geschickt werden. Durch den Kauf eines neuen T.S. Feuerwehrautos mit moderner Pumpe, wurde die alte nicht mehr gebraucht. Sie wurde aus Platzmangel nach Ostermühlen gebracht. Sie wurde nie an den Kreisfeuerwehrverband zurückgegeben und ging in den Besitz von H. O. Voss über (damaliger Besitzer des Hofs Ostermühlen).

Anhänger TSA von 1943 

Die heute (2018) bereits 75 Jahre alte Spritze könnte im Notfall aushelfen, sie ist voll funktionsfähig.

1.       T.S.A  Anhänger von 1943                                                                                                                              

Heute ist der restaurierte Anhänger vorübergehend untergestellt bei Gerda Greve.

Aufgeschrieben von Peter Zech im August 2018:

Bis zum 21.05.1945 kann man den Einsatz der alten T.S.F. aus dem Protokollbuch nachvollziehen. In der Zeit bis 1954 ist in das Protokollbuch nichts eingetragen worden. Der damalige Schriftführer, Willi Schipmann, hat das Geschehen in sein schwarzes Notizbuch geschrieben und wollte es mir (Peter Z.) irgendwann zur Verfügung stellen. Dann verstarb er ganz plötzlich und das schwarze Notizbuch ist leider nicht wieder aufgetaucht.

Freiwillige Feuerwehr Beringstedt

Im Jahr 1922 wurde in Beringstedt die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Gründungsmitglieder waren:

Otto Rosenkranz, Martin Kröger, Ehler Ruge, Hans D. Hadenfeldt, Claus Wensien, Karl Rohwäder, Claus Martens, Ernst Butenschön, Johannes Dallmeyer, Max Bruhn, Hans Kaltenbach, H. Gosch, Claus Hinrichs, Claus Ruge, Johann Schröder, Hans. H. Trede, Hans Harms, Hans Holm, Johannes Fischer, Markus Rubien, Paul Gier, Eggert Mehrens, Claus H. Hadenfeldt, Reimer Rubien, Friedrich Keller, Claus Holm, Claus Voss, Hans Wendell, Johann Sievers, Hermann Kaltenbach, Karl Wieben, Johannes Kracht.

Als Gerätehaus diente ein kleines Gebäude auf dem Dreieck im Eichenweg/Friedenstraße (ungefähr dort wo heute die Bushaltestelle für den Schulbus ist)

Winter Dez 1982 2

Als die Gemeinde ein neues Einsatz-Fahrzeug für die Feuerwehr kaufte, war das Gerätehaus zu klein für dieses neue Fahrzeug. So wurde ein neuer Unterstellplatz gesucht, der sich in dem Blech-Schuppen hinter der alten Meierei fand (heute Autoreparatur Kay Riese). Das alte, kleine Gerätehaus wurde umgebaut, weil sich eine Gefriergenossenschaft gegründet hatte und hier ein Gefrierhaus eingerichtet wurde. 

       Anhänger Trede kleinere Größe      Aufräumarbeiten hinter der ehemaligen Meierei. Im Vordergrund ist der bereits demontierte alte Schornstein der Meierei zu erkennen. Bis ein neues Feuerwehr-Gerätehaus auf dem Schulberg gebaut wurde, waren hier die Gerätschaften der Feuerwehr untergebracht.

Kleingartenverein

In den Nachkriegsjahren wurde in Beringstedt ein Kleingartenverein gegründet.

Da 1945 sehr viele Heimatvertriebene hier in Beringstedt auf dem Bahnhof eintrafen und untergebracht werden mußten, herrschte eine allgemein große Not an Wohnraum und Lebensmitteln. Zwar gab es Lebensmittelkarten mit denen man das Allernötigste bekam, diese waren jedoch stark rationiert und reichten bei Weitem nicht für die menschlichen Bedürfnisse, vor allem an frischem Gemüse, Kartoffeln etc.

Von der Gemeinde Beringstedt wurden daher Flächen zur Verfügung gestellt, damit diese Menschen hier die Möglichkeit zur Selbstversorgung bekamen. Diese Flächen waren:

-          Die Schulkoppeln, die auf der rechten Seite an der Straße Richtung Puls lagen, siehe Bild:     Schulkoppeln

-          Das Gelände hinter dem Schulgebäude

-          Im Birkenweg

-          Auf dem Saar

1954 feierte der Kleingartenverein ein Erntefest in der Gasthof Ott (Bahnhofsgaststätte) und lud hierzu alle Beringstedter ein:

Kleingartenverein 1954

 

...

 

Gildefahne Bild für homepage

Die Gilde-Fahne. Sie wurde in mühevoller Handarbeit gestickt von den Beringstedter Frauen: Irmi Jürß (links) und Annemarie Rubien (rechts) 

Ein Bericht zur Beringstedter St.-Vitus-Gilde, geschrieben (2020) von Marlene Sievers:

Die Beringstedter St. Vitus-Gilde wurde 1744 gegründet, zu einem Zeitpunkt, wo Schleswig-Holstein zu Dänemark gehörte. Der König Christian VI war gleichzeitig Herzog der Herzogtümer Schleswig und Holstein, sowie König von Norwegen und Dänemark.

Die St.-Vitus-Gilde wurde in einer Epoche des Wohlstandes gegründet, damit niemand unverschuldet in Not und Armut z. B. durch ein Feuer geriet.

Der Grundsatz der Gilde lautete: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“.

Im Vorstand der Gilde gibt es folgende Vertreter:

  1. Vorsitzenden (Ältermann)
  2. Geschäftsführer/in
  3. Stellvertretende/n Vorsitzende/n

und zusätzlich 3 weitere Vorstandsmitglieder und mindestens 3 weitere Schauleute (Rechnungsprüfer)

Die Gilde hat Kriege, Inflationen und Währungsreformen überstanden, sowie alle Probleme bewältigt. Sie hat sich stets den Bedürfnissen der Gildemitglieder angepaßt.

Heute versichert die St.-Vitus-Gilde selbst: Landwirtschaftliches Inventar, Hausrat und Glas. Sie betreibt außerdem die Vermittlung von Wohngebäude-, Privat-Haftpflicht-, Hunde- und Pferdehaftpflicht-, Unfall-, Kfz-Versicherung und Sterbekassen-Versicherung.

Die Beringstedter Gilde ist, wie andere Gilden auch, dem Verband der Versicherungsvereine angeschlossen. Rückversichert bei Großschäden ist sie bei der Kieler Rückversicherung.

Erste Aufzeichnungen gibt es seit 1892 (Protokollbuch). Jährlich findet eine Kassenprüfung, Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung statt und -evtl. falls nötig- eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Die Mitgliederversammlung ist für alle Mitglieder. Sie erhalten dann Informationen zum Geschäftsbericht, den Bericht des Kassenprüfers, es werden Wahlen vorgenommen und Sonstige Anfragen besprochen. Danach gibt es für alle Mitglieder eine Kaffeetafel und später ein gemeinsames Abendessen, wo im Anschluß das neue Königspaar vorgestellt wird und dies dann mit einem gemütlichen Beisammensein endet.

Jedes Jahr wird auf dem Gildefest bei den Frauen eine Gildekönigin durch Fischstechen und bei den Herren ein Gildekönig durch Luftgewehrschießen ermittelt.

Seit dem 15. Juni 1950 durften das erste Mal Frauen an dem Gildefest teilnehmen.

Heute versichert die Gilde in ganz Schleswig-Holstein.

Früher waren die Bezirke der Gilde: Puls, Reher, Schenefeld, Wapelfeld, Hohenwestedt, Remmels, Nindorf, Tappendorf, Nienborstel, Dörpstedt, Todenbüttel, Stelle, Nordhastedt, Seefeld, Lütjenwestedt, Haale und Beringstedt.

Bis 1969 fanden die Mitgliederversammlung und die Gildefeier Mitte Juni statt, danach ab 1970 Ende Mai (wegen der Heuernte wurde hier eine Änderung vorgenommen).

Sterbekasse

Aufsatz einer Schülerin geschrieben am 16.3.1935, Helene Voß

Unsere Sterbekasse wurde im Januar 1923 gegründet. Damals waren es 357 Mitglieder, jetzt 352. Man veranstaltete Sammlungen. Da die Inflationszeit war, brachte die 1. Sammlung 397.120 Mark ein. Für dieses Geld schaffte die Gemeinde Holz und Beschläge für die Särge an. Die 2. Sammlung wurde von den Mitgliedern mit Eiern und Bargeld bezahlt. Dieses brachte 441.700 Mark ein. Durchschnittlich wurden zwei Sammlungen im Jahr veranstaltet. Allein das herstellen eines Sarges kostete 40.000 Mark. Der Arbeitslohn für einen Tischler, allein fürs Bretter hobeln und anfertigen 27.000 Mark. Als dann die Goldmark eingeführt wurde änderten sich die Zahlen. Jetzt bekommt ein Erwachsener 70 Mark Sterbegeld, von 6-16 Jahren 45 Mark und von 1-6 Jahren 25 Mark. So helfen sich gegenseitig die Leute. Seit dem 3. Februar 1933 heißt es nicht mehr Sterbekasse sondern „Sterbeunterstützungskasse“.

Hier ein weiterer Bericht bis zur Auflösung, erzählt und aufgeschrieben im Januar 2019 von Gertrud Keller (87 Jahre alt). Sie hat den obigen Bericht aus der alten deutschen Schrift übersetzt und folgende Informationen hinzugefügt:

Später war der Name „Wohltätigkeitsverein“.

Bis zur Auflösung hat der Verein noch weitere Währungen überlebt: An die genannte "Goldmark" reihen sich die  RM Reichsmark, die DM Deutsche Mark und der jetzige Euro. Die Satzung von 1923 ist noch erhalten und liegt den Protokollen, diese befinden sich im Archiv unserer Gemeinde, Hier liegen sämtliche historische Schriften. In der nachfolgenden Zeit ist das Sterbegeld von einem Kassierer, der in den Satzungen vorgeschrieben ist, gesammelt worden. Nach einem Sterbefall wurde immer im Voraus für den nächsten Trauerfall gesammelt, so daß immer ein Betrag sofort zur Verfügung stand um den Verstorbenen würdevoll zu bestatten. Dies war vor allem nach dem 2. Weltkrieg eine schwierige Zeit, denn manchem fehlten einfach die Möglichkeiten (Geld), um wenigstens Holz für einen Sarg kaufen zu können. Durch eine Mitgliedschaft im Wohltätigkeitsverein konnte hier Hilfe geleistet werden. Es fehlte in der Nachkriegszeit in vielen Familien an so vielen Dingen. Allein schon die beengten Wohnverhältnisse in dieser Zeit sind für uns heute (2019) kaum vorstellbar.

Die  alte Meierei von Beringstedt in der Friedenstaße

 alte Meierei 2    Kühl Meierei Ansicht Nord

Meiereigenossenschaft Beringstedt

81 Jahre lang gab es in Beringstedt eine Meierei. Im Februar 1887 wurde -im Haus von E. Holm- von den Gründungsvätern der Bau einer Meierei beschlossen. Diese ging dann 1888 in Betrieb. Damals war dies ein bedeutungsvoller Fortschritt zu der bis dahin üblichen Milchverarbeitung, das Buttern auf jedem einzelnen landwirtschaftlichen Hof, was jedoch noch nicht von jedem Milchproduzenten so gesehen wurde. Einige wollten es lieber bei der althergebrachten Verfahrensweise belassen. So wurden von den 18 erschienenen Mitglieder, durch einfache Stimmenmehrheit, der Vorstand gewählt:

Hans Lucht (Vorsitzender), Johann Wendell, Samuel Timm, Hinrich Holm (Schriftführer) und Hans Hadenfeldt

Der Butterhändler Stoffer (Christoffer) Evers (er wohnte im Haus: In der Marsch 1) lieferte damals die in Beringstedt produzierte Butter, mit seinem Pferdefuhrwerk, einmal in der Woche bis nach Hamburg. Hier bekam er die besten Preise für seine Ware bezahlt.

Informationen aus der Festzeitschrift, die zum 75. Jubiläum der Meierei (1962) gedruckt wurde, von Ingrid Martens 2019 beim durchsuchen alter Unterlagen wiedergefunden und für die Chronik zur Verfügung gestellt wurde:

1895 betrugen die Betriebskosten 1Pf je Liter Milch.

1896 wurde mit dem Kartoffeldämpfen begonnen.

1900 wurde vom Vorstand beschlossen die Milchlieferungen monatlich abzurechnen (vorher alle 4 Wochen).

Der erste Anstellungsvertrag mit dem Meieristen, datiert am 1. August 1903.

Am 12. März 1904 wird mit dem Käsen begonnen. Der Meierist erhält eine Entschädigung von 50 Pf je Stück.

1919 betragen die Betriebskosten je Liter Milch  4 Pf.

Lt. Protokoll vom 22.10.1921: Teuerungszuschlag für den Meieristen: für 1 Schwein 3.000,-- RM.

1922 beträgt das Gehalt für den Meieristen 20.000,-- Mark. Im selben Jahr gibt es die erste Bilanzveröffentlichung in den Genossenschaftlichen Mitteilungen. Im Oktober wird Butter zur Auktion des Meiereiverbandes Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt. Ankauf neuer Maschinen für 840.000,-- Mark von Bergedorf. Kostgeld für den Monteur: 1.000,-- Mark je Tag. (Inflationszeit)

1923 beträgt das Gehalt des Meieristen 100 Goldmark je Monat.

März 1927: Antrag auf Prämierung sauberer Milch - abgelehnt.

1932 gibt es lt. Protokoll eine tägliche Fettprobe, abends und morgens. Im gleichen Jahr findet eine Pfändung der Milchgelder durch die Gemeinde statt, zur Begleichung der Gemeindesteuer.

Ab 1935 wird eine bargeldlose Milchgeldauszahlung eingeführt. Die Geschäftsverbindung zur Spar- und Darlehenskasse besteht seit 1903.