Straßenausbau Ostermühlen

In der Dorf- und Schulchronik (1929 – 1964) wurde folgendes notiert:

Die Chaussee nach Ostermühlen wurde am 16.11.1929 bis zum `Grünen Weg´ fertiggestellt.

Es wurde von einigen Koppeln der Knick entfernt, denn der neue Weg sollte die vielen Windungen möglichst vermeiden. Es wurden von Cl. D. Hadenfeldts und Cl. Hinrichs Koppel dreieckige Stücke abgetrennt. Ebenfalls sollte von H. Voßs Koppel ein schmaler Streifen abgeschnitten werden.

13.3.1930

Heute Morgen ist etwas 10 cm Schnee gefallen. Draußen ist eine Temperatur von -0° C. Am Chausseebau nach Ostermühlen wird seit Montag gearbeitet.

 

Oktober 1930

                         Man hat mit dem Chausseebau nach Ostermühlen wieder begonnen.

Oktober 1931

Der Chausseebau nach Ostermühlen wird fortgesetzt, und zwar das mittelste Stück. Die Kartoffelernte ist beendet. Die Rübenernte hat begonnen.

 

Der Chausseebau nach Ostermühlen wir heute, den 21.11.31 beendet. Es ist das Stück von Claus Hadenfeldt´s Koppel bis Butenschön´s Koppel und von der Mühle bis zum Hofe fertig gestellt worden. Die Beiden Enden von Isings Haus bis Cl. Hadenfeldt´s Koppel und von Butenschön´s Koppel bis zur Mühle sind ausgebessert worden. Die Aufsicht leitete Herr Gustav Möller (siehe Birkenweg 6). Die Bauanweisung gab Herr Ruge. Es waren durchschnittlich täglich 15 Arbeiter beschäftigt. Steine, Sand und Kies lieferten die Bauern und fuhren es auch zur Baustelle.

Sonnabend, den 29. November 1931 ist sie erst eröffnet.

Ostermühlen 1965

Oben: eine Karte von vor der Begradigung und unten: nach dem Ausbau 1976

 Kartenausschnitt K von 1988 Ostermühlen

1974   befindet sich die vorhandene Straße zwischen Beringstedt und Osterstedt in einem schlechten Zustand. Die Oberfläche ist uneben und teilweise zerstört. Ebenso ist die Fahrbahnbreite zu gering und wird beidseitig durch Knicks und Bäume eingeengt. Durch den Anschluß der Gemeinden an die Dörfergemeinschaftsschule und an die Raiffeisenbank Todenbüttel, deren Auslieferungslager in Beringstedt liegt, wird die Hauptverbindungsstraße Osterstedt – Beringstedt in zunehmendem Maße durch Schulbusse und landwirtschaftliche Fahrzeuge genutzt. Die Planungen sind soweit gediehen, daß mit dem Ausbau des 1. Abschnittes begonnen werden kann.

Die Linienführung wird überwiegend beibehalten. Die notwendige Verbreiterung auf 4,50 Meter Fahrbahn, beiderseits 1,50 Meter Bankette und anschließendem Graben, erfolgt nach Süden. Die vorhandene S-Kurve (Waldfriede) wird begradigt. Nach dem Ausbau werden die Wirtschaftswege und Koppelauffahrten in vorhandener Breite wieder angeschlossen.

In Ostermühlen sollen die Wasserdurchlässe im Bereich des Staudammes und die Stützmauer erneuert werden. Die neue Stützmauer wird als Winkelstützmauer aus Stahlbeton ausgebildet. Die Durchlässe sind aus Stahlbetonrahmenprofilen bzw. Betonrohren geplant.

Im Zuge der Straßenverbreiterung wird es notwendig sein, in den bestehenden Bewuchs einzugreifen. Die Knicks und Bäume auf der südlichen Straßenseite werden beseitigt, die nördliche Straßenseite bleibt unberührt. Zurückfallende Straßenflächen, die nicht mit dem landwirtschaftlichen Nutzland zugeschlagen werden, sollen rekultiviert und mit Bäumen und Sträuchern angepflanzt werden.

Die Baumaßnahme wird in zwei Stufen durchgeführt. 1. Bau der Stützmauer und Durchlässe am Staudamm in Ostermühlen. 2. Straßenbau. Die Bauzeit wird etwa ein halbes Jahr dauern. Für die Zeit des Ausbaues wird die Straße für den Durchgangsverkehr voll gesperrt. Der landwirtschaftliche Anliegerverkehr soll möglichst aufrechterhalten werden.

(So geschrieben in einem Artikel der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung vom 24.10.1974)

Ein weiterer Zeitungsartikel im Mitteilungsblatt des Kirchsp. Schenefeld und Todenbüttel vom 28. Okt. 1976 beschreibt den 2. Bauabschnitt des Ausbaus der Gemeindeverbindungsstraße Beringstedt – Osterstedt:

Schneise durch das Mühlenholz

Nachdem einige Schwierigkeiten zu überwinden waren, haben die zuständigen Stellen „grünes Licht“ für den zweiten Bauabschnitt des Hauptwirtschaftsweges Beringstedt – Osterstedt über Ostermühlen gegeben. Die mit den Arbeiten beauftragte Firma Pieper, Wacken, will noch in diesem Jahr die Erdarbeiten und die Tragschichten abschließen. Wie im 1. Bauabschnitt wird auch die neue Trasse nicht mit der alten Straßenführung identisch sein.

Das mit 350 000 DM veranschlagte Straßenbauprojekt geht über 1,163 km. Der Eigenanteil der Gemeinde Beringstedt beträgt 43 750 DM. Den Löwenanteil der Zuschüsse trägt der Kreis Rendsburg-Eckernförde. Nach Fertigstellung wird die Ausbaustrecke 2,186 km betragen. In Fortsetzung des fertigen 1. Bauabschnittes wird die Straße in einer Breite von 4,50 m und beiderseits 1,5 m Bankette Ostermühlen erreichen und dann Richtung Osterstedt etwas nach links in das Mühlenholz verlegt, um danach wieder auf die alte Straße zurückzuführen.

Auf Forderung des Anliegers Voß, Ostermühlen, wurde die Trasse an den Waldrand, bzw. in den Wald gelegt, weil die jetzige Straßenführung für Aus- und Einfahrten mit landwirtschaftlichen Wagen und Geräten wegen der kurvenreichen Strecke und Unübersichtlichkeit durch den zugenommenen Verkehr gefährlich geworden ist.

Gemeindevertretung, Flurbereinigungsbehörde und der Kreis RD-ECK als untere Landschaftsbehörde haben dieser Trassenführung zugestimmt. Vor Ort sind bereits zahlreiche Bäume gefällt worden.

Mit dem Ausbau des 2. Bauabschnittes wird ein wichtiges Anliegen der Gemeinde Beringstedt erfüllt. Wer die bisherige Gemeindeverbingungsstraße kannte, wird die Notwendigkeit eines Ausbaues und einer Begradigung gefährlicher Kurven auf dieser Strecke einsehen.

 

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Seegensgang

Aufgeschrieben von Otto Bolln:

Zwischen dem Weg nach Puls und der Straße nach Seefeld befand sich ein kleineres Moorgebiet, durch das ein Pfad für Fußgänger führte. 1776 wurde dieser Gang passierbar gemacht und die vom Torfabbau herrührenden Moorkuhlen, die hier rechts und links vorhanden waren, wurden zum Westflan hin entwässert und 1840 – 1850 aufgefüllt. Der Name `Moor´ hat sich noch lange gehalten für die Weiden, die heute zu den Höfen Mehrens, Voß und Solterbeck gehören. In der Zeit von 1885 bis 1890 wurde der `Gang´ zur festen Straße ausgebaut.

Auf dieser Karte von 1880 ist der heutige `Seegensgang´ bereits ein Weg.

Ausschnitt 8

 

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Pfennigkrug

Flurnamen-Erklärung:

Pennikroog        auch Penningkroog oder Pennikrooch. Penni = Pfennig, wahrscheinlich Steuerpfennig, auch sonst in FN häufiger z.B. Pennigborg, Pennigwisch, Pennigdiek. Mit pennen oder Pennbroder hat der Name nichts zu tun. Kroog oder krooch = Ecke, Winkel. Das hier ein Krug = Gasthaus gestanden hat, bei dem man einen Pfennig für die Benutzung des Weges nach Lütjenwestedt zu zahlen hatte, ist ganz unwahrscheinlich, denn dieser Weg wäre die meiste Zeit des Jahres nicht passierbar gewesen.

Ausschnitt 5

Eine alte Karte von 1880 zeigt, dass im Pfennigkrug bis dahin nur ein einziges Haus gestanden hat. Bewohner waren

1870     Christian Sievers

                Heinrich Alpen

                Johann Schröder

                Johann Schröder d. Jg.

 

Wahrscheinlich ist hier ursprünglich eine Hütte oder ein Stall für den Dorfhirten gewesen (siehe Beringstedter Originale: der letzte Dorfhirte Jasper Peters).

Auf dem Hof gibt es eine starke Quelle mit sehr gutem Wasser.

 

 

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Die letzten Bäume der Friedensallee stehen heute nur noch auf dem kurzen Stück zwischen dem ehemaligen Kaufhaus Ruge und dem Ehrenmal auf der einen und dem Hof Seemann und dem Hof Trede auf der anderen Seite. 

   Winter Dez 1982 2                       Winter Jan 1983 2   Bilder vom Winter 1982/83

Der weitere Verlauf der Friedensallee in Richtung Ortsausgang nach Puls wird auf einer alten Postkarte als Dorfstraße bezeichnet, aufgeteilt in: Vordere Dorfstraße -vom Ehrenmal bis zur Kreuzung beim Hof Solterbeck- und Hintere Dorfstraße -von der Kreuzung Seegensgang/Alte Dorfstr. bis zum Dorfausgang Richtung Puls. Der weitere Verlauf, ab der Friedensallee und dem hier -Ende des 19. Jahrhunderts- aufgestellten Gedenkstein für Kaiser Wilhelm I, wurde der Weg einst auch Königsweg genannt.

      vordere Dorfstraße   Hintere Dorfstraße  Wegweiser 

Kleines Bild links: Höhe Ehrenmal mit Blick nach Norden - Hof Trede (früher Rosenkranz, Ott), rechts geht´s in den Weg: In der Marsch.

Kleines Bild Mitte: Höhe Hof Solterbeck mit Blick nach Süden zum Ortsausgang (rechts geht´s in den Seegensgang), dann der ehemalige Hof Bruhn/Krey, heute M. Paulsen.

Bild rechts: In der Friedenstr. An der Einmündung zum Seegensgang stand dieser hölzerne 3-armige Wegweiser. Einige Jungs aus dem Dorf benuzten diesen Wegweiser gerne als Klettergerüst (Info aus der Erinnerung von Max Walter Voß *1934), bis er dann eines Tages abgebrochen ist...

 

Ein Schüleraufsatz aus der Schulchronik, geschrieben von Anni Grewe am 12.5.1922, aus der alten deutschen Schrift übersetzt -2018- von Gertrud Keller:

1870-71 war es, als Deutschland den großen Sieg errang. Das ganze Land war voll Begeisterung. Auch hinein in unser Dorf machte dieselbige mit eiligen Schritten. Waren doch auch aus Beringstedt Männer, die den Sieg mit erkämpft hatten. Nun kamen sie heim. Mit leuchtenden Augen. Im Gesicht stand das schöne Wort geschrieben „Sieg“. Lauter fröhliche Herzen nahmen dieses Wort auf. Ja, es war ein großes Ereignis. An diese große Tat wollten die Beringstedter noch lange erinnert bleiben. Aus Siegesfreude und Dankbarkeit pflanzten sie die Friedensallee.

Beringstedt Kaufhaus Ruge

   Haus Schmahl u Hof Trede

 

Zu beiden Seiten der Straße bei Herrn Ehler Ruges Hause (Kaufhaus) und Herrn Claus Ott´s Hause (Altenteil) beginnt sie und führt bis zum Spritzenhaus. Alle Bauern im Dorf mußten einen jungen Eichenbaum liefern. Die Tagelöhner und Knechte mußten Löcher graben. Hierin wurde der Baum gesetzt. Beim Spritzenhaus wurden 3 Eichenbäume gepflanzt. Jetzt sind es schon stämmige Eichen. Diese 3 sind von den verstorbenen Bauern Lucht, Ruge und Wendell gepflanzt. Dieselben haben mit ihren Tagelöhnern die jungen Pflänzlinge der Erde anvertraut. Endlich hatten alle Bäume ihren Platz erhalten. Das mühevolle Erinnerungswerk war gelungen. Man hatte 1-2 Tage daran gearbeitet. Eine kleine Feier wurde veranstaltet. Der Tag war herangekommen, an dem die Einweihung vollzogen werden sollte. Der damalige Lehrer Lindemann hielt eine bewegte Rede über Deutschlands Sieg. Er gab zu erkennen, daß das Vaterland hochgestiegen war. Es war den Deutschen gelungen die verhaßten Franzosen zu besiegen. Die größeren Schüler sangen nach der Rede des Lehrers ein Lied. Die jungen Bäume standen stolz da vor der versammelten Gemeinde. Sie streckten ihre Zweige aus als fühlten sie sich schon stark und mächtig und mahnten mit schallender Stimme: Wir wollen ein Andenken sein an die Ruhmesjahre, die dem Deutschen Lande widerfahren sind. Es klang wie ein heiliger Schwur. Sie haben recht gehabt. Ein Andenken an jene Zeit ist die Friedensallee geblieben. Mancher Sturm hat schon seine Macht an den Bäumen erprobt. Doch dieselben stehen fest. Sie wanken nicht. Ihre breiten Kronen neigen sich zueinander und flüstern sich von dem ruhmvollen Tag, den Deutschland erlebt hat, ins Ohr. Es war eine schöne Zeit. Wir wollen hoffen, daß unser Vaterland auch jetzt wieder hochkommt und wir einen solchen Freudentag feiern können wie 1871.

aufgeschrieben von Otto Bolln

In einer Deutung alter Flurnamen wird der Name Seegen wie folgt aufgeführt: 

Segen                auch Seggen, Sehn oder Seden = niedriges im Sommer austrocknende sonst aber eher mit Wasser gefüllte Stellen im Ackerland. Im Sommer Wiesen, seichte Grasstellen auf denen Gras gemäht werden kann. Segen = auch niedersinken.

                         Der Name hat somit nichts mit der kirchlichen Bedeutung Seegen zu tun. Er beschreibt lediglich die einstigen Begebenheiten in diesem Flurgebiet.

 

Ein Bild von der Straße Seegen mit Blick in den Weg Mückenhörn

Seegen Mückenhörn

Hier stand einst eine Doppeleiche auf dem Dreieck.

 

... und von Seefeld kommend Richtung Steinbergstraße und auf dem 2. Bild befindet sich das Ortsschild von Beringstedt noch auf Höhe vom Hof Wendell.

Seegen 1    Seegen mit Blick auf Hof Wieben

Ebenfalls die Straße Seegen, Höhe der letzten Häuser am Ortsausgang Richtung Seefeld, mit Blickrichtung Osten

Diareihe 6 042  

Diese Bilder wurden Anfang der 1960er vom Dorflehrer Ehlers aufgenommen und im Febr. 2019 von seinem Sohn Rolf zur Verfügung gestellt.

 Im weiteren Verlauf der Straße Richtung Seefeld findet man den Weg `Reiherstieg´.

 Auf der dahinter liegenden Koppel lag die alte Siedlung `Simeonclus´ (siehe: Historisches)

 Karte mit Simonclus

 

 

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Frühere Straßenverhältnisse

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Straßenverhältnisse keinesfalls ideal. Sie besserten sich erst, als die kurven-, steigungs- und neigungsreiche Straße Barlohe-Beringstedt-Gokels im Jahr 1864 von der Provinzialverwaltung als geschotterte Chaussee erbaut wurde, wo vorher nur unbefestigte Sandwege vorhanden waren. 1923 wurde die Straße wesentlich verbessert, heute ist sie eine Asphaltstraße.

Der 9 Kilometer lange Weg über Puls zum zuständigen Kirchort Schenefeld blieb für die Kirchenbesucher aus Beringstedt eine Qual, besonders in Regenzeiten und im Winter. Das änderte sich erst, als 1863 in Todenbüttel eine Kirche erbaut wurde, Beringstedt aus dem Kirchspiel Schenefeld ausschied und der Weg dorthin an Bedeutung verlor.

Zwischen dem Weg nach Puls (Friedenstraße) und der Straße nach Seefeld (Seegen) befand sich ein kleines Moorgebiet, durch das ein Pfad für Fußgänger führte. 1776 wurde dieser Gang passierbar gemacht und die vom Torfabbau herrührenden Moorkuhlen, die hier rechts und links vorhanden waren, wurden zum Westflan hin entwässert und 1840 bis ´50 aufgefüllt. Der Flurname `Moor´ hat sich noch lange erhalten für die Weiden, die heute zu den Höfen Mehrens (früher Lucht), Voß und Hadenfeldt (heute Solterbeck) gehören. In der Zeit von 1885 bis 1900 wurde der `Gang´, dessen Namen sich bis heute erhalten hat (Seegensgang), zur festen Straße und ist heute asphaltiert.

Bei Jürgen Hadenfeldt´s Haus stand ein dreiarmiger Wegweiser, dessen Arme den Weg nach Schenefeld, Hanerau und Rendsburg zeigten und entsprechend beschriftet waren. Wir haben als Knaben oft auf diesem Wegweiser gesessen, bis die Weiser abbrachen und der Pfahl umstürzte. Er war unseren vereinten Turnübungen nicht mehr gewachsen.

Wegweiser  ...der hölzerne Wegweiser. Friedenstraße Ecke Seegensgang

Der Zustand der in die Feldmark führenden Wege war früher ebenfalls katastrophal: Im Sommer sandig und staubig, in Regenzeiten meistens nur mit hohen Stiefeln passierbar. Besonders der Weg zum Teinkamp (Klempen), zum Bär- und Schwienskamp und nach Ostermühlen. Es dauerte lange, bis ihr Zustand endlich in dörflicher Gemeinschaftsarbeit verbessert wurde.

Einige Bilder von den einstigen Sandwegen:

Knöll Marxen Knöll Blick Richtung Todenbüttel

MückenhörnWendell 2 Mückenhörn Blick Richtung Hof Wendell

1956 Blick über Aukamp Bahnübergang mit Blick Richtung Aukamp

Diareihe 6 036 In der Feldmark  ... evtl. Pfennigkrug, wenn man vom Maifeuerplatz kommt ???

 

Mittlerweile sind sämtliche Wege und Straßen im Ort und fast alle Feldwege längst asphaltiert worden.

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Mückenhörn 2                  Hof Wieben

 

  Postkartenbild Wieben 

Bild oben: Ein kleiner Ausschnitt einer alten Postkarte, aufgenommen vor 1910, denn auf dieser Postkarte ist auch der alte Hof von H.D. Ruge (siehe in der Marsch 7) zu sehen, der 1910 abbrandte.

 

1888 heiraten Friedrich Heinrich Wilhelm Wieben *1860, Viehhändler und Schlachter in Beringstedt, Sohn des Jasper Hinrich Wieben aus Hohenaspe, jetziger Käthner und Schlachter in Todenbüttel und der Metta Wilhelmine Maria, geb. Anders.

und Anna Wiebke, *1856 in Beringstedt, eheliche Tochter des Jürgen Horstmann (siehe Wischhof 13) daselbst und der Thrina, geb. Timm (siehe Seegen 2)

Sie haben 2 Kinder:         Meta Catharina *1889 (später Holm)

Carl Jürgen Wieben *1891

1914     Heinrich Wieben ist einer der 36 Mitbegründer der Wassergenossenschaft in Beringstedt und hier als Vorstandsvorsitzender tätig.

1922  Carl Wieben heiratet  Marie Ruge, *1892, Tochter des H. D. Ruge und seiner 2. Ehefrau Anna (siehe Hofgeschichte In der Marsch 7)

Sie haben 3 Kinder: Annemarie *1925 (später Fischer), Meta *1927 (später Kröger) und Heinrich *1935 (Hoferbe)

 

          1922     Carl Wieben ist Mitbegründer und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Beringstedt

 Feuerwehr mit Musikzug

Bild oben:  Carl Wieben  4. Reihe von oben, 1. Mann ganz links

Meta und Annemarie Wieben

Meta und Annemarie in der Schule

 

1927     Der Hof von Heinrich Wieben brennt ab und wird wieder neu aufgebaut.

 

Ein Schul-Aufsatz geschrieben von Günter Adomat am 08.94.1948 (gefunden in den Unterlagen, die Herbert Jürß gesammelt hat):

Das Haus des Bauern Carl Wieben

„Hey Günter, was macht ihr da?“ ruft mir einer meiner früheren Mitschüler, welcher auf dem Hof Wendell in der Landwirtschaft hilft, zu. „Ach, wir müssen einen Aufsatz schreiben für die Schule und zwar sollen wir Wiebens Haus beschreiben“, ist meine Antwort. „Ich weiß schon Bescheid“, erwidert Erwin, „heute Nachmittag ist hier die halbe Schule dagewesen und alle haben sie sich das gegenüberliegende Haus angesehen. Aber, was ist da viel zu schreiben? Ich würde schreiben: Das Haus hat vier Wände, paar Fenster und `ne Tür. – fertig.“ „Nein, nein“ wende ich ein, „so geht das nicht, das ist eine glatte 5. Ich will dir mal erzählen, wie ich schreiben werde“. Mein Gegenüber sagt: „Na dann, schieß mal los!“ Ich beginne: „Das Haus von Wieben gehört wohl mit zu den höchsten und schönsten von Beringstedt. Es hat ein ziemlich steiles Dach. Mit dem Giebel zeigt es nach Südosten. Bei diesem Giebel ist das oberste Stück aus Holz, auf welches grüne Farbe aufgetragen ist. Auch erspähe ich einen Erker, welcher das Haus um ein erheblich Teil verschönert. Zu beiden Seiten sind je 2 Fenster. Nun die Südseite. Oben auf dem Dache thront ein Schornstein. Aus dem roten Ziegeldach ist ein Frankspieß mit 2 Fenstern rausgebaut. Im Erdgeschoß in der Mitte ist eine Veranda, in dieser stehen zwei Pfeiler. Zwischen Wand und Pfeiler ist ein Blumenkasten, davor ein kleines, weißes Gitter. Oben hängt eine elektr. Lampe. Zu jeder Seite der Veranda sehe ich zwei Fenster. Die beiden hintersten sind mir besonders in Erinnerung, denn hinter ihnen hat lange mein Freund gewohnt.

Vor dem Haus steht oder vielmehr liegt ein Tisch und eine Bank. An dem Haus ist der Stall angebaut, welcher natürlich das Aussehen des Hauses nicht verschönert. Im Garten, dicht am Zaun, stehen einige Jasminsträucher. Der Tulpenbaum ist leider schon …. Hier fehlt wieder Text auf der Kopie - die Seite ist zuende !!!)   … Fenstern an der Südwand stehen 4 Lindenbäume. Der Garten mitsamt dem Hause wird von einem baufälligen Zaun, welcher mit Maschendraht bespannt ist, eingeschlossen.“

„Ja, das hast du ganz gut gemacht“, sagt Erwin, „jaja, man merkt gleich, daß man nicht mehr zur Schule geht, sofort ist man aus der Übung“, fügt er lächelnd hinzu.

 

Im Sommer 1948 starb Oma Wieben im Alter von 92 Jahren. (Info Dorf- u. Schulchronik, Seite 268).

Der neue Hof Wieben    Luftbild Hof Wendell 2  Ein kleiner Ausschnitt vom Luftbild des Nachbarhofes Wendell in den 1950er Jahren

 

1989      stirbt Hans Heinrich Wieben (54 J. alt). Seine Frau Antje verkauft kurz darauf den Hof.

 

 

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Friedenstraße 23                     Hadenfeldt                 Stamm- und Dingvogtstelle

    Hadenfeld001       

           

1695          Claus Hadenfeldt        *1664   

                   Er übernimmt, nach der Teilung, diesen Teil des Hadenfeldt´schen Besitzes

                   Er ist verheiratet mit Barbara Beeken, Tochter von Claus Beek, Liesbüttel

                               3 Kinder:             Zwillinge              Hans      *22.02.1699

                                                                                              Claus     *22.02.1699

                                                               Tochter                Elsabe   *03.01.1705       

               

Claus Hadenfeldt            *1699 erbt den Hof. Er ist verheiratet mit            Antje P.

                                               Er ist      Kirchspielbevollmächtigter

                                              

Sohn                     Claus     *10.09.1728       

Weitere Kinder ???

 

Claus Hadenfeldt            * 1728  heiratet am 15.11.1760                                        Trienke Vossen

                                                               Er wird                Dingvoigt                         aus Reher

                              

8 Kinder:                         Claus                    *18.08.1761

                                                               Marx                     *29.07.1763

                                                               Hans Dietrich         *10.07.1765        Zwilling, er verstirbt früh

                                                               Daniel                   *10.07.1765       Zwilling verh. mit Antje Martens, Seefeld (der Sohn Claus wird später Lehrer in Reher)

                                                               Engel                   *20.05.1767        später     verh. mit Peter Ruge, Pemeln

                                                               Hinrich                 *28.11.1769        später     Landmann in Windbergen

                                                               Detlef                   *11.05.1772        später     Landmann in Krumstedt

                                                               Johann                 *07.03.1779        später     Küster und Organist in Turau

 

  

 

Claus Hadenfeldt            erbt den Hof und wird Dingvoigt              *1761 + 1835

                                            Er heiratet am 4. Aug. 1789               Anna Feldhusen                 * (?)   +9.2.1824  von der Hohenhörner Mühle                                            

                   

                    8 Kinder:       Trina                        *03.07.1790       + 1808

   Sie heiratete Cl. Hadenfeldt *1780 vom Nachbarhof    (ihren Cousin, siehe Stammstelle).           

   Sie und ihr Sohn sterben bei der Geburt.

   Claus H. heiratet 1809 in 2. Ehe Abel Riecken  vom Hof Riecken  (In der Marsch 5 -später Harms, Timm-)  

                                   Kinder:    Hans *1811 und Antje *1812.

    Abel stirbt ebenfalls und Claus H. heiratet in 3. Ehe Wiebke Karstens, Kinder: Wiebke, Claus, Abel, Thies

                                          Daniel                                       *10.12.1791       Hoferbe

                                          Claus                                         *19.01.1794       er war verh. und wohnte in Beringst. -Seine Tochter Anna heiratet Max Jacobs von der Hohenhörner Mühle-

                                             Antje                                    *23.04.1796       ledig, starb am 28. Sept. 1843

                                             Marx                                    *24.06.1798       ledig, starb am 23. Mrz. 1860 beim Besuch der Hohenhörner Mühle

                                             Hans Jürgen Dietrich             *27.01.1803 + 31.07.1826    23 Jahre alt

                                             Hinrich                                 *03.03.1805 + 29.12.1818    13 Jahre alt

                                             Johann                                 *25.11.1807       er übernimmt später den Hof

Zunächst ist Daniel der Hofnachfolger.

                

Daniel Hadenfeldt          war in 1. Ehe verheiratet mit                      Elsabe Thun, aus Vaasbüttel

                                                 und in 2. Ehe mit                             Margarete Kracht, verwitwete Puls aus Hohenaspe

                                                

                                        Er starb am 02. August 1870      ohne Kinder, im Alter von 79 Jahren

 

Vererbt wird der Hof 1870 an seinen Bruder Johann, siehe oben, der zu dieser Zeit bereits 63 Jahre alt ist.

 

Johann Hadenfeldt         er ist verheiratet mit                     Wiebke Heeschen          *27.04.1825     aus Puls   +  5.07.1855   -ohne lebende Kinder-

                             

                              2. Ehe am 22. Okt. 1856                        Margarete Gätje             *06.08.1837    aus Schenefeld  +17.12.1886

                                 3 Kinder              Anna                  *19.19.1857       verh. mit Markus Fischer, Kaaks

                                                            Margareta          *30.10.1860       verh. mit Johannes Strüben, Wöbbelin Mecklenburg – Schwerin

                                                            Claus Daniel       *13.06.1865      

 

Claus Daniel    *1865, wird später Besitzer dieser Hofstelle

                                 Er heiratete am 21.11.1890          Margarete Kaltenbach, Beringstedt

                 14 Kinder                     Margareta                       *07.08.1891              + 6. Apr. 1904         mit 13 Jahre

                                                  Johann Detlef                *15.06.1892

                                                  Hans                              *21.04.1893

                                                  Claus Hinrich                   *29.05.1895       + 25. Jan. 1896       mit knapp 8 Monaten

                                                  Claus Hinrich                   *14.05.1896

                                                  Anna                               *30.03.1897       sie heiratet 1924 den Müllermeister Hans Bock (Ostermühlen). Sie haben 7 Kinder. Im Jahr 1987 feiert sie ihren                                                                                                                          90. Geburtstag (lt. Artikel in der LZ mit Bild)

                                                  Markus                             *11.05.1898

                                                  Eduard                              *16.07.1900

                                                  Ernst Heinrich                   *05.02.1902       später Tischler, Saar 16

                                                  Marie                                *01.05.1903

                                                  Cath. Margareta                *10.07.1904

                                                  Cäcilie                              *26.10.1905

                                                  Hermann                          *19.04.1907       baut später ein Haus Saar 4

                                                  Johannes                          *05.11.1911       +07. Nov.1911         2 Tage alt

 

… hier Enden die Aufzeichungen in der Familienchronik Hadenfeldt.

Im Jahr 1906 beträgt die Hofgröße  79 ha.

Der Hadenfeldt-FamilienChronist schreibt auf Seite 18:                …um 1920/21…

Auf beiden Stellen, welche hart aneinanderstoßen, wohnen noch heutigen Tages Claus, Hans und Jürgen Hadenfeldt. Das eine Wohnhaus ist 1895 abgebrannt. -siehe Bild-

 

Stammstelle Hadenfeldt mit Brauhaus

 

 

Das 1895/96 neu erbaute Haus:                                              eine Aufnahme von ca. 1960

 Diareihe 2 032 Kopie 2

Die Altenteiler-Kate:       

Kate Hadenfeldt

 

 

 

...

         

Wischhof 9                         

-aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln-

1794     Claus Hadenfeldt wird als Besitzer genannt. Er war Brunnenbauer oder -bohrer, betrieb eine kleine Landwirtschaft und war nebenbei Imker.

Eines Tages überraschte er einen Honigdieb. Er zeigte den Einbrecher jedoch nicht an, sondern schenkte ihm so viel Honig, wie er nur haben wollte. Dies war ein angesehener Bürger aus Beringstedt. Den Namen gab Herr Hadenfeldt jedoch nie bekannt. Auf diese Weise beschämte er den Honigdieb so sehr, dass dieser ihm fortan aus dem Weg ging. Er zog einige Zeit später aus Beringstedt fort.

Claus Hadenfeldt verließ auch Beringstedt und zog nach Bünzen, Aukrug. Er verkaufte seinen Besitz an den Müllergesellen Asmus Biß

   Asmus Biß war nicht nur Kleinbauer, sondern nebenher auch Grützmacher. Dieses Gewerbe war seinerzeit priviligiert, d.h. wer aus Hafer, Gerste oder Buchweizen Grütze oder Mehl haben wollte, mußte zur Kgl. Wassermühle Ostermühlen oder er ging zu Asmus Biß. Bei der Wassermühle wurde gemattet, d.h. ein Teil des Mahlgutes mußte an den Mühlenpächter als Lohn gegeben werden. Dabei wurde den Kunden oft zuviel abgenommen. Deshalb ging man lieber zu Asmus Biß. Die Maschinen und Geräte, die er als Grützmacher benötigte, fanden Platz in der ehemaligen Honigkammer.

Es muß eine weitere Generationen Asmus Biß gegeben haben, denn 1873 steht ein Asmus Biß als Mehlhändler und Kätner in der KlassensteuerRolle der Gemeinde Beringstedt. Der Haushalt ist mit 7 Personen angegeben, woraus zu ersehen ist, dass die Familie 5 Kinder hatte. An Acker und Wiesen gehörten zum Besitz Ländereien auf dem Flurgebiet Holsten, Wiesen im Hemeler Moor, ein sumpfiges Waldstück `Raggerholz´ und ein größerer Acker im Areal der Gemeinde Todenbüttel.

                         Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Asmus Biß nur ein Pferd und das war schon sehr alt. Es blieb auf den sandigen Feldwegen vor den schwer beladenen Ackerwagen oft stehen und Asmus, klein von Wuchs, war dann gezwungen ebenfalls zu pausieren.

                         Eine seiner Töchter, Helene, hatte ein uneheliches Kind, das den Namen Adolf erhielt. Adolf Biß kam, nachdem er bei der Kaiserlichen Marine gedient hatte, auf Umwegen zur Eisenbahn, wo er es bis zum Weichenwärter brachte. Er starb hochbetagt (über 90 Jahre alt) in einem Hamburger Altenheim.

                         Helene heiratete Ende des 18. Jahrh. den Schuhmachermeister Carl Keller, der eine Strohdachkate aus dem Besitz Timm erwarb (siehe Am Wischhof 13) und darin eine gut gehende Schuhmacher-Werkstatt einrichtete. Carl Keller stammt aus Westfalen (Nähe Paderborn oder Soest) und er verlor den dortigen Dialekt niemals. Aus der Ehe gingen die Söhne Heinrich, Friedrich und Carl und die Tochter Helene hervor. Die Tochter verstarb früh an Tbc. Heinrich fiel im 1. Weltkrieg. Friedrich wurde Klempner und Installateur und trat die Nachfolge von Heinrich Nuppnau an. Carl wurde Meierist, er hat den Beruf jedoch nie ausgeübt und wurde Gelegenheitsarbeiter in Hamburg. Er verstarb ebenfalls früh.

Eine zweite Tochter von Asmus Biß heiratete einen Mann namens Anthony. Sie wohnten zunächst auf dem Saar, zogen dann später nach Neumünster.

Eichenweg 3                      Hof Wendell

 Alter Hof Wendell

Dieser Hof steht als `Modell eines alten Holstenhauses´ im Altonaer Museum. Im Hintergrund ist der alte Ziehbrunnen zu sehen und im Vordergrund das `Häuschen mit Herz´. Am weißen Schild an der Wand links neben der Dielentür ist zu erkennen, dass zu dieser Zeit der Bauernvogt (Gemeindevorsteher, Johann Ludwig Wendell) hier wohnte.

Im Landesarchiv von SH in Schleswig hat Herbert Jürß herausgefunden, dass es bereits 1447 in Beringstedt zwei Höfe mit dem Namen Otten gegeben haben muss. In einer Dithmarscher Klageschrift werden die Namen Radeke Otten von Bernstede und Syverde Otten to Bernstede genannt. Einer davon ist der Hof in der Friedenstr. 3 (Ott, Rosenkranz, Trede). Der zweite kann dem jetzigen Hof Wendell zugeordnet werden denn in einem Bericht des Kirchspielvogts Timm in Schenefeld steht geschrieben für das Jahr

1679

… aus Beringstette:        Claus Otten        guth, nunmehr Claus Ploog, ist im Erdbuch mit einer ganzen Hufe in ziemblichen Stande, das Wohnhaus aber ganz baufällig und verdorben und muss notwendig repariert werden. Wenn dies ein Jahr in den Herrengefällen (Steuern) nachgesehen werden kann, muss er zahlen für 1 Pflug.

Bedingt durch die Kriegszeiten im 17. Jahrhundert (vom 30-jähriger Krieg bis hin zur Kosakenzeit) sind in der Geschichte der einzelnen Höfe von Beringstedt große Lücken entstanden und somit auch keine genauen Aufzeichnungen dokumentiert worden oder sie sind verlorengegangen. Die Zeit der Reiterhufen fällt auch in diese Zeit und trug dazu bei, dass viele Höfe wüst lagen. Da die Familie Hadenfeldt (Dingvogtstelle)in Beringstedt großen Einfluß hatte, kam es wohl dazu, dass auf diesen wüsten Höfen Familienangehörigen eingesetzt wurden damit die Höfe nicht weiter verkommen.

Anmerkung v. Rita Bokelmann: Interessant ist in diesem Zusammenhang (sieh z.B. Hof Ruge), dass im Nachhinein dann wieder andere Familiennamen zu diesen einzelnen Höfen genannt werden und keine weiteren Nachkommen der Familie Hadenfeldt auftauchen. Wahrscheinlich ist, dass diese Hadenfeldt´s als 2. Ehemänner auf diesem Hof tätig waren bis die Kinder (aus 1. Eher der Frau) erwachsen waren und den Hof weiterführen konnten. Dies ist jedoch nur mutmaßlich zu sehen, es kann auch anders gewesen sein!  

In den Beringstedter-Archiv-Unterlagen werden folgende Namen für diesen Hof genannt.

1740          Tewes Hadenfeldt             lt. Familienchronik Hadenfeldt (Seite 4), bezahlt efür seinen 7/8 Pflug an Contribution: 32 Thaler u. 3 Schilling

                   Es wird jedoch nicht weiter beschrieben aus welcher Linie Hadenfeldt er stammt.

1800          Hans Plog                               In der Zeit um 1800 werden mehrere Namen genannt:

Hans Plog, Peter Plog, Hans Detlef Plog, Henning Plog und seine Ehefrau Wiebke (eine geborene Plog), Margaretha Plog (Schwester und Schwägerin) sowie Bruder Thier Plog.

Danach gibt es zu der Zeit 2 Linien Plogs, woraus sich der Schluß ziehen läßt, dass diese Familie bereits eine Weile in Beringstedt ansässig war (Anmerkung von Otto Bolln, der die Geschichte zum Hof aufgeschrieben hat).

               Fest steht:    Hans Plog war Besitzer eines Hofes mit einer Pflugzahl von reichlich 37.

               Er verkaufte  1817   einen Teil seines Besitzes an:

Hans Detlef Plog                        eine geringe Menge         Pflugzahl knapp 2   und

Henning u. Wiebke                     Haus und Verlehnt          Pflugzahl ca. 15

 

1822      kauft die Schwester Margaretha den Besitz ihres Bruders, der vermutlich in finanzielle Not geraten war. Dieser hatte sich per Vertrag ausbedungen: von Mai 1823 bis Mai 1825 (also für 2 Jahre) das unentgeltliche Wohnen in der kleinen Stube mit einem dazugehörigen Kohlhofstand.

             Margaretha war verheiratet mit Johann Clausen. Die Tochter wurde 1819 in Süderbusenwurth geboren. Sie haben also zunächst dort gewohnt.

1822   Johann Clausen                       wird Besitzer des großen Hofes mit ca. 53 Hektar Land

                                                            

 (Bild suchen !!!)

Schwiegervater des 1. Wendell in B.

 Herd Göät und Hörn    

Das Innere eines holsteinischen Bauernhauses. Decke und Wände sind vom Rauch (damals Knast genannt) rußgeschwärzt. Im` Spät´ hängen Speckseiten und Würste. Bis 1920 fand bei der Familie Wendell hier das alltägliche Leben statt.

Da die Söhne sich nicht standesgemäß verheiratet hatten, bekam

1842          die Tochter von Johann Clausen: Anna Margaretha, *1819 + 1860, den Hof. Sie heiratete 1842 den aus Schachtholm stammenden Hans-Christian Wendell *1814 + 1902. Er wird Hofbesitzer

 

Hadenfeldt        

 

 Hadenfeldt der andere.klein    

 

 Diesen Teil übernahm im Jahr 1695:

 

Hans Hadenfeldt                 *1662    er heiratet            Trinke(ihr Familiennahme ist leider unleserlich).

Sohn:     Hans Detlef          *1707   

Tochter:   ?                           sie heiratet Eggert Holm aus Nienbüttel

 

Hans Detlef Hadenfeldt     *1707    heiratet                 Antje,     geb. Grabben aus Siezbüttel

                                               Söhne:   Claus      *1744

                                                                Hans       *1755

                                             

Claus Hadenfeldt                *1744    + 5. Juni 1794      wurde 1765 Besitzer des Hofes       er heiratete

in 1. Ehe                Wiebke Ott, Maisborstel   + 10.01.1777

                2 Töchter:             Antje                     *17.12.1767         sie heiratet Ehler Holm

                                             Margaretha            *03.03.1774         bleibt ledig           + 1808

                      Zweite Ehe mit     Antje      geb. Rohwer aus Breiholz

                                6 Kinder:               Claus                      *14.08.1780         heiratet 1807 Trina, die Tochter des Dingvogts

                                                               Jürgen                 *04.05.1783        +1865 82 Jahre alt, war 11 Jahre Soldat. Seine Nachkommen sind ausgewandert.            

                                                               Hans                       *31.05.1785         3. Hofstelle Hadenfeldt (Friedenstr. 16 -Solterbeck-)

                                                               Eva                      *08.12.1787         heiratet Samuel Ott, stirbt früh

                                                               Wiebke                 *10.10.1791         bleibt unverheiratet

                 Trina                     *05.11.1794         heiratet Cl. Treede aus Todenbüttel. Sie hatten eine Landstelle in Gokels, 1842

               

Claus Hadenfeldt                 *1780    ist Kirchenjurat

  1. Ehe mit Trina Hadenfeldt *1780, Tochter des Dingvogtes (siehe Hofgeschichte Friedenstraße 23)

                                               Sie starb 1808, sowie ihr kleiner Sohn.

      2. Ehe   1809 verh. mit Abel Riecken, vom Hof Riecken, In der Marsch 5

hiervon Sohn Hans *1811       (Vater von Jürgen H. *1857 `Jörn Afteker´)            Die Mutter starb 1812 bei der Geburt der kleinen Tochter Antje.

      3. Ehe mit Wiebke Karstens

                                               4 Kinder:               Wiebke, Claus, Abel, Thies

Höfe Hadenfeldt

Bis 1695 haben die Höfe Friedenstr. 19 und Friedenstraße 23 eine gemeinsame Vorgeschichte, dann wurde der Besitz unter den 2 Brüdern Hans und Claus aufgeteilt.

August Hadenfeldt (Lehrer in Hamburg, als Pensionär wohnhaft in Meldorf, wo er die Familien- Chronik Hadenfeldt fertigstellte und 1922 verstarb) hat bei seinen Nachforschungen zu dieser Familienchronik -gedruckt 1922- keine weiteren Hadenfeldts in Norddeutschland ausfindig gemacht. Auch im restlichen Deutschland konnte er keine weiteren Familien mit diesem Namen finden. Er kommt zu dem Schluß, dass seine Urahnen um 1200 in das kleine Dorf Hadenfeld eingewandert sind, vermutlich aus Holland. Dies lag an den damaligen Zeitumständen. In Deutschland und auch in Holstein wütete die Pest. Ganze Dörfer waren ausgestorben und lagen verödet und leer da. Dazu kamen, wie eine alte friesische Chronik berichtet, Teuerung und Hungersnot. In dem überlebenden Teil der Bevölkerung regte sich die Lust in verlassene Gegenden und Dörfer einzuwandern, wo man sein Leben besser fristen konnte. Es gab viele Aus- und Einwanderungen in dieser Zeit. Wäre die Familie bereits länger in Holstein ansässig gewesen, also vor dem 12. Jahrhundert, so hätten sie sich entschieden weiterverbreitet. Die ständig sich wiederholenden Völkerverschiebungen und Kriege aller Zeit hätten sie erfaßt und in weitentfernte Gebiete getragen, wo sie dann durch Arbeit und Heirat bodenständig geworden wären. Man würde den Namen Hadenfeldt (auch Homfeld = plattdeutsche Aussprache) dann auch in anderen Regionen finden.

Er schreibt: Vor dem Kriege (1914-18) bin ich weit gereist, stets mit dem Gedanken zu erfragen und zu erforschen, wo die Familie Hadenfeldt als uralte, sesshafte Familie zu finden sei, so in Kopenhagen, München, Dresden, Karlsbad, Schweiz usw. – aber nirgends eine Spur! Über die Befriedung Ost- und Westholsteins weiß uns der Geschichtsschreiber Hehnhold zu berichten: Im Jahre 1139 berief Graf Adolf II Kolonisten ins Land. Ost- und Mittelholstein wurde von den Holländern besetzt. Der Graf erhob einen sogenannten Holländer-Schatz und dafür galt in ihrem Gebiet das hollische oder Holländerrecht. Dieses holländische Recht hielt sich dann bis im Jahre 1438 in einer Urkunde, die für den Bischof von Lübeck ausgestellt ist, geschrieben steht: „Hebben gesund und togelaten de Innwannerer, dat se von nu an mögen hebben hollstensch Recht und nich mehr dörven hebben hollendsch Recht.“

August Hadenfeldt kommt zu dem Schluß, dass das Dorf Hadenfeld (bei Schenefeld, Mittelholstein) wohl der Ort war wo seine Urahnen -wahrscheinlich aus den Niederlanden stammend- ca. um 1200 in Holstein eingewandert sind. Damals waren Ortsnamen mit den Familien eng verbunden. Die ersten schriftlichen Erwähnungen des Familiennamen Hadenfeldt sind im Kirchenarchiv von Schenefeld zu finden.

Die Schreibweisen des Familiennamens waren einst:          Hanfeld, Hahnfeldt, Hadenveld, Hannfeld und auch Homfeldt. Erst ab 1800 geht die Schreibweise in Hadenfeldt über.

Die vielen Nachkommen der aus Beringstedt stammenden Vorfahren, haben sich in folgende Ortschaften verzweigt (Stand 1922):

Brunsbüttel, Eggstedt, Hademarschen, Havetoft, Hamburg, HH Altona, Hohenwestedt, Holstenniendorf, Krummstedt, Lütjenwestedt, Maisborstel, Mörel, Nindorf, Nordhastedt, Oersdorf, Osterstedt, Sarzbüttel, Schafstedt, Schenefeld, Seefeld, Südhastedt, Reher, Remmels, Warringholz, Welmbüttel, Windbergen und Detroit, Amerika.

Diese Verbreitung fand jedoch erst nach 1800 statt. Zuvor gab es den Familiennamen Hadenfeldt nur im Amt Rendsburg in den Orten:

Hadenfeld, Beringstedt, Maisborstel, Osterstedt, Remmels und Schenefeld.

Friedenstraße 2              

Abgeschrieben aus den Aufzeichnungen im Beringstedter Archiv und ergänzt mit Bildern und Informationen in Zusammenarbeit mit Otto Mehrens, dem heutigen Besitzer (im Jahr 2020):

1602        Lucht                    die Familie wird 1602 zum ersten Mal erwähnt. In diesem Jahr hat Claus Lucht auf Ostermühlen eine Vollhufe. Diese ist wohl später im Hof Ostermühlen                  mit aufgegangen, wie auch die kleineren Stellen von Stickellohe.

                   …

Der Name Lucht geht wohl zurück auf den links und rechts vom Herd der „Groot Deel“ gelegenen Räume, die früher -in de Lucht- genannt wurden. Siehe hierzu das Bild vom alten Bauernhaus der Familie Wendell im Heimatbuch von 1922.

Herd Göät und Hörn

So oder ähnlich sah es wohl damals auch im Wohnbereich auf dem einstigen Hof Lucht aus.

 

1738      Hans Lucht     Besitzer einer Hufe in Beringstedt.

ca. 1740 baute er diese Altenteiler-Kate für seine Eltern:

Alte Kate Mehrens 2

Es wurde wg. Baufälligkeit, ca. 1970 abgerissen, (siehe Rubrik: nicht mehr vorhandene Häuser)

1769      Eggert Lucht  wird als Bauer in Beringstedt in einer Liste des Amtes Rendsburg genannt.       

 

1873    hat Beringstedt 370 Einwohner. Davon hatten 6 den Namen Lucht. Der Hof war zu dieser Zeit schuldenfrei.

 

1882        Hans Lucht          war Mitglied des Kreistages in Rendsburg.

          ... ein altes Bild aus dem Beringstedter Archiv.

Hans Lucht

Er ist verheirate mir Cecilie, geb. Holm aus Beringstedt. 

Kinder von Hans Lucht:

Hans, Eggert und Lena bewirtschaften später zusammen den Hof. Sie blieben alle drei ledig, weil sonst die Hofstelle hätte geteilt werden müssen (wegen der Erbschaftsanteile). Sie hatten keine Nachkommen, obwohl Hans ein uneheliches Kind in Puls gehabt haben soll. Hierüber wurde im Hause Lucht jedoch nie gesprochen.

1896      wird der Hof durch ein Feuer völlig vernichtet.

Das Haupthaus wurde wiederaufgebaut, größer und geräumiger als bisher und mit einem festen Dach. Der Eingang zur Straßenseite wurde mit Säulen verziert und bis zur Straße führt ein langer Fußsteig gesäumt mit einer Buchsbaumhecke (die auch heute noch -2020- vom Besitzer gehegt und gepflegt wird!)

                                                  

Luftbild Hof Mehrens 2   IMG 20200414 WA0000 2

Das linke Bild entstand nach 1955, weil das neue Altenteilerhaus bereits hier steht. Das rechte Bild wurde in den 1970ern aufgenommen.

Als man noch selbst das Brot gebacken hat

Bis sich einzelne Bäcker im Dorf selbständig machten (siehe Ende dieses Berichtes) und ihren eigenen Laden betrieben, wurde auf den einzelnen Höfen das Brot selbst gebacken. Auf einigen Höfen wurde dies noch bis in die 1960/70er Jahre hinein getan. Besonders in der Nachkriegszeit, als in Beringstedt viele Heimatvertriebene untergekommen sind war dies eine gewichtige Tätigkeit. Gertrud Keller, geb. Nagel, berichtet, dass ihre Familie damals von Helene Sierk einmal pro Woche mit Brot versorgt wurde. Die Familie Nagel war in der Altenteilerkate des Sierk-Hofes untergebracht worden und Gertrud kam, als damals 14-jähriges junges Mädchen, nach nur 3 Wochen Schulunterricht in Beringstedt, gleich danach bei Frau Sierk in Stellung. Ihre Mutter half zu dieser Zeit auch in und auf dem Hof und einmal pro Woche beim Brotbacken im alten Backhaus auf dem Hof von Frau Sierk. Diese sagte gleich beim erstenmal zu ihr: "Ick sech ju dat nur eenmol: Een Brot von dat ganze is för ju." Dieses Angebot wurde dankend angenommen, denn es fehlte ja an allem zu damaliger Zeit. Und weiter wurde das Thema dann auch nicht vertieft.

Fast auf jedem Hof gab es hierfür ein eigenes Backhaus. 

Davor war es üblich, wie es auf dem Bild unten zu sehen ist, dass das Brot in einem -unter freiem Himmel- stehenden Stein-/Lehm-Ofen gebacken wurde. Dieser Ofen war wohl auch frei zugänglich für andere Dorfbewohner, die keinen eigenen Ofen besaßen. Oder es wurde für sie mitgebacken. Diese Tätigkeit übernahmen ganz oft die Altenteiler. Sie hatten die nötige Erfahrung und auch die Zeit dafür, denn es dauerte incl. Vorbereitung einen ganzen Tag.

 Backofen bis 1920

Ob es von diesen Backöfen mehrere in Beringstedt gab ist leider nicht bekannt. Auch nicht wo genau sich dieser befunden hat. Da dieses alte Bild von Hans Christian Wendell zur Verfügung gestellt wurde ist anzunehmen, dass er in der Nähe des alten Wendell-Hofes gestanden hat.

In der Marsch 3        

 

Aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln:

Die Familie Martens gehört in Beringstedt zu den Alteingesessenen, kommt jedoch ursprünglich aus Osterstedt

1602     Jacob Martens                  wird als Besitzer einer Vollhufe genannt. Auch ein

    Steffen Martens              wird als Besitzer einer zweiten Vollhufe aufgeführt.

Später tritt die Familie Martens als Pächter der königl. Wassermühle von Ostermühlen auf.

1668      ist Hans Martens Erbpachtmüller.

1686      ist es Claus Martens. Dieser zahlt die Pacht in Dänenkronen und erhält Land für 2 Scheffel Saat und Wiesen für 1 Fuder Heu zugewiesen.                                     

                Die Martens nehmen später auch die Vollhufe auf dem Hof Ostermühlen in Besitz                                                                

1708      ist Claus Martens (Sohn von Obigem) als Pächter der kgl. Wassermühle genannt. Der Schwiegersohn von Claus Martens (dem 2.) wird Claus Hadenfeldt. Fortan gehört der Name Hadenfeldt zur Wassermühle beim Hof Ostermühlen. Dann folgt Voß.

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Nun zur Geschichte vom Hof:    In der Marsch 3

 

1740     Jasper Veers      *?           Ist Besitzer der Hufe            verh. mit            Gretje, geb. Janßen

1769    Claus Martens    *1736 +1789                                       er heiratet          Trien    *1746 +1819, geb. Veers

Der Vater von Claus Martens, ebenfalls ein Claus Martens verheiratet mit Antje, geb. Harders, stammte gemäß Familienstammbaum aus Osterstedt. Dort gab es an der Au den ersten Standort einer Wassermühle (später Meierei), die dann nach Ostermühlen verlegt wurde. Wie dies jedoch genau zusammenhängt läßt sich wohl nicht mehr genau belegen, da es hierfür keine schriftlichen Nachweise gibt.

                    Kinder:          Claus                     *1770

                                        Margaretha             *1772

                                         Antje                     *1775    verh. mit Jürgen Rohwedder, Haale

                                         Trien                     *1778    verh. mit Jochen Pohlmann auf der Horst

                                         Hans                     *1780    verh. mit Trienke, geb. Tüksen (5 Ki.)

                                         Jasper                     *?

                                          Elsa                        *?

Friedenstraße 3

Dieser Hof wird wird im Jahr 1447 das erstemal erwähnt, in den ältesten, schriftlich erhaltenen Unterlagen im Landesarchiv Schleswig über den Ort Beringstedt, damals noch Bernstede.

Laut Recherche unseres ehemaligen Bürgermeisters und Ehrenbürgers Herbert Jürß im Landesarchiv Schleswig (Abt. I Nr. 203) wird der Name Otten (Radecke und Syverde), in der holsteinischen/dithmarscher Klageliste von 1447 erstmalig erwähnt. Es gab seinerzeit zwei Höfe Otten. Wer welchen Hof damals führte lässt sich nicht mehr feststellen.

In einer Notiz von Otto Bolln steht zu lesen, dass der Hof Ott um 1602 bereits 250 Jahre alt gewesen sein soll, also bereits um 1350 in Beringstedt ansäßig war.

Somit hat dieser Hof die älteste Geschichte in Beringstedt, von der wir heute wissen.

Das Gebäude sah damals jedoch anders aus und war wahrscheinlich in alter holsteinischer Bauweise erbaut, ähnlich dem alten Hof Wendell, von dem es noch ein Foto gibt:   Altes Haus Wendell

 

Wann der Hof umgebaut und neu gebaut wurde ist nicht bekannt.

 

Ott Rosenkranz Trede2  

Foto (oben) um 1900 -aus dem Heimatbuch von 1920-   

Claus Ott, seine Frau Gretchen Ott, geb. Kock, und Tochter: Wiebke oder Anna

Foto (unten) zur Verfügung gestellt von Hinrich Trede u. seiner Frau Inge   

die Hofstelle Rosenkranz, mit Wintergarten. Das Bild muss nach 1920 entstanden sein, denn in dieser Zeit war Otto Rosenkranz Gemeindevorsteher in Beringstedt und neben der Haustür hängt auf der einen Seite das Schild, dass ihn für dieses Amt auszeichnet und auf der anderen Seite der Schaukasten mit den Veröffentlichungen für die Gemeinde.

Friedenstraße Hinrich Trede Görzen 2.1 2

 Hofgeschichte, soweit schriftlich belegt:

1447      Radecke Otten und Syverde Otten, werden jeweils als Hofbesitzer (2 Höfe) genannt.

1540      Thies Otte Vollhufe. In der Rendsburger Amtsrechnung (lt. Urkunde Landesarchiv) ist zu lesen, das er für die Verstärkung der Befestigung der Stadt Rendsburg eine Steuer von 12 Mark und 2 Schilling zahlen mußte.

1602      Detleff Otte,                      1634 Detlef Otte und                     1668      ebenfalls Detlef Otte

1679      Johann Harder Otten Witwe       Zu dieser Zeit ist der Hof eine Reuterhufe (auch Reiterhufe genannt). Bedingt durch den 30jährigen Krieg (1618-1648) und dem sogenannten `Polackenkrieg´ (1657 – 1670) hatte das ganze Land schwer gelitten. Das Königreich Dänemark -als Beherrscher des Herzogtum Holstein- war durch aufwendigen und luxeriösen Lebenswandel in Kopenhagen in ständiger finanzieller Bedrängnis. Man war dort aber auch sehr kreativ in der Erfindung neuer Steuerquellen und in der Einsparung und Abwälzung von Kosten aller Art. Der Dänenkönig Christian V (er regierte von 1670 – 1699) verfügte kurz nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1671, die Kosten des stehenden Heeres drastisch einzuschränken und zwar in der Weise, dass die berittenen Truppen des Heeres kurzer Hand auf die Bauernhöfe verlegt bzw. verteilt wurden. Im heutigen Amt Rendsburg wurden hierzu insgesamt 134 Bauernhöfe als sogenannte Reuterhufen bestimmt und mit dauernder Zwangseinquartierung belegt. Den Reiterhufen war zwar eine gewisse Steuerfreiheit zugesichert worden, aber darauf nahm man bei der Eintreibung wenig oder gar keine Rücksicht bei den sonstigen Abgaben in Form von Geld, Naturalien und Leistungen. Für die Vollhufe Otte dauert diese Belastung 9 Jahre und brachte den Betrieb an den Rand des Untergangs.

Steinbergstraße 21

 

                       Folgende Besitzer sind bekannt:

ca. 1800         Joachim Siebern

                       Hans Thöm              es folgt sein Sohn

                       Johann Thöm          Er heiratet         Elsabe  geb. Hadenfeldt, Tochter des Hans Hadenfeldt (Stammstelle). Sie bleiben kinderlos und                                                                                 der Besitz geht über an die Schwester von Johann Thöm.

                       Anna Thöm             verheiratet mit Claus Wohlers

Uropa von Claus Seemann Wohlers

Dieses Bild befindet sich im Besitz von Annel. Illing, Birkenweg. Ihre Großmutter war eine geborene Wohlers.

 

                       Claus Wohlers        Er stammt vom Wohlershof, der sich -Im Eck- befand (heute nicht mehr vorhanden). Der elterliche Hof Wohlers ist abgebrannt und wurde parzeliert.

                                                      Sie hatten 2 Töchter:     Anna        später verh. mit Gustav Möller, siehe Birkenweg 6

                                                                                         Gretchen   Sie heiratet Heinrich Schrum

 

Schrums Kate     

Friedenstraße 16

 

Friedensstr. 16 Solterbeck Bild2     

Dieses Bild wurde von Anne Solterbeck zur Verfügung gestellt. Es zeigt den alten Hof Boie, einst J. Hadenfeldt. Die Kastanie (rechts im Bild) an der Hofeinfahrt vom damaligen Hof Hadenfeldt (heute Vassarie) wurde 2016 gefällt. Ebenfalls noch zu erkennen ist der hölzerne Pfahl mit den Wegweisern Richtung Gokels, Barlohe und Schenefeld, an der Kreuzung Friedenstr.-Seegensgang.  

 

1696    Peter Karstens         

In einer Liste von 1696 über die vorhandenen landwirtschaftlichen Betriebe in Beringstedt wird er als Hofbesitzer genannt.

1773    T. Carstens     wird als Hofbesitzer genannt.

1806     verheiratet sich Elsche Karstens mit Hans Hadenfeldt.

Er übernimmt ihren Besitz (den Hof) für 4.000 Mark.

Wahrscheinlich wird in dieser Zeit das Altenteilerhaus gebaut (siehe Friedenstraße 14).

Hans Hadenfeldt ist der 3. Sohn des Claus Hadenfeldt *1744 und dessen 2. Ehefrau Antje, geb. Rohwer aus Breiholz.

Hans Hadenfeldt            *1785 + 1875       heitatet 1806       Elsche Karstens  

     1 Sohn:                  Claus                      *19.07.1810         + 10.02.1864

                            4 Töchter               Chatarina              *07.04.1813         …

                                                            Antje                     *21.03.1818        + 04.06.1887, -sie heiratete 1837 ihren Cousin Hans Hadenfeld -siehe Stammstelle-

                                                        

                                                            Wiebke                 *22.07.1821         + 16.12.1893 sie heiratet Hans Boie

                                                     

                                                        Margaretha          *27.06.1827         + 28.01.1911

 

1844               Claus Hadenfeldt  heiratet Margareta Kaltenbach

                         Die Ehe blieb ohne Kinder.

1864               Seine Schwester Wiebke erhielt den Hofbesitz ihres Bruders. Sie heiratet:

 

1869               Hans Boie, aus Innien, ist verh. mit Wiebke, geb. Hadenfeldt

                         Hans Boie ist in den Jahren 1869 – 1876   Gemeindevorsteher in Beringstedt.

                        An Viehbestand sind zu dieser Zeit verzeichnet:   2 Pferde, 7 Kühe, 1 Jungtier, 4 Schafe u. 4 Schweine

In der Marsch 7                        Hof Ruge, Sierk, Marxen (Pächter)

Diese Hofgeschichte ist zusammengestellt aus den Aufzeichnungen von Herrn Otto Bolln und den dazugefügten Fakten und Ergänzungen, die Herr E. Marxen im Jahr 2019 aufgeschrieben hat.

 Postkartenbild Hof Ruge

Ein kleiner Ausschnitt eine alten Beringstedter Postkarte

Das alte Gebäude war reetgedeckt und stand in der damals üblichen Nord-Süd Richtung, d. h. die große Diele war nach Süden gerichtet, der Wohnteil lag nach Norden.

Alte Dorfstraße 3

In einer Liste von 1738 vom Landesarchiv in Schleswig (Akt Nr. 399 9 6), von Herbert Jürß ausfindig gemacht, sind alle Beringstedter Hufen-Besitzer aufgeführt. U. a. auch

Marx Saggau, als Besitzer einer Halbhufe. 

1740 ist dies Hans Sachau     (lt. Aufzeichnungen von Otto Bolln)

Desweiteren gibt es im Landesarchiv unter Nr. 104 / 177 ein Vermessungsregister von 1780 - 1784. Hier werden die Namen Claus Sachau und Claus Börgen (im Zusammenhang geschrieben, scheinbar sind sie verwandt, evtl. der Schwiegersohn?). Sie bekommen folgende Landflächen vermessen und zugeteilt:

                  Quant: 20/01/47    Quadet: 10/00/50   Quant: 00/07/22   Quadet: 10/00/50

An gutem Land hat Claus Saggau erhalten:             1/0/34 Quant.

Quant ist eine latainische Größe. In welchem Verhältnis sie zu den heutigen Maßen besteht, bleibt offen. In den Jahren 1779 bis Ende der 1780er Jahre wurden -auf geheiß des dänischen Königs- die Ländereien in Holstein vermessen und es kam dann zu einer Landverteilung an die einzelnen Höfe. Diese haben zuvor das Gemeindeland in Gemeinschaft bewirtschaftet und beweidet -Almende genannt-). Es wird auch noch eine andere Maßeinheit genannt: Ruthen. Hier heißt es im Originaltext: Für alle Dorfacker-Wiesen und Landwege, Straßen Breite 2 Ruthen und mit Gräben 3 Ruthen. Um das Dorf so viel Land bleibt, damit die Schafe, Schweine und Gänse nicht sogleich Schaden anrichten, wenn sie aus dem Stall gelassen werden. Diese Plätze sollen Gemeinschaftseigentum bleiben.

In einem weiteren Schreiben vom 12.12.1785 (ebenfalls im Landesarchiv) der Bonitierungsmänner (Vermesser) sind die Besitzer aufgelistet, die mit dieser Landaufteilung zufrieden sind. Hier wird der Name Sachau nicht erwähnt !!! (Originaltext im Schreiben: Somit haben wir uns heute begeben, und sämtliche Interessenten vernommen, ob sie mit dieser Verteilung und Verlegung zufrieden oder was gegen diese einwenden möchten.)

Friedenstraße 7

 

- aus den Aufzeichnungen, die Otto Bolln zusammengetragen und aufgeschrieben hat:

1602      Hans Söte                           wird als Besitzer der Halbhufe genannt.

1740      Sötje                                     (auch Söth, Sotie oder Söte geschrieben)

1800      Johann Kaltenbach         wird als Besitzer genannt. Ihm folgen zwei weitere Johann Kaltenbach

Der jüngere Nachfolger heiratet die Jungfer Fehrs. Um 1800 gibt es aber auch einen Gerhart Kaltenbach, als Besitzer des Hofes Holm. Die Tochter des 1786 in Hadenfeld (bei Schenefeld) geborenen Johann Kaltenbach heiratete einen Claus Holm in Beringstedt.

In der Familienchronik Hadenfeldt steht, dass Claus Hadenfeldt 1844 Hofbesitzer wird und mit Margareta Kaltenbach verheiratet ist. Sie stirbt jedoch sehr bald ohne Kinder. Ob sie vom Hof Kaltenbach stammte ist leider nicht vermerkt, jedoch denkbar, weil der Name Kaltenbach hier bei uns im Norden verhältnismäßig selten ist.

1870      Johann Kaltenbach         wird als Schuldner genannt. Der Gläubiger wird nicht genannt

1873           sind die Schulden schon geringer. Gläubigerin ist Anna Söth (Erbin, oder Vorbesitzerin). Es ist dies wahrscheinlich die Restkaufsumme, die als Hypothek eingetragen wurde. -Kommentar desjenigen, der diese Fakten festgehalten hat.-

1874                                                      gibt es in Beringstedt 7 Personen mit Nachnamen Kaltenbach.

In der Klassensteuerrolle Beringstedt vom 26.3.1873 werden folgende Namen als Zugehörige des Haushalts Kaltenbach genannt: Jürgen Roweder als Knecht, Wiebke Sievers als Magd,

Anna Söth als Verlehnsfrau mit 3 Personen (Kate, Friedenstraße 5).

Bei der Gründung einer Meirereigenossenschaft in Beringstedt gehört Hans Kaltenbach neben Hans Lucht, Johann Wendell, Samuel Timm, Hinrich Holm und Hans Hadenfeldt zum gewählten Vorstand dieser Genossenschaft, gegründet 1887.

Alte Dorfstraße           -heute nicht mehr vorhanden-

Einigen älteren Beringstedtern ist der Hof in der alten Dorfstraße noch bekannt. Er befand sich gegenüber vom Dorfteich. Heute stehen dort Einfamilienhäuser. Ende der 1960er Jahre ist er abgebrannt und wurde nicht wieder aufgebaut.

Hof Breiholz Nordansicht 2

Geschichte des Hofes:                        Vollhufe

Ehler Holm        +1770 in Beringstedt

des Jürgen Holm und Malehn … in Bucken ehelicher Sohn. Er heiratete (vor 1725) Anna Liesbeth Voß aus Beringstedt

(Diese Information stammt von einer Kopie eines Auszugs aus dem Kirchenbuch Schenefeld und befindet sich im Beringstedter Archiv. Auch die nachfolgenden Geburts- und Sterbedaten sowie alles Nachfolgende ist hier aufgeschrieben und festgehalten worden).

Er fand die Bronzefigur

Bei der Aufteilung der Ländereien rund um Beringstedt hatte Ehler Holm eine Landfläche am Fohrsberg zugeteilt bekommen (dies wurde durch ein Losverfahren entschieden. Der damalige König von Dänemark hatte angeordnet, dass das Umland der Gemeinden vermessen und aufgeteilt werden sollte). Beim Pflügen dieser Fläche, die zuvor unberührtes Heideland war, fand Ehler Holm eine Bronzefigur (die er für Gold hielt). Diese Figur erwies sich später als sehr bedeutungsvoller, einzigartiger Fund aus der Bronzezeit und befindet sich heute im Nationalmuseum von Kopenhagen, weil Holstein damals unter dänischer Verwaltung stand.

Ehler Holm starb im hohen Alter von 80 Jahren. Ihm folgte als Hoferbe sein Sohn

 

Claus Holm        *1725 +1776

Er heiratet 1754 Elsche Sievers Tochter des wld. Jürgen Sievers zu Haale (wld = Abkürzung von weiland. Wenn jemand zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war, wurde er als weiland bezeichnet. = In geweihter Erde liegend.) Sein Sohn:

Ehler Holm        *1763 +1805

Er heiratet in Schenefeld 1785 Antje Beeck, des Peter Beeck und dessen Frau Antje Struve eheliche Tochter.

Reiterhufen auch/oder Reuterhufen    

Das Elend der Reuter- oder auch Reiterhufen genannten Hofstellen dauerte etwa 10 Jahre und brachte die meisten Hufen (Höfe) an den Rand des Ruins. Nicht nur der 30jährige Krieg, der sich in den Jahren 1627 – 1629 auch in Holstein ausbreitete sondern auch der im Volksmund genannte „Polackenkrieg“ (1657-70) hatten das Land schwer mitgenommen. Das Königreich Dänemark, damaliger Beherrscher des Herzogtums Holstein, war durch den aufwendigen und luxeriösen Lebenstils in Kopenhagen in ständiger finanzieller Bedrängnis. Man war dort aber auch sehr erfinderisch in der Erschließung neuer Steuerquellen und in der Einsparung und Abwälzung der Kosten aller Art. Der Dänen-König Christian V (1670-99) verfügte kurz nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1671, die Kosten des stehenden Heeres drastisch einzuschränken und zwar in der Weise, dass die berittenen Truppen des Heeres (Kavallerie) kurzer Hand auf die Bauernhöfe verlegt und verteilt wurden. Im Amt Rendsburg wurden hierzu insgesamt 134 Bauernhöfe als sogenannte Reuterhufen bestimmt und mit dauernder Zwangseinquatierung belegt. Den Reuterhufen war zwar eine gewisse Steuerfreiheit zugesichert worden, aber darauf nahm man bei der Eintreibung wenig oder gar keine Rücksicht. Abgaben bzw. Steuern wurden damals nicht nur in Form von Geld sondern auch als Naturalien oder anderen Leistungen verlangt. Zwei Reuterhufen wurden in Beringstedt bestimmt eine davon war die Hufe Ott. Viele Reiterhufen wurden wegen der hohen Belastung von den Besitzern einfach verlassen und somit wurde die Höfe zu sogenannten „wüsten Höfen“. Es muss dem Amt Rendsburg diese Tatsache bekannt und bewußt gewesen sein, denn es verlangte von den Kirchspielvogten einen jährlichen Bericht über den Zustand der Reuterhufen.

Wandlungen auf dem Lande

aufgeschrieben von Otto Bolln, *1900 in Beringstedt:

Man glaube nur nicht, daß die letzte Hälfte des 19. Jahrhunderts und die erste Hälfte des 20. Jrh. geruhsam und gemächlich und ohne Erschütterungen gewesen seien. Das Gegenteil war der Fall. Erfindergeist und neue Erkenntnisse für die Feldwirtschaft aber auch die immer mehr um sich greifende Landflucht brachten in dieser Zeit auch auf dem Land grundlegende Änderungen.

1850      waren auf den Bauernhöfen und in den Katen noch fast alle Geräte aus Holz (ausgenommen Pflüge, Eggen, Sensen usw.), allenfalls war das eine oder andere Stück schon mit Eisen oder Blech verstärkt.

Bis 1862 gab es nur vom Wasser getriebene Mühlen (Korn-, Stampf-, Walk- und Lohmühlen), dann aber traten von Holland her die Windmühlen ihren Siegeszug an. Bald hatte fast jedes Dorf eine eigene Windmühle an der höchsten Stelle des Dorfes. Beringstedt machte eine Ausnahme, jedoch stand ihre Windmühle in der Nähe der Wassermühle Ostermühlen.

Windmühlenkoppel 2

1818    Weil Marx Voß II die Arbeit mit der Wassermühle alleine nicht mehr schaffen konnte, läßt er auf Stickelohe eine Windmühle errichten.

1870 wird die Windmühle verkauft und abgebrochen, weil sie nicht genügend frequentiert wird. In Lütjenwestedt wird sie wieder aufgerichtet.

Die Weide auf der sie gestanden hat wird noch lange Windmühlenkoppel genannt (siehe Kartenausschnitt oben).

 

1863      erhalten die Wollspinner Schnoor und Stoldt in Schenefeld das kgl. dän. Patent für die Anfertigung von Mähmaschinen.

1869      Peru-Guano, Knochenmehl, Muschelkalk und Phosphat werden als Düngemittel von ganz besonderer Wirkung bekannt, sind aber viel zu teuer. (Kali und Kanit kommen erst sehr viel später zum Ruhm).

1870      Der Göpel wird eingeführt. Mit seiner Hilfe kann gedroschen, Häcksel geschnitten und Staubmühlen zum Reinigen des Korns betrieben werden. 1920 waren in Beringstedt noch Göpel in Betrieb.

Es tauchen die ersten von Pferden gezogenen Harken (Pferdeharken) auf.

1871      Die Gründüngungen werden zögernd und sehr skeptisch eingeführt.

1873      Ringelwalzen

1874      Man entdeckt, daß man den Pflug als Kartoffelroder benutzen kann.

1875      Nutzung der durch größere Viehhaltung anfallenden Jauche.

1881      In Beringstedt wird die Genossenschaftsmeierei gegründet.

1886      Die erste Dampf-Dreschmaschine wird in Betrieb genommen.

1888      folgt ihr der mit Dampf getriebene Buschhacker und die -Säge für Brennholz.

1890      kommen erst die schon 1863 patentierten Gras-Mähmaschinen auf, die dann bald auch als Getreide-Mähmaschinen genutzt wurden

1891      Doppelschaarpflüge, später Pflüge mit 3 Schaar.

1900      Sä-Maschinen für das Aussäen von Getreide.

Der Kartoffelanbau wird intensiviert. Umbruch von Ödländereien und Heideflächen mittels Dampfpflügen.

1903      Getreide-Mähmaschinen mit Ableger (die Garben werden/müssen nur noch von Hand gebunden werden).

1905      Wasserleitungen. Die hauseigenen Brunnen verschwinden immer mehr.

1910      Getreide-Mähmaschinen als Selbstbinder. Erster Nutzer in Beringstedt ist Hans Hadenfeldt.

Der Nutzen des Mergelns wird erkannt und eifrig betrieben.

Der dann 1914 folgende Krieg und die nachfolgende Inflation hemmen den weiteren Fortschritt ungemein.

1927      Die ersten Trecker tauchen auf und es wird ein Heu-Aufzug erfunden.

1935      Das Heu wird mittels Gebläse auf den Boden gepustet.

1949      Die Melkmaschine ist da.

1953      Mähdrescher auch in Holstein erstmalig erprobt.

1955      Auch der Stallmist wird jetzt mit dem Miststreuer gleichmäßig ausgetreut, die Handarbeit ist damit auch auf diesem Sektor überflüssig.

Viele Neuerungen ließen sich hier noch aufführen, aber das erübrigt sich wohl, weil wir sie selbst miterleben.

 

Von Beringstedtern bereitgestellte Bilder zu diesem Thema:

auf der Weide    Kartoffeln sammeln    Melken per Hand   Pferdegespann    Pflügen mit Pferd  Traktor

Die obigen Bilder wurden alle zur Verfügung gestellt von Ingrid Martens.

 

Mähdrescher   bei der Feldarbeit

Diese beiden Bilder wurden von Karla Seemann zur Verfügung gestellt.

Und in der Dorf- und Schulchronik findet man diese Bilder: 

von 1955  Der erster Einsatz eines Mähdreschers von Claus Hadenfeldt am 14.8.1955

Dreschmaschine 1955 Erster Einsatz 4   Dreschmaschine 1955 Erster Einsatz 6   Dreschmaschine 1955 Erster Einsatz 5

 

 

 

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