Dieses alte Haus stand einst an der Einmündung `Am Wischhof´

 Keller

Jürgen Horstmann        wird als Besitzer genannt. Er ist Stellmacher. Seine Frau war die Schwester von Samuel Timm. Es folgt

Ehler Holm                        als Besitzer, der dann verkauft an

Hinrich Wieben                 Er war Schlachter. Weiterverkauf an

 

Carl Keller          Er war wandernder Schustergeselle aus Westfalen und ist in Beringstedt seßhaft geworden. Er heiratet eine Tochter von Asmus Biß, Helene. Sie hatten 3 Söhne, Heinrich, Friedrich und Carl (*6.1.1900), sowie eine Tochter. Die Tochter verstarb früh an Tbc. Heinrich fiel im 1. Weltkrieg, Carl wurde Meierist, übte diesen Beruf jedoch nicht aus und ging als Gelegenheitsarbeiter nach Hamburg. Dort verstarb auch er relativ früh.

 

Eine Anmerkung, aufgeschrieben von Otto Bolln:

Beim Bau der Bahnstrecke wurde ein Teilstück einer Wiese, die der Familie Bruhn gehörte durchtrennt. Da dieses Teilstück für die Besitzer unwichtig geworden war, gaben sie es dem Schuster Keller, damit er dort seine Ziegen weiden lassen und/oder dort für den Winter Heu ernten konnte.

Sie wollten damit den ständig mahnenden Schuster zufriedenstellen, weil wohl einige Rechnungen für Neuanfertigungen und/oder Schuhreparaturen noch offenstanden. Indem sie ihm dieses Stück Land überließen, wurde er zufriedengestellt.

              Keller 1924 2

Dieses Bild wurde zur Verfügung gestellt von Gertrud Keller. Es zeigt Friedrich Keller, Frau Christine und die Kinder Karl-Heinz, Helene und Athur (Adolf war noch nicht geboren). Im Hintergrund das Nachbarhaus.

 

1924      Friedrich Keller und Christine, geb. Babirat (aus Hademarschen. Sie stammte jedoch aus dem Osten)

Er war Klempner und Installateur und übernahm später die Nachfolge von Adolf Nuppnau. Christine war eine lebenslustige Frau und machte gerne Schneeballschlachten oder ähnliches mit Kindern. Obwohl sie in jungen Jahren nur wenig Schulunterricht hatte konnte sie später sehr gut schreiben.

               

…            Adolf Keller       *1930   verheiratet mit Gertrud *1931, geb. Nagel

 

...

 

 

Friedenstraße gleich hinter dem Ehrenmal (wenn man Richtung Ortsausgang nach Puls fährt, vor der heutigen Reithalle) stand diese alte Kate auf dem Hof Mehrens, bis sie, wg. Baufälligkeit, ca. 1970 abgerissen wurde. Sie war bis zu diesem Zeitpunkt eine der ältesten Katen in Beringstedt. Beim Abriss wurde ein Balken entdeckt, der das Datum 1740 trug, wohl das Baujahr dieses Hauses. Sie diente einst der Familie Lucht als Altenteilerkate. Da die Geschwister Lucht keine Nachkommen hatten (siehe Hofgeschichte), wurde der Hof an Eggert Mehrens übergeben. Die Mutter seiner Frau Gretchen war eine geborene Lucht. Der Mit-Vorbesitzer Eggert Lucht ist 1925 verstorben. In diesem Zusammenhang kam es wohl zur Hofübergabe. Weitere Details hierüber sind nicht mehr bekannt. Höchstwahrscheinlich wohnten die beiden anderen Geschwister von Eggert Lucht: Hans und Lena Lucht bis zu ihrem Lebensende in dieser, zum Hof gehörenden Altenteilerkate.

Alte Kate Mehrens 2

In den Nachkriegsjahren wurde das Haus von Frau Molkenthin bewohnt. Sie kam 1945 als Heimatvertriebene aus dem Osten nach Beringstedt.

Danach wohnte hier Hermann Rößler mit seiner Frau Erika, bis sie ca. 1970 ein eigenes Haus im Amselweg bauten (Haus-Nr. 5).

Das obige Bild wurde 2018 von Herrn Rolf Ehlers, wohnhaft in Bad Salzdetfurt, zur Verfügung gestellt (Er ist der Sohn des ehemaligen Dorflehrers von Beringstedt). Neben seiner Tätigkeit als Lehrer war sein Vater Hobby-Fotograf und hat viele Bilder vom damaligen Beringstedt aufgenommen, so auch dieses vom damals ältesten Haus in Beringstedt (wie Herr Ehlers zu diesem Bild notiert hat). Bis ca. 1965 wohnte er in der 2. Lehrerwohnung (oben) im Schulgebäude auf dem Schulberg, folglich entstand das Foto vor 1965. Heute (2020) steht an Stelle dieser alten Kate eine kleine Werkstatt, die hier auf den damaligen Grundmauern des alten Hauses errichtet wurde, gleich rechts neben der heutigen Reithalle.

Es gibt noch ein 2. Bild, das sich im Beringstedter Archiv befindet: Alte Kate Wendell Es könnte sich ebenfalls um dieselbe Kate handeln (Rückseite). Im Hintergrund sieht man -schwach aber erkennbar- den Hof Kaltenbach. Eine vergleichbar alte Kate befindet sich auf dem Hof Wendell. Zum Vergleich dieses Bild:

Wendell Reetdachkate

 

 

 

....    

Mückenhörn9     Bolln Mückenhörn9 (nach einem Umbau)

Das linke Bild wurde von Familie Illing zur Verfügung gestellt. Das rechte Bild ist aus dem Beringstedter Archiv.

Erbaut wurde dieses Haus im Jahr 1751 . Es stand 247 Jahre im Mückenhörn, bis es 1998 durch einen Neubau ersetzt wurde

Bis ca. 1810 fand hier der erste Schulunterricht statt. Dieser wurde nur in den Wintermonaten von den Kindern besucht und dies auch nicht regelmäßig, oft nur sehr wenig oder gar nicht. Kinderarbeit war noch allgemein üblich und die Eltern sahen oft auch die Notwendigkeit für einen Schulbesuch ihrer Kinder nicht gegeben, da es Geld kostete und Zuhause jede Hand gebraucht wurde. Die Kinder lernten im Alltag ganz nebenbei alles was sie für´s Landleben benötigten. Siehe hierzu: Die Geschichte der alten Schule.

Als Eigentümer und Bewohner werden genannt:

1800                Hans Lucht und Hans Alpen

1827                Franz Hein, Kätner

1851                Hans Bolln                       Weber und Kätner aus Reher

1879                Eggert Bolln                    Weber, Kätner und Chausseewärter

Es ist das Geburtshaus von Dora Lütje, geb. Bolln, und ihrem Bruder Otto Bolln *1900 +1994. Er hat diese Informationen zu seinem Elternhaus aufgeschrieben. Er war BahnAmtmann bei der Bundesbahnanstalt in Hamburg und wohnte in der Griegstr. 32, 2000 Hamburg 50. Durch seine Aufzeichnungen über die einzelnen Höfe und Katen in Beringstedt und seine Bewohner können wir heute die Geschichte vieler Häuser und Höfe von Beringstedt nachvollziehen, denn bis auf die Familienchronik Hadenfeldt gab es hierüber nur wenig. Als passionierter Bahner hat er auch die Geschichte vom Beringstedter Bahnhof aufgeschrieben.

Es gab auch noch die Geschwister: Hans, Jürgen und Willi

 

1929                Hans Lütje                       *1908 + 1984 und Dorothea Lütje *1893 + 1989, geb. Bolln.

Sie heirateten am 19.10.1929

 

Hans Lütje war als Postbote in Beringstedt allseits beliebt. Er ließ sich gerne zu einem Schnack aufhalten und diente so nebenbei dafür, den eintönigen Tagesablauf einiger Mitbürger aufzuhellen, indem er sich mit ihnen unterhielt und mancheiner so die neuesten Begebenheiten und Nachrichten vom Dorfgeschehen erfuhr.

Steinbergstrasse 1 Knuth Postbote H. Lütje und Dorfpolizist Petsch

 

Hans und Dora Lütje

Bis 1924/25 stand dieses Haus

Klein1

Hier wohnten Peter und Alwine Hartig. Es wurde wegen Baufälligkeit abgerissen.

Im Jahr 1946 hat der Maler August Sievers dieses Ölbild angefertigt nach Vorlage eines alten Fotos.

Bei den älteren Ur-Beringstedtern ist dieses Haus mit der Bezeichnung `Petersburg´ noch ein Begriff. 

 

1910     Peter Sievers wird als Bewohner dieses Hauses genannt. Seine Tochter hieß Magda, später verheiratete Jeske.

 

Am 12.1.31 feierte der Viehhändler Peter Sievers das Fest der Silbernen Hochzeit. (Peterburg)

Wann das Haus erbaut wurde und von wem, diese Frage muß noch geklärt werden, falls sich hierfür noch Angaben und Unterlagen finden lassen.

In der Dorfchronik steht im Jahr 1935 folgende Notiz: Peter Sievers baut beim Tunnel (?) eine Wohnung. Mit dem Tunnel ist die Überführung (Timmel genannt) des Wegen an der Bahnlinie gemeint, die es einst am heutigen Reiherstieg gab. Diese Bahnüberquerung führte hier einst zu den nördlich der Bahn gelegenen Fischteichen und wurde später abgerissen.

Das Haus stand in der Nähe der Teichwirtschaft (Wischkoppel), fast an der Bahnlinie, siehe gelb markierten Bereich auf der Karte unten. Vor der Flurbereinigung gab es vom Reiherstieg zur Wischkoppel/Holsten einen Bahnübergang. Kurz dahinter befand sich dieses Gebäude nördlich der Bahn. Dieses Flurstück wurde seinerzeit auch Wulfskroog genannt.

Alwine Klein kann sich daran erinnern, dass sie in ihrer Kindheit (in den 1950er Jahren) bei den Ruinen dieses Hauses gespielt hat, obwohl es von den Eltern und dem Dorflehrer verboten worden war sich hier aufzuhalten. Es wohnte ja auch schon längst niemand mehr dort und es war schon sehr verfallen. Später lag hier nur noch ein Haufen Steine und Schotter. Von den Beringstedter Kindern wurde es damals das Hexenhaus genannt. Heute ist von diesem Gebäude nichts mehr übrig und nichts, außer dieser Geschichte erinnert daran, dass es dieses Haus einmal gegeben hat. -Siehe gelb markierten Bereich-

Auch Anita Kropius, geb. Krey, erinnert sich, dass die als Kind hier gewesen ist. Der Mann war ein sehr naturverbundener Mensch und lebte hier etwas abgeschieden in und mit der Natur. Zu uns Kindern war er stets freundlich.

 Standort vom alten Haus

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt von der Flurkarte, die Erhard Marxen erstellt hat. Die komplette Ansicht dieser Karte hängt im Flur zur Mehrzweckhalle (Eingang vom Sportplatz).

 

...

Die alte Räucherkate

Räucherkate Sievers 2

Dieses Bild wurde von Annelene und Wulf Illing zur Verfügung gestellt.

Angaben über das Baujahr (vermutlich weit vor 1800) werden nicht genannt. Dieses Haus gehörte sicherlich mit zu den ältesten Häusern in Beringstedt.

1800     Harder Hadenfeldt         geboren 1774 in Oersdorf, wird als Besitzer genannt.

                                                         Seine Nachfolger sind:

                Hinrich Greve                   Er ist Schmied und verkauft das Haus an

                Johann Sievers                Tagelöhner. Danach folgt

                Reimer Sievers                Er ist Schneider von Beruf und blieb kinderlos.

Von diesen Räucherkaten gab wohl mehr in Beringstedt. So berichtet Chr. Erdmann, daß ihr Haus vor langer Zeit auch eine Räucherkate war.

Ein Schüleraufsatz berichtet aus dieser Zeit:

Im Rauchhause

Beringstedter Heimatbuch 1, Seite 76 u 77

In der Tür einer alten, mit Stroh gedeckten Kate trete ich und gelange auf eine große Diele. Ein feiner grauer Rauchschleier umdringt mich. Wie ist das eine unangenehme Luft! Langsam gehe ich auf der allmählich dunkler werdenden Diele entlang und trete durch die Küchentür in die Küche. Aha! Die Hausfrau sitzt am rötlich bemalten offenen Herd und kocht die Abendsuppe. Auf dem Herde steht ein kleiner, eisener Dreifuß. Darunter flackert ein lustiges Feuer und auf dem Dreifuß steht ein schwarzer Kochtopf. Die hellen Feuerflammen schlagen gegen den Topf und es bildet sich Rauch. Dieser fliegt nach oben in einen Schwibbogen. Von hier geht er durch kleine, dreieckige Löcher nach der Diele. An der Decke der Diele hängen an einem Wiemen (*siehe unten) viele Würste, Schinken und Speck. Langsam zieht der Rauch dazwischen durch und durch die Balkenluke auf dem Boden. Gerade über der Luke an einigen Wiemen hängen auch Würste und Schinken. Alle Bretter und Balken sind schwarz geräuchert. Auch sogar das Dachfenster ist vom Rauch angeschwärzt. Die Decken der Küche und der Diele und des Bodens sind so schwarz, als wenn sie angeteert wären. Weil es hier im Rauchhause nicht so freundlich aussieht, als in einem anderen Hause, möchte ich nicht gerne darin wohnen.

angefertigt am 27.4.1922 von Margarete Lamprecht

abgeschrieben von Alma Schröder

(*)  Wiemen  = Sitzstange für Hühner      und/oder     ein Lattengerüst zum Aufhängen von Fleisch (räuchern)

 

Ab ca. 1949 oder `50 wohnte hier für ca. 10 Jahre die Familie Solterbeck (viele Kinder). Sie bauten 1959 ein Haus in der Hermannstraße.

1961    wird das Haus von Familie Schipmann aufgekauft und später wegen Baufälligkeit abgerissen.

 

...

Freiwillige Feuerwehr Beringstedt

 

große Schadenfeuer in Beringstedt:     

1889  das Haus Im Eck 1 (Tischler Gloy, dann Rubien)

1895  der Hof Hadenfeldt (Dingvogtstelle)

1896  der Hof von Hans Lucht     

1900  der Hof von Claus Bruhn     

1910  der Hof von Hans Detlef Ruge

1927  der Hof von Heinrich Wieben

1947  der Hof Kaltenbach

1969  der ehemalige Hof Breiholz  -nicht wieder aufgebaut-

 

Im Jahr 1922 wurde in Beringstedt die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Gründungsmitglieder waren:

Otto Rosenkranz, Martin Kröger, Ehler Ruge, Hans D. Hadenfeldt, Claus Wensien, Karl Rohwäder, Claus Martens, Ernst Butenschön, Johannes Dallmeyer, Max Bruhn, Hans Kaltenbach, H. Gosch, Claus Hinrichs, Claus Ruge, Johann Schröder, Hans. H. Trede, Hans Harms, Hans Holm, Johannes Fischer, Markus Rubien, Paul Gier, Eggert Mehrens, Claus H. Hadenfeldt, Reimer Rubien, Friedrich Keller, Claus Holm, Claus Voss, Hans Wendell, Johann Sievers, Hermann Kaltenbach, Karl Wieben, Johannes Kracht.

Als Gerätehaus diente ein kleines Gebäude auf dem Dreieck im Eichenweg/Friedenstraße (dort ist heute die Bushaltestelle für den Schulbus ist)

Winter Dez 1982 2         Spritzenhaus Gefrierhaus 1963

Als die Gemeinde ein neues Einsatz-Fahrzeug für die Feuerwehr kaufte, war das Gerätehaus zu klein für dieses neue Fahrzeug. So wurde ein neuer Unterstellplatz gesucht, der sich in dem Blech-Schuppen hinter der alten Meierei fand (heute Autoreparatur Kay Riese). Das alte, kleine Gerätehaus wurde umgebaut, weil sich eine Gefriergenossenschaft gegründet hatte und hier ein Gefrierhaus eingerichtet wurde. 

       Anhänger Trede kleinere Größe     

Aufräumarbeiten hinter der ehemaligen Meierei. Im Vordergrund ist der bereits demontierte alte Schornstein der Meierei zu erkennen. Bis ein neues Feuerwehr-Gerätehaus auf dem Schulberg gebaut wurde, waren hier die Gerätschaften der Feuerwehr untergebracht.

Das      5.       Fahrzeug

 

2017   Die Feuerwehr erhält ein neues Einsatz-Fahrzeug     RD – FB 1922

Das neue Fahrzeug

Das     4.       Fahrzeug

1993 bekam die Freiwillige Feuerwehr Beringstedt dieses Fahrzeug von der Gemeinde zur Verfügung gestellt.

Feuerwehrauto 1999 2

Der alte Ford Transit kam in `Rente´ als die Gemeinde dieses neue Fahrzeug kaufte. 

Das     3.    Fahrzeug     Unimog   T.LF 8/18

Ankunft des neuen Fahrzeuges im Jahr 1982 (Unimog)

-Abschrift aus dem Protokoll-

Beringstedt, den 11.11.1982

Nach mehreren Vorgesprächen hat die Wehr, unter dem Wehrführer Hans Fischer, sich entschlossen einen TLF 8/18 zu kaufen. Hierzu wurde auch der Kreisbrandmeister Jörn Böttcher zur Beratung herangezogen.

Das neue Fahrzeug sollte im Jahr 1982 in der 49. Woche geliefert werden.

Fahrzeug gekauft 1982

Am 09.12.1982 war es nun soweit. Vom Wehrführer wurden bestimmt das Fahrzeug zu holen: Jürgen Ohrt, Rolf Kühl und Peter Zech. Es wurde aus Gingen an der Brenz von der Firma Ziegler geholt. Am 11.12.1982 abends 21:00 Uhr waren sie mit dem Fahrzeug in der Garage in Beringstedt.

Am 18.12.1982  10:00 Uhr antreten der Wehr, anschließend offizielle Übergabe durch den Kreisbrandmeister. Umzug durch das Dorf mit der Feuerwehrkapelle Hohenwestedt. 12:00 Uhr Erbsensuppe essen. 15:00 Uhr Kaffeetrinken mit geladenen Gästen aus den umliegenden Dörfern. Das Fahrzeug konnte am Nachmittag von der Bevölkerung besichtigt werden. Abends um 20:00 Uhr war öffentlicher Feuerwehrball.

Der Wehrführer                                                                             Der Schriftführer

Gez. Hans Fischer                                                                           gez. Peter Zech

Oldtimer Ford Transit mehr Bilder

Er ist nun schon 54 Jahre alt (2018) und diente bis 1993 -fast 30 Jahre- lang der Freiwilligen Feuerwehr Beringstedt als Einsatzfahrzeug. Danach wurde er von der Interessengemeinschaft, die mittlerweile auch schon 25 Jahre besteht, leidenschaftlich gehegt und gepflegt. Auf Oldtimer-Treffen bekommt er regelmäßg Pokale und Auszeichnungen.

Das 2. Einsatzfahrzeug      Ford Transit T.S.F.    -heute Oldtimer-

Am 07.08.1964 hat die Gemeinde der Feuerwehr ein neues Fahrzeug, einen Ford Transit, zur Verfügung gestellt. Es wurde von der Firma Kraft, Rendsburg, geliefert. Dieses Fahrzeug wurde noch mit einer 6-Volt-Anlage ausgestattet.

Der Kauf betrug 1964 ca. 9.000,-- DM für das Fahrzeug und ca. 4.500,-- DM für die Ausrüstung.

Da man viel Ärger hatte mit dem Anspringen, wurde 1989 auf 12-Volt umgebaut. An diesem Umbau waren Max Hermann Greve, Jürgen Ohrt, Hans Detlef Voss und Peter Zech beteiligt. Alle elektrischen Teile, Leitungen und Leuchtmittel etc. mußten für dieses Umbau ersetzt werden. Max Hermann Greve arbeitete zu dieser Zeit bei Bosch in Itzehoe und hatte somit die Möglichkeit sämtliche hierfür benötigten Teile hierfür zu besorgen. Jürgen Ohrt und Hans Detlef Voss hatten beruflich die nötigen Kenntnisse für diesen Umbau, der einen ganzen Tag dauerte. Ab diesem Zeitpunkt hatte man keine Schwierigkeiten mit dem Anspringen.

Im November 1993 wurde es durch ein neues Fahrzeug ersetzt und ab 1994 hat eine Interessengemeinschaft das Fahrzeug übernommen. Im Frühjahr 1998 restaurierten junge Feuerwehrkameraden in mühevoller Arbeit dieses Auto in einen sehr guten originalen Zustand. Der Arbeitsaufwand betrug ca. 280 Stunden und rund 6.000,-- DM. Den weiteren Erhalt dieses schönen Fahrzeugs wird durch die Interessengemeinschaft finanziert.

Die Pumpe in dem Fahrzeug ist eine Magirus Deutz mit VW Industriemotor.

 Anhänger TSA von 1943 

Interessengemeinschaft Ford Transit

-aufgeschrieben im Mai 2017 von Peter Zech-

siehe hierzu auch den Bericht zum Anhänger TSA

Die TS Pumpe, Baujahr 1958, von Ostermühlen Fa. Lück, ist am 10.4.2017 von der Interessengemeinschaft abgeholt worden. Sie gilt als Geschenk und wird von dieser aufgearbeitet. Die Bedingungen sind, dass sie im Besitz der Interessengemeinschaft bleiben muß und nicht verkauft werden darf.

Die Pumpe wurde als Ersatz 1955 vom Kreisfeuerwehrverband für die Wehr zur Verfügung gestellt. Der Grund war, dass die vorhandene Pumpe aus dem T.S.A bei einem Einsatz in Puls kaputt ging. Sie konnte nicht vor Ort repariert werden und mußte für längere Zeit ins Werk geschickt werden. Durch den Kauf eines neuen T.S. Feuerwehrautos mit moderner Pumpe, wurde die alte nicht mehr gebraucht. Sie wurde aus Platzmangel nach Ostermühlen gebracht. Sie wurde nie an den Kreisfeuerwehrverband zurückgegeben und ging in den Besitz von H. O. Voss über (damaliger Besitzer des Hofs Ostermühlen).

Anhänger TSA von 1943 

Die heute (2018) bereits 75 Jahre alte Spritze könnte im Notfall aushelfen, sie ist voll funktionsfähig.

1.       T.S.A  Anhänger von 1943                                                                                                                              

Heute ist der restaurierte Anhänger vorübergehend untergestellt bei Gerda Greve.

Aufgeschrieben von Peter Zech im August 2018:

Bis zum 21.05.1945 kann man den Einsatz der alten T.S.F. aus dem Protokollbuch nachvollziehen. In der Zeit bis 1954 ist in das Protokollbuch nichts eingetragen worden. Der damalige Schriftführer, Willi Schipmann, hat das Geschehen in sein schwarzes Notizbuch geschrieben und wollte es mir (Peter Z.) irgendwann zur Verfügung stellen. Dann verstarb er ganz plötzlich und das schwarze Notizbuch ist leider nicht wieder aufgetaucht.

DRK – Ortsverein              Beringstedt - Todenbüttel

-Bei diesem Bericht hat Renate Keller mit vielen Informationen und Bildern helfend beigetragen-

 

Bereits gleich nach dem 2. Weltkrieg hatte Wilma Illing den DRK-Suchdienst übernommen. Diese Arbeit gab es schon länger. Sie wurde von freiwilligen Helfern wahrgenommen sowie von Mitgliedern des Vaterländischen Frauenvereins. Hauptaufgabe war Hilfe für Flüchtlinge, die Unterkunft und Nahrung finden müssen.

1948  wurde von Wilma Illing ein sogenannter Stützpunkt ins Leben gerufen. Die Aufgabe war damals die Familienzusammenführung nach dem 2. Weltkrieg. Heimkehrerbetreuung, Umsiedlungshilfe und die Unterstützung alter, alleinstehender Menschen gehörten ebenfalls zu den Aufgaben. Auch eine provisorische Kleiderkammer wurde eingerichtet. Auf dem Gebiet des Jugendrotkreuzes fanden viele Aktionen statt.

Dann kam die Kinder-Landverschickung, die Sozialarbeit und die Mutter-Kind-Kuren dazu.

Später wurde dann noch die Seniorenarbeit (Besuche zu hohen Geburtstagen und Weihnachten) sowie das Blutspenden (2mal pro Jahr) die Hauptaufgaben. Dies geschah in Zusammenarbeit mit Todenbüttel und wurde wechselseitig in den Orten durchgeführt.

Gründungsmitglieder:     ??

2009 wurde das 50-jährige Jubiläum (eigentlich 51 Jahre) vom Ortsverein und das 30-jährige Jubiläum der DRK-Bereitschaft groß gefeiert in der Mehrzweckhalle in Beringstedt.

JubiläumsfeierDRK

 

Der Beringstedter Reit- und Fahrverein

Eintrag in der Dorf- und Schulchronik am 5. Mai 1929:

Am Sonntag fand das Ringreiterfest statt.

Weitere Einträge, die der damals neue Beringstedter Hauptlehrer, Herr Wächtler, in der Dorf- und Schulchronik festgehalten:

                1950      (Seite 281)

                Die Pferdeleistungsschau des Beringstedter Reit- und Fahrvereins am 11. Juni war ein voller Erfolg. Die Vorentscheidungen wurden auf dem Reitplatz (Schulberg) und die                    Hauptveranstaltungen auf Sierks Hauskoppel ausgetragen. 67 Pferde waren am Start.

                1951      (Seite 291, unten)

                Am 13.4. war das diesjährige Ringreiten. Die Königswürde errang J. D. Hadenfeldt. Königin wurde Liesa Viktor.

                700 begeisterte Zuschauer sahen am 11. Mai das Reit- und Fahrturnier in Beringstedt auf dem Sportplatz. 67 Pferde zeigten vorzügliche Leistungen.

 

Zu den Hauptorganisatoren dieser Veranstaltungen gehörten: Heinz Breiholz, sein Schwiegervater Markus Kröger, Hein Wieben und Hinrich Krey.

Peter Zech erinnert sich daran, daß Martin Kröger bei einer Reit-Veranstaltung in Beringstedt mit seinem Vierspänner teilnahm. Dies war jedoch `nur´ eine Show-Einlage. Da ein Vierspänner nicht leicht zu lenken ist, war dies ein Höhepunkt an diesem Tag. Peter Zech saß damals als Jugendlicher mit hinten auf der Kutsche, um beim Anhalten rechtzeitig abspringen und dann dabei zu helfen die vorderen Pferde zu beruhigen und festzuhalten. Diese Vorführung war für das Gespann keine alltägliche Sache, denn sie dienten auf dem Hof ja eigentlich als Arbeitspferde.

Viele Reiter aus den umliegenden Gemeinden wurden zu dieser Veranstaltung eingeladen und beteiligten sich rege. Die Austragungsorte wechselte jährlich. Sie fanden u. A. auch in Lütjenwestedt und Hohenwestedt statt. Zu den Disziplinen gehörten: Geländeritt, Mannschaftsreiten und Hürdenspringen. Am Beliebtesten war wohl aber das Ringreiten.

Beim Ringreiterturnier durften damals nur unverheiratete junge Männer und Frauen teilnehmen, erzählt Hinrich Trede im Jahr 2020 (86 Jahre alt). Es gab wohl auch eine Zeit, da durften junge Frauen/Mädchen gar nicht daran teilnehmen. Der Vorstand vom Ringreiterverein setzte sich jedes Jahr von Neuem zusammen aus den nachrückenden jungen Leuten. Auch Hinrich Trede gehörte für ca. 10 Jahre zu diesem Vorstand.

Anfangs wurde das Ringreiten `In der Marsch´ ausgetragen, erinnert sich Peter Zech. Er ging damals noch zur Schule und der Weg `In der Marsch´ war damals noch ein Sandweg. Als Versammlungsplatz für die Reiter diente das unbebaute Grundstück `Alte Dorfstraße 23´. Geritten wurde an der Seite entlang der Straße `In der Marsch´ bis zum Weg `Im Eck´. Nach jedem Durchgang ritten die Reiter mit ihrem Pferd den Weg `Im Eck´ zurück zum Versammlungsplatz. So konnte reibungslos bereits der nächste Reiter sein Glück versuchen.

Folgende Fotos sind im Beringstedter Archiv (Dias):

Dieses Bild, ohne Datum, wurde von Herrn Ehlers (2. Dorflehrer) aufgenommen, schätzungsweise um 1960 +/-. Sein Sohn Rolf hat später die DIAs seines Vaters digitalisiert und den Beringstedtern zur Verfügung gestellt.

Diareihe 5 032

Ein weiteres Foto hat den Titel:  Ringreiten 1957

 Ringreiten 1957

...

 

Mitte, mit silbergrauem Anzug: Hans Jakob Holm 

Als die Arbeits-Pferde so nach und nach von den Höfen durch arbeitserleichternde Traktoren ersetzt wurden, gingen auch die Veranstaltungen der Reit- und Fahrvereine auf den Dörfern zurück. Manche Vereine schlossen sich zusammen. Das Ringreiten findet auch heute noch in einigen Dörfern statt (z.B. in Puls).

Ca. 26 Jahre später begann Hinrich Krey damit das Ringreiterturnier in Beringstedt wieder aufleben zu lassen. Die ganze Familie sowie Nachbarn und Freunde halfen bei den Vorbereitungen und der Organisation.

Diese fanden dann auf der Weide hinter den Siedlungshäusern im Seegensgang, Zugang vom Wesfladen aus, statt.

 

Männer-Gesangverein Beringstedt

später Gemischter Chor

Gründung 1908

Das deutsche Sprichwort legt dem Gesang eine so hohe Macht bei, daß es meint: „Der Singende ist keiner Schlechtigkeit fähig.“  Jedem ist das Wort bekannt: „Wo man singt, da laß dich fröhlich nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ In diesem geflügelten Volksspruch liegt ein großer Kern Wahrheit. Denn die Töne des Liedes veredelt die Neigung, besänftigen die Leiden- schaft, erzeugen hochherzige Tugend und erwecken aufopfernde Vaterlandsliebe. Es ist eine wundersame, fast unbezwingliche Gewalt die der Gesang auf jedes unverdorbene Menschenherz ausübt. „Es schwinden jeden Kummers Falten, solang des Liedes Zauber walten.“

Dies waren auch die Motive, die eine Anzahl Verehrer der edlen Sangeslust hierorts zusammen führte in dem Bestreben, in freudig ernster Vereinigung den kräftig schönen Männergesang zu pflegen. Der Verein ist gegründet und will durch gemeinsame Arbeit ideale Güter erstreben und erreichen. Zur Freude und Fröhlichkeit aller seiner Mitglieder will der Gesangverein biederen Männer die edle Sangeskunst pflegen und denselben Gelegenheit geben, sich an dem Wohlklang der Töne, an der Schönheit der Harmonie zu ergötzen und zu erfreuen. Es will denen, welche die schöne Gottesgabe des Gesangs versagt ist, aber trotzdem Gesangesfreunde sind eine reine edle Freude bereiten durch Vortrag guter Trost. Er will sich bemühen, Feste gesanglich zu verschönern und will dafür sorgen, daß besonders vaterländische Feiern der gesangliche Schmuck nicht fehlt. Es braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß der Gesangverein vor allen Dingen geistliche Zucht, rechte Lebensklugheit, gesunde Fröhlichkeit, rechten Lebensernst sowie brüderliche Liebe pflegen und fördern will. Darum Ihr biederen Sangesfreunde, opfert Eure Zeit, schont keine Mühe die schöne Gottesgabe des Gesangs an Euch wirken zu lassen: „Im Takte fest, im Tone rein, soll unser Tun und Singen sein“. Ein Hoch dem harmonischen Klang und allen seinen Freunden!

Aus den vorhin erwähnten Motiven wurde der Gesang-Verein Beringstedt 1908 ins Leben gerufen. Die erste Übung wurde am 11. Januar unter Leitung des Herrn Lehrer Thomsen im    1. Klassenzimmer der hiesigen Schule abgehalten. Nachdem der Verein schon auf der Kaiser-Geburtstagsfeier des ebenfalls neugegründeten Kriegervereins das Fest durch Vortrag einiger Lieder hatte verschönern helfen, traten Anfang Februar 5 Mitglieder zur provisorischen Ausarbeitung des Statuts zusammen, welches dann den versammelten aktiven Mitgliedern zu Genehmigung vorgelegt und nach Änderung einiger Punkte von denselben gutgeheißen wurde. Leider wurde uns bei dieser Gelegenheit durch entstandene Meinungsverschiedenheiten ein gern gesehenes Mitglied wieder entfremdet. Es wurde sodann zur Wahl eines Vorstandes geschritten und wurden gewählt: Herr Lehrer Thomsen als Dirigent, Hermann Vohs (heute schreibt man Voß oder Voss) als Vorsitzender, Hans Looft als Cassierer, Julius Thomsen als Schriftführer und Heinrich Bruhn als Beisitzer.

Die Übungen wurden im 1. Klassenzimmer der hiesigen Schule abgehalten. Der Dirigent erhält für eine Bemühung pro Übungsabend 1 M (Mark).

Auf Antrag einiger Mitglieder ist eine Versammlung der Sänger auf heute, den 10. März 1908 im Lokale des Herrn E. Vohs (Ehler Voß, Gastwirtschaft, Steinbergstraße, später Lenschow) angeraumt. Leider muß die mangelhafte Beteiligung seitens der Mitglieder gerügt werden.

Auf der Tagesordnung stehen:

  1. Besprechung über Einführung auf den Vereinsbällen
  2. Eintrittsgeld der aktiven und passiven Mitglieder
  3. Beschlußfassung über den 1. Vereinsball
  4. Sonstiges

Nachdem die Beschlussfähigkeit der Versammlung festgestellt ist,

wird zu Punkt 1 der Tagesordnung beschlossen: Jedes aktive unverheiratete Mitglied ist berechtigt auf den Vereinsfeierlichkeiten eine Dame dann frei einzuführen. Die Teilnahme der auswärtigen Gäste kann unter der Bedingung erfolgen, daß selbige für das laufende Quartal Mitglied werden gegen Zahlung eines Eintrittgeldes von M-50 (Mark =100 Pfennige minus 50, also 50 Pfennige) und des vierteljährigen Beitrags von M-75 (25 Pfennig).

Betreffs Punkt 2 wird beschlossen: Das Eintrittsgeld wird von jetzt ab für aktive wie für passive Mitglieder auf 1 M erhöht.

Punkt 3: Die Abhaltung des ersten Vereinsvergnügens

zu Punkt 4: Sonstiges wird

1. Beschlossen: Über Beschlußfassungen und Gespräche in den Versammlungen wird den Mitgliedern Verschwiegenheit bei Strafe bis zu 5 M empfohlen.

2. Auf den Bällen ist das Tanzen mit brennender Zigarre bei Strafe von 50 Pf verboten. Ebenso soll das Aufbehalten der Kopfbedeckung vermieden werden.

Beringstedt, den 10. März 1908

 

Der Vorstand:

Thomsen                             Dirigent

Herm. Voß                           Vorsitzender

H. Chr. Looft                       Cassierer         

Julius Thomsen                  Schriftführer

H. Bruhn                              Beisitzer                                            

 

Abschrift (im März 2020) aus dem Protokollbuch des Gesangvereins Beringstedt:

Übersicht der Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre, aufgestellt am 15. 2. 1911

Anläßig der diesjährigen Jahreshauptversammlung gereicht es uns wohl zur allgemeinen Freude einen Rückblick auf die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahr tun zu dürfen. So gelang es uns ja nach mehreren verhergegangenen Versammlungen ein Sängerfest hierorts zu veranstalten, welches dem Gesangverein nicht nur bei Gönnern sondern auch bei Nichtmitgliedern in bessere Beziehungen gestellt hat. Ferner ersieht man in der Zunahme der passiven Mitglieder ein wachsendes Interesse an den Gesangverein. Leider war zu unserem Unternehmen die Witterung nicht hold, wodurch es manchen nicht vergönnt war an dem Feste theilzunehmen. Da wir bis dahin keinem Verbande angehörten waren wir von Dankbarkeit erfüllt als die Gesangvereine Hohenwestedt, Hademarschen, Lütjenwestedt, Todenbüttel und Innien zusagten und mit fast der ganzen Stärke der Vereine erschienen. Trotz der ungünstigen Witterung gelang es uns doch eine Einnahme von 382,70 Mark zu erzielen, was doch auf eine Rege Betheiligung schließen läßt, leider hatten wir aber auch eine enorme Ausgabe von 192,70 Mark, also restlich uns ein Reingewinn von 190 Mark welcher zinstragend bei der Darlehenskasse hier belegt ist und wohl als Fahnenfond gelten dürfte.

In Dankbarkeit gedenken wir der Tätigkeit der Einwohner und hauptsächlich des Festcomitees bestehend aus den Herren H. Looft, H. Bruhn, H. Kracht, H. Timm, J. Harms und A. Nuppnau welche wesentlich zur Hebung der Stimmung und Ausschmückung des Ortes beitrugen und den Vorstand in jeder Weise unterstützten. Bei dieser Festlichkeit wurde ferner von unserem Verein die Gründung eines Bundes der Nachbarvereine angelegt, was mit dem Resultat endete für später eine Diligierten-Versammlung einzuberufen. So wurde denn am 16.12.1910 von unserem Verein eine Diligierten-Versammlung anberaumt, die Vereine wurden vertreten von den Herren Lehrer Dunker und M. Kock Todenbüttel, H. Butenschön und H. Pohlmann Lütjenwestedt, und B. Rohwäder, J. Evers und W. Lamprecht Beringtedt und auf Berathung wurde der Sängerbund an der Westbahn gegründet. Als Bundesvorstand wurden gewählt B. Rohwäder (Vorsitzender) J. Evers (Schriftführer) und Lehrer Dunker und E. Butenschön zu Beisitzern. Ferner wurde durch eifriges Vorwärtsstreben des Vereins am 09.12. 1910 ein Ball abgehalten. Durch theatralische Aufführung und Gesangsvorträge war genannter Ball stark besucht und fiel zur allgemeinen Zufriedenheit aus. Als Aufführung wurde das echte Weihnachtsglück gegeben und wurde von sämtlichen Anwesenden mit großem Interesse verfolgt. Möge der Verein noch manches solcher Feste geben.

Angefertigt von           W. Lamprecht

            Schriftführer

Am 2. Ostertag 1911 wurde die neue Fahne des hiesigen Männergesangvereins unter großer Beteiligung der Nachbarvereine und der Einwohner des Ortes geweiht. Der feierliche Akt fand bei dem Denkmal Wilhelms I unter der rauschenden Doppeleiche statt. Lehrer Nickelsen hielt die Weihrede.     (Abschrift aus der ersten Schulchronik 1884 – 1928)

 Fahne Gesangverein Rückseite für website   Fahne Gesangverein für website

 

1954     wurde aus dem Männergesangsverein der Gemischte Chor Beringstedt. Seitdem singen auch Frauen im Chor. Notwendig wurde dies, weil die aktive Sängerzahl durch die Kriegs- und Nachkriegszeit stark abgenommen hatte.

 

 

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Schießstand des Kriegervereins                       im Ellerrehm (Wald)

Am 12. Januar 1907 wurde hierorts ein Militärverein Beringstedt gegründet, dem sogleich 39 Mitglieder beitraten. Ich (Dorflehrer Thomsen ) wurde einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Gerne führe ich das Amt, das ich im Todenbüttler Kriegerverein 16 Jahre lang verwaltete, im neuen Beringstedter Militärverein weiter.

(Quelle: die erste Schulchronik 1884 – 1928)

Das Jahr 1912 brachte dem Ort wieder eine große Feier. Am 15. Juni erhielt der hiesige Militärverein eine neue zünftige Fahne. Die Einwohner B. hatten sich redlich Mühe gegeben, dem Orte ein festliches Gewand anzulegen. Eine große Zahl von Ehrenpforten war errichtet worden. Wohin das Auge blickte, flatterten die schwarz-weiß-roten Fahnen stolz im Winde. Am Vorabend des Festes fand ein Kommers statt, an dem auch der Ehrenvorsitzende Lehrer Thomsen aus Hüllerup teilnahm. Im Anschluß daran folgte ein Fackelzug durch den Ort. Leider trug die Witterung zur Erhöhung der Feststimmung nicht bei. Am Vorabend tobte ein fürchterlicher Sturm, dem die bei den beiden Gastwirtschaften errichteten Zelte kaum widerstehen konnten, und am Hauptfesttag entluden tiefdunkle Wolken ihren Inhalt in gar überreichem Maße. Trotzdem hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, um dem feierlichen Weiheakt auf Ruge´s Koppel (heute Schulberg) neben dem Schulplatz beizuwohnen. Herr Pastor Clausen Todenb. hielt einen Festgottesdienst ab, worauf Oberstleutnant Fellinger aus Rendsburg die Weiherede hielt. Während dieses Hauptaktes brach lachend die Sonne durch das Gewölk, um dann für den Rest des Tages hinter regenspendenden Wolken sich zu verstecken, wodurch der festliche Umzug durch den geschmückten Ort sehr beeinträchtigt wurde.

Im Vorstand im Kriegervereins war viele Jahre Johann Detlef Reimers (Am Wischhof 11) tätig. Er hatte beim Inf. Regmt. 85 in Rendsburg gedient. Er stirbt 1918.

1924 ließ der Kriegerverein das Ehrenmal zur Erinnerung der Toten des 1. Weltkriegs errichten.

Einträge in der Dorf- und Schulchronik (1929 – 1964):

Juni 1929

Das diesjährige Sommerfest des Kriegervereins verregnete zur Freude der Landleute, denn der Regen war sehr notwendig.

Am 9.7.1929 ereignete sich in unserem Dorfe ein großes Unglück. Ein Schüler machte folgen Bericht, der in der Dorf- und Schulchronik festgehalten wurde: Ehler Ruge ging mit seinem Freunde Dr. med. Struck zum Scheibenstand, um hier eine Flinte einzuschießen. Sie gingen unter munterem Gespräch hin. Wie sie beim Scheibenstand angelangt waren, verabredeten sie sich etwas. Ehler Ruge ging oben nach der Scheibe, um sie aufzustellen. Nun stellte Herr Ruge die Scheibe auf. Als sie noch nicht ordentlich stand, ging er hinter die Scheibe um sie an das Dach zu lehnen. Ob er vorher gewinkt hatte, ist nicht bekannt. Da gab Dr. Struck den Schuß ab und die Kugel traf Herrn Ruge in den Leib. Der Arzt lief nach Herrn Ruge. Als er das Unglück sah, lief er in das Dorf, zuerst nach K. Wieben, dann zu meinem Vater (Hans Wendell). Mein Vater lief gleich nach der Unglücksstelle. Herr Ruge hatte keine Schmerzen. Mein Vater hatte noch sehr lange mit ihm gesprochen. Einige Leute holten die Krankenbahre von der Bahn. Wie sie kamen, legten sie ihn hinein und trugen ihn aus der Kuhle. Oben war Dr. Struck schon mit den Verbandsstoffen und Herr Ruge wurde verbunden.  Vorher hatte er noch mit seinem Sohn Walter gesprochen und zu diesem gesagt: „Hole deine Mutter! Einen Augenblick darauf trugen ihn einige Männer nach Hause. Als sie bei Schütt waren, starb Herr Ruge. (gez. H. Wendell)

Am Sonntag, den 1.12.1929, fand in der Gastwirtschaft von Ww. Voß der diesjährige Kriegervereinsball statt.

12.5.1930      Der Schießstand des Kriegervereins wird der Vorschrift nach entsprechend ausgebaut.

Am Montag, den 25.5.1930 war in Beringstedt das Kriegerfest. Gleichzeitig wurde der neue Schießstand eingeweiht.

17.1.1931      Vom Kriegerverein wurde ein Deutscher Abend veranstaltet.

 

 

Vom dem ehemaligen Schießstand im Wald sind heute nur noch Ruinen übrig:

Schießstand Ruinen für website    ehemaliger Schießstand im Ellerrehm für website

Wenn man abwärts blickt, erkenn man noch schwach die Schießmulde zum tiefer liegenden Ziel. 

Schießstand Ruinen unterer Teil 2 für website  ... hier wurden die Zielscheiben aufgehängt, als die Mauern noch standen.

   

Der Kindergarten hat hier nun seinen Anlaufpunkt, wenn es für die Kinder heißt: Heute ist Waldtag! Dieser findet gewöhnlich einmal pro Woche statt.

 

 

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Um 1954/55 wurde in Beringstedt eine Gefriergemeinschaft gegründet. Vorsitzender war Ehler Holm. Neben dem Spritzenhaus wurde ein Gebäude errichtet, in dem dann die Gefrierfächer eingebaut wurden. Diese konnten dann von den Mitgliedern der Gemeinschaft gemietet werden.

Friedenstraße/ Ecke Eichenweg

Umbau 1963 Spritzenhaus Gefrierhaus

Einer der Arbeiter auf dem obigen Bild ist Hinrich Hartig. Er wohnte in der Dorfstraße 20 und war in früheren Jahren nebenbei auch der letzte Nachtwächter von Beringstedt.

Bild oben: Blick von der Friedenstraße. Bild unten: Blick vom Eichenweg, gegenüber Hof Wendell

Spritzenhaus Gefrierhaus 1963

Kleingartenverein

In den Nachkriegsjahren wurde in Beringstedt ein Kleingartenverein gegründet.

Da 1945 sehr viele Heimatvertriebene hier in Beringstedt auf dem Bahnhof eintrafen und untergebracht werden mußten, herrschte eine allgemein große Not an Wohnraum und Lebensmitteln. Zwar gab es Lebensmittelkarten mit denen man das Allernötigste bekam, diese waren jedoch stark rationiert und reichten bei Weitem nicht für die menschlichen Bedürfnisse, vor allem an frischem Gemüse, Kartoffeln etc.

Von der Gemeinde Beringstedt wurden daher Flächen zur Verfügung gestellt, damit diese Menschen hier die Möglichkeit zur Selbstversorgung bekamen. Diese Flächen waren:

-          Die Schulkoppeln, die auf der rechten Seite an der Straße Richtung Puls lagen, siehe Bild:     Schulkoppeln

-          Das Gelände hinter dem Schulgebäude

-          Im Birkenweg

-          Auf dem Saar

1954 feierte der Kleingartenverein ein Erntefest in der Gasthof Ott (Bahnhofsgaststätte) und lud hierzu alle Beringstedter ein:

Kleingartenverein 1954

 

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Gildefahne Bild für homepage

Die Gilde-Fahne. Sie wurde in mühevoller Handarbeit gestickt von den Beringstedter Frauen: Irmi Jürß (links) und Annemarie Rubien (rechts) 

Ein Bericht zur Beringstedter St.-Vitus-Gilde, geschrieben (2020) von Marlene Sievers:

Die Beringstedter St. Vitus-Gilde wurde 1744 gegründet, zu einem Zeitpunkt, wo Schleswig-Holstein zu Dänemark gehörte. Der König Christian VI war gleichzeitig Herzog der Herzogtümer Schleswig und Holstein, sowie König von Norwegen und Dänemark.

Die St.-Vitus-Gilde wurde in einer Epoche des Wohlstandes gegründet, damit niemand unverschuldet in Not und Armut z. B. durch ein Feuer geriet.

Der Grundsatz der Gilde lautete: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“.

Im Vorstand der Gilde gibt es folgende Vertreter:

  1. Vorsitzenden (Ältermann)
  2. Geschäftsführer/in
  3. Stellvertretende/n Vorsitzende/n

und zusätzlich 3 weitere Vorstandsmitglieder und mindestens 3 weitere Schauleute (Rechnungsprüfer)

Die Gilde hat Kriege, Inflationen und Währungsreformen überstanden, sowie alle Probleme bewältigt. Sie hat sich stets den Bedürfnissen der Gildemitglieder angepaßt.

Heute versichert die St.-Vitus-Gilde selbst: Landwirtschaftliches Inventar, Hausrat und Glas. Sie betreibt außerdem die Vermittlung von Wohngebäude-, Privat-Haftpflicht-, Hunde- und Pferdehaftpflicht-, Unfall-, Kfz-Versicherung und Sterbekassen-Versicherung.

Die Beringstedter Gilde ist, wie andere Gilden auch, dem Verband der Versicherungsvereine angeschlossen. Rückversichert bei Großschäden ist sie bei der Kieler Rückversicherung.

Erste Aufzeichnungen gibt es seit 1892 (Protokollbuch). Jährlich findet eine Kassenprüfung, Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung statt und -evtl. falls nötig- eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Die Mitgliederversammlung ist für alle Mitglieder. Sie erhalten dann Informationen zum Geschäftsbericht, den Bericht des Kassenprüfers, es werden Wahlen vorgenommen und Sonstige Anfragen besprochen. Danach gibt es für alle Mitglieder eine Kaffeetafel und später ein gemeinsames Abendessen, wo im Anschluß das neue Königspaar vorgestellt wird und dies dann mit einem gemütlichen Beisammensein endet.

Jedes Jahr wird auf dem Gildefest bei den Frauen eine Gildekönigin durch Fischstechen und bei den Herren ein Gildekönig durch Luftgewehrschießen ermittelt.

Seit dem 15. Juni 1950 durften das erste Mal Frauen an dem Gildefest teilnehmen.

Heute versichert die Gilde in ganz Schleswig-Holstein.

Früher waren die Bezirke der Gilde: Puls, Reher, Schenefeld, Wapelfeld, Hohenwestedt, Remmels, Nindorf, Tappendorf, Nienborstel, Dörpstedt, Todenbüttel, Stelle, Nordhastedt, Seefeld, Lütjenwestedt, Haale und Beringstedt.

Bis 1969 fanden die Mitgliederversammlung und die Gildefeier Mitte Juni statt, danach ab 1970 Ende Mai (wegen der Heuernte wurde hier eine Änderung vorgenommen).

Sterbekasse

Aufsatz einer Schülerin geschrieben am 16.3.1935, Helene Voß

Unsere Sterbekasse wurde im Januar 1923 gegründet. Damals waren es 357 Mitglieder, jetzt 352. Man veranstaltete Sammlungen. Da die Inflationszeit war, brachte die 1. Sammlung 397.120 Mark ein. Für dieses Geld schaffte die Gemeinde Holz und Beschläge für die Särge an. Die 2. Sammlung wurde von den Mitgliedern mit Eiern und Bargeld bezahlt. Dieses brachte 441.700 Mark ein. Durchschnittlich wurden zwei Sammlungen im Jahr veranstaltet. Allein das herstellen eines Sarges kostete 40.000 Mark. Der Arbeitslohn für einen Tischler, allein fürs Bretter hobeln und anfertigen 27.000 Mark. Als dann die Goldmark eingeführt wurde änderten sich die Zahlen. Jetzt bekommt ein Erwachsener 70 Mark Sterbegeld, von 6-16 Jahren 45 Mark und von 1-6 Jahren 25 Mark. So helfen sich gegenseitig die Leute. Seit dem 3. Februar 1933 heißt es nicht mehr Sterbekasse sondern „Sterbeunterstützungskasse“.

Hier ein weiterer Bericht bis zur Auflösung, erzählt und aufgeschrieben im Januar 2019 von Gertrud Keller (87 Jahre alt). Sie hat den obigen Bericht aus der alten deutschen Schrift übersetzt und folgende Informationen hinzugefügt:

Später war der Name „Wohltätigkeitsverein“.

Bis zur Auflösung hat der Verein noch weitere Währungen überlebt: An die genannte "Goldmark" reihen sich die  RM Reichsmark, die DM Deutsche Mark und der jetzige Euro. Die Satzung von 1923 ist noch erhalten und liegt den Protokollen, diese befinden sich im Archiv unserer Gemeinde, Hier liegen sämtliche historische Schriften. In der nachfolgenden Zeit ist das Sterbegeld von einem Kassierer, der in den Satzungen vorgeschrieben ist, gesammelt worden. Nach einem Sterbefall wurde immer im Voraus für den nächsten Trauerfall gesammelt, so daß immer ein Betrag sofort zur Verfügung stand um den Verstorbenen würdevoll zu bestatten. Dies war vor allem nach dem 2. Weltkrieg eine schwierige Zeit, denn manchem fehlten einfach die Möglichkeiten (Geld), um wenigstens Holz für einen Sarg kaufen zu können. Durch eine Mitgliedschaft im Wohltätigkeitsverein konnte hier Hilfe geleistet werden. Es fehlte in der Nachkriegszeit in vielen Familien an so vielen Dingen. Allein schon die beengten Wohnverhältnisse in dieser Zeit sind für uns heute (2019) kaum vorstellbar.

Die  alte Meierei von Beringstedt in der Friedenstaße

 alte Meierei 2    Kühl Meierei Ansicht Nord

Meiereigenossenschaft Beringstedt

81 Jahre lang gab es in Beringstedt eine Meierei. Im Februar 1887 wurde -im Haus von E. Holm- von den Gründungsvätern der Bau einer Meierei beschlossen. Diese ging dann 1888 in Betrieb. Damals war dies ein bedeutungsvoller Fortschritt zu der bis dahin üblichen Milchverarbeitung, das Buttern auf jedem einzelnen landwirtschaftlichen Hof, was jedoch noch nicht von jedem Milchproduzenten so gesehen wurde. Einige wollten es lieber bei der althergebrachten Verfahrensweise belassen. So wurden von den 18 erschienenen Mitglieder, durch einfache Stimmenmehrheit, der Vorstand gewählt:

Hans Lucht (Vorsitzender), Johann Wendell, Samuel Timm, Hinrich Holm (Schriftführer) und Hans Hadenfeldt

Der Butterhändler Stoffer (Christoffer) Evers (er wohnte im Haus: In der Marsch 1) lieferte damals die in Beringstedt produzierte Butter, mit seinem Pferdefuhrwerk, einmal in der Woche bis nach Hamburg. Hier bekam er die besten Preise für seine Ware bezahlt.

Informationen aus der Festzeitschrift, die zum 75. Jubiläum der Meierei (1962) gedruckt wurde, von Ingrid Martens 2019 beim durchsuchen alter Unterlagen wiedergefunden und für die Chronik zur Verfügung gestellt wurde:

1895 betrugen die Betriebskosten 1Pf je Liter Milch.

1896 wurde mit dem Kartoffeldämpfen begonnen.

1900 wurde vom Vorstand beschlossen die Milchlieferungen monatlich abzurechnen (vorher alle 4 Wochen).

Der erste Anstellungsvertrag mit dem Meieristen, datiert am 1. August 1903.

Am 12. März 1904 wird mit dem Käsen begonnen. Der Meierist erhält eine Entschädigung von 50 Pf je Stück.

1919 betragen die Betriebskosten je Liter Milch  4 Pf.

Lt. Protokoll vom 22.10.1921: Teuerungszuschlag für den Meieristen: für 1 Schwein 3.000,-- RM.

1922 beträgt das Gehalt für den Meieristen 20.000,-- Mark. Im selben Jahr gibt es die erste Bilanzveröffentlichung in den Genossenschaftlichen Mitteilungen. Im Oktober wird Butter zur Auktion des Meiereiverbandes Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt. Ankauf neuer Maschinen für 840.000,-- Mark von Bergedorf. Kostgeld für den Monteur: 1.000,-- Mark je Tag. (Inflationszeit)

1923 beträgt das Gehalt des Meieristen 100 Goldmark je Monat.

März 1927: Antrag auf Prämierung sauberer Milch - abgelehnt.

1932 gibt es lt. Protokoll eine tägliche Fettprobe, abends und morgens. Im gleichen Jahr findet eine Pfändung der Milchgelder durch die Gemeinde statt, zur Begleichung der Gemeindesteuer.

Ab 1935 wird eine bargeldlose Milchgeldauszahlung eingeführt. Die Geschäftsverbindung zur Spar- und Darlehenskasse besteht seit 1903.

Die Beringstedter Wassergenossenschaft

Am 23. März 1914 haben 36 Beringstedter Bürger den weitsichtigen Entschluss gefasst, eine zentrale Wasserversorgung aufzubauen. Sie gründeten eine Genossenschaft und wählten einen

Vorstand:                                 Heinrich Wieben, Eggert Lucht, J. Harms

einen Aufsichtsrat:                   Ehler Holm, Hans Detlef Ruge, Heinrich Schrum

sowie einen stellvertretenden

Aufsichtsrat:                             Otto Rosenkranz, Hans Jakob Timm, Hans Wendell

und ein Schiedsgericht:           Ehler Voß, Hermann Voß, Hans Greve

Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau begonnen.

Firma Sievers und Steffen bohrte den Brunnen.

Das Rohrleitungsnetz wurde von den beiden Beringstedter Schmiedemeistern Greve und Wensien, der Wasserturm vom Maurermeister Heinrich Evers errichtet.

Die Erstellungskosten beliefen sich auf gut 17.000,-- Mark (Kaiserzeit), die fast ausschließlich über Kredit finanziert wurden. 

 

Am 30.11.1929 begann die Wassergenossenschaft mit dem Tieferlegen der Wasserleitung von der Meierei zum Südende des Dorfes.

7.9.34       Wassernot in Beringstedt

Seit drei Wochen haben wir in der Schule kein Wasser und seit Montag ist der Wasserturm leer. Heute Morgen wurde Eduard Voß´s Dampfmaschine geholt, auf der Stange wurde eine Riemenscheibe gedreht und seit 11 Uhr wird gepumpt. Im Dorf herrscht große Aufregung. Es holten aus dem Schulbrunnen Wasser: Hansen, Evers, Thöm und die beiden Lehrer. Auch dieser Brunnen war wiederholt leer, wie es viele andere Brunnen im Dorf sind.

Wasserturm und Windrad         Wilhelm Krogh 1935 beim Windrad am Wasserturm

Die obigen Bilder hat Waltraut Küpers zur Verfügung gestellt. Auf dem rechten Bild ist ihr Opa, Wilhelm Krogh, zu sehen in den 1930er Jahren, wahrscheinlich bei Reparatur- oder Wartungsarbeiten am Windrand. Er war Mechaniker. Das linke Bild zeigt den Wasserturm fotografiert aus dem Gartens der Fam. Krogh, Schulberg 6.

1.9.1935 Beim Windmotor wird ein Automotor eingebaut. Bei Windstille wird jetzt der Motor die Pumpe antreiben. Damit wird die Wassernot in windstillen Zeiten ein Ende finden.

In der Dorf- und Schulchronik wurde am 14.11.1938 folgenden Eintrag geschrieben: Die Aufsicht über den Windmotor übernimmt der Schmied Otto Groth. Fischhändler Krogh überwachte vorher mit viel Lust und Liebe den Windmotor.

Bei dem Luftbild aus den 1950er Jahren ist das Windrad bereits demontiert.

Schulberg Wasserturm       

1952               wurde die Wasserturbine von Wind auf Elektroantrieb umgestellt. Ein Jahr später hat man das Windrad (ein Wahrzeichen Beringstedts) abgerissen. Der einserne Turm stand dann noch einige Zeit ohne Windrad auf dem Schulberg und wurde dann, weil die Berufsgenossenschaft bedenken angemeldet hat, an Max Walter Voß verkauft, der als gelernter Schlosser u. Maschinenbauer, die Aufgabe übernahm diesen Turm zu demontieren. Viele dieser demontierten Teile konnte er für weitere Zwecke verwenden und weiterverkaufen.

1963               hat man eine Druckkessel-Anlage errichtet.

1964               Erst jetzt (50 Jahre nach Gründung) bekam man von der Bahn die Erlaubnis, die Trasse zu unterführen und auch den nördlichen Teil des Dorfes mit Wasser zu versorgen.

1974              wurde der eigentliche Wasserturm abgerissen, weil hier ein neues Gerätehaus für die Feuerwehr errichtet wurde.

Anfang der 1980er Jahre stellte sich heraus, dass der Nitratgehalt im Wasser zu hoch war. Vorstand und Aufsichtsrat planten mit einem Investitionsvolumen von 230.000,-- DM eine neue Pumpstation. Durch eine Umlage der 217 Mitglieder von je 900,-- DM im Jahr 1986 konnte dies finanziert werden.

Das Wasser wurde nicht mehr wie sonst aus 27 Metern, sondern wird jetzt aus 180 Metern Tiefe aus zwei Brunnen gefördert.

 

Pumpenhaus Wassergenossenschaft

Das Pumpenhaus der Wassergenossenschaft

2014               feierte die Wassergenossenschaft ihr 100jähriges Bestehen.

 

 

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Bildung einer Genossenschaft zur Entwässerung des Haaler-Au-Thales

Verzeichnis der Grundbesitzer, welche in der Angelegenheit betreffend Bildung einer Genossenschaft zur Entwässerung des Haalerau-Thales zum Termin am 31. Mai 1898 vorzuladen sind.

  1. Eggert Lucht
  2. Johann Ludwig Wendell
  3. Hans Greve
  4. Hermann Voss
  5. Hans Trede
  6. Claus Ott
  7. Marcus Sachau
  8. Jacob Harms
  9. Jürgen Bruhn
  10. Eggert Gribbohm
  11. Johann Wensien
  12. Claus Wohlers
  13. Hans Detlef Ruge
  14. Hinrich Pahl u. Ehefrau Anna, geb. Köster
  15. Hans Hadenfeldt
  16. Claus Daniel Hadenfeldt
  17. Jürgen Sievers
  18. Ehler Holm
  19. Marx Voß
  20. Johann Kaltenbach
  21. Hinrich Holm
  22. Gemeinde
  23. Ewers Christopher
  24. Claus Martens
  25. Jürgen Hadenfeldt
  26. Johann Hinrich Butendorf

Die Vorladung erfolgt unter der Verwarnung, daß die Nichterscheinenden, die Nichtstimmenden oder nicht richtig Vertretenen der Majorität der Stimmen der Erschienenen resp. Richtig Vertretenen bestimmend angesehen werden sollen, wobei bemerkt wird, das mit beglaubigter Vollmacht versehene Vertreter zulässig und stimmberechtigt sind.

Torfwerk Beringstedt / Todenbüttel

 

Die Firma Walter Sievers, Torfwerk Beringstedt/Todenbüttel, hat in den 1970/80er Jahren im Moor maschinellen Torfabbau betrieben. Hierzu war für eine Feldbahn eine ca. 1 km lange Gleisstrecke angelegt worden. Der ausgebaggerte Torf wurde mit Kipploren zur Verladung gebracht, gezogen von einer Lok (siehe Bilder unten). An der Verladestelle wurde der Torf dann über Förderbänder auf LKWs geladen und von dort aus weiter transportiert.

Über die Jahre kamen mehrere gebrauchte Feldbahn-Loks, Spurbreite 600 mm, im Moor beim Torfwerk Walter Sievers zum Einsatz, auch gleichzeitig:

Deutz O&K 5615   20 PS   Baujahr 1934 1970 übernommen vom Bauunternehmer Feddersen, Leck

Deutz O&K 5746   20 PS   Baujahr 1934 1970 übernommen vom Bauunternehmer Feddersen, Leck

Beide großen Loks besaßen bei der Übernahme durch Sievers noch Führerhausüberdachungen, die aber entfernt wurden. „Die haben nur gestört“, lt. Aussage von Herrn Sievers.

1982      Deutz    V 28   18305        Baujahr 1937      zuvor im Einsatz beim Kieswerk Segrahner Berg, v. Bülow, in Gudow

Diese Lok wurde später an das Münsterländische Feldbahnmuseum in Rheine abgegeben, siehe nachfolgendes Bild:

Deutz Diesellok Bj 1937   Hans Rubien Arbeiten im Moor 4

1983      Diema   2556       Baujahr 1962      zuvor Baumaschinenhandel Berolina, Hamburg, dann 1970 Ziegeleiwerk Thomsen, Hademarschen

1983      Diema   2553       Baujahr 1962      zuvor Baumaschinenhandel Berolina, Hamburg, dann 1970 Ziegeleiwerk Thomsen, Hademarschen

1983      Diema   2489       Baujahr 1962      zuvor im Einsatz in einer Ziegelei, Kirchberg bei Kassel, dann 1968 Eugen Höfter, Dachziegelwerk Neuhausen bei                                                                                       Mainburg, 1973 Ziegeleiwerk Thomsen, Hademarschen

Dieses Bild wurde nicht in Beringstedt aufgenommen (siehe www.entlang-der-gleise.de)

Diema Diesellok für website

 

 

Bilder der alten Verladestation im Moor, aufgenommen im August 2020 von Heiko Bokelmann:

 Torfstation Beringstedter Moor 1 für website   Torfstation Beringstedter Moor 2 für website   Torfstation Beringstedter Moor 3 für website

 

 

Heute (2020) stehen große Teile des Moores unter Naturschutz und werden nicht mehr bewirtschaftet.

 

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