Hof Mehrens, zuvor Lucht              

Abgeschrieben aus den Aufzeichnungen im Beringstedter Archiv und ergänzt mit Bildern und Informationen in Zusammenarbeit mit Otto Mehrens, dem heutigen Besitzer (im Jahr 2020):

1602        Lucht                    die Familie wird 1602 zum ersten Mal erwähnt. In diesem Jahr hat Claus Lucht auf Ostermühlen eine Vollhufe. Diese ist wohl später im Hof Ostermühlen                  mit aufgegangen, wie auch die kleineren Stellen von Stickellohe.

                   …

Der Name Lucht geht wohl zurück auf den links und rechts vom Herd der „Groot Deel“ gelegenen Räume, die früher -in de Lucht- genannt wurden. Siehe hierzu das Bild vom alten Bauernhaus der Familie Wendell im Heimatbuch von 1922.

Herd Göät und Hörn

So oder ähnlich sah es wohl damals im Wohnbereich auch auf dem einstigen Hof Lucht aus.

 

1738      Hans Lucht     Besitzer einer Hufe in Beringstedt.

1740 baute er wohl diese Altenteiler-Kate für seine Eltern:

Alte Kate Mehrens 2

Dieses Bild wurde von Herrn Rolf Ehlers für die Chronik zur Verfügung gestellt (Sohn des ehemaligen Dorflehrers von Beringstedt). Neben seiner Tätigkeit als Lehrer war Herr Ehlers Hobby-Fotograf und hat viele Bilder vom damaligen Beringstedt aufgenommen, so auch dieses vom damals ältesten Haus (wie er meinte) in Beringstedt. Bis ca. 1965 wohnte Herr Ehlers mit seiner Familie im Schulgebäude, folglich entstand das Foto vor 1965. Heute steht an seiner Stelle eine Werkstatt, gleich neben der Reithalle.

Friedenstraße gleich hinter dem Ehrenmal (wenn man Richtung Ortsausgang nach Puls fährt, vor der heutigen Reithalle) stand diese alte Kate auf dem Hof Mehrens, bis sie, wg. Baufälligkeit, ca. 1970 abgerissen wurde. Sie war bis zu diesem Zeitpunkt eine der ältesten Katen in Beringstedt. Beim Abriss wurde ein Balken entdeckt, der das Datum 1740 trug, wohl das Baujahr dieses Hauses. Sie diente einst der Familie Lucht als Altenteilerkate. Da die Geschwister Lucht keine Nachkommen hatten (siehe Hofgeschichte), wurde der Hof an Eggert Mehrens übergeben. Die Mutter seiner Frau Gretchen war eine geborene Lucht. Der Mit-Vorbesitzer Eggert Lucht ist 1925 verstorben. In diesem Zusammenhang kam es wohl zur Hofübergabe. Weitere Details hierüber sind nicht mehr bekannt. Höchstwahrscheinlich wohnten die beiden anderen Geschwister von Eggert Lucht: Hans und Lena Lucht bis zu ihrem Lebensende in dieser, zum Hof gehörenden Altenteilerkate.

In den Nachkriegsjahren wurde das Haus von Familie Molkenthin, Paul und Meta, sowie den 3 Töchtern: Lotti, Christa und Ruth, bewohnt. Sie kam 1945 als Heimatvertriebene aus dem Osten nach Beringstedt.

Danach wohnte hier Hermann Rößler mit seiner Frau Erika, bis sie ca. 1970 ein eigenes Haus im Amselweg bauten (Haus-Nr. 5).

Das obige Bild wurde 2018 von Herrn Rolf Ehlers, wohnhaft in Bad Salzdetfurt, zur Verfügung gestellt (Er ist der Sohn des ehemaligen Dorflehrers von Beringstedt). Neben seiner Tätigkeit als Lehrer war sein Vater Hobby-Fotograf und hat viele Bilder vom damaligen Beringstedt aufgenommen, so auch dieses vom damals ältesten Haus in Beringstedt (wie Herr Ehlers zu diesem Bild notiert hat). Bis ca. 1965 wohnte er im Schulgebäude auf dem Schulberg, folglich entstand das Foto vor 1965. Heute (2020) steht an Stelle dieser alten Kate eine kleine Werkstatt, die hier auf den damaligen Grundmauern des alten Hauses errichtet wurde, gleich rechts neben der heutigen Reithalle.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Weiter zur damaligen Hofgeschichte:

 

1769      Eggert Lucht  wird als Bauer in Beringstedt in einer Liste des Amtes Rendsburg genannt.       

1873    hat Beringstedt 370 Einwohner. Davon hatten 6 den Namen Lucht. Der Hof war zu dieser Zeit    schuldenfrei.

1882        Hans Lucht         Hans Lucht war Mitglied des Kreistages in Rendsburg.

          ... ein altes Bild aus dem Beringstedter Archiv.

Hans Lucht

??? … verheirate mir Cecilie, geb. Holm aus Beringstedt. (evtl. Hof Holm, Wischhof) ??? klären falls möglich

……………………………………………………

Auszug aus der Hofgeschichte Holm, Alte Dorfstraße, gegenüber dem Dorfteich, heute nicht mehr vorhanden, weil abgebrannt.

Hinrich Holm    *1854 +1922 (Sohn aus 1. Ehe)

Er heiratet 1878 in Todenbüttel Anna Lucht, des Bauern Hans Lucht und der Cecilie Holm in Beringstedt eheliche Tochter.                              

Cecilie, geb. Holm (Eltern evtl. vom Wischhof oder Alte Dorfstraße ?) Im Kirchenbüro nachforschen wer die Eltern waren !!! und ob es evtl. weitere Hinweise gibt.

………………………………………………………………………….

Kinder von Hans Lucht:

Hans, Eggert und Lena bewirtschaften später zusammen den Hof. Sie blieben alle drei ledig, weil sonst die Hofstelle hätte geteilt werden müssen (wegen der Erbschaftsanteile). Sie hatten keine Nachkommen, obwohl Hans ein uneheliches Kind in Puls gehabt haben soll. Hierüber wurde im Hause Lucht jedoch nie gesprochen.

1896      wird der Hof durch ein Feuer völlig vernichtet.

Das Haupthaus wurde wiederaufgebaut, größer und geräumiger als bisher und mit einem festen Dach. Der Eingang zur Straßenseite wurde mit Säulen verziert und bis zur Straße führt ein langer Fußsteig gesäumt mit einer Buchsbaumhecke (die auch heute noch vom Besitzer gehegt und gepflegt wird!)

                                                  

Luftbild Hof Mehrens 2

Dieses Bild entstand nach 1955, weil das Altenteilerhaus bereits hier steht. Dahinter der Hof Wendell.

                                                 

1908     umfaßt der Hof Lucht 84 Hektar und 900 Ar. Er ist zu dieser Zeit der drittgrößte Hof in Beringstedt.

                  

Hans Lucht         war zuständig für die Pferde und andere Haustiere. Er war auch viele Jahre der Halter des Gemeinde-Stieres. Als Hobby betrieb er eine kleine Imkerei.

                                In einer Auflistung steht zu lesen, daß die Geschwister folgende Tiere besaßen:                                                                                                          

                                5 Pferde, 16 Kühe, 5 Jungvieh, 2 Schafe, 7 Schweine        -Leider fehlt bei dieser Auflistung ein Datum-

Eggert Lucht       war zuständig für die Landwirtschaft, Saat, Ernte, Wälder, Wiesen und Moore.

                         … In einem Schulaufsatz von 1926 steht geschrieben, dass Eggert Lucht am 22. Juli 1925 verstarb.

Lena Lucht          war zuständig für Haus und Garten.

Die Geschwister waren generös gegenüber dem Dienstpersonal. Knechte und Mägde blieben gern länger auf diesem Hof. Auch auf die Dorfjugend hatte er eine große Anziehungskraft, wohl weil keine eigenen Kinder vorhanden waren. Der Onkel von Otto Bolln (dem Verfasser dieses Berichtes) Claus Sievers, ist hier praktisch groß geworden. Er lernte den Umgang mit Pferden und wurde nach dem Tod seines Vaters, Jürgen Sievers, herrschaftlicher Kutscher in Hamburg. Auch der ältere Bruder von O. B., Hans Bolln, blieb dem Hof Lucht während seiner ganzen Jugend und darüber hinaus eng verbunden. Ebenso der jüngere Bruder Jürgen Bolln war auf dem Hof als Hütejunge zusammen mit Heinrich Pahl tätig. Er verlor durch einen tragischen Unfall sein linkes Auge. Bruder Willy war während seiner Schulzeit auch gerne dort.

Der Hof Lucht hatte ausgedehnte Äcker, Weiden, Wiesen, Moore und Waldbesitz im Wulfskrooch. Die Äcker verteilten sich auf den Fluren Saar, Schwienskamp, Holsten, Seegen, Lehmhoop, dazu Wiesen an der Fuhlenau und auf Groot Wisch.

Das Elternhaus von Otto Bolln (Mückenhörn, heute Eggert Illing), verband noch ein ganz besonderer Umstand mit der Familie Lucht. Sie durften, jährlich wechselnd, ein Stück Ackerland mit Kartoffeln bestellen. Das Stück wurde gedüngt und gepflügt von E. Lucht, pflanzen, hacken und häufeln mußten sie selbst besorgen. Als Entgeld dafür half seine Mutter bei der arbeitsreichen Heu-, Korn- und Kartoffelernte zeitweise mit. Sie wurde während dieser Arbeit verköstigt und bekam dann noch die Reste von den Mahlzeiten mit nach Hause für ihre Kinder. Diese waren sehr willkommen, denn sonst gab es kaum „bunten Mehlbeutel“ oder „Rindfleischsuppe mit buntem Reis“ im Hause Bolln.

Der Kartoffel-Anbau hatte folgenden Zusammenhang:

Unser eigenes Ackerland vor der Haustür war für den Kartoffelanbau nicht geeignet und die damals gängigen, begehrten Kartoffelsorten, wie Magnum Bonum, Malta und die sehr begehrten Eierkartoffeln gediehen auf unseren eigenen Boden nicht. Die Sorten verlangten leichten Sandboden und den bekamen wir von den Luchts zugewiesen. Wenn das Glück im Spiel war, konnten wir hier Kartoffeln über den eigenen Bedarf hinaus ernten und diese Eierkartoffeln, gelbfleischig, festkochend und wohlschmeckend waren sehr begehrt und wurden damals verhältnismäßig gut bezahlt.

Die jungen, freiwilligen Helfer auf dem Hof Lucht verrichteten die ihnen übertragenen Arbeiten selbstständig und eigenverantwortlich. Sie wurde hierfür viel gelobt und machten diese wohl gerade deshalb gern. Auch bekamen sie immer gut und reichlich Essen, jedoch keinen festen Lohn.

Die Geschwister Lucht wurden sehr alt und starben hochbetagt. Da sie keine Kinder hatten, geht der Besitz über an

Eggert Mehrens     *1882 +1964 aus Bargfeld, verheiratet mit Gretchen, *1880 +1974, geborene Holm (vom Hof Holm in der alten Dorfstraße, später Kröger, dann Breiholz. Ihr Vater Hinrich Holm war mit Anna, geborene Lucht, verheiratet.

                                                  Kinder: Hinrich, Klaus, Otto, Anne und Luise                                                  

-Einschulungsbild vom Sohn Hinrich Mehrens (dem späteren Hoferben) im Jahr 1921-

Schulbild von 1921

Hinrich Mehrens                *1914 +1985, verheiratet mit Käthe, *1926 + 2006, geb. Lindemann.                                 

                                                  Sie haben 3 Kinder: Otto *1951, Karin *1954 und Klaus *1958

                                                  Der älteste Sohn Otto übernimmt den Hof.     

                                                  Karin heiratet Hans Georg Jokisch, Meldorf.

                                                  Klaus arbeitet bei der Raiffeisenbank-Filiale in Todenbüttel. Er baut ein Haus im Aukamp 10.

 

Für seine Eltern baut Hinrich Mehrens im Jahr 1954 ein neues Altenteilerhaus auf der linken Seite vom Haupthaus, Friedenstraße 6.

IMG 20200414 WA0003

 

Feier bei Lenschow   Hinrich Mehrens

 ... auf einer Feier in den 1960ern bei "Lenschow" (Gastwirtschaft) 3.v.l. und auf der Leiter: beim Straßenfest 1982 -Friedenstraße-