Hof Sachau, dann Kühl

Alte Dorfstraße 3

In einer Liste von 1738 vom Landesarchiv in Schleswig (Akt Nr. 399 9 6), von Herbert Jürß ausfindig gemacht, sind alle Beringstedter Hufen-Besitzer aufgeführt. U. a. auch

Marx Saggau, als Besitzer einer Halbhufe. 

1740 ist dies Hans Sachau     (lt. Aufzeichnungen von Otto Bolln)

Desweiteren gibt es im Landesarchiv unter Nr. 104 / 177 ein Vermessungsregister von 1780 - 1784. Hier werden die Namen Claus Sachau und Claus Börgen (im Zusammenhang geschrieben, scheinbar sind sie verwandt, evtl. der Schwiegersohn?). Sie bekommen folgende Landflächen vermessen und zugeteilt:

                  Quant: 20/01/47    Quadet: 10/00/50   Quant: 00/07/22   Quadet: 10/00/50

An gutem Land hat Claus Saggau erhalten:             1/0/34 Quant.

Quant ist eine latainische Größe. In welchem Verhältnis sie zu den heutigen Maßen besteht, bleibt offen. In den Jahren 1779 bis Ende der 1780er Jahre wurden -auf geheiß des dänischen Königs- die Ländereien in Holstein vermessen und es kam dann zu einer Landverteilung an die einzelnen Höfe. Diese haben zuvor das Gemeindeland in Gemeinschaft bewirtschaftet und beweidet -Almende genannt-). Es wird auch noch eine andere Maßeinheit genannt: Ruthen. Hier heißt es im Originaltext: Für alle Dorfacker-Wiesen und Landwege, Straßen Breite 2 Ruthen und mit Gräben 3 Ruthen. Um das Dorf so viel Land bleibt, damit die Schafe, Schweine und Gänse nicht sogleich Schaden anrichten, wenn sie aus dem Stall gelassen werden. Diese Plätze sollen Gemeinschaftseigentum bleiben.

In einem weiteren Schreiben vom 12.12.1785 (ebenfalls im Landesarchiv) der Bonitierungsmänner (Vermesser) sind die Besitzer aufgelistet, die mit dieser Landaufteilung zufrieden sind. Hier wird der Name Sachau nicht erwähnt !!! (Originaltext im Schreiben: Somit haben wir uns heute begeben, und sämtliche Interessenten vernommen, ob sie mit dieser Verteilung und Verlegung zufrieden oder was gegen diese einwenden möchten.)

1800     Klaus Sachau

                …

Auf einem anderen alten Bild ist zu erkennen, dass an der Giebelseite über der Dielentür, an der Hofseite dieses Gebäudes, die Buchstaben K S und die Jahreszahl 1854 angebracht waren. Dies war vermutlich das Jahr in dem das Gebäude neu erbaut worden ist mit den Initialen des damaligen Besitzers, denn zuvor wurden die Häuser in Fachwerk-Bauweise errichtet (siehe Bild vom alten Hof Wendell).

Haus Sachau später Kühl 

Es gibt noch ein Foto von dem alten reetgedeckten Stall, der einst hier gestanden hat.

 alter Schuppen und alte Dorfschule

Da bereits um 1740 der Name Sachau genannt wird, stammt dieser Stall höchstwahrscheinlich aus dieser alten Zeit.

Bekannt ist:

            Christian Sachau             seine Schwester Marie Sachau heiratete H.D. Ruge (In der Marsch 7)

             Er ist verheiratet mit Anna Sachau, geb. Voß, *1841 +1915. Der Sohn

Markus Sachau, *1870 +1929

Er blieb ledig, weil er nach dem Willen seiner Eltern seine Jugendliebe nicht heiraten durfte. Er sollte eine reiche Bauerntochter heiraten, was er verweigerte. Er wurde tiefsinnig, depressiv und wurde in die Landesheilanstalt Schleswig gebracht. Von dort riss er aus und kehrte nachts zu Fuß auf Lederpantoffeln nach Beringstedt zurück. Er durfte bleiben, war aber menschenscheu, wortkarg und am Dorfleben völlig unbeteiligt. Der einstige sehr große Reichtum dieser Familie verfiel und neuer Besitzer wurde. (lt. Aufzeichnungen von Otto Bolln)

1948    Willi Kühl       Er übernimmt den Hof der Familie Sachau.

Willi Kühl (*1914 +2006), seine Ehefrau Liesbeth (*1921 +1988) und die Kinder wohnten vorher in der Steinbergstraße (Meissner, vorher Betka). Sein Vater betrieb im Nachbargebäude (heute Lindner) eine Bäckerei.

         Ein Foto aus der alten Zeit, als die Familie Kühl den Bäckerladen in der heutigen Steinbergstraße betrieben hat:

          Oma von Rolf Kühl Alwine sein Vater Willi und Schwestern Gret     Alwine Kühl mit ihren Kindern Willi, Margarethe und Else (später Kurts) vor dem Bäckerladen in der Steinbergstr. Die gesamten Bilder wurden von Rolf Kühl zur Verfügung gestellt.

                         

    Haus vor dem Umbau           Haus beim Umbau

1968    wird der Hof in großen Umfang umgebaut und modernisiert. Bei dieser Aktion mußte das über dem Dieleneingang, auf der Giebelspitze des alten Reetdaches befindliche Storchennest weichen und bekam einen neuen Standort. (Siehe hierzu den Bericht: Storchennester in Beringstedt)

Haus nach dem Umbau

Dieleneingang Hof Kühl

Der heutige Besitzer Rolf Kühl mußte die Landwirtschaft aus gesundheitlichen Gründen in den 1990er Jahren aufgeben.

 

Hofgeschichten

Friedenstraße 7

Hof Kaltenbach

- aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln abgeschrieben:

1602      Hans Söte                           wird als Besitzer der Halbhufe genannt.

1740      Sötje                                     (auch Söth, Sotie oder Söte geschrieben)

1800      Johann Kaltenbach         wird als Besitzer genannt. Ihm folgen zwei weitere Johann Kaltenbach

Der jüngere Nachfolger heiratet die Jungfer Fehrs. Um 1800 gibt es aber auch einen Gerhart Kaltenbach, als Besitzer des Hofes Holm. Die Tochter des 1786 in Hadenfeld (bei Schenefeld) geborenen Johann Kaltenbach heiratete einen Claus Holm in Beringstedt.

In der Familienchronik Hadenfeldt steht, dass Claus Hadenfeldt 1844 Hofbesitzer wird und mit Margareta Kaltenbach verheiratet ist. Sie stirbt jedoch sehr bald ohne Kinder. Ob sie vom Hof Kaltenbach stammte ist leider nicht vermerkt, jedoch denkbar, weil der Name Kaltenbach hier bei uns im Norden verhältnismäßig selten ist.

1870      Johann Kaltenbach         wird als Schuldner genannt. Der Gläubiger wird nicht genannt

1873                                                      sind die Schulden schon geringer. Gläubigerin ist Anna Söth. Es ist                                                             dies wahrscheinlich die Restkaufsumme, die als Hypothek eingetragen wurde.

1874                                                      gibt es in Beringstedt 7 Personen mit Nachnamen Kaltenbach.

In der Klassensteuerrolle Beringstedt vom 26.3.1873 werden folgende Namen als Zugehörige des Haushalts Kaltenbach genannt: Jürgen Roweder als Knecht, Wiebke Sievers als Magd,

Anna Söth als Verlehnsfrau mit 3 Personen (Kate, Friedenstraße 5).

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Hof Breiholz, Kröger, Holm ...

Einigen älteren Beringstedtern ist der Hof in der alten Dorfstraße noch bekannt. Er befand sich gegenüber vom Dorfteich. Heute stehen dort Einfamilienhäuser. Ende der 1960er Jahre ist er abgebrannt und wurde nicht wieder aufgebaut.

Hof Breiholz Nordansicht 2

Geschichte des Hofes:                        Vollhufe

Ehler Holm        +1770 in Beringstedt

des Jürgen Holm und Malehn … in Bucken ehelicher Sohn. Er heiratete (vor 1725) Anna Liesbeth Voß aus Beringstedt

(Diese Information stammt von einer Kopie eines Auszugs aus dem Kirchenbuch Schenefeld und befindet sich im Beringstedter Archiv. Auch die nachfolgenden Geburts- und Sterbedaten sowie alles Nachfolgende ist hier aufgeschrieben und festgehalten worden).

Er fand die Bronzefigur

Bei der Aufteilung der Ländereien rund um Beringstedt hatte Ehler Holm eine Landfläche am Fohrsberg zugeteilt bekommen (dies wurde durch ein Losverfahren entschieden. Der damalige König von Dänemark hatte angeordnet, dass das Umland der Gemeinden vermessen und aufgeteilt werden sollte). Beim Pflügen dieser Fläche, die zuvor unberührtes Heideland war, fand Ehler Holm eine Bronzefigur (die er für Gold hielt). Diese Figur erwies sich später als sehr bedeutungsvoller, einzigartiger Fund aus der Bronzezeit und befindet sich heute im Nationalmuseum von Kopenhagen, weil Holstein damals unter dänischer Verwaltung stand.

Ehler Holm starb im hohen Alter von 80 Jahren. Ihm folgte als Hoferbe sein Sohn

 

Claus Holm        *1725 +1776

Er heiratet 1754 Elsche Sievers Tochter des wld. Jürgen Sievers zu Haale (wld = Abkürzung von weiland. Wenn jemand zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war, wurde er als weiland bezeichnet. = In geweihter Erde liegend.) Sein Sohn:

Ehler Holm        *1763 +1805

Er heiratet in Schenefeld 1785 Antje Beeck, des Peter Beeck und dessen Frau Antje Struve eheliche Tochter.

Claus Holm        *1794 +1827

Er heiratet in Schenefeld 1821 Anna Rohwer, des Küfners Henning Rohwer und der Silke Holtorf in Brinja (Brinjahe) eheliche Tochter.

Ehler Holm        *1822 + 1863

Er heiratet 1849 in Schenefeld die Witwe Gretje Timm, geb. Ehlers, des ½ Hufners und Bauernvogts Hans Ehlers und der Trina Offe in Heinkenborstel eheliche Tochter.

Da er relativ früh verstarb heiratete seine Witwe in 2. Ehe Claus Hadenfeldt.

Hinrich Holm    *1854 +1922

Er heiratet 1878 in Todenbüttel  Anna Lucht, des Bauern Hans Lucht und der Cecilie Holm in Beringstedt eheliche Tochter.


Er ging verhältnismäßig früh auf´s Altenteil und baute für sich und seine Frau, an der Westseite der Hofstelle (heute Friedenstraße 9), ein Haus.                           

                                               Vermutlich die Schwestern Helene und Gretchen Holm

                       Mädchen Breiholz  

Gretchen, geb. Holm, und Eggert Mehrens.  waren wegen Hoftausch mit der Schwester nur für kurze Zeit hier tätig (siehe hierzu die Fam.-Geschichte Hof Lucht/Mehrens).

Lene Holm         *1895

Sie heiratet 1920 in Todenbüttel Martin Kröger, *1892, des Landmann Hans Kröger und der Anna Catharina Bandholz in Seefeld ehelichen Sohn.

Bevor Lene (eigentl. Helene) mit ihrem Mann den Hof übernimmt, wohnten und wirtschafteten sie für einige Zeit auf dem Hof Lucht (heute Mehrens). Da es hier keine Hoferben gab, sollten sie dieses Erbe antreten (vermutlich weil die Mutter eine geborene Lucht war). Es kam jedoch zu Unstimmigkeiten und so tauschte sie mit ihrer Schwester Gretchen und dem Schwager Eggert Mehrens die Hofstelle.

Sie starb 1992 in Seefeld

Die Tochter

Anne, geb. Kröger, heiratet Heinz Breiholz

 

Reiterhufen

Reiterhufen auch/oder Reuterhufen    

Das Elend der Reuter- oder auch Reiterhufen genannten Hofstellen dauerte etwa 10 Jahre und brachte die meisten Hufen (Höfe) an den Rand des Ruins. Nicht nur der 30jährige Krieg, der sich in den Jahren 1627 – 1629 auch in Holstein ausbreitete sondern auch der im Volksmund genannte „Polackenkrieg“ (1657-70) hatten das Land schwer mitgenommen. Das Königreich Dänemark, damaliger Beherrscher des Herzogtums Holstein, war durch den aufwendigen und luxeriösen Lebenstils in Kopenhagen in ständiger finanzieller Bedrängnis. Man war dort aber auch sehr erfinderisch in der Erschließung neuer Steuerquellen und in der Einsparung und Abwälzung der Kosten aller Art. Der Dänen-König Christian V (1670-99) verfügte kurz nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1671, die Kosten des stehenden Heeres drastisch einzuschränken und zwar in der Weise, dass die berittenen Truppen des Heeres (Kavallerie) kurzer Hand auf die Bauernhöfe verlegt und verteilt wurden. Im Amt Rendsburg wurden hierzu insgesamt 134 Bauernhöfe als sogenannte Reuterhufen bestimmt und mit dauernder Zwangseinquatierung belegt. Den Reuterhufen war zwar eine gewisse Steuerfreiheit zugesichert worden, aber darauf nahm man bei der Eintreibung wenig oder gar keine Rücksicht. Abgaben bzw. Steuern wurden damals nicht nur in Form von Geld sondern auch als Naturalien oder anderen Leistungen verlangt. Zwei Reuterhufen wurden in Beringstedt bestimmt eine davon war die Hufe Ott. Viele Reiterhufen wurden wegen der hohen Belastung von den Besitzern einfach verlassen und somit wurde die Höfe zu sogenannten „wüsten Höfen“. Es muss dem Amt Rendsburg diese Tatsache bekannt und bewusßt gewesen sein, denn es verlangte von den Kirchspielvogten einen jährlichen Bericht über den Zustand der Reuterhufen.

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