Steinbergstaße 11                

Posthaus

Erster Bewohner dieses Hauses, erbaut ca. 1910

war Johannes Behrens mit seiner Familie

Er war von 1927-28 Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Beringstedt.

Da er `nur´ einfacher Arbeiter war, er aber in seiner Funktion als Feuerwehrchef das Sagen hatte, wollten die `hohen´ Herren der Bauernschaft seinen Anweisungen oft nicht folgen. Deshalb degradierte er einige in ihrem Rang bei der Feuerwehr, wozu er zwar das Recht hatte, was aber dazu führte, dass er nur ein Jahr Feuerwehrhauptmann blieb.

In diesem Haus befand sich einst die Postagentur von Beringstedt.

Nach dem Krieg waren in diesem Haus viele Flüchtlinge untergekommen.

Als Eigentümer folgten Wilma und Walter Illing mit ihren Kindern.

Walter Illing       *1911 in Kiel          Er machte seine Lehre in einer Meierei. 1928 kam er zur Reichsmarine und wurde Funker. Beim Sport (THW) lernt er Wilma kennen und sie heiraten 1935. Versetzungsbedingt ziehen sie zum Seefliegerhorst nach Kamp in Pommern und anschließend nach Pillau-Neutief in Ostpreußen, wo Wilma im Lazarett tätig war. Walter wurde Nachrichtenoffizier und Kompaniechef. Sie hatten inzwischen 4 Söhne und eine Tochter bekommen.

Im August 1945, nach der Entlassung aus der Gefangenschaft, folgte Walter Illing seiner Familie nach Beringstedt. Von 1956 bis 1965 ist er Hauptmann beim Wehrbereichskommando in Kiel. Anschließend arbeitete er bis 1977 als Angestellter bei Fa. Pohl in Hohenwestedt. Als Rentner wurde er Vorsitzender des Beringstedter Gesangvereins und, wie er immer sagte: „Cheffahrer meiner Frau.“

Wilma Illing        *1913 in Beringstedt

Sie wächst in Kiel auf und besucht hier die höhere Töchterschule. Dann macht sie eine Fachausbildung zur Kindergärtnerin. Beim Sport lernt sie ihren Mann Walter kennen und heiratet ihn 1935.

1945 gelang ihr unter teils abenteuerlichen Umständen die Flucht mit ihren 5 Kindern (9 Monate bis 9 Jahre alt) von Ostpreußen nach Kiel. Von dort ging es weiter zur Tante nach Beringstedt, denn hier stand ihr Großelternhaus (Mückenhörn 9, Bolln, Lütje).

Gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Hans Harms kümmert sie sich darum, dass alle in Beringstedt ankommenden Flüchtlinge eine Unterkunft bekamen, was nicht immer einfach war, aber -so gut es eben ging- bewältigt wurde.

1948 gründete sie den DRK-Ortsverein in Beringstedt und war von 1959 - 1992 dort 1. Vorsitzende. Weiterhin ist sie von 1950 bis 1979 im Schuldienst tätig. Erst in Beringstedt und ab 1972, nach Auflösung der Beringstedter Schule, auch in Todenbüttel.

Sie ist 1951 die erste Frau in der Gemeindevertretung von Beringstedt und gehörte dieser 30 Jahre lang an.

1970 ist sie eine der sieben Gründungsmitglieder der Lebenshilfe Hohenwestedt.

1972 richtete sie gemeinsam mit der Gemeindevertretung die Kinderstube in Beringstedt ein.

Für ihr großes Engagement bekam sie am 25. April 1974 das Bundesverdienstkreuz im Kieler Ministerium verliehen.

1985 erhielt sie die höchste DRK-Ehrennadel und kümmerte sich auch als 83jährige noch um die Senioren in der Gemeinde Beringstedt, die zum Teil jünger sind als sie selbst.

Sie hat sich über Jahrzehnte in ihrem Dorf für soziale Belange eingesetzt und hatte über 22 Ehrenämter in diesem Bereich inne.    

Wilma und Walter Illing bei ihrer Eisernen Hochzeit

 

********   Am 24.09.2000 feierten Wilma und Walter Illing ihre Eiserne Hochzeit.   ********

 

65. Hochzeitstag, so ein Ereignis hatte es zuvor in Beringstedt noch nicht gegeben! Walter Illing war zu dieser Zeit der älteste männliche Mitbürger in Beringstedt.

Haus- und Gartenarbeit halte sie jung. Außerdem die Beschäftigung mit den 10 Enkelkindern und inzwischen neun Urenkelkindern. Sie machen gern Theaterbesuche und beteiligen sich gerne rege bei allen Unternehmungen in der Dorfgemeinschaft.

 

2001 feiert Walter Illing seinen 90. Geburtstag und Wilma Ihren im Jahr 2003.

Sie verstarb kurz darauf. Walter wurde 97 Jahre alt. Er machte gerne Fahrradtouren und wurde liebevoll von seiner Familie versorgt.

 

2009 kauften Michael Elsner und seiner Frau dieses Haus und bewohnen es bis heute.

Bei Grabungsarbeiten für einen Teich in ihrem Garten entdeckten sie im Untergrund eine eiserne Kugel, sowie ein Medizinfläschchen. Wie diese Dinge dorthin kamen blieb ungeklärt. Es handelte sich jedoch um ein sehr altes Fläschchen aus der Vorkriegszeit.

 

 

...