Geschichte der Schule in Beringstedt

Die Geschichte der alten Schule Beringstedt

von Hauptlehrer a.D. Hans Roske (Schulleiter von 1956-1964) übersetzt aus der alten deutschen Schrift:

Die Beringstedter Schulchronik ist von Lehrer Thomsen angelegt worden, der von 1881 – 1908 hier tätig war. Desweiteren hat Otto Bolln einige Details aus den Anfängen aufgeschrieben und unser Ehrenbürger Herbert Jürß hat viele Fakten im LandesArchiv gefunden und schriftlich festgehalten, sowie einige Bilder hinzugefügt.

Im Kirchspiel Schenefeld, zu dem Beringstedt damals gehörte, steht im Jahr 1686 geschrieben, dass in jedem Dorfe eine Schule vorhanden ist! (Dies ist im Visitationsbericht d. Gen.-Sup. Erdmann von 1686 im Landesarchiv Gottorf nachzulesen).

Erst nach 1700 gibt es reichlichere Nachweise über Schulen (Vergl. Anl.2. Bericht des Past. Haberkorn von 1708. L.A. Gottorf A.III. 1578). Was in den Akten erscheint sind zunächst Klagen der Pastoren über Unzulänglichkeiten im Schulwesen. Schulen wurden nur von Martini bis Lichtmess (Winterschule, 10. Nov. bis 2. Febr.) gehalten. Als Schulmeister stellten die Bauern eben aus der Schule entlassene Jungen an, nach dem Grundsatz: je billiger, desto angenehmer. Die Ansprüche an die Qualifikation der Lehrer sind, wenn sie nur der reinen Religion zugetan, ebenso gering wie deren Einkünfte. Ein Zwang, die Kinder zur Schule zu schicken bestand nicht. Entzweite sich der Schulmeister mit dem Bauern, so nahm dieser die Kinder aus der Schule und beredete auch andere dies zu tun. Sie nahmen dann einen weiteren Schulmeister an, so daß oft zwei Winkelschulen im Dorf waren. Der Schwedeneinfall 1712 und die Pest ließen keine Weiterentwicklung der Schulen zu. Erst die Synoden in Rendsburg von 1723 und 1725 brachten neue Anregungen, die am 6.4.1726 die Bestätigung des Königs fanden. Sie besagten:

1.       Die Küster sollen selber die Schule halten.

2.       Nur vom Ortspastor geprüfte Lehrer dürfen angestellt werden.

3.       Nebenschulen sind im gleichen Ort nicht zu dulden.

4.       Es ist festzusetzten in welchen Dörfern Schulen sein sollen.

5.       Das Schulgeld für arme Kinder ist aus dem Klingbeutel zu zahlen.

6.       Winter- und Sommerschule ist abzuhalten. Im Sommer für die Kinder von 7 bis 12, im Winter auch für die von 12 bis 14 Jahren.

7.       Wenigstens alle vier Wochen sollen die Prediger die Schulen visitieren und alle Vierteljahr dem Propsten Bericht darüber geben.

8.       Die Städte haben Mädchenschulen anzulegen, die von gottseligen Frauen und Jungfrauen verwaltet werden sollen.

9.       Nachlässige Eltern sollen mit Brüche bestraft werden.

Damit wurde der Schulzwang erneut angeordnet, aber er stand zunächst nur auf dem Papier. Es fehlte am guten Willen der Gemeinden und am Können der Lehrer, denn die waren selbstgebildet (Autodidakten). Erst knapp 10 Jahre später gab Conradi keine Ruhe mehr zur Verbesserung des Schulwesens. Die Synode von 1734 gab neuen Antrieb. Zu ihr hatten die Pastoren schriftliche Berichte und Vorschläge für das Schulwesen einzureichen. Vom Nortorfer Pastor Reißich (Kirchenarchiv Nortorf) wird berichtet: Mit dem Schulwesen ist es sowohl im Kirchdorf, als auch in den sonstigen Gemeinden schlecht bestellt. Sommerschule gab es fast gar nicht. Verschiedene Eltern senden ihre Kinder auch im Winter nur drei oder vier Tage in der Woche in die Schule, damit sie dann nur 6 Pf. Schulgeld zu geben brauchen, während sie sonst 1 Schilling für die ganze Woche bezahlen mußten. In keinem Dorf war ein beständiger Schulmeister. Im Herbst nahmen die Bauern einen Schulmeister an und schickten ihn zur Prüfung zum Pastor. Der muß mit ihm zufrieden sein, damit die Schule wenigstens einigermaßen versorgt wird. Schuld an diesem Zustand hat das Fehlen von Schulhäusern und die fehlende Besoldung. Auch sind Dörfer vielfach zu klein, um einen Schulmeister dauernd zu unterhalten. Reißlich macht darum Vorschläge:

1.       In jedem Dorf muß ein Schulhaus gebaut werden, das von allen Steuern befreit ist, ein geprüfter Lehrer muß fest angestellt werden.

2.       Kleine Dorfschaften müssen zusammengelegt werden.

3.       Dem Schulmeister muß ein festes Einkommen außer dem Schulgeld gegeben werden.

Ähnlich lauten die Berichte aus den anderen Kirchspielen. An Schulgeld wurde wöchentlich gezahlt für jedes Kind, das im Katechismus und Lesen unterrichtet wurde 1 Schilling, wenn es aber auch Schreiben und Rechnen lernen soll 2 Schilling. Jeder Hauswirt gibt dem Schulmeister bei jedem Backen ein Brot, und wenn er schlachtet, eine Wurst. Auch die nötige Feuerung.

Im Jahr 1736 wurde in Ostermühlen Bauholz geschlagen um ein Gebäude für den Unterricht zu errichten.          (Dies wird in Schenefeld schriftlich festgehalten (am 7. Aug. 1736) mit Unterschrift des Herrn A. M. Büßer                            -leider sehr unleserlich, der weitere Text läßt sich nicht mehr übersetzen-).

Erstmalige Erwähnung eines eigenen Schulhauses ist der 19. Marty (Martini) 1737.

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Landesarchiv Schleswig-Holstein, Schleswig, Akt. Nr. 65.2-3188

Schule Beringstedt mit Ostermühlen und Steckeloh

Weil die Schul-Intressenten nur die Hälfte an Bauholz verlangt haben, so wird auch nur die Hälfte zur Liquidation gebracht. Dieses erforderliche Holz hat die Bauernschaft Beringstedt, weil sich sonst niemand damit abgeben wollte, für 32 M anzuschaffen übernommen (Akt. Amtmann Rendsburg v. 7.2.1751)                    Anmerkung:  Kann sich wahrscheinlich nur um Anbau oder Reparaturen handeln.

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1.       Schulhäuser       Friedenstraße und Mückenhörn              -Unterricht bis ca. 1810-

In einer Notiz von H. Jürß steht geschrieben, dass auch in der alten Kate auf dem Anwesen Lucht (heute Mehrens) wahrscheinlich Schulunterricht stattgefunden haben soll und zwar bis ca. 1770. Die Kate steht heute nicht mehr sie wurde wegen Baufälligkeit abgerissen.

 Erste Schule   Mückenhörn9

Die Bilder wurden zur Verfügung gestellt von Wulf u Annelene Illing. Das Haus wurde um 1751 erbaut und 1998 abgerissen. Hier wohnte zuletzt Dorothea Lütje, die Schwester des Chronisten Otto Bolln. Heute steht auf dem Grundstück das Haus von Eggert Illing.

 

…bis 1743            Lehrer   Ehler Ruge          siehe nachfolgenden Bericht.    

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Unfall eines Schulmeisters aus Beringstedt

Auszüge aus den Protokollen über den tödlichen Unfall des Schulmeisters Ehler Ruge am Sonntag, den 16. Februar 1743 in Lütjenwestedt:

Schriftliche Aussage            vom 19.2.1743                       von Hans Voß, Lütjenwestedt, 29 Jahre

dto.                                         vom 19.2.1743                       von Heinrich Evers, Gokels, 51 Jahre

dto.                                         vom 19.2.1743                       von Max Ruge, Lütjenwestedt, 36 Jahre

vor dem Kirchspielvogt in Schenefeld

Kurzauszug:

Lehrer Ruge war bei seinem Bruder Max Ruge in Lütjenwestedt zu Besuch. Abends im Dunkeln machte er sich auf den Heimweg nach Beringstedt. Er war stark alkoholisiert und der Wind wehte stark. Hans Voß aus Lütjenwestedt, den er darum bat, half ihm beim Pferdegeschirr anlegen und gab ihm seinen Bruder, 14 Jahre, als Wegweiser für den Ritt über Seefeld (der direkte Ritt Lütjenwestedt – Beringstedt war über das Moor nicht möglich) mit. Ruge schickte den Bruder von Hans Voß nach kurzer Wegstrecke mit dem Hinweis zurück, daß er den Weg selbst findet. Heinrich Evers aus Gokels hat den toten Lehrer Ruge gefunden. Dieser ist wahrscheinlich beim durchreiten eines Lochs im Knick gestürzt.  Am Tag darauf haben Heinrich Evers, Hans Voß und Max Ruge den Leichnam auf einen Pferdewagen geladen und nach Beringstedt zu der Frau des Toten gebracht.

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Diese Unterlagen von 1743 sind die erstmalige, amtliche Erwähnung eines Schulmeisters in Beringstedt und auch Beweis, daß eine Schule bereits vordem bestanden hat.

1743 – 1768       Lehrer   Kaltenbach

1768 – 1788       Lehrer   Hans Jürgen Lucht

lt. Schreiben vom 11. Januar 1788 an den Landvogt und Amtmann in Rendsburg, an den General-Superintendent und an die Kirche in Schenefeld:

Lucht forderte nach seinem Eintritt in den Ruhestand für 1787 noch die Nachlieferung von 3.600 Pfund Heu als Teil natureller Einkünfte von den Beringstedtern. Mit Schreiben vom 29.01.1788 des Amtmann-Landrat in Rendsburg, wird die Dorfschaft Beringstedt aufgefordert 3.600 Pfund Heu nachzuliefern. Trotz Einschaltung von Pastor Thiel hat die Dorfschaft Beringstedt nur die Hälfte nachgeliefert. Laut Schreiben v. 21.02.1788: Wenn nicht geliefert wird: Am Ende würden die Beringstedter, falls sie mit ihrer Weigerung fortfahren, Schuld auf sich fügen, dass für aus fremden Gut für ein Vorteil, wie gering er auch sei, halber verschaffen wollen. Im Schreiben vom 11.1.1788 weist Lucht darauf hin, dass er 20 Jahre Lehrer in Beringstedt war.

Nach Aussage ältere Leute aus Beringstedt ist Hans Jürgen Lucht im Alter von 66 Jahren im Jahr 1790 verstorben.

1788 – 1790       Lehrer   Michaelis

1790 – 1789       Lehrer   Paul Ruge           nach Aussage älterer Leute in Beringstedt, so schreibt es Otto Bolln,                                                                  ist er im Jahr 1798 gestorben.

1790 – 1800       Lehrer   Fischer und Sachau

Welcher Lehrer wo gewirkt hat läßt sich heute nicht mehr genau feststellen.

Otto Bolln berichtet, dass sein Elternhaus einmal das alte Schulgebäude des Ortes gewesen ist. Er hörte es so von seinen Eltern und Großeltern. Unterricht gab damals der Dorfhirte, allerdings nur im Winter, da die Kinder im Sommer auf dem Feld und bei den Tieren helfen mußten.

  

Das Haus wurde um 1751 erbaut. Es wurde 1998 abgerissen. Hier wohnte zuletzt Dora Lütje, die Schwester des Chronisten Otto Bolln. Heute steht auf dem Grundstück das Haus von Eggert Illing.

2.       Schulhaus           Alte Dorfstraße 5                                            -ab ca. 1810 wurde hier unterrichtet-

Dieses Haus wurde ca. 1780 gebaut.

   Alte Schule      Schulgebäude Alte Dorfstraße

Das linke Bild wurde 1954 aufgenommen von Annelene Illing (geb. Büßen). Es war ein Beitrag zu ihrer Abschlußarbeit in der Schule Hohenwestedt. Das rechte Bild (Kopie) stammt aus den Unterlagen, die Herbert Jürß zusammengetragen hat.

Lt. Regularien der Probstei Rendsburg für Landschulen:  Lohn für Lehrer der alten Dorfschule Beringstedt

Bis alles Land (Schulland) urbar ist:      Futter für 1 Kuh, lt. § 5 Vertrag, 4 Tonnen Roggen, 2 Tonnen                                                                     Buchweizen, die nötige Feuerung vom Schulmoor frei                                                                                                 nach § 8, 6000 Pfund gutes Heu, 4000 Pfund Roggenstroh,                                                                                         50 Reichtaler.

Da die Anzahl der Schulkinder nur 47 ist (im Jahr 1812), so kann das Gehalt gerne heruntergesetzt werden (wahrscheinlich auf 45 Reichtaler).

Vom zweiten Jahrzehnt an (1810) war hier der Lehrer Klaus Jacob Kruse tätig. „Aber nur im Winter ist unterrichtet worden. Im Frühling sind die Vögel ausgeflogen und der Käfig hat bis zum Herbst leer gestanden.“ Das damalige Schulhaus, das auch heute noch die „alte Schule“ genannt wird, bestand zunächst nur aus zwei Räumen, einem Unterrichtsraum und einem Wohnraum für den Lehrer. Die Schulkinder saßen auf Bänken an langen Tischen, die Großen an den Wandseiten, die Kleinen ihnen gegenüber. Das Klassenzimmer war für die 60 – 70 Schüler von vornherein zu klein, und so wurde später, als die Schülerzahl weiter anstieg, ein größeres Schulzimmer angebaut und das bisherige dem Lehrer als zweiter Wohnraum überlassen. Erst 1842 wurden am Nordende des Schulhauses Wirtschaftsräume angebaut. 1836 „muß Kruse seine Entlassung nehmen“. Er erhielt eine Pension von jährlich 30 Courage. Er soll nachher wieder eine Anstellung gefunden haben.

Als Kruses Nachfolger wurde B.E.C. Wernecke an die Beringstedter Schule berufen. Er amtierte hier von 1838 – 1856. Er verbannte die Plattdeutsche Sprache aus dem Unterricht und war als tüchtiger Lehrer anerkannt. Zu seinen Erfolgen soll ihm sein Grundsatz: „praeceptori bacalus caput rei“ (Der Stock ist für den Lehrer die Hauptsache) wesentlich beigetragen haben.

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Landesarchiv Schleswig, Abt. 104/571     Schule Beringstedt

Schreiben des Schulmeisters E. C. Werneke an das königl. Amtshaus in Rendsburg, im Mai 1842

Die Eingesessenen der Dorfschaft Beringstedt haben am 2. Pfingsttag während meiner Abwesenheit, eigenmächtig und ohne alle Befugnis, einen vor dem Schulhaus stehenden Torfstall in meinen Garten gerückt und mir dadurch nicht allein einen bedeutenden Schaden von dem Genuß meiner diesjährigen Gartenfrüchte zugefügt, sondern mir auch einen Teil meines ohnehin sehr wenigen Gartenlandes entzogen. Dass eine solche eigenmächtige am offenbaren frevelbarkündenden Tat vom königlichen Amtshaus gewiß nicht geduldet werden wird, läßt sich mit Bestimmtheit voraussetzen, weshalb ich untertänigst darauf anzutragen mir erlaube.

Hoch dasselbe wolle der Dorfschaft Beringstedt den Befehl erteilen, ohne Verzug den Torfstall aus meinen Garten zu schaffen und mir den zugefügten Schaden zu erstatten.

Das Amt Rendsburg erteilt mit Schreiben v. 30.Mai 1842 dem Bauernvogt Söth den Befehl, den Stall wieder auf die alte Stelle zu schaffen.

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Die Beringstedter haben schon damals den Lehrern Streiche gespielt.

1856 kündigte Wernecke „umständehalber“ seinen Dienst. Er starb 1884 in Reinbeck.

Die Aufzeichnungen über Werneckes Nachfolger, J. Fr. Lindemann geben Auskunft über den beruflichen Werdegang eines Lehrers seiner Zeit. Sie seien daher hier kurz wiedergegeben:

Lindemann wurde nach seiner Konfirmation von Lehrer Nißen, Neumünster, auf das Schulfach vorbereitet. Mit 17 Jahren war er ein Jahr lang Präparand, von 1834 – 1837 Elementarlehrer und bis 1841 Lehrer. In diesem Jahre „wurde er vom Visitatorium in Rendsburg nach abgelegter Lehrprobe erwählt für die Schule zu Holstennindorf/ Besdorf“.

1856 wurde Lindemann unter 50 Bewerbern zum Lehrer von Beringstedt gewählt. Am 1. November 1881 trat er in Ruhestand mit einer Jahrespension von 750 Mark und verbrachte seinen Lebensabend bei seinem Schwiegersohn Hinrich Voß in Ostermühlen.

 G. Fr. Lindemann Lehrer   Dieses Foto kommt aus dem Nachlaß von Helmi Schößler. Sie wohnte viele Jahre im Schulgebäude (Schulberg) und später bei Herbert Jürß (Steinbergstr.), der dieses Foto zu seinen Unterlagen hinzufügte.

Lindemann war als Lehrer und Mensch sehr beliebt. Noch im Jahre 1926 fand in Beringstedt eine Erinnerungsfreier an ihn statt. Sein Sohn Eduard ertrinkt als Knabe beim Baden im Ostermühler Teich.

Für die Schüler aus Ostermühlen gab es damals einen Weg über die Wieschen zur Schule. Dieser ist heute nicht mehr vorhanden. Er führte in Verlängerung der Straße Wiesengrund bis nach Ostermühlen. Auf einer  Flurkarte, die freundlicherweise von Siegfried Hinz zur Verfügung gestellt wurde, ist er noch zu sehen:

Katasterkarte Wischhöfe 2   

Mit Lindemanns Nachfolger, Lehrer H.C.M.F. Thomsen, beginnen die laufenden Eintragungen in der Schulchronik. Er ist der erste Lehrer, der auf diesen Beruf „ordnungsgemäß“ vorgebildet wurde. Er „präparierte“ je ein Jahr an drei verschiedenen Schulen und besuchte zwei Jahre lang das Seminar in Ratzeburg. 22 Jahre alt, bewarb er sich um die Beringstedter Lehrerstelle und wurde mit 29 von 41 Stimmen von der Schulgemeinde gewählt. Er konnte seinen Dienst aber erst am 21. November 1881 antreten (statt 1.11.), weil die Schule wegen Diphterie so lange geschlossen bleiben mußte. Diese Krankheit hat auch in den folgenden Jahren viele Opfer unter der Bevölkerung, besonders unter den Schulkindern gefordert. 1882 legte Thomsen in Eckerförde die zweite Lehrerprüfung ab und wurde bald darauf „definitiv“ angestellt. Noch in demselben Jahr wurde die Schule für 3.000 Mark umgebaut bzw. erweitert. Die Decke des Schulzimmers wird angehoben, und der Lehrer erhält mehr Räumlichkeiten. Die Schülerzahlen, die bei Thomsens Dienstantritt 49 betrugen, stiegen bis zum Jahr 1900 auf fast 100. Nun wurden alle Kinder das ganze Jahr über unterrichtet, bis auf etwa 10 – 12 Kinder, die auf Antrag im Sommer beurlaubt wurden. Leider teilt uns Thomsen nicht mit, wann der Ganzjahresunterricht eingeführt wurde. Bestimmt schon vor einiger Zeit.

Im Jahr 1884 erwähnt Thomsen zum erstenmal, daß vor Ostern durch den Ortsschulinspektor eine Schulprüfung stattfand. Diese Prüfungen wiederholten sich jährlich durch die Pastoren Pallesen und ab 1900 Ramm. Die Schule wurde auch fast alle Jahre von Kreisschulinspektor Pastor (später Probst) Treplin revidiert. Im Mittelpunkt standen fas immer religiöse Themen.

Im Frühjahr 1887 wurde das Schulland auf zehn Jahre neu verpachtet. Da die Pachtsumme aber um 41 Mark unter der Taxe blieb, mußte die Gemeinde diese Summe dem Lehrer jährlich auszahlen, zuweilen tat sie das aus dem Titel Reparaturkosten! Für das Reinigen und Heizen des Klassenzimmers wurden dem Lehrer jährlich 52 Mark bewilligt. Auf Grund einer Revision durch Schulrat Saß, ordnete die Regierung die Anlage eines Turn- und Spielplatzes an. Dieser wurde 1889 durch Abbruch des Torfstalls, der auf der anderen Straßenseite wieder aufgebaut wurde, geschaffen.

1890 wird zum erstenmal das „Fest des Vogelschießens und Eierlaufens“ erwähnt, das dann wohl alljährlich stattfand.

Hauptlehrer Claus Thomsen und seine Klasse

Mit Schulfahne, Trommeln und Pfeifen stellt sich Lehrer Thomsen mit seinen Schulkindern dem Photographen.

Obere Reihe: Dora Bolln, Greta Greve, Greta Harms, Marie Ruge, Cathar. Voss, Wiebke Ott, Margar. Harders, Margar. Hadenfeldt, Abeline Pahl, Catharina Hadenfeldt

Zweite Reihe: Jürgen Harms, Wilhelm Buttenschön, Georg Schneider, Heinrich Raabe, Hermann Krause, Hermann Fock, Hans Hadenfeldt (Sohn v. Daniel H.), Hans Hadenfeldt (Sohn v. Jürg. H.), Claus Schneider, Johannes Butendorp

Dritte Reihe: Helene Holm, Alwine Kracht, Marie Hadenfeldt, Dora Martens, Anna Ott, Allwine Timm, Wilhelmine Ehlers, Marie Behrens, Catharina Kracht, Emma Ehlers, Anna Koll, Johann Detlef Hadenfeldt

Vierte Reihe: Emil Ehlers, Hans Fock, Heinrich Martens, Heinrich Rühmann, Friedrich Keller, Anna Timm, Christine Behrens, Catharina Greve, Anna Kaltenbach, Catharina Popp, Greta Schneider, Ida Hartig, Anna Rubien, Claus Hadenfeldt (Claas Dick)

Fünfte Reihe: Claus Sievers, Claus Stoldt, Hinrich Hartig, Hans Holm, Eduard Holm, Carl Ruge, Paul Gier, Hans Rubien, Johannes Kaltenbach, Oskar Thomsen

links mit Bart:  Hauptlehrer Claus Thomsen

Das Schulkollegium bewilligte der Schule Beringstedt im Jahre 1892 als erste Rate zur Anschaffung einer Schulbücherei 15 Mark. Daraufhin stiftete die Todenbütteler Spar- und Leihkasse für die Schulen des Kirchspiels insgesamt 600 Mark für denselben Zweck.

1894 werden erstmalig Ferien erwähnt (23. Juli bis 19. August).

1896 stieg die Schülerzahl auf 88. Daher wurde eine Halbtagsschule mit 34 Wochenstunden eingerichtet.

1897 verhandelten Vertreter der Regierung, Kreisschulinspektor Treplin und das örtliche Schul- kollegium über Umbau oder Neubau der Schule. Alle entschieden sich für einen Neubau.

Am 25.1.1898 wurde vom Beringstedter Schulkollegium auf Grund des neuen Lehrerbesoldungs- gesetzes v. 3.3.1897 das Lehrergehalt auf 1.175 Mark jährlich festgesetzt. Stufenweise kam dann eine Alterszulage bis zu 150 Mark hinzu. Für das Heizen und Reinigen der Schule wurden jährlich 72 Mark an den Lehrer gezahlt. Später setzten die Schulkollegien des Kirchspiels Todenbüttel die Alters-zulagen auf 120 Mark herab. Das dieser Beschluß von der Regierung bestätigt wurde, trat der derzeitige Ortsschulinspektor Pastor Clausen von seinem Amt zurück. Neuer Oberschulinspektor wurde Pastor Roos aus Innien. Dieser ließ sofort ein neues Schulkollegium wählen, weil das beste-hende ungesetzlich gewählt worden war. Er erreichte auch bald einen Beschluß des neuen Schulkol-legiums, daß eine neue Schule gebaut werden sollte. 1899 legte Pastor Roos sein Amt als Oberschul-inspektor nieder. Sein Nachfolger wurde Pastor Ramm aus Rendsburg.

In einem Balken dieses Gebäudes steht die Inschrift:    "Dies Haus soll Gott dein Tempel sein"  Es wurde leider kein Datum für diese Inschrift festgehalten. In einer Notiz von Herbert Jürß steht: Der Balken befindet sich bei J. Stein (Vorbesitzer). Weiterhin hat er aufgeschrieben: Der genaue Termin der Fertigstellung des Gebäudes kann nicht festgestellt werden. Wahrscheinlich ist es um 1800 erbaut worden. Bedingt durch die Schülerzahl wurde am Nordende des Schulhauses ein Wirtschaftsgebäude angebaut.

Aus dieser Zeit gibt es nur ein Schulbild, aufgenommen zwischen 1895 und 1900

 Altes Schulfoto  

Hintere Reihe:  ?, Ernst Thomsen, ?, Christian Alpen, Claus Heesch, Claus Wensien, August Sievers, ? Joh. Greve, Johnasson, Heinrich Behrens

2. Reihe:  Johanna Evers, Anna Bolln, Frieka Thomsen, Vera Voß, Johanna Pump, Anna Raabe, Ott, Cäcilie Holm, Anna Greve, Luise Koop, Emma Nupnau, Lene Röschmann, Joh. Ewers (diese Reihe ist sehr schwierig zuzuordnen, siehe unten)

3. Reihe:  Marie Voß, Frieda Lehmkuhl, Cath. Bolln, Ida Holm, Catr. Voß, Lehrer Thomsen, Henny Wulf, Cäcilie Holm, Anna Behrens, ... ? (leider ist auf der handschriftlichen Liste der obigen Namen nicht mehr genau erkannbar wo die Reihe weitergeht. Eine Cäcilie Holm steht dort 2 x aufgeführt. Entweder setzt sich die Reihe dort weiter fort, oder es gab diesen Namen tatsächlich zweimal in Beringstedt

4. Reihe:  J. Schuster, H.D. Hadenfeldt, ??, Otto Nupnau, Hans Wensien, Fidde Holst, Wilh. Behrens, ??, Ida Ehlers, Emma Behrens, Chr. Holst, ...Johnasson

5. Reihe:  Alwine Reimers, Lene Voß, Jürgen Bolln, Jürgen Evers, Hans Voß, Marie Evers, Gretchen Looft, Meta Wieben, Anne Sievers, Alwine Ruge, Anne Hadenfeldt, Anna Blunck, Marie Fock, Emil Gier

6. Reihe:  Joh. Rubien, Eduard Holm, Claus Hadenfeldt, ?, ?, Wilhelm Krall, Claus Voß, Wilhelm Pahl, Reimer Rubien, ?

vordere Reihe:  Oskar Thomsen, Christ. Raabe, Hein Pahl, ?, Hans Harms, Karl Wieben, Otto Ehlers, Markus Rubien, Adolf Biß, Claus Rühmann, Herm. Fock, Hans Gude

Anmerkung: Leider gibt es heute (2018) niemanden mehr, der die Richtigkeit der Reihenfolge bestätigen kann. Ich, R. Bo., habe lange überlegen müssen und kann letztendlich keine Garantie auf Richtigkeit der Namenfolge geben, denn der handgeschriebene Zettel auf dem die Namen in teils alter deutscher Schrift stehen, ist sehr kurios. Man möge mir Verzeihen, siehe Anhang:

 Namensliste der Schüler in der alten Schule

 

 

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