Fohrsberg

Der Fohrsberg und die Geschichte von der goldenen Figur

Aus der mittleren Steinzeit (ca. 10.000 bis 4.000 Jahre v. Chr.) stammen Überreste von Wohnplätzen, die Jäger und Sammler bei ihrem Aufenthalt in der Uferzone der Haaler Au und den Nebenarmen nutzten. Dies belegen zahlreiche steinzeitliche Funde. Auch ein Hünengrab gab es hier. Es wurde jedoch nicht weiter beachtet und somit zerstört, bevor es archäologisch begutachtet werden konnte. Ein Relikt aus dieser Zeit steht in der Dorfmitte (siehe Schalenstein). Die anderen Großsteine wurden entweder als Ecksteine für die Hofeinfahrten genutzt, oder zu Schottersteinen zerschlagen und als Unterbau für die Straße verwendet.

1779  In dieser Zeit war die heimische Landwirtschaft im Umbruch. Zuvor hatte die Dorfgemeinschaft als feldliche Gemeinschaft (Allmende) gearbeitet. Diese wurde nun von Amts wegen aufgehoben. Die Verteilung der Felder, Weiden, Wiesen, Moore und Wälder, die sogenannte Verkoppelung, ließ jedoch auf sich warten, weil die Landvermessung, die Bonitierung, und das Anlegen der Erdbücher und Flurkarten sehr zeitraubend war. 1785 ackerte der Hufner Ehler Holm (sein Hof befand sich in der Marsch) auf dem Feldstück am Fohrsberg. Dies war ihm durch Los zur Beackerung zugefallen. Zuvor hatte es brach gelegen und wurde nur als Viehweide genutzt. Bei der Beackerung mit dem Pflug kam ein Stück zum Vorschein, das in der Sonne glänzte. Sein Pflugschar hatte eine Ecke angekratzt und so erst erkannte er dieses `goldene´ Stück. Er säuberte es und zum Vorschein kam eine Figur in Frauengestalt, die in den Händen eine kleine Schale trug und ihm sehr wertvoll erschien. Wie ein Lauffeuer ging diese Geschichte durchs Dorf und viele Neugierige kamen, um sie erfurchtsvoll zu bewundern. Wer es sich leisten konnte trug damals  Spangen auf seinen Schuhen zum Feiertagsgewand. Es gab wohl 2 Herren im Dorf, die trugen silberne Spangen auf ihren Schuhen. Da er sich im Glauben befand, es handele sich um Gold, fuhr er nach Rendsburg um sich bei einem Goldschmied hieraus goldene Schnallen machen zu lassen. Dieser erkannte jedoch sehr schnell, dass es kein Gold war sondern Bronze. Er erklärte ihm das dies nur einen geringen Wert darstellte. Enttäuscht ging er zu einem Trödler, wie es ihm der Goldschmied geraten hatte und versuchte hier seine Figur zu verkaufen. Der Händler hielt ihn jedoch hin, weil er selbst erst in Erfahrung bringen wollte, was diese Figur wert ist. Während dieser Zeit sprach sich die Geschichte in Rendsburg herum und so hörte auch ein Amtmann davon. Er ließ sofort seine Leute schicken, um diese Figur zu beschlagnahmen. Da er ahnte, das es sich um eine historisches Wertstück handeln könne, schickte er die Figur nach Kopenhagen. Hier landete es dann im National-Museum. Der Finder kehrte mit leeren Händen nach Beringstedt zurück.

 

Bronze Figur Messer

Leider ist diese Kopie sehr schlecht, evtl. gibt es später die Möglichkeit ein besseres Bild einzustellen. Wer möchte kann sich auf der website der Goldschmiede Jess, Schleswig, Bilder einer Replik ansehen. Original angefertigte Repliken kann man dort käuflich erwerben.

Messer mit Mädchenfigur

Das bronzene Messer mit der Mädchenfigur gehört zu den bedeutendsten Funden der jüngeren Bronzezeit (1100 - 500 v. Chr.) in Schleswig-Holstein. Die Figur ist mit einem Schnürenrock bekleidet - eine Tracht, die man vereinzelt schon aus Bestattungen der älteren Bronzezeit kennt. Ohren und Hals, Arme und Beine sind mit Ringen geschmückt. Das Mädchen hält eine Schale in der Hand, mit der es etwas darzubieten scheint. Handelt es sich um die Darstellung eines Rituals, für das eine bestimmte Kleidung getragen werden mußte? Hatte dieses Messer eine Funktion bei kultischen Handlungen? 

Im Jahr 1965 wurden vom 30.Mai bis Ende Juni im schleswig-holsteinischen Landesmuseum im Schloß Gottorf in Schleswig, Gold- und Bronzegegenstände ausgestellt, die in Schleswig-Holstein gefunden wurden. Darunter waren viele Leihgaben aus dem National-Museum in Kopenhagen und darunter war auch die in Beringstedt von Ehler Holm gefundene `Goldfigur´ aus Bronze. Stellungnahmen über den Fund sind in einem Buch über die Geschichte Schleswig-Holsteins von Pauls und Scheel zu finden, erschienen1939 im Wachholz-Verlag.

Götterfiguren dieser oder ähnlicher Art sind bisher in Schleswig-Holstein sehr selten gefunden worden. Bekannt ist ein ähnlicher Fund im sogenannten Kaiserberg in Itzehoe. Auch diese Figur bildet den Griff eines Messers und sie hat auch Ohrringe und hält eine Schale oder ein Gefäß vor sich in den Händen.

Wie diese Figur nach Beringstedt und zum Fohrsberg gekommen sein mag kann natürlich nicht schlüssig beantwortet werden. Aber bekannt ist, daß solche wertvollen Figuren und auch andere Gegenstände den verstorbenen Besitzern mit ins Grab gegeben wurden. Bekannt ist auch, das Beringstedt und Umgebung geschichtsträchtige Gebiete sind und diese Gegend schon zur Völkerwanderung fest besiedelt war. Aber auch schon zur Stein-, Bronze- und Eisenzeit. 

...dieser Bericht wurde zusammengestellt und aufgeschrieben von Herbert Jürß am 7.2.1999....

 

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