Stickelloh

Stickeloh / Steckellohe

„Wo liegt das denn?“  habe ich einige ältere Beringstedter gefragt. Denn diese Bezeichnung tauchte auch schon in den alten Schulunterlagen auf, wo stand, dass die Kinder aus Ostermühlen und Steckelloh schulmäßig zu Beringstedt gehören sollen. „Das liegt doch in der Nähe unseres Kuhstalls“, (Aussiedlerkuhstall Richtung Puls), sagte Anne Solterbeck. Die Flurbezeichnung Stickelohe ist auch auf der großen Flurkarte (Stand 1961)* zu finden, die im Flur unserer Mehrzweckhalle auf dem Schulberg (Eingang vom Sportplatz aus) hängt und im Archiv fand ich hierzu folgendes:

Stickeloh war früher ein kleiner Ortsteil von Beringstedt. Er lag, wenn man von Beringstedt in Richtungs Puls fährt, hinter der Au auf der linken Seite. Hinter der dort verlaufenden FohrsAu gab es 2 kleinere Hufen und 1 Kate. Diese sind im Jahr 1757 in den Besitz Ostermühlen übergegangen.

Um 1700 sind dort ansässig:

                Detleff Ludhoff                1/8 Hufe

                Hinrich Evers                     1/8 Hufe

                Hans Timmen                   1 Kate                  nach dem Erdbuch ¼ Hufe vor….(mals)….. (hier fehlt etwas                                                                                 Text am Rand der Kopie) …aber ganz abgebrannt, wird                                                                                             jährlich um 3 Reichstaler verhauert

Im Jahr 1738 werden die zwei Besitzer genannt:

                Jürgen Paulsen                 mit 1/8 Hufe

                Max Evers                          mit 1/8 Hufe.

1757 kauft die Familie Voß (Ostermühlen) den letzten Besitz von Steckellohe für 900 Mark, eine Tonne Roggen, eine Tonne Buchweizen und 1 Schaf.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Sage von            De swarte Greet vun Stickeloh:

In den Tagelöhnerkaten von Stickeloh, auf dem Hof Ostermühlen, lebte ein Tagelöhner-Ehepaar. Die Frau behandelte den Mann anhaltend so schlecht, dass dieser sich am Ende im Fohrsbrook an einem Baum erhängte. Von da an war die Frau als „swarte Greet“ von Stickeloh in Beringstedt geächtet. Als sie starb, weigerten sich die Bauern, die Leiche nach Schenefeld zum Friedhof zu fahren. Schließlich wurde sie in einem einfachen Holzsarg von den Bauern im Fohrsbrook, dem Sterbeort ihres unglücklichen Mannes, in der Böschung der Fohrsau (früher auch Mühlenbek genannt) notdürftig verscharrt. Regenfälle und Kühe, die hier zur Tränke gingen, brachten nach Jahren den Sarg wieder zum Vorschein. Von da an spukte dort angeblich der Geist der Frau des Selbstmörders. Die Stelle wurde von da an auch am Tage gemieden. Der Fohrsbrook wurde später nahezu ganz abgeholzt und die Straße nach Puls führt hier entlang.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

*Diese Flurkarte (Stand 1961) wurde von Erhard Marxen gezeichnet und von Lena Putzke beschriftet. Hier sind die Besitzer     der einzelnen, manchmal sehr kleinen Flurstücke benannt. Nach der Flurbereinigung hat sich hier vieles verändert.

Beringstedter Geschichte

Liebe Beringstedter Mitbürger,

mein Name ist Rita Bokelmann. Ich möchte hier auf der Beringstedter Homepage die Arbeit unseres leider verstorbenen Ehrenbürgers und Altbürgermeister Herbert Jürß fortsetzen und eine Beringstedter Chronik erstellen, digital. Ihr werdet also hier von Zeit zu Zeit Beiträge und Fotos aus der Vergangenheit finden.

Im Herbst 2016 bin ich mit dieser Arbeit angefangen und habe auch schon mit einigen älteren Mitbürgern unserer Gemeinde gesprochen und Material gesammelt, bevorzugt alte Bilder und Informationen darüber, wer wann wo gewohnt und gewirkt hat. 

Falls Ihr, liebe Beringstedter oder außerhalb wohnende ehemalige Beringstedter, Lust und Interesse habt mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen, so wäre ich hierfür sehr dankbar. Schaut doch mal in Eure Fotosammlungen oder Archive, ob es noch "Schätze" gibt, die hierfür geeingnet wären.

 

Vielen Dank und bis bald

Rita Bokelmann

Die Ziegelei

Die Ziegelei von Beringstedt            (Aufsatz einer Beringstedter Schülerin)

Früher lag westlich von Beringstedt, ein großes Tongelände. Der Besitzer Martens verkaufte es um 1900 an die Zementfabrik Alsen. Die ließ hier abbohren und der Ton wurde über die Fuhlenau, Haaler Au, durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal (heute heißt er Nord-Ostsee-Kanal) dann über die Wilster Au und die Stör bis nach Itzehoe gebracht. Gleichzeitig versuchte die Firma Hirschberg, Itzehoe, in dieser Gegend Kreide zu finden. Da nun der Großvater von J. Hadenfeldt weiter östlich des Tongeländes von Beringstedt, in dem Gelände wo später die Ziegelei bebaut wurde, beim Mergelgraben war, stieß er auf etwas Hartes. Diese Erdmasse färbte sich beim Trocknen weiß. Mit dieser Masse hat man damals die Schwibbögen und Feuerstellen ausgeschmiert. Bei den Bohrungen wurde nun festgestellt, dass diese Masse keine Kreide sondern der beste Pfeifenton sei. Es wurde von Sachkundigen Fachleuten vorgeschlagen Brennproben und Glasurproben zu machen. Es sind dann feine Kacheln und sonstige Töpferwaren daraus hergestellt worden. Solche wurden gemacht in der Kunsttöpferei Schleswig, in der kaiserlichen Majolik in Cadinen bei Elbing, in der Haustöpferei zu Tellingstedt und in der Dampfziegelei zu Brunsbüttelkoog. Das Ergebnis daraus war außergewöhnlich gut. Dann kam ein Herr Brand und Co., Lachville Street, aus Manchester (England). Dieser ließ das Gelände abbohren und wollte es kaufen um eine Dampfziegelei nebst Tonwarenfabrik anzulegen. Wegen Beeinflussung des südafrikanischen Krieges wurde nichts daraus.

Im Jahr 1902 wurde von Fachleuten geraten, selbst eine Ziegelei anzulegen. Darauf wurde dann eingegangen. Schon im Sommer desselben Jahres wurden die Arbeiten beim Brennofen begonnen und bereits im September die ersten Lehmsteine angefertigt.

Weiterlesen ...

Der Schepsgraben

Der Schepsgraben

Früher gab es im Moor „Groot Wisch“ einen kleinen Hafen, den sogenannten Schepsgraben. Bevor die Bahnstrecke und der Nord-Ostsee-Kanal gebaut wurden, fuhr man von dort aus mit kleinen Schuten auf dem Wasserweg Holz und Torf in die Städte Rendsburg, Friedrichstadt und sogar bis nach Tönning. Dies erfolgte über den Schepsgraben in die Haalerau und weiter die Eider entlang. Das Holz war zuvor im Wald geschlagen und mit Pferde- oder Ochsenwagen zum kleinen Hafen gebracht worden, wo es auf die Schuten verladen wurde. Auch der reichlich im Moor vorhandene Torf wurde von hier aus verschifft. Torf wurde seinerzeit allgemein zum Beheizen der Öfen und Kochstellen gebraucht. Er wurde im Moor mit dem Torfstecher in handliche Stücke gestochen und zum Trocknen aufgestapelt. In den Städten waren diese Waren sehr begehrt und so betrieb man einen einträglichen Handel mit den Stadtbewohnern, denn von dort wurden Kolonialwaren wieder mit nach Beringstedt genommen. Auch Reet aus der Eiderniederung, zum Eindecken und Reparieren der Hausdächer, fand so seinen Weg nach Beringstedt. Waren die Schuten mal nicht im Einsatz, lagen sie zum Trocknen an der Böschung. Hier konnten dann auch Ausbesserungsarbeiten an ihnen vorgenommen werden.

Bewohner, die kein eigenes Land besaßen, mähten an der Uferböschung das Gras und verarbeiteten es zu Heu. So hatten auch sie im Winter Futter für ihr Kleinvieh.

Weiterlesen ...

Geschichte der Schule in Beringstedt

Verzeichnis der Lehrkräfte die in den Schulen in Beringstedt unterrichtet haben,

ab 1743 bis zur Auflösung der Schule im Jahr 1971:

1.       Lehrerstelle (Leiter), alleiniger Lehrer:

Ehler Ruge                                                         1743     

Er hatte in diesem Jahr einen tödlichen Unfall -siehe Bericht alte Schule-. Sein Eintritt als Lehrer ist leider nicht mehr feststellbar.

Kaltenbach                                         1743 -   1768     

Jürgen Lucht                                      1768 -   1788

Michaelis                                            1788 -   1790

Paul Ruge                                           1790 -   1789

Fischer und Sachau                          1798 -   1800      wahrscheinlich Aushilfskräfte

------------- ca. bis hierhin Unterricht im Mückenhörn (Bolln, dann Dora Lütje, die Kate wurde abgerissen) und in der Kate bei Mehrens (früher Lucht, die Kate steht heute ebenfalls nicht mehr. Sie stand neben der heutigen Reithalle. Auf den Grundmauern steht heute eine Werkstatt)-----------------

Claus Jakob Kruse                           1800 -   1836     

Im Jahr 1812 hatte die Schule nur 47 Kinder  lt. Akt. 65..2/3189 des Landesarchivs Schleswig-Holstein, Schleswig

E. C. Wernecke                                1836 -   1856

J. Fr. Lindemann              1.11.1856  bis    31.10.1881         

H. C. M. F. Thomsen       1.11.1881  bis    31.03.1909

---------------------------------------ab 1901 im neuen Schulgebäude Schulberg------------------------------------------------------------------

Kl. Chr. Jüergens              1.04.1909  bis      1.10.1910

Nickel Nickelsen              1.10.1910  bis    30.09.1913

Wilhelm Schulze              1.10.1913  bis      31.3.1914

Max Göttsche                   1.04.1914  bis      30.4.1950

Helmut Wächtler             1.05.1950  bis    30.09.1955

Friedrich Ehlers                1.10.1955  bis    31.12.1955         Vertretung

Hans Roske                        1.01.1956  bis    31.03.1964

Friedrich Ehlers                1.04.1964  bis    31.03.1965          Vertretung

Lieselotte Sprengel         1.04.1965  bis    30.11.1966          Vertretung

Lippoldes                            1.12.1966  bis    Anfang 1968

Otto Grams                        Anfang 1968 bis 1971          

Weiterlesen ...

Geschichte der Schule in Beringstedt

Unsere Schule

 Schule Schulberg 3      Postkarten 2 3       Postkarten 3 2                                                               Baubeginn Sept. 1900    Fertigstellung/Einweihung Mai 1901

Schulberg 3

Am 22. Mai 1900 wurde der Beschluß gefaßt, auf der Rugeschen Koppel eine Schule mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen zu errichten. Den Zuschlag erhielt der Beringstedter Maurermeister H. Evers zu einem Baupreis von 11.120 Mark. Alles Baumaterial lieferte die Schulgemeinde. Die Bauarbeiten wurden am 19. September begonnen und am 20. Oktober war bereits Richtfest. Am 20. Mai 1901 wurde der Neubau von dem Rendsburger Stadtbaumeister abgenommen. Am folgenden Tag wurden Mobiliar und Inventar aus der alten Schule in die neue Schule überführt, und am nächsten Tag nach einer kurzen Abschiedsfeier im alten Haus der Unterricht im neuen Schulgebäude aufgenommen. Die alte Schule wurde für 2000 M verkauft. Die Einweihung der neuen Schule nahm der Ortsschulinspektor Pastor Ramm am 31. Mai 1901 vor.

Im Jahr 1900 hatte Beringstedt 491 Einwohner, davon 92 Schulkinder. Die Schülerzahl stieg jedoch schon 1902 auf 112 Schulkinder. Die Linden vor dem Gebäude wurde 1905 gepflanzt. Es waren anfangs mehr. Heute stehen nur noch drei.

Nach 5 Jahren Halbtagsschule erhielt Lehrer Thomsen endlich Unterstützung durch den Lehrer Kühl, der vom 1.10.1902 bis 31.03.1905 die 2. Lehrstelle verwaltete. Seine Nachfolger wurden Lehrer Johannes Bernhard Gaiser, bis Mai 1908, und Lehrer Hans Heinrich Jahn, ab Okt. 1908 bis 1912. Im Jahr 1908 mußte Lehrer Thomsen somit ½ Jahr lang alleine unterrichten. Am 1.10.1908 wurde er nach Hüllerup bei Flensburg berufen. Der am gleichen Tag eintreffende 2. Lehrer Jahn mußte nun auch ½ Jahr lang alleine unterrichten, da der neugewählte 1. Lehrer Klaus Christian Heinrich Jürgens erst am 1.4.1909 seinen Dienst antrat. Er blieb bis 1910 in Beringstedt. Seine Nachfolge trat am 1.10.1910 Lehrer Nickels Friedrich Elinius Nickelsen an. Als Lehrer Jahn nach bestandener 2. Prüfung Beringstedt am 30.09.1912 verließ, erhielt die Schule erstmals eine Lehrerin, Emma Margarethe Hansen, die aber schon am 31.3.1913 nach Rendsburg versetzt wurde. Im Jahr 1912 betrug die Schülerzahl der I. Klasse 67 Schüler (39 J.+28 M.), die II. Klasse 53 Schüler (28 J.+25 M.). Die 2. Lehrstelle wurde weiterhin mit Lehrerinnen besetzt, vom 1.4.1913 mit Lehrerin Elisabeth Chemnitz, bis 30.09.1913 und vom 01.10.1913 bis 31.3.1914 mit Lehrerin Cäcilie Sievers. Am 1.10.1913 trat auch der Lehrer Otto August Wilhelm Schulze seinen Dienst in Beringstedt an. Er war für die 2. Lehrerstelle gewählt, mußte jedoch bis zum Eintreffen des neuen 1. Lehrers dessen Stelle verwalten.

Lehrer Schulze und Kinder  Lehrer Schulze mit den Mädchen der Oberstufe, ca. 1914

von oben links:     Erika Peters, Else Harms, Marie Maas, E. Homfeld

2. Reihe:   Ella Schmidt, Else Heesch, K. Schröder, A. Hadenfeldt, Anna Haark, Wilhelmine Trede

Davor:   L. Clausen, Adele Schipmann, Grete Hadenfeldt, Frida Homfeld, Emma Schröder, Helene Looft, Berta Tiebensee, Magda Grimm, Wilhelmine Jaap, Christine Schütt, Christine Büßen, Lene Kock, Marie Hadenfeldt, Martha Dallmeier, Lehrer Schulze, Marie Bruhn, Anna Betka, Anna Butenschön

Am 1.4.1914 trat  Max Göttsche seinen Dienst an. Nun trat Ruhe und Stetigkeit ein, denn Lehrer Göttsche amtierte in Beringstedt bis 1950, also während beider Kriege. Mit Beginn des ersten Krieges wurden er und Lehrer Schulze zum Heeresdienst einberufen. Ihre Vertretung bereitete große Schwierigkeiten. Als Vertreter werden genannt: Lehrer a.D. Evers, Schulamtskandidat Griep, Lehrer Happek und schließlich Lehrer a.D. Lipp (1.3.1915 bis Weihnachten 1915). Lehrer Göttsche wurde Ende 1915 wegen Erkrankung an Typhus vom Heer entlassen und trat am 6.1.1916 wieder seinen Dienst in Beringstedt an. Er fand 105 Schulkinder vor, die er -ebenso wie die aufgeführten Vertreter- alleine unterrichten mußte. Von diesem Jahr an berichtet er über Schülersammlungen für Kriegsanleihen, für Kriegsgefangene, für die Flotte und über eine Wollsammlung.

Am 11.1.1917 wurde er wieder zum Heeresdienst einberufen. Seine Vertretung übernahm am 5.2.1917 der kriegsgeschädigte Lehrer Peters, der aber am 15.5.1917 wieder ins Lazarett mußte. Vom 16.5. bis 6.11 1917, ca. 1/2 Jahr lang, fand kein Unterricht statt in der unteren Klasse. Erst am 6.11.1917 wurde wieder ein Lehrer eingewiesen, der beinamputierte Adolf Ebel.

1918 sammelten die Beringstedter Schulkinder 4000 Pfund Laub, das zu Heu für das Vieh verarbeitet wurde. Für 1 Pfund Laubheu erhielten die Kinder 18 Pfennige. Am 13.12.1918 übernahm Lehrer Göttsche wieder den Unterricht an der 1. Klasse. Anfang 1919 verließ Lehrer Ebel Beringstedt und Lehrer Schulze übernahm wieder seine Klasse. Er blieb bis zum 31.5.1921 in Beringstedt.

Weiterlesen ...

Geschichte der Schule in Beringstedt

Die Geschichte der alten Schule Beringstedt

von Hauptlehrer a.D. Hans Roske (Schulleiter von 1956-1964) übersetzt aus der alten deutschen Schrift:

Die Beringstedter Schulchronik ist von Lehrer Thomsen angelegt worden, der von 1881 – 1908 hier tätig war. Desweiteren hat Otto Bolln einige Details aus den Anfängen aufgeschrieben und unser Ehrenbürger Herbert Jürß hat viele Fakten im LandesArchiv gefunden und schriftlich festgehalten, sowie einige Bilder hinzugefügt.

Im Kirchspiel Schenefeld, zu dem Beringstedt damals gehörte, steht im Jahr 1686 geschrieben, dass in jedem Dorfe eine Schule vorhanden ist! (Dies ist im Visitationsbericht d. Gen.-Sup. Erdmann von 1686 im Landesarchiv Gottorf nachzulesen).

Erst nach 1700 gibt es reichlichere Nachweise über Schulen (Vergl. Anl.2. Bericht des Past. Haberkorn von 1708. L.A. Gottorf A.III. 1578). Was in den Akten erscheint sind zunächst Klagen der Pastoren über Unzulänglichkeiten im Schulwesen. Schulen wurden nur von Martini bis Lichtmess (Winterschule, 10. Nov. bis 2. Febr.) gehalten. Als Schulmeister stellten die Bauern eben aus der Schule entlassene Jungen an, nach dem Grundsatz: je billiger, desto angenehmer. Die Ansprüche an die Qualifikation der Lehrer sind, wenn sie nur der reinen Religion zugetan, ebenso gering wie deren Einkünfte. Ein Zwang, die Kinder zur Schule zu schicken bestand nicht. Entzweite sich der Schulmeister mit dem Bauern, so nahm dieser die Kinder aus der Schule und beredete auch andere dies zu tun. Sie nahmen dann einen weiteren Schulmeister an, so daß oft zwei Winkelschulen im Dorf waren. Der Schwedeneinfall 1712 und die Pest ließen keine Weiterentwicklung der Schulen zu. Erst die Synoden in Rendsburg von 1723 und 1725 brachten neue Anregungen, die am 6.4.1726 die Bestätigung des Königs fanden. Sie besagten:

1.       Die Küster sollen selber die Schule halten.

2.       Nur vom Ortspastor geprüfte Lehrer dürfen angestellt werden.

3.       Nebenschulen sind im gleichen Ort nicht zu dulden.

4.       Es ist festzusetzten in welchen Dörfern Schulen sein sollen.

5.       Das Schulgeld für arme Kinder ist aus dem Klingbeutel zu zahlen.

6.       Winter- und Sommerschule ist abzuhalten. Im Sommer für die Kinder von 7 bis 12, im Winter auch für die von 12 bis 14 Jahren.

7.       Wenigstens alle vier Wochen sollen die Prediger die Schulen visitieren und alle Vierteljahr dem Propsten Bericht darüber geben.

8.       Die Städte haben Mädchenschulen anzulegen, die von gottseligen Frauen und Jungfrauen verwaltet werden sollen.

9.       Nachlässige Eltern sollen mit Brüche bestraft werden.

Damit wurde der Schulzwang erneut angeordnet, aber er stand zunächst nur auf dem Papier. Es fehlte am guten Willen der Gemeinden und am Können der Lehrer, denn die waren selbstgebildet (Autodidakten). Erst knapp 10 Jahre später gab Conradi keine Ruhe mehr zur Verbesserung des Schulwesens. Die Synode von 1734 gab neuen Antrieb. Zu ihr hatten die Pastoren schriftliche Berichte und Vorschläge für das Schulwesen einzureichen. Vom Nortorfer Pastor Reißich (Kirchenarchiv Nortorf) wird berichtet: Mit dem Schulwesen ist es sowohl im Kirchdorf, als auch in den sonstigen Gemeinden schlecht bestellt. Sommerschule gab es fast gar nicht. Verschiedene Eltern senden ihre Kinder auch im Winter nur drei oder vier Tage in der Woche in die Schule, damit sie dann nur 6 Pf. Schulgeld zu geben brauchen, während sie sonst 1 Schilling für die ganze Woche bezahlen mußten. In keinem Dorf war ein beständiger Schulmeister. Im Herbst nahmen die Bauern einen Schulmeister an und schickten ihn zur Prüfung zum Pastor. Der muß mit ihm zufrieden sein, damit die Schule wenigstens einigermaßen versorgt wird. Schuld an diesem Zustand hat das Fehlen von Schulhäusern und die fehlende Besoldung. Auch sind Dörfer vielfach zu klein, um einen Schulmeister dauernd zu unterhalten. Reißlich macht darum Vorschläge:

1.       In jedem Dorf muß ein Schulhaus gebaut werden, das von allen Steuern befreit ist, ein geprüfter Lehrer muß fest angestellt werden.

2.       Kleine Dorfschaften müssen zusammengelegt werden.

3.       Dem Schulmeister muß ein festes Einkommen außer dem Schulgeld gegeben werden.

Ähnlich lauten die Berichte aus den anderen Kirchspielen. An Schulgeld wurde wöchentlich gezahlt für jedes Kind, das im Katechismus und Lesen unterrichtet wurde 1 Schilling, wenn es aber auch Schreiben und Rechnen lernen soll 2 Schilling. Jeder Hauswirt gibt dem Schulmeister bei jedem Backen ein Brot, und wenn er schlachtet, eine Wurst. Auch die nötige Feuerung.

Weiterlesen ...

Beringstedter Originale

Der letzte Gemeinde-Schäfer von Beringstedt

In frühen Jahren war in Beringstedt ein Schäfer mit Namen Hans Thede. Er ist in Bornhöved, in Ostholstein, geboren. Im Kriegsjahr 1870 wurde er eingezogen. Bei der Ausbildung zum Soldaten ist er erkrankt und dann im Lazarett gestorben.

Sein Nachfolger wurde Jasper Peters *26.04.1847 in Todenbüttel. Für´s Schafehüten bekam er 48 Thaler im Jahr. Er hatte 5 eigene Schafe und hütete insgesamt ungefähr 300 Schafe, die im Dorf verteilt waren. Die Bauern Bruhn und Daniel Hadenfeldt gehörten nicht mit zu der Gemeindeschäferei. Für jedes Schaf mußten die Eigentümer den Schäfer 1 Tag beköstigen. Morgens, wenn er die Schafe zusammenhaben wollte, tutete er auf seinem Kuhhorn. Wenn das Horn erklang, wurden die Ställe geöffnet und die Schafe wußten wo sie hin mußten. Als Erkennungszeichen hatte jedes Schaf eine Markierung am Ohr. Die Schafe von Hans Harms hatten am rechten Ohr ein Stück abgeschnitten und im linken Ohr ein Loch. Bei Eggert Lucht hatte das rechte Ohr ein Loch. Dies sind nur zwei benannte Ohr-Markierungen, die notiert wurden.

Weiterlesen ...

Die Post

Postagenturen in Beringstedt

Anfangs kam die Postkutsche von Rendsburg nach Beringstedt. Sie fuhr dann weiter über Remmels nach Itzehoe zurück. Beringstedt hatte damals die Postleitzahl 2211.

Später kam der Postbote aus Hohenwestedt und ging über Barlohe zurück. Als dann die Bahn gebaut wurde, gab es eine Postagentur.

Posthaus Im Haus Steinbergstraße 11 war die erste Postagentur von Beringstedt untergebracht. Hier wohnte Familie Behrens. Später Walter u. Wilma Illing, heute Elsner. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Annelene Illing.

Die Agentur führte Adolf Nuppnau. Er mußte viermal pro Tag zur Bahn und die Post holen. Der Briefträger war Herr Popp. Er brachte die Post nach Ostermühlen, Puls, Seefeld und Beringstedt. Einige Jahre später kam Herr Schlömer. Ab 1928 war die Agentur nur noch für Beringstedt zuständig. Ostermühlen, Fohr und Puls wurden abgetrennt, sie bekamen die Post jetzt von Reher. Seefeld erhält die Post von Rendsburg. 1929 wurde Herr Schlömer nach Segeberg versetzt. Es folgte Herr Schmidt, er hatte sie 9 Jahre. Sein Nachfolger wurde Herr Lüthje. Er mußt die Post zweimal am Tag austragen.

Weiterlesen ...

Beringstedter Sagen

Die Sage von der roten Schlange

Vor Zeiten, so zwischen 1662 und 1696, gab es immer wieder Streit zwischen den Todenbüttelern und den Beringstedter Bürgern wegen einer Weide auf dem Sollhorst. Der Sollhorst ist ein Gehölz zwischen Beringstedt und Todenbüttel. Den Beringstedtern gehörte dieses Land und den Todenbüttelern war es erlaubt hier ihr Vieh grasen zu lassen und mit 2 Äxten Holz zu schlagen. Nach Jahren aber sagten die Todenbütteler:

                                         "Wem das Haar gehört, dem gehört auch der Kopf."                

Im Gehölz lag ein großer Stein und die Beringstedter schlugen vor: Der Stein soll diesen Streit beenden. Wenn am nächsten Morgen ein Zeichen unseres Herrgottes zu sehen ist, dann geht der Besitz an die Todenbütteler. Sie kamen also am nächsten Tag wieder zusammen und besahen sich den Stein. Wie durch ein Wunder kam auf dem Stein eine Schlange zum Vorschein und so wurde den Todenbüttlern dieses Gebiet zugesprochen. Die Todenbüttler brachten den Stein in ihr Dorf und dort lag er viele Jahre im Garten eines der Häuser.

                                                          Die Schlange auf dem Stein

Nach mehreren Zwischenlagern liegt er heute in den Anlagen der Todenbütteler Dörfergemeinschafts-schule.

Weiterlesen ...

Kriegszeiten in Beringstedt

Beringstedt in Kriegszeiten

Von 1600 an bis zum ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts hat das mittlere Holstein ungewöhnlich stark unter der Drangsalierung durch fremde Truppen und kriegerische Ereignisse gelitten. So durch den

                         Kaiserlichen Krieg                  1627 – 1629           und dem

                         Schwedenkrieg                      1643 – 1645           die mit zum 30-jährigen Krieg gehören. Dem

                         Polackenkrieg                         1657 – 1670           und durch die

                         Franzosenzeit                         1810 – 1814           auch Kosakenzeit genannt.

 

Russische, schwedische, preußische, französische, holländische, spanische und dänische Söldnertruppen, ganz schlimm waren auch die Lützower, benahmen sich stets so als wären sie im Feindesland, auch wenn sie als Verbündete auftraten. Wenn sie keinen Sold erhielten, und das war wohl sehr häufig der Fall, dann requirierten sie auf eigene Faust und nahmen alles, was sie gebrauchen und mitführen konnten. Sie nahmen den Bauern Pferde, Vieh, Wagen, Korn, Heu, Stroh, Speck, Butter, Eier und selbstverständlich alles Geld und alle Gegenstände mit Geldwert, z.B. metallene Gegenstände. Aus Mutwillen verbrannten sie in mühevoller Handarbeit hergestellte Geräte. Sie machten auf den Haus- und Scheunendielen Feuer und wenn das Haus brannte, zogen sie in das Nachbarhaus. Sie folterten die Bewohner, damit sie ihnen Verstecke im Garten oder im Feld und Wald verraten sollten.

Weiterlesen ...

Beringstedter Originale

Peter Büßen  und sein Milchwagen mit Pferd Lotte

-Das Bild wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Siegfried Hinz-

Peter Büßen mit seinem Milchwagen

Großer Junge:                      Sohn Hartmut (Bruder von Siegfried H.)

Mitte:                                    Herta Hinz (Mutter von Siegfried Hinz)

Die beiden anderen:          Kinder von Frau Osterwald, Wiesengrund

 

Seit ca. 1953 fuhr er mit dem Gespann durchs Dorf und verkaufte Milch, Butter etc., später auch Brote. Hier zu sehen in der Alten Dorfstraße vor der Alten Schule, Ecke Wiesengrund. Hinten im Bild ist noch der alte Hof Breiholz zu erkennen, der 1968 abbrannte und nicht wieder aufgebaut wurde.

Bei seiner Tour durch´s Dorf kam es vor das Herr Büßen, bei Geburtstagen seiner Kunden, eingeladen wurde ins Haus zu kommen. Sein Pferd Lotte war sehr geduldig und wartete immer bis er wieder herauskam. Nur einmal, da hat es Lotte zu lange gedauerte und sie lief einfach schonmal voraus nach Hause.

Vor Lotte gab es ein Pferd mit Namen: Hans, aber daran können sich wohl auch die älteren Beringstedter kaum noch erinnern.

                                                                                                              - Dez ´17 Annelene Illing und Rita Bo. -

Reiterhufen

Reiterhufen auch/oder Reuterhufen    

Das Elend der Reuter- oder auch Reiterhufen genannten Hofstellen dauerte etwa 10 Jahre und brachte die meisten Hufen (Höfe) an den Rand des Ruins. Nicht nur der 30jährige Krieg, der sich in den Jahren 1627 – 1629 auch in Holstein ausbreitete sondern auch der im Volksmund genannte „Polackenkrieg“ (1657-70) hatten das Land schwer mitgenommen. Das Königreich Dänemark, damaliger Beherrscher des Herzogtums Holstein, war durch den aufwendigen und luxeriösen Lebenstils in Kopenhagen in ständiger finanzieller Bedrängnis. Man war dort aber auch sehr erfinderisch in der Erschließung neuer Steuerquellen und in der Einsparung und Abwälzung der Kosten aller Art. Der Dänen-König Christian V (1670-99) verfügte kurz nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1671, die Kosten des stehenden Heeres drastisch einzuschränken und zwar in der Weise, dass die berittenen Truppen des Heeres (Kavallerie) kurzer Hand auf die Bauernhöfe verlegt und verteilt wurden. Im Amt Rendsburg wurden hierzu insgesamt 134 Bauernhöfe als sogenannte Reuterhufen bestimmt und mit dauernder Zwangseinquatierung belegt. Den Reuterhufen war zwar eine gewisse Steuerfreiheit zugesichert worden, aber darauf nahm man bei der Eintreibung wenig oder gar keine Rücksicht. Abgaben bzw. Steuern wurden damals nicht nur in Form von Geld sondern auch als Naturalien oder anderen Leistungen verlangt. Zwei Reuterhufen wurden in Beringstedt bestimmt eine davon war die Hufe Ott. Viele Reiterhufen wurden wegen der hohen Belastung von den Besitzern einfach verlassen und somit wurde die Höfe zu sogenannten „wüsten Höfen“. Es muss dem Amt Rendsburg diese Tatsache bekannt und bewusßt gewesen sein, denn es verlangte von den Kirchspielvogten einen jährlichen Bericht über den Zustand der Reuterhufen.

Fohrsberg

Der Fohrsberg und die Geschichte von der goldenen Figur

Aus der mittleren Steinzeit (ca. 10.000 bis 4.000 Jahre v. Chr.) stammen Überreste von Wohnplätzen, die Jäger und Sammler bei ihrem Aufenthalt in der Uferzone der Haaler Au und den Nebenarmen nutzten. Dies belegen zahlreiche steinzeitliche Funde. Auch ein Hünengrab gab es hier. Es wurde jedoch nicht weiter beachtet und somit zerstört, bevor es archäologisch begutachtet werden konnte. Ein Relikt aus dieser Zeit steht in der Dorfmitte (siehe Schalenstein). Die anderen Großsteine wurden entweder als Ecksteine für die Hofeinfahrten genutzt, oder zu Schottersteinen zerschlagen und als Unterbau für die Straße verwendet.

1779  In dieser Zeit war die heimische Landwirtschaft im Umbruch. Zuvor hatte die Dorfgemeinschaft als feldliche Gemeinschaft (Allmende) gearbeitet. Diese wurde nun von Amts wegen aufgehoben. Die Verteilung der Felder, Weiden, Wiesen, Moore und Wälder, die sogenannte Verkoppelung, ließ jedoch auf sich warten, weil die Landvermessung, die Bonitierung, und das Anlegen der Erdbücher und Flurkarten sehr zeitraubend war. 1785 ackerte der Hufner Ehler Holm (sein Hof befand sich in der Marsch) auf dem Feldstück am Fohrsberg. Dies war ihm durch Los zur Beackerung zugefallen. Zuvor hatte es brach gelegen und wurde nur als Viehweide genutzt. Bei der Beackerung mit dem Pflug kam ein Stück zum Vorschein, das in der Sonne glänzte. Sein Pflugschar hatte eine Ecke angekratzt und so erst erkannte er dieses `goldene´ Stück. Er säuberte es und zum Vorschein kam eine Figur in Frauengestalt, die in den Händen eine kleine Schale trug und ihm sehr wertvoll erschien. Wie ein Lauffeuer ging diese Geschichte durchs Dorf und viele Neugierige kamen, um sie erfurchtsvoll zu bewundern. Wer es sich leisten konnte trug damals  Spangen auf seinen Schuhen zum Feiertagsgewand. Es gab wohl 2 Herren im Dorf, die trugen silberne Spangen auf ihren Schuhen. Da er sich im Glauben befand, es handele sich um Gold, fuhr er nach Rendsburg um sich bei einem Goldschmied hieraus goldene Schnallen machen zu lassen. Dieser erkannte jedoch sehr schnell, dass es kein Gold war sondern Bronze. Er erklärte ihm das dies nur einen geringen Wert darstellte. Enttäuscht ging er zu einem Trödler, wie es ihm der Goldschmied geraten hatte und versuchte hier seine Figur zu verkaufen. Der Händler hielt ihn jedoch hin, weil er selbst erst in Erfahrung bringen wollte, was diese Figur wert ist. Während dieser Zeit sprach sich die Geschichte in Rendsburg herum und so hörte auch ein Amtmann davon. Er ließ sofort seine Leute schicken, um diese Figur zu beschlagnahmen. Da er ahnte, das es sich um eine historisches Wertstück handeln könne, schickte er die Figur nach Kopenhagen. Hier landete es dann im National-Museum. Der Finder kehrte mit leeren Händen nach Beringstedt zurück.

 

Weiterlesen ...

Simeonklus

Simonklause

Karte mit Simonclus

In einer der ältesten Landkarten der Ämter Rendsburg, Kiel und Bordesholm von Anno 1649 (Johannes Meier, Husum) ist südwestlich von Beringstedt  gelegen die Siedlung Simeonklus eingezeichnet. Hieraus ergibt sich, dass Simeonklus aus mehreren festen Gebäuden bestanden hat. Der Standort, der später auch als Kapelle bezeichneten Klausnerei, liegt bei 34 m über NN auf dem höchsten Punkt der Beringstedter Feldmark. Rechts abzweigend von der Kreisstraße von Beringstedt nach Seefeld vor dem Ortsteil Rehheide auf den Ackerflächen.

Ein Leutepriester soll hier gewohnt und auch Messen gehalten haben. In der Nähe der Kapelle soll eine heilige Quelle gewesen sein. So wurde diese Stätte zum Wallfahrtsort. Überreste der Kapelle will Pastor Preuß, Schenefeld, im Jahr 1772 noch gesehen haben. Die alten Wulfskrogteiche mit ihren starken Quellen mögen aus der Zeit stammen und zur Kapelle gehört haben. Sie könnten zur Fischzucht benutzt worden sein. Die Kapelle stand inmitten eines alten Gräberfeldes. Östlich lagen mehrere Grabhügel. Urnen davon sind ins Kieler Museum gekommen und mittlerweile nach Schleswig verlegt worden. Viele Urnen im westlichen Teil des vorgeschichtlichen Friedhofes sollen in einer kreisrunden Steinsetzung mit einem runden Plattendeckel gestanden haben. Hier hat man auch Wohngruben gefunden: Flechtwerk, Kornreste und Fingerabdrücke.

Die Reste der Kapelle Simonklus stammen wahrscheinlich aus der Zeit der Christianisierung und war dem Simon geweiht

Simeon          =    Simon, katholischer Heiliger eigentlich Simon Stock, geboren um 1165,                                                                   Ordensgeneral der Karmeliter-Mönche. Er trug sehr zur Verbreitung des Karmeliter    Ordens im Abendland bei.

Klus                 =   Klause, Klausnerei, Klausur = Einschließung

Vor der Reformation diente die Simeonklus als Wallfahrtsort und soll viel besucht worden sein. Nach der Reformation ca. 1520 bis 1550 ist die Klause wahrscheinlich eingegangen.

Der Schalenstein

Ein Relikt aus der Urzeit

In der Friedenstaße, gegenüber dem Ehrenmal, dort wo der Weg In der Marsch beginnt, au dem kleinen Dreieck, steht ein Gedenktstein. Er wurde zum 100. Geburtstag des Deutschen Kaisers Wilhelm I (dem Großen) im Jahr 1897 hier aufgestellt.

Kaiser Wilhelm Gedenkstein

SchalensteinEinst diente er als Abdeckstein eines Hünengrabes aus der Vorzeit. Diese lagen beim Fohrsberg. Ebenso wie die einstige Thingstätte (Eekenhoop). Leider wurden diese zerstört als die Straße nach Puls ausgebaut wurde. Es soll dort mehrere Hünengräber gegeben haben, die jedoch schon in grauer Vorzeit zerstört und später übergepflügt wurden.

------- Die Heimat  Heft 4/5 von 1976  Seite 101 ff. --------------------------

Hier steht geschrieben:

Die Rückseite des großen Steines weist aber ein weitaus älteres Denkmal, das in die Zeit zwischen 3000 und 1600 vor der Zeitrechnung zurückdatiert wird und das also maximal 5000 Jahre, minimal  immer noch rund 3500 Jahre alt ist.  Es sind 13 kleinere oder größere Vertiefungen sichtbar, die von Menschenhand stammen. Über den Schalen im oberen Teil des Steines prangt dann noch ein offenbar christliches Kreuz. Dieses Kreuz ist wahrscheinlich erst sehr viel später mit neueren Werkzeugen angebracht worden. Vielleich stammt es aus der Zeit nach der Christianisierung des Landes und sollte gewissermaßen zur Entzauberung der anderen, heidnischen Zeichen dienen.

Welche Bedeutung die schalenartigen Vertiefungen einst gehabt haben mögen, ist bis heute noch nicht restlos geklärt, trotz umfangreicher Literatur und mehrerer wissenschaftlicher Dissertationen über Schalensteine. Andernorts werden Schalensteine auch als ehemalige Opfersteine deklariert, etwas in der Weise, dass in den Schälchen einstmals Blut oder andere Opfergaben dargebracht wurden. Diese Darstellung wird aber schon durch die Tatsache widerlegt, dass die Schalen auch an senkrechten Stellen der Steine angebracht worden sind. An Stellen also, an denen eine Darbringung von Opfern völlig sinnlos  gewesen wären.

Als man Ende des 19. Jahrhunderts den als Gedenkstein vorgesehenen großen Stein in das Dorf holte, hat man wahrscheinlich noch gar nichts von den Schalen und von dem Kreuz gewusst, denn diese Merkmale fallen überhaupt nicht auf und sie treten nur dann hervor, wenn man sie kenntlich macht, etwa mit Farbe.

Weiterlesen ...

Friedensstraße - Die alte Ulme

Die Ulme in der Friedensstraße war der älteste Baum Beringstedts

Die alte Ulme

Als die einstige große Hofstelle Hadenfeldt im Jahr 1695 zwischen den beiden Brüdern Claus und Hans geteilt wurde, holte man eine stattliche Ulme aus den Wäldern um Beringstedt und pflanzte sie auf die Grenzlinie zwischen den Höfen. „Der Baum darf nie angerührt werden“, steht im Testament des Klaus Hadenfeldt aus dem 17. Jahrhundert zu lesen. Hieran hielten sich alle nachfolgenden Generationen.

Der Baum kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. 1898 brannte das Wohnhaus der Dingvogtstelle ab und wurde wiederaufgebaut. Seit über 1oo Jahren soll der Baum schon hohl gewesen sein. 1936 wurde der Baum unter Denkmalschutz gestellt. Am 1. Weihnachtsfeiertag 1991 löschte die Feuerwehr ein Feuer, das im hohlen Stamm ausgebrochen war. Vermutet wurde, dass am Stamm ein Feuer gemacht wurde, welches sich durch den Schornsteineffekt im hohlen Stamm rasch ausbreitete. Die Feuerwehr brauchte 1800 Liter Wasser um den Brand zu löschen. Der Ulme schien es nicht weiter geschadet zu haben, da die Rinde kaum betroffen war.

Erst vier Wochen vorher war das Gelände um den Baum herum, im Rahmen der Dorferneuerung, neu angelegt und mit einem Steinwall eingegrenzt worden. Ein Hinweisschild sollte in nächster Zeit aufgestellt werden. Es ist bemerkenswert, das eine Ulme so ein hohes Alter erreicht. Meist hört man ja nur von alten Eichen.

Die Ulme diente 303 Jahre lang als Wahrzeichen von Beringstedt. Sie mußte im Jahr 1998 leider gefällt werden, weil bei Sturm und starkem Wind immer wieder große Äste abbrachen, was eine große Gefahr darstellte; nicht nur für umliegende Gebäude, auch Menschen hätten zu Schaden kommen können.

Ulme Bild 3 Ulme Bild 4 Ulme Bild 5

Ein über 300 Jahre altes Wahrzeichen von Beringstedt steht leider nicht mehr.

Ellerrehm

Sängerfest im Ellerrehm 1953

Pfingsten 1953 Saengerfest im Ellerrehm

1953 wurde das Sängerfest des Gemischten Chores Beringstedt an Pfingsten im Ellerrehm gefeiert.

Links (in weißer Jacke) steht Hannes Jahn, der Vater von Erika Wirsching. Er war Kellner in der Gaststätte Ott (heute lebt dort Fam. Quednau). Daneben steht Waltraut Holm, die damals noch Böttcher hieß und unverheiratet war. Sie arbeitete ebenfalls in der Gaststätte Ott als Bedienung und war auf diesem Fest für´s Kaffee kochen zuständig.

Friedenstraße

Zwei Mädels auf dem Fahrrad.

Zwei Maedels mit dem Rad

In der heutigen Friedenstraße. Vor der Straßen-Namen-Benennung um 1970 herum wurde er auch mundartlich `Eekenwech´ (Eichenweg) genannt. Im Hindergrund zu sehen der Gasthof Schümann (Först, dann Schrum, dann Lenschow). Auf der rechten Seite der reetgedeckte Schuppen vom Hof Seemann (früher Schrum / Wohlers). Er wurde später abgerissen. Auf der linken Seite das Grundstück Ruge. Das Eckhaus mit Laden wurde erst später gebaut.

 

 

 

Modisch Schick und selbstbewußt…

Zwei Maedels auf dem Rad

Leider kann sich heute niemand mehr daran erinnern, wer die Beiden sind. Sie stammen aber eindeutig aus Beringstedt. Die Fotos sind vor 1920 entstanden, denn die Flurkarte zeigt zu dieser Zeit noch kein Wohnhaus auf dem Dreieck Seegen – Friedenstr. - Eichenweg.

Die Bilder wurden zur Verfügung gestellt von H. P. Breiholz

Bahnhof Beringstedt

Der Bahnhof von Beringstedt und seine Geschichte

Bahnhof 1982

Aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln (1900 – 1994), Bahnamtman bei der Bundesbahnanstalt in Hamburg, den Unterlagen und Bildsammlungen im Archiv der Gemeinde Beringstedt und der Zusammenfassung unseres Ehrenbürgers Herbert Jürß  (1927 - 2017):

 

W E S T B A H N  mit Bahnstation Beringstedt

 

Die erste Eisenbahnverbindung in Schleswig-Holstein war die 1842 eröffnete Strecke von Altona nach Kiel. Diese trug den stolzen Namen „König Christian VIII Ostseebahn“. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es auch schon die Eisenbahnverbindung von Neumünster nach Rendsburg und weiter nach Norden. Im Westen des Landes war die sogenannte „Marschbahn“  von Elmshorn über Glückstadt nach Itzehoe schon in Betrieb und die Weiterführung nach Heide im Bau.

Querverbindungen fehlten in Holstein aber noch zunächst gänzlich.

Weiterlesen ...

Schulberg 3

Unsere Schule (Baujahr 1902)

Schule 01      

Schulberg 3

Das Gebäude wurde vom Bauunternehmer Evers errichtet. (Steinbergstr. 13, John, Grewe)

Im Heimatbuch wird berichtet das im Jahr 1920 in der neuen zweiklassigen Schule 92 Kinder unterrichtet wurden.

Die erste Beschulung in Beringstedt fand bereits seit 1695 statt. Da die Kinder im Sommer auf den Feldern helfen mussten, fand der Unterricht nur in den Wintermonaten statt.

Bevor das Gebäude auf dem Schulberg errichtet wurde gingen die Kinder in der Alten Dorfstraße 5 zur Schule. (das weiße Haus hinter dem Hof Kühl, wenn man von der Friedenstrasse kommt)

Neben dem Schulunterricht betrieben die Lehrer auch Landwirtschaft. Die Kühe standen an ihren hölzernen Krippen in der Diele des Schulhauses.

Schule 02 Schule 03 Schule 04

Schule bis 1972, danach Dörfergemeinschaftsschule Todenbüttel

Lehrer waren:   Hauptlehrer Thomsen (1881), Max Göttsche, Wächtler, Roske, Ehlers.

(Genaue Liste folgt noch) … und weitere Fakten

Birkenweg 6

Birkenweg 6 damals Moeller und Frau Buessen

Auf dem Bild ist das Haus in der Zeit um 1930 zu sehen. Es wurde gebaut im Jahr 1887 vom Maurer Kroll aus Todenbüttel. Um 1900 ging es in den Besitz von Gustav Möller über, verheiratet mit Anna, geb. Wohlers. (Ihre Eltern wohnten seinerzeit auf dem heutigen Hof Seemann, Steinbergstraße Ecke Friedenstraße). Gustav Möller hatte einen Schrothandel (Futterhandel) und belieferte die Bauern, wie damals üblich mit Pferd und Wagen. 1911  wurde der Anbau erstellt. In den 1920er Jahren war dort ein KONSUM-Lebensmittelladen. 1934 ging der Besitz über an die Tochter Christine Möller (*1900, siehe Foto). Sie heiratete Peter Büßen. Neben einem Lebensmittelladen hatten sie 4 Kühe und eine Ferkelzucht.

Peter Buesser vor der Meierei BeringstedtPeter Büßen fuhr mit dem „Milchwagen“ (ebenfalls vom Pferd gezogen, siehe Bild unten) durchs Dorf und verkaufte neben frischer Milch, die er morgens bei der Meierei abholte auch Lebensmittel und Brot. Seine Touren führten ihn bis nach Ostermühlen und dem westlichen Teil von Todenbüttel (Nähe Alte Ziegelei).

1967zogen Annelene (geb. Büßen) und Wulf Illing mit ihren Kindern ein, nachdem sie zuvor in Haale gewohnt hatten. Die Eltern von Annelene (*1937) wohnten ebenfalls weiterhin mit im Haus. Der Vater arbeitete die letzten 5 Jahre, bis zu seiner Rente, beim „Butterwerk“ Hohenwestedt (NORDMILCH). Im Jahr 1986 verstarb er. Christine Büßen (+1991) war bis ins hohe Alter geistig immer fit.

Milchwagenfahrer: Peter Büßen und  Meierist: Karl-Heinz Bern

Texte zur Meierei folgen später unter eigener Rubrik.

 

Alte Dorfstraße 20

 Dorfstrasse 20 (heute) 

Dorfstrasse 20

Notizen von Gudrun Norden (Seefeld) zum Elternhaus Alte Dorfstraße 20 ihrer Mutter:

Meine Mutter, Anne Schubert, geb. Hartig (*1923), wohnte bis zum Jahr 2014 in ihrem Elternhaus, der kleinen Reetdachkate in der Alten Dorfstr. 20 in Beringstedt. Sie erinnert sich, dass ihr Vater Hinrich Hartig (*1895) in den 1930er Jahren in Beringstedt in den Wintermonaten als „Nachtwächter von Beringstedt“ fungierte. Auch sein Vater Peter Hartig hatte diese Aufgabe zuvor schon ausgeführt.

Hinrich HartigHinrich Hartig drehte jede Nacht 3 Runden im Dorf, beginnend so gegen 22:00 Uhr bis morgens zur Melkzeit der Bauern. Dabei trug er ein Horn umgebunden, in das er während der 1. Runde einmal blies, während der 2. Runde zweimal und während der 3. Runde dreimal. Man sagt, so haben die Bewohner, wenn sie es hörten, immer gewusst wie spät es in etwa war und sich auch sicher gefühlt. Während seiner Rundgänge trug mein Opa einen langen Mantel und dicke Stiefel, jedoch hatten diese noch kein Pelzfutter. Zum Schutz vor der Kälte wurden dicke Sohlen aus Zeitungspapier in die Stiefel gelegt. In sehr kalten Nächten wärmte er sich mit heißen Getränken zwischendurch auf. Von den Bauern erhielt er ab und zu den Auftrag, mal in den Kuhstall zu sehen, wenn eine Kuh kalben sollte. Gegen Morgen kehrte er dann nach Hause zurück.

Hinrich Hartig war auch Schlachter und wurde von den Beringstedtern gerufen, wenn bei ihnen, wie es damals üblich war, eine Hausschlachtung anstand. Seine Rundgänge als Nachtwächter machte er nur in den Wintermonaten. 

 

 

Am Wischhof 11

Kinderbetreuung 1930/40

 Am Wischhof heute Regina und Henning Blohm

Der Kindergarten befand sich im Haus Am Wischhof 11 im hinteren Teil links.

Kindergarten Anfang 1940 Wischhof

Kindergarten (um/Anfang 1940) mit Schwester Krimhilde

Das blonde Mädchen unten links (Bild 1) ist Annelene Büßen (heute Illing). Sie war ca. 5 Jahre alt.

Kindergarten Anfang 1940Auf dem 2. Bild sitzt sie unten (3. v.r.) neben ihrer besten Freundin Irene Knuth. Sie kann sich noch daran erinnern, dass man am hinteren Eingang erst durch einen Vorraum ging. Dort standen kleine Schüsseln in denen sie ihre Hände erst waschen mussten bevor sie drinnen weiterspielen durften.

An der linken Hand von Schwester Krimhild der kleine Wilhelm Lamprecht.

Unter Anderen waren dort auch: Annemarie Rubien, Max Walter Voß sowie seine Schwestern Anita und Gertrud.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen