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Friedenstraße 7

Hof Kaltenbach

- aus den Aufzeichnungen von Otto Bolln abgeschrieben:

1602      Hans Söte                           wird als Besitzer der Halbhufe genannt.

1740      Sötje                                     (auch Söth, Sotie oder Söte geschrieben)

1800      Johann Kaltenbach         wird als Besitzer genannt. Ihm folgen zwei weitere Johann Kaltenbach

Der jüngere Nachfolger heiratet die Jungfer Fehrs. Um 1800 gibt es aber auch einen Gerhart Kaltenbach, als Besitzer des Hofes Holm. Die Tochter des 1786 in Hadenfeld (bei Schenefeld) geborenen Johann Kaltenbach heiratete einen Claus Holm in Beringstedt.

In der Familienchronik Hadenfeldt steht, dass Claus Hadenfeldt 1844 Hofbesitzer wird und mit Margareta Kaltenbach verheiratet ist. Sie stirbt jedoch sehr bald ohne Kinder. Ob sie vom Hof Kaltenbach stammte ist leider nicht vermerkt, jedoch denkbar, weil der Name Kaltenbach hier bei uns im Norden verhältnismäßig selten ist.

1870      Johann Kaltenbach         wird als Schuldner genannt. Der Gläubiger wird nicht genannt

1873                                                      sind die Schulden schon geringer. Gläubigerin ist Anna Söth. Es ist                                                             dies wahrscheinlich die Restkaufsumme, die als Hypothek eingetragen wurde.

1874                                                      gibt es in Beringstedt 7 Personen mit Nachnamen Kaltenbach.

In der Klassensteuerrolle Beringstedt vom 26.3.1873 werden folgende Namen als Zugehörige des Haushalts Kaltenbach genannt: Jürgen Roweder als Knecht, Wiebke Sievers als Magd,

Anna Söth als Verlehnsfrau mit 3 Personen (Kate, Friedenstraße 5).

1900      Johann Kaltenbach         und Ehefrau, geb. Fehrs, hatten 4 Kinder. Johann K. wurde auch                                                              `Jan Brummi´ genannt, weil er gern laut fluchte.

Die Tochter Anna (als derb und grobknochig beschrieben) lernte das Schneiderhandwerk bei der Schwester von Otto Bolln, Catharina, (Damenoberbekleidung). Sie blieb ledig.

Tochter Catharina (Tidde genannt) wurde mit dem Sohn vom `Grot Klaas´ (Marx Voss) verheiratet. Die Ehe blieb unglücklich. Sie lebten später getrennt jeder sein eigenes Leben, hatten keine Kinder.

Hans Kaltenbach             Sohn von Johann wurde Landwirt, weil er den Besitz übernehmen sollte. Er heiratete, blieb jedoch kinderlos.

Im fortgeschrittenen Alter wurde

Paul Kaltenbach              ausgewählt, wegen seines Namens, und adoptiert zur Hofnachfolge.

Trotz des in Norddeutschland seltenen Namens (ursprünglich soll der Familiename Kaltenbach im Schwarzwald beheimatet sein), besteht keine nachvollziehbare Verwandtschaft zwischen Hans und Adoptiv-Sohn Paul. Evtl. liegt eine Verwandtschaft viel weiter zurück in der Vergangenheit, die jedoch nicht weiter erforscht ist.

Sohn Hermann heiratete die Tochter (als älter beschrieben) des Lehrers a. D. Landahl (dieser wohnte auf dem hohen Saar). Er zog dorthin !

Zum Hause Kaltenbach gehörte auch Eggert Kaltenbach, der Bruder von Johann (Verbrommi). Er war Junggeselle, der als nachgeborener Sohn seiner Eltern nicht heiraten durfte aber auf dem Hof in der Kate lebte, Verpflegung und Taschengeld erhielt.

(Später wohnte `Verbrommi´ Johann K. dort wo heute 2018 Marion Kröber wohnt -Saar 6-.)

1947      In der Nacht zum 5. Juli brannte das reetgedeckte Haus durch                                                                  Blitzeinschlag ab. Die Stallungen und die Altenteilskate blieben erhalten. Aus                                 dem Wohnhaus konnten Mobiliar, Betten und Vorräte durch die Fenster                                   gerettet werden, da über dem Wohntrakt schon früher eine feste Decke                                       eingezogen wurde. Nach dem Brand lebte die Familie Hans Kaltenbach                                                               gemeinsam mit dem Onkel in der Kate bis der Neubau fertig war.

Anmerkung: Der Besitz Kaltenbach war, wie früher auch bei allen anderen bäuerlichen Besitzungen üblich, von einem Steinwall umgeben und der Hofplatz ist sehr geräumig. Mitten auf dem Steinwall stand der ausgehöhlte Stamm einer Ulme. Er wurde genutzt als prächtiges Versteck für spielende Kinder und abendliche ´Stelldicheine´.

Die Ländereien liegen zum Teil auf der Flur `Boombarn´ (oder Brunnborn) Ein von Birken bewachsenes versumpftes Waldstück im Aukamp. Das Weideland gehört zum Flur `Wesfladen´, wohin Paul Kaltenbach seinen Kuhstall ausgesiedelte. Er selbst wohnte weiterhin in der Dorfmitte.

1958      Paul Kaltenbach              *1926 in Haale,  Familie in Embühren,

Er wohnte von 1936 – 1958 in Frauendamm -zwischen Krummwisch und Groß Nordsee (bei Bredenbek)-   ist verheiratet mit Maria, geb. Pöhls, *1929 in Dannau (Kreis Plön, südlich von Lütjenburg).  1958 kommen Beide nach Beringstedt, aus vorgenannten      Gründen.

                Kinder: Reimer, Anke, Hans-Hermann und Klaus

1993      kauft  Hermann Möller den Kuhstall (Wesfladen) mit Melkstand, Schuppen etc.

Er baute dort ein Einfamilienhaus und bewirtschaftet den Hof und die Ländereien bis heute. Hierzu später mehr unter Wesfladen 1

„Midde“ Maria Kaltenbach wohnt, nach dem Tod ihres Mannes, weiterhin im Haus Friedenstr. 7

Sie stirbt im Januar 2018 im stolzen Alter von 89 Jahren.