Der Schepsgraben

Der Schepsgraben  auf hochdeutsch: Schiffsgraben

Früher gab es im Moor „Groot Wisch“ einen kleinen Hafen, den sogenannten Schepsgraben. Bevor die Bahnstrecke und der Nord-Ostsee-Kanal gebaut wurden, fuhr man von dort aus mit kleinen Schuten auf dem Wasserweg Holz und Torf in die Städte Rendsburg, Friedrichstadt und sogar bis nach Tönning. Dies erfolgte über den Schepsgraben in die Haalerau und weiter die Eider entlang. Das Holz war zuvor im Wald geschlagen und mit Pferde- oder Ochsenwagen zum kleinen Hafen gebracht worden, wo es auf die Schuten verladen wurde. Auch der reichlich im Moor vorhandene Torf wurde von hier aus verschifft. Torf wurde seinerzeit allgemein zum Beheizen der Öfen und Kochstellen gebraucht. Er wurde im Moor mit dem Torfstecher in handliche Stücke gestochen und zum Trocknen aufgestapelt. In den Städten waren diese Waren sehr begehrt und so betrieb man einen einträglichen Handel mit den Stadtbewohnern, denn von dort wurden Kolonialwaren wieder mit nach Beringstedt genommen. Auch Reet aus der Eiderniederung, zum Eindecken und Reparieren der Hausdächer, fand so seinen Weg nach Beringstedt. Waren die Schuten mal nicht im Einsatz, lagen sie zum Trocknen an der Böschung. Hier konnten dann auch Ausbesserungsarbeiten an ihnen vorgenommen werden.

Bewohner, die kein eigenes Land besaßen, mähten an der Uferböschung das Gras und verarbeiteten es zu Heu. So hatten auch sie im Winter Futter für ihr Kleinvieh.

Da zwischenzeitlich die Wege und Straßen gut ausgebaut wurden und Lastkraftwagen die Fuhren übernommen haben, wurde der Schepsgraben nach der letzten Flurbereinigung in den 1970er Jahren zugeschüttet und die Fläche wird seitdem landwirtschaftlich genutzt.

Ausschnitt der Flurkarte Marxen

Dieser Kartenausschnitt stammt von der Flurkarte der Gemeinde Beringstedt (Stand 1965), die von Erhard Marxen angefertigt wurde. Es handelt sich hier um das nördlichste Ende der Gemarkung Beringstedt, gelegen an der Haaler Au, beim Schöpfwerk. Auch der Baggerteich vom Angelverein befindet sich heute dort. Das mit der Ziffer 1 gekennzeichnete Gelände am alten Schepsgraben war die alte Torfverladestelle. Damals führten 2 Wege, links und rechts, entlang des Grabens. Heute gibt es nur noch einen Weg Richtung Schöpfwerk/Baggerteich.

 

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